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Equinox

unregistriert

1

Freitag, 9. August 2013, 15:12

Alice im Wunderland

Ein netter Film,


hatte ihn jetzt mit meiner kleinen Nichte geschaut, den von 1999, nicht der original aber trotzdem sehr gut.
Wenn man sowas als Erwachsener schaut -jaja GEwachsener, ich weiß- sieht man noch viel eindeutiger die ganzen parallelen.
Ein kleines Mädchen auf der Schwelle zur Erwachsenenwelt erlebt noch einmal ihre kindlichen Facetten, in verschiedenster Form und lernt Verantwortung zu übernehmen bzw GEwachsener zu sein.

was mich interessieren täte, die ganzen "typischen" Kinderrituale wie beispielsweise das Teekränzchen, gab es die auch schon vor dem Buch oder wurden diese erst durch das Buch bzw dessen verfilmungen heimatlich in Kinderstuben?

Es ist auch verrückt wie gleich eigentlich die Kinder aus dem 18Jh und heute sind/waren, also vom Charakter her, ich hab so oft meine kleine Nichte mit den Charakteren aus dem Film aufgezogen :D

2

Freitag, 9. August 2013, 15:45

Equinox....*hust* das ist doch jetzt nicht dein Ernst? jemand vertraut dir sein Kind an...ich denke da war jemand dabei noch...ich kann mir das nicht wirklich vorstellen gerade....und wegen dem 18jahrh. Ähm schlecht jemand zu fragen aus dieser Zeit.

Aber mal aus meiner sicht...das ist alles müll...ich weis wovon ich rede...

heute läuft das etwas anders ab wie vor 100 Jahren...wir leben im zeitalter der Nintentos Playstadion E-books...da liest keiner mehr was vor abends...da wird CD rein geworfen...

du hörst sprüche wie komm du bist Batmann spring glaube mir ich bin Badgirl...

aber nix für ungut etwas Nostalgie tut jedem gut...ich meine geht ja keinem was an...aber wie hast den den heimweg gefunden mit der kleinen GPS?

Oder war das Bluyray zu Hause *zwinker*

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »IrishLady« (9. August 2013, 18:45)


xx_regis_xx

unregistriert

3

Samstag, 10. August 2013, 02:29

Leonidas ... tut mir leid, dass du solche Erfahrungen gemacht hast ... aber es geht auch heute noch anders!

Auch ansonsten finde ich den Beitrag recht "daneben".

4

Samstag, 10. August 2013, 17:40

@ Equinox;
Du hast wohl eine schlechtere Alice Verfilmung gesehen oder den Film, respektive das Buch, missverstanden. Das was Alice im Wunderland "erlebt" sind weniger ihre eigenen kindlichen Facetten, aus denen sie gerade herauswächst. Sogar eher das Gegenteil davon. Das gesamte "Wunderland" ist eine sehr böse und zugespitzte Parodie auf die damalige Erwachsenenwelt - die aus kindlicher Sicht (Alice) so gut wie keinerlei Sinn ergibt. Mehrfach fragt sich Alice ob sie den Verstand verliert oder alle anderen ihn bereits verloren haben. Alice mit ihrem (noch kindlichen) Verstand und kindlicher Logik ist im Wunderland die einzige "Normale". Das gesamte Buch ist ein Lob auf die kindliche Sicht der Dinge und ein scharfer Angriff auf alles was den Erwachsenen als logisch und wichtig erscheint.

Die verbreitet Teekultur des 18./19. Jhd. (Teezirkel/Teekreise und Teekränzchen) die in dem Buch auftritt fällt genau in diese Kategorie; es wird ein Ritual der Erwachsenen genommen und persifliert - die Teilnehmer reden viel unsinnige Sachen, tun wenig und halten sich an überflüssigen Manierismen auf - was das Teekränzchen als ziemlich sinnlose und absurde Veranstaltung entlarvt. Ein Kinderritual war das nicht. Eher ein Vergnügen bei dem sich Intellektuelle, Möhcghtgern-Intellektuelle und viele Schwätzer trafen und viel Zeit vertrödelten - und genau als das hat es Lewis Carroll auch dargestellt. :)
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Equinox

unregistriert

5

Sonntag, 11. August 2013, 07:05

@Beast, habe mir das noch einmal unter deinen Ausführungen angeschaut und es ergibt definitiv Sinn. War halt eine individuelle Interpretation des Films von mir.
Für mich sah es eben so aus, als würden die ganzen Figuren alles Charakterfacetten eines jungen Mädels sein. Von verzogenem Gör[Königin], über langschläfer[Schlafmaus], über das widerstreitende Gewissen in Form der dicken zwillinge usw.. Genauso die gegebenheiten, das sie immer wieder mal wächst oder schrumpft, wie im richtigen Leben wo ein kleines Kind keine allzugroße beständigkeit hat, bzw das Teekränzchen was in meinen Augen ein typisches kleinmädchenritual war.
Aber definitiv machen deine Ausführungen deutlich mehr Sinn ^^

Hatte mal auf einer Party gestern über Alice gesprochen da wurden mir mal komplett andere Theorien erklärt, vom totalen Drogenwirkungsfilm[speedhase, kiffermaus, DTM-Hase, Pilzherzogin usw] bis hin zur Britaniensatire[Autor macht sich unter zuhilfenahme eines "Kindermundes" über das britische Empire lustig] uvm...

