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1

Donnerstag, 7. November 2013, 13:56

Mein privater Lieblingsbereich

Stapft hinein und knippst das Licht an.
Ach wie habe ich dich vermisst, aber jetzt bin ich wieder da. :love:
Ich mag diesen Bereich, warum ?
a) Weil man in ihm die besten Geschichten der Welt lesen kann.
b) Weil sich jeder Mühe gibt hier etwas zu schreiben, was aus ihm oder ihr entstanden ist.
c) Weil er von Kreativität und Kraft umgeben ist.
Zu meinen Bedauern stelle ich fest, dass er mehr und mehr verweist. Das geht gar nicht. :thumbdown:


Wenn ich ehrlich bin, auch ich bin mit Schuld und ließ diesen wunderbaren Ort allein. ;(
Denn ich legte die Feder nieder, aber ich gelobe Besserung. ^^
Und nichts ist besser geeignet, als der Beginn der kalte Jahreszeit. :whistling:
Auch ein Drache möchte, die ein oder ander Geschichte wieder lesen oder erzählen.
Deswegen besorge ich mir jetzt mein Buch, meine Kerze und meinen Kaffeebecher. ^^
Auch hoffe ich, dass sich wieder einige Schreiberlinge hier einfinden werden und auch ihre Texte zum Besten geben.
Um ein wenig Licht ^^ oder Schatten :evil: in die Herzen der Menschen zu bringen.

Ich werde im nächsten Post dazu nutzen die einzelnen Geschichten verlinken. Die ich hier entstehen lasse.
Auch das ein oder ander Gedicht wird sich darunter befinden.

Bei meinen Texten bleiben alle Pflichten und Rechte bei mir, also bitte anfragen, wenn ihr etwas nehmen wollt.
Genauso, wie es bei anderen Texten auch bei den Urhebern bleibt.
Ich werde mich bemühen Zitatregeln einzuhalten, wenn ich mich eines Gedanken bemächtige, der nicht impulsiv von mir stammt.
So das war der Rechtliche Teil. Den soll Drache bringen, damit es im nachhinein keinen Ärger gibt. :whistling:

Wie immer sind Kommentare erwünscht und gewollt. Sind aber keine Pflicht. ^^
Ihr könnt auch einfach euch zurücklehnen und genießen.
Ich hoffe, dass ich regelmäßig schreiben kann.
Ich werde mich bemühnen nicht zu große Zeitfenster entstehen zu lassen.
Auch dem ein oder anderen Ratschlag stehe ich gerne offen gegenüber.
Also die Finger gedehnt und losgetippt...
Auf ein freudiges Erwachen meines Lieblingsbereiches. :love:

Lieben Gruss Doramae
(\__/)
(Ȏ)(Ȏ)
((vv))
(♥◄►♥)
Das ist Kuni. Kuni ist total irre. Wenn du auch irre bist, ist Kuni dein Freund.Keine Weiterverbreitung ohne die schriftliche Einwilligung der Autorin :P
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2

Donnerstag, 7. November 2013, 13:58

Mein erster Schreiberling, der sich hier zu Wort meldet wird, ist niemand geringeres als der Mann großer Worte: Klaudius von der Hagen.
Er wurde von mir im Jahr 2001 erdacht und ausgestattet, aber erst hier und jetzt niedergeschrieben.
Bekannt dafür, kein Kind von Traurigkeit zu sein, möchte uns die Zeit ein wenig versüßen, indem er uns einen Einblick in sein Leben und Handeln gewährt.
Einen herzliches Willkommen und einen großzügigen Applaus für seinen erste Wortmeldung mit dem Titel:
Die Vortat (Teil 1 und Teil 2 wegen des Zeichenbeschränkungssatzes) ;) .
Sonderbare Rätselsteine
Über die Fest und Feiertage hat jeder von uns ein wenig frei. Ich benutzte meine Freizeit dafür um an der Geschichte weiter zu schreiben. Ich hoffe ihr seit auch alle gut und gesund im Jahr 2014 angekommen und damit gebe ich das Wort wieder an Klaudius von der Hagen zurück
Zimtzicke vs. Klette (Ich denke auch hier wiederTeil 1 und Teil 2)
Sommerzeit Ferienzeit: Sonne, Stand und gute Laune ^^ . Das gilt auch für mich und natürlich begleitete mich mal wieder meine kleine Tipptatur und so beschloss ich mal ein wenig weiter zu Fantasieren an der Geschichte. Die Gedanken sind frei, wie schonmal irgendjemand Großes schrieb und so gebe ich wieder mal das Wort an Klaudius von der Hagen.
Heimlichkeiten (Teil1, an Teil2 wird noch gedacht und an Teil 3gearbeitet) :whistling:
So lange musstet ihr warten auf einen neuen Teil von Klaudius. Doch jetzt ist er da und druckfrisch: Türen in der Dunkelheit Teil 1 Teil2 Viel Spass beim Lesen ^^
Auch hier mal wieder einen Text reinstellt vom Klaudius von der Hagen: Olli und bizarre Gebilde ^^

Vorbei -in memoriam Dumezil

Es ist der 24 Dezember passend dazu: Weihnachtszeit Ich wünsche allen Gondalbewohnern herrliche Feiertage im Kreise ihrer Familien, einen fleißigen Weihnachtsdrachen, ein wenig Entspannung und Freizeit ^^

Auch ich wollte am RP Wettbewerb 1/1/2 Jahremitmachen aber ich bin mal wieder nicht mit den Zeichen hingekomme. Deshalb veröffentliche ich hier meinen Text. ^^

Anlässlich zum Halloweenevent wollte ich mich Lumpen lassen und schrieb mal eine kleine Story. :whistling: Viel Spass wünsche ich euch mit: Stockfinstere Nacht - Drei Mädchen spielen Gläserrücken



Reisetagebuch eines Drachens


Falls interesse herrscht und das nehme ich mal an, die ersten neun Einträge sind hier nachzulesen und da ich lange nicht an der Story weiter geschrieben haben, veröffentliche ich denzehnten Eintrag des Reisetagebuchs eines Drachens jetzt hier, wenn ich in dieser Geschichte draufgehen sollte, was ich nicht
hoffe, aber doch befürchte, bleibt mein Geist trotzdem dem Gondal Forum erhalten. :P
(\__/)
(Ȏ)(Ȏ)
((vv))
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3

Donnerstag, 7. November 2013, 14:13

Ich bin immer noch hier Dora.
Und ich hab immer mal sauber gemacht.

Freue mich auf kommende Werke.
Von dir oder wem auch immer.

*Beine hoch legt, Kaffee schlürft*

PS:
Dora.. es ist ECHT gemein mitten in der Geschichte abzubrechen :evil:

Pps: Ich hasse offene Enden :evil:

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Kyara / Akascha« (10. November 2013, 11:24)


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4

Donnerstag, 7. November 2013, 14:56

Die Vortat (Teil 1)

(von Klaudius von der Hagen )


Früh am Morgen wurde ich zum Bürgermeister unserer kleinen Stadt berufen. Dieser tobte und war außer sich vor Zorn, als ich seinen Raum betrat. Immer wieder stampfte er mit seinem Fuß auf und meinte: „Das kann nicht wahr sein. Das gibt es doch nicht.“.
Eigentlich wollte ich mich nicht einmischen. Denn ich war, wie formuliere ich dies doch gleich ohne auf Missfallen zu stoßen? Nicht sehr angesehen bei ihm und Seinesgleichen. Warum? Das war auch so eine Sache, die ich lieber für mich behalte und hier nicht lang und breit erzählen will. Denn es könnte meinem noch bis dahin einwandfreiem Ruf in dieser Stadt schaden, wenn ihr versteht, was ich meine. Und ein paar kleine Geheimnisse müsst ihr auch jemanden wie mir zugestehen.
Ja, ihr seht auch ein schlechter Ruf verpflichtet - zur Verschwiegenheit. Denn alles, was ihr nicht von mir aus meinem eigenen Munde vernommen habt, glaubt lieber gleich gar nicht und hinterfragt es auch nicht. Es führt Euch zu nichts und dient allenfalls dazu Zeit zu verschwenden und das Gehirn zu verkorksen. Wahrscheinlich handelte es sich dabei nur um einen der zahlreichen Versuche meiner Neider ein wenig Aufmerksamkeit zu erheischen, indem sie meine Geschichte verdrehen oder mich in meiner Person verunglimpfend darstellen. Dies will ich nicht und das will ich Euch auch nicht zumuten meine lieben Freunde.

Mein Ruf zu jener Zeit war sehr schlecht. Wenn ich bei der Wahrheit bleibe, schickte der Bürgermeister auch nicht nach mir, sondern ich wurde in Ketten zu ihm geschliffen. Das ging leider nicht ohne Schmerzen meinerseits von Statten. Die Stadtgarde heute wie damals bekannt für ihre Brutalität gegenüber Gefangenen machte keinen Hehl daraus, dass sie von meiner Person im Großen und Ganzen nichts hielt. Die miesen Details, wie sie versuchten mich zu einem Schuldeingeständnis zu bringen, vernachlässige ich lieber. Sonst sitzen wir alle noch Morgen hier und sind immer noch nicht weiter in meine Geschichte vorgedrungen.

Was hätte ich nicht alles vorhaben können an jenem schönen Tag? Vielleicht die Kronjuwelen stehlen oder einem jungen Ding den Kopf verdrehen oder oder oder... Es gibt der Dinge so viele, womit sich ein wacher Geist, wie der Meinige, hätte beschäftigen können. Doch wie es das Schicksal nun einmal wollte, befand ich mich im Rathaus der kleinen Stadt und wurde dem Bürgermeister vorgeführt. Den Bürgermeister einer Stadt erkennt das geübte Auge immer schnell. Er trägt einen zerknautschten Hut mit Feder auf dem Kopf und diese dicke, schwere, meist goldene Bürgermeisterkette der Stadt hängt um seinem Hals. In sie brannte die Stadt ihr Wappen ein, welches den Träger der Kette als Bürgermeister auswies und welches zum Besiegeln von Verträgen gebraucht wurde. Wie auch in vielen anderen Städte, die ich schon besuchte, sind die Bürgermeister immer vom gleichen Menschenschlag. In dieser Stadt war es nicht anders. Er trug einen blauschwarz gefärbten Gehrock und seine graue Perücke, die seine Glatze verdeckte und diese war gelinde gesagt ein wenig verrückt. Wahrscheinlich war es gut, dass er kein wirklich echtes Haar darunter besaß, sonst hätte er es sich dieses bestimmt in seinem Tobsuchtsanfall ausgerissen. Um seinen Hals baumelte die beschriebene Kette, welche zu seinem hohen Amt gehörte. Nur diesmal handelte es sich um das Symbol eines Welses, der dem Wappen der kleinen Stadt entsprach.

Oh, ich habe mich ja noch nicht bei Euch vorgestellt, ich Schussel, verzeiht: Mein Name ist Klaudius von der Hagen und ich bin... Na ja, was ich bin, werdet ihr schon noch früh genug erfahren. Also, zurück zu meiner Geschichte.

Der Bürgermeister war wegen irgendwas oder irgendwem wütend. So genau konnte ich das jetzt noch nicht sagen und ich würde zu viel vorwegnehmen, wenn ich mich auf Spekulationen einließe, die nichts bringen und zu nichts führen. Jedoch eins wusste ich genau: Ich konnte es nicht sein, auf den er wütend war. Denn ich stand gerade mal eine Minute vor ihm... in Ketten und sah gelinde ausgedrückt... erbärmlich aus... geradezu Mitleid erregend. Meine Lederstiefel waren mir weggenommen worden, so dass sich jetzt mein großer Zeh durch den rechten Strumpf bohrte. Auch das Hemd, die Leinenhose und mein lederner Überrock sahen nicht mehr ganz so sauber aus und ein wenig zerknautscht von der einen Nacht, die ich im Kecker der Stadt zubrachte. Das Stroh sollten sie meines Erachtens nach unbedingt auswechseln. Des Weiteren fehlten mir mein Florett und mein schnittiger Hut mit der wunderschönen Fasanenfeder. So könnt ihr euch meine Schmach vorstellen, als ich in solch einem unvollkommenen Aufzug vor dem Bürgermeister der Stadt stand.

Trotzdem erlaubte ich mir, mich in dieser Situation zu räuspern. Was sich später im Rückblick auf diese Situation wohl als fataler Fehler meinerseits herausstellte. Denn er erblickte mich... nicht irgendwie... Seine Augen starten zu mir aus düsteren Höhlen hinüber. Sie wichen nicht eine Sekunde von mir ab. Kennt ihr das Gefühl, ertappt zu sein? Oder die Vorahnung beschleicht Euch, dass gleich etwas Fürchterliches in eurem Leben passieren wird oder über euch hereinbricht? So war es auch bei mir, als der Bürgermeister mit festen Schritt auf mich zu stapfte und mir seinen üppigen Wurstfinger in den Magen bohrte.
„Du wirst auf eine Reise gehen.“, teilte er mir unverblