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Mittwoch, 6. Februar 2013, 15:00

Die Chroniken des Verlorenen

Vor einigen Jahren habe ich mal begonnen, eine Geschichte zu schreiben. Auf die bin ich neulich wieder gestoßen und stelle sie jetzt überarbeitet hier hoch. Ich hoffe, es gefällt euch und bitte um Rückmeldungen.
Viel Spaß beim Lesen.


Die Chroniken des Verlorenen - Das erste Buch


Prolog:

Am Anfang, noch vor dem Zeitalter der Altvorderen, sagt man, war absolutes Nichts. Eine schreckliche Leere, die keine Existenz zulies. Doch dann kam ein Nebel auf und blies in das Nichts. Und aus dem Nebel stieg einer, den man Zero nannte. Er formte Zeit und Raum und erschuf die Welt, wie wir sie kennen. Keiner weiß, woher und warum er kam und weshalb er das alles tat.
Er formte das Geschlecht der Menschen aus dem Nichts und überlies ihnen die Herrschaft über die Erde. Er erschuf die prächtige Stadt Nevar, den Stern des Westens, an einem einzigen Tag. Er zog Berge auf, füllte Meere mit Wasser und setzte Grenzen für die Herrscher.
Er trieb Erzadern in das Gestein und schuf so die Minen von Dvargjenhal und Hal´alkyiel. Er erschuf die verwunschenen Wälder von Kyrjenhal im Osten. Er erschuf die Inseln von Moondall und Sazun in den Meeren und die Moore von Hazranh im Südosten.
Zuletzt nahm er das Geschlecht der Menschen und verteilte sie auf der soeben geschaffenen Welt. Er setzte Herrscher nach Nevar in den Westen und nach Mithuun im Osten und in die anderen Königreiche. Er teilte den Bauern Land zu und unterwies sie in der Landwirtschaft. Er gab den Soldaten die Waffen und lehrte sie die Kunst des Krieges. Er war ein schöpferischer Gott, denn er erschuf die Welt. Er war aber zugleich ein zerstörerischer Gott, denn er brachte Waffen, Krieg, Gewalt, Hass und Neid unter die Menschen. Trotz alledem wird er mit Ehrfurcht verehrt, heute, damals und alle Zeit.
Und dann, so schnell er gekommen war, verschwand Zero aus dieser Welt. Niemand weiß, wohin er ging. Gestorben, sagen manche. Doch es ist schwer zu glauben, dass jemand, der das Nichts durchwandern kann, sterblich ist.
Wahrscheinlich wollte er einfach nur Ruhe haben vor dem Treiben der Menschen. Wahrscheinlich war ihm das alles ein bisschen zu viel. Doch wohin er auch gegangen ist, seine Augen ruhen sicherlich stets auf den Menschen.

Lieber in der Hölle regieren als im Himmel dienen.

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2

Donnerstag, 7. Februar 2013, 18:59

Erstes Fragment: Unsanftes Erwachen

Der Mann rannte gehetzt durch die Gänge des Schlosses. Er lief leicht gebückt und hielt sich die rechte Seite. Blut floss sachte aus der Wunde, die sich dort befand. In der rechten Hand hielt er sein Schwert. Doch irgendwie sah die Klinge seltsam aus. Sie hatte keine Spitze, sondern war im Ganzen eher rechteckig. Sein schmerzverzerrtes Gesicht starrte auf die große Flügeltür, auf die er zueilte. Die schwarzen Haare flogen wild in sein Gesicht.
Draußen tobte ein Gewitter, es regnete in Strömen. Ab und an zuckte ein Blitz durch die Finsternis der Nacht und erleuchtete das Gesicht des Mannes. Auf seiner linken Wange prangte eine Narbe, die sich über das erblindete linke Auge hinwegzog. Sein rechtes Auge war von roter Farbe und starrte unnachgiebig nach vorne.
Endlich hatte er die Tür erreicht und stieß sie mit aller verbleibenden Kraft auf. Er stürzte ins Zimmer, riss sein Schwert hoch, welches ein seltsames Surren von sich gab und...

Schweißgebadet schreckte Prinzessin Yggdrasil in ihrem Himmelbett hoch. Da war er wieder, der Traum von diesem Verwundeten, der sich durch ihr Schloss bis in ihr Gemach schleppte. Und nie sah sie, was im Zimmer auf ihn wartete. Doch ihr kam es bisher noch nie so real vor. Sein Gesicht mit dem stechenden Auge jagte ihr einen Schauer über den Rücken. Sie wusste noch nicht einmal, wer der Mann war. Wollte er sie etwa töten? Kam er, um sie zu warnen? Oder wurde er von anderen Motiven getrieben?
Seufzend fiel Prinzessin Yggdrasil in ihr Kissen zurück. Seit geraumer Zeit wurde sie von diesem Traum verfolgt. Doch etwas in ihr sagte ihr, dass sie nichts zu fürchten habe. Irgendetwas gab ihr eine Art Gewissheit, dass dieser Mann keine Gefahr für sie bedeutete. Sie seufzte erneut und versuchte sich an weitere Details aus dem Traum zu erinnern. Sein seltsames surrendes Schwert, die Narbe, das rote Auge... Sie konnte sich auf all das keinen Reim machen.
Prinzessin Yggdrasil stieg aus ihrem Bett und trat ans Fenster. Die Nacht war sternenklar. Keine Wolken verdeckte die Sicht in den Nachthimmel von Mithuun. Gedankenverloren betrachtete sie den Mond. Irgendwann, dachte sie, irgendwann würde sie Antworten auf ihre Fragen bekommen. Es war alles nur eine Frage der Zeit...
Sie blieb noch eine kurze Weile am Fenster stehen, doch ihre Gedanken lagen weit in der Ferne. Ihr Blick schweifte vom Mond zu den Sternen und wieder zurück. Dann ging sich zurück zu ihrem Bett und legte sich wieder schlafen.

Lieber in der Hölle regieren als im Himmel dienen.

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3

Dienstag, 2. April 2013, 19:59

Zweites Fragment: Fremd

Shura erwachte, als er etwas Salziges in seinem Mund schmeckte. Er schreckte hoch, spuckte aus und zuckte vor Schmerz zusammen. Sein Körper fühlte sich an, als ob man ihn gerädert hatte. Was war nur passiert? Er blickte sich um. Er saß am Strand, die Sonne schien und sanft umspülte die Brandung das Wrack des Schiffes, das dort lag. Er wischte sich durch die Augen und sah erneut hin. Tatsächlich. Da war ein Schiff. "Was zur..." begann er, stoppte dann jedoch und versuchte sich zu erinnern.
Das Letzte, das er wusste, war, dass er an Bord des nevarischen Flaggschiffes Acator seelenruhig in seiner Kajüte schlief.
Offensichtlich waren sie in einen Sturm geraten und gekentert. Ein Blick auf den Rumpf des Wracks gab ihm Gewissheit. Acator stand dort, in großen, goldenen Lettern. Er stand auf und lies seinen Blick erneut über den Strand schweifen. Er hatte höchstwahrscheinlich Glück gehabt. Um ihn herum lagen Mitglieder der Besatzung sowie Soldaten, meist mit unnatürlich verdrehten Körpern. "Die sehen ja nicht so wirklich lebendig aus, ha!" Er lachte.
Shura trat einen Schritt vor und trat auf etwas hartes. Er hielt inne und bückte sich. "Du bleibst mir treu, treuer als jedes Weib. Na komm." Er war auf sein Schwert Frisnir getreten, dass sich wohl im tosenden Sturm von seiner Hüfte gelöst haben musste. Shura schnallte es sich um. "Anscheinend muss ich jetzt das Beste aus dieser wahrhaft misslichen Lage machen." Er war immer noch mit seiner Rüstung bekleidet, die er aus Furcht niemals ablegte. Weder beim Schlafen noch beim Waschen.
Nachdenklich stapfte er durch die Trümmer und suchte ein paar Sachen zusammen, die der Sturm verschont hatte - Äpfel, ein großer Beutel, etwas Geld eines toten Seemanns und einen Dolch, den er sich an den Gürtel band. Er verstaute den Proviant im Beutel, schulterte diesen und blickte landeinwärts. Am Horizont konnte er eine Stadt sehen. Er würde dorthin gehen müssen, um herauszufinden, wo er überhaupt war. "Na dann, nichts wie los". Gut gelaunt und pfeifend machte er sich auf.

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4

Dienstag, 23. Juli 2013, 11:37

Warum auch immer kann ich mich mit meinem alten Account hier nicht mehr einloggen, also habe ich mir einen neuen erstellt und werde die Geschichte hier weiterführen.

Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.

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5

Dienstag, 23. Juli 2013, 11:38

Drittes Fragment: Verschwunden?

Der Bote hetzte durch das Schloss von Nevar zum Thronsaal des Großkönigs Thjelm. Hoffentlich würde dieser nicht wütend sein. Diese Hoffnung verflüchtigte sich aber beim Gedanken an die Nachricht, die er zu überbringen hatte. Atemlos kam er vor der großen Tür an, hinter der sich Thjelms Saal befand. Er schnaufte noch einmal tief durch und trat ein. Der Saal war eher klein. Thjelms Thron befand sich am Ende des Saales, der etwa fünfzig Meter in der Länge und zwanzig in der Breite maß. Langsam aber sicher steuerte der Bote auf den Thron zu. Thjelm saß da, selbstherrlich wie immer. Doch er war alt geworden. Und fett. Er war zwar schon immer etwas kräftiger, doch seit er ihn das letzte Mal zu Gesicht bekommen hatte, hatte sich Thjelm stark verändert. Er trug zwar immer noch den dunkelblauen Königsmantel und teuere Gewänder, doch waren die etwa zwei Größen größer als die Vorherigen. Rechts neben seinem Thron stand ein größerer eher dünner Mann, der die Arme hinter dem Rücken hielt. Er war in schwarzen Samt gekleidet, was ihn unglaublich edel erscheinen ließ. An seiner rechten Hüfte hing ein Schwert in einer schwarzen Scheide, das etwas seltsam aussah. Es hatte keine wirkliche Spitze, sondern war vorne eckig. Seine ebenfalls pechschwarzen Haare fielen ihm ins Gesicht. Der Mann trug einen schwarzen Verband über dem linken Auge. Mit dem anderen Auge, das blutrot gefärbt war, starrte er den Boten unnachgiebig an.
"Was willst du?", donnerte Thjelm. "Weshalb bist du hier?" Der Bote stoppte und fiel auf die Knie. "Ehrenwerter Großkönig, mein Herr..." "Komm verdammt noch mal zur Sache oder ich werde dir Manieren beibringen, du Wicht!" Der schwarz Gekleidete trat einen kleinen Schritt vor. "Verzeiht mir, Herr. Ich bringe schlechte Neuigkeiten..." Er hatte gehofft, den König milde zu stimmen, wenn er direkt auf den Punkt kam, doch es geschah das Gegenteil. Thjelm war die Wut ins Gesicht geschrieben.
"Was ist passiert? Sag es mir!", sagte er langsam und mit bebender Stimme. "Mein Herr, die Acator, euer Flaggschiff ist in einen Sturm geraten und gestrandet. Im Königreich Mithuun nahe Koorbenhal, berichten unsere Informanten im Osten." "Ha! Und das soll schlimm sein?" Thjelms Laune hatte sich stark gebessert. Er lachte nun. "Ein Schiff lässt sich ersetzen! Vergesst die Acator. Sorgt nur dafür, dass dieser Offizier, wie hieß er noch..." Der andere Mann meldete sich zu Wort. "Shura, mein Herr", sagte er kalt und emotionslos.
"Genau! Der! Sorgt mir nur dafür, dass er wieder kommt!" "Ich fürchte, genau da liegt das Problem, mein Herr..."
Der Gesichtsausdruck von Thjelm änderte sich erneut. Und nicht zum Positiven. "Was meinst du damit" Der Bote musste schlucken. "Nun, er scheint desertiert zu sein..." "Was?" Thejm schrie ihn an. "Dieser Kerl darf doch nicht frei herumlaufen! Und du wagst es, mir zu sagen, dass er desertiert ist?" Thjelm schnippte mit dem Finger. Blitzschnell trat der schwarz Gekleidete hinter den Boten, zog sein Schwert, welches ein eigenartiges Surren von sich gab wie eine wütende Hornisse und stieß
es dem unglückseligen Überbringer der Nachricht in den Rücken. Das alles geschah im Bruchteil einer einzigen Sekunde und so schnell, dass es der Bote gar nicht mitbekam. Er kippte nach vorne um und war augenblicklich tot. "Yoshitsune", sprach er den Mann an "finde diesen Shura und bring ihn her. Tot oder lebendig. Ich
stelle alles zur Verfügung, was du brauchst." Der Mann verbeugt sich. "Sehrwohl, Herr." Dann ging er. Beim Hinausgehen murmelte er vor sich hin. "Wie lange habe ich darauf gewartet, Shura... Wie lange?"


Viertes Fragment: Zeitvertreib

Shura schlenderte durch die Stadt. Ein Bauer hatte ihm gesagt, dass sie Koorbenhal hieß. Wenigstens wusste er jetzt, wie der Ort hies, an dem er festsaß. Den Bauer hatte er trotzdem getötet. Er sollte Shura dankbar dafür sein. Das einfache Volk hat kein einfaches Leben. Er hatte ihn also erlöst.
In Koorbenhal herrschte reges Treiben. Menschen hasteten umher, andere boten ihre Waren lauthals schreiend auf dem Markt an. Shura bahnte sich einen Weg durch die Menschenmassen und sah sich auf dem Markt um. Viele Leute beäugten ihn mit missmutigen Blicken. "Wahrscheinlich wegen meiner Rüstung", dachte er sich. Er
konnte also ausschließen, dass er sich im Großkönigreich Nevar befand. Dort hätte man ihm Platz gemacht und bei seinem bloßen Anblick gezittert.
Ein Mann machte den Fehler, ihn anzurempeln. "Geh mir aus dem Weg, Kerl!", fauchte dieser Shura an, "Ich habe zu arbeiten und du stehst mir im Weg rum. Wer denkst du, wer du bist? Verschwinde!" So eine Dreistigkeit war Shura noch nie untergekommen. Sollte es tatsächlich jemand wagen, in Nevar so mit Ihm zu reden, war der Pöbler schneller tot, als er von eins bis zwei zählen konnte. Und die meisten Menschen konnten das sehr schnell.
Shura packte den Kerl an den Schultern und schmetterte ihn mit den Rücken voran auf den Pflastersteinboden. "Was bildest du dir ein, Bauer?" Shura sprach diese Worte mit tiefer Verachtung aus. Der andere starrte ihn angsterfüllt an. "Verzeihung, so war das nicht gemeint... Ihr nehmt alles viel zu ernst..." Was bildete sich dieser Wicht ein? Um Gnade betteln? Lächerlich. Shura zog sein Schwert und hielt es dem Mann vor die Brust. "Ihr werdet doch nicht...", stammelte dieser mit zitternder Stimme. "Doch. Empfange deine Strafe." Mit diesen Worten stieß Shura ihm das Schwert durch die Brust. Der Mann spuckte Blut, bevor er starb. Shura stand auf und blickte in die Menschenmenge, die seine Tat gesehen hatte und ihn entsetzt anstarrte. "Will mir sonst noch jemand sagen, was er von mir hält?" Niemand wagte es, etwas zu sagen. Shura lachte laut. Wie verweichlicht die Menschen doch waren. Vor sich hinkichernd verschwand er in der Menge.
Er beschloss, sich in der erstbesten Taverne, einer heruntergekommenen Spelunke namens "Der Gastfreund mit den großen Möhren" ein Zimmer zu nehmen. Erschöpft fiel er auf sein Bett und schlief ein.

Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.

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