6

Dienstag, 13. August 2013, 04:18

Hatte mal auf einer Party gestern über Alice gesprochen da wurden mir mal komplett andere Theorien erklärt, vom totalen Drogenwirkungsfilm[speedhase, kiffermaus, DTM-Hase, Pilzherzogin usw] bis hin zur Britaniensatire[Autor macht sich unter zuhilfenahme eines "Kindermundes" über das britische Empire lustig] uvm...

Die Drogentheorie ist seit den 60er bei den Beatniks weit verbreitet, da eben Dinge auftauchen (Pilze, Tränke mit verändernder Wirkung usw.) die diesen Schluss nahe legen, insbesondere wenn man das Buch liest während man selber auf LSD ist. Ein genialer Song von Jefferson Airplane hat sein übriges getan.
Man hat gemutmaßt das sogar Carroll unter Drogeneinfluss geschrieben habe, da einige Passagen des Buches an Wahrnehmung unter LSD, was es damals aber noch nicht gab, erinnern. Und irgendwelche Drogen zudem seine Art des intuitiven Schreibens unterstützt haben könnten.
Anhaltspunkte dafür gibt es allerdings gar keine, weder in Carrolls Tagebüchern, noch durch Zeitzeugen oder in der Matrix. Das er sich als Mathe-Dozent und zudem studierter Priester im vikorianischen England mit Drogen vollpumpt ist auch... nicht so naheliegend.

Politische Aussagen/Anspielungen sind vermutlich kaum in dem Buch, einfach weil sowas damals in der Form nicht opportun war. Gänzlich ausschliessen kann man es aber wohl auch nicht. Bis heute werden in dem Buch immer noch neue (oft extrem verschlüsselte) Anspielungen oder Rätsel entdeckt. Auf gewissen Leveln wird das Buch wohl aber.... auf immer eine Black Box bleiben... ... go ask alice i think she'll know.
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Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Beast« (13. August 2013, 04:48)


7

Sonntag, 25. August 2013, 05:24

Ach Beast, ich mag - was solls - gar liebe ich schon deine Beiträge! :D

Kann leider nur auf meine Schulzeit zurückgreifen und die ist lang her... 8|

Um es in deine Worte zu fassen, das Buch mag wohl in vielerlei Hinsicht eine Blackbox sein und auch bleiben - wie jedes Werk mit künstlerischem 'Status'. Soweit ich mich jedoch erinnere, entstand die Inspiration zu dem Buch bei irgendeinem Sommerausflug. Mit dabei war auch eine gewisse Alice, Tochter des Dekans der Christ Church, an welcher bereits vor ihm nahe Verwandte studierten..:love: Da man ihm auch hier nachsagt, er sei womöglich in sie oder ihre Schwester verliebt gewesen - weiss es nicht mehr so genau - kann man auch hier alles deuten! Mir wurde die Geschichte und deren Nachfolgeerzählung als Satire gelehrt im Hinblick auf die damalige Erziehung und "Formung" des Nachwuchses seines Heimatlandes - man bedenke 19. Jahrhundert. Da Meskalin, Laudanium oder sonstige Opiate zu dieser Zeit gerade in künstlerischen - wobei Laudanium auch bei den feinen Damen gern für einen wundersamem Augenaufschlag seinen Nutzen fand - Kreisen grossen Anklang erfuhr - Absinth hatte, glaube ich, das Inselreich noch nicht gänzlich übermannt *grins - ist es kein Wunder, dass in den 60ziger/70ziger Jahren, der 'Retrozeit' der 'bewusstseinsserweiternden gar -fördernden' Mittelchen, gern die von dir angebrachten 'Theorien' zur Nachfolge hatten. Im Hinblick auf seine Ahnen, nenne ich auch mal Weihrauch *lach Was Caroll betrifft, gibt es wohl keine Nachweise, aber warum sollte er nicht diesbezüglich Bezug nehmen auf andere Literaten - eben gerade auf Grund des satirischen Blickwinkels in seinen Werken.

Was die von Equi angesprochene Teeparty betrifft, sollte man jedoch dann bei den ganzen Interpretationen auch den Hintergrund der Teekultur des Königreichs der damaligen Zeit betrachten :D Bin sicher, die wurden bereits vor dem Buch vom damenhaften Nachwuchs 'nachgespielt'. Denn erst in Mitte des 18. Jahrhunderts gab es Teehäuser, welche auch der weiblichen Natur zugänglich waren. Vorher war alles nämlich den Männern vorbehalten. Doch mit der Weiblichkeit zog dann auch die Party ein in Form von Musik! Teaparty eben!

Letzlich alles Mutmaßungen von klugen oder weniger klugen Köpfen. Bin aber auch keine Literaturwissenschaftlerin ;(

Ps: studierter Priester oder nicht - Carroll schaffte es 'nur' zum Diakon :thumbsup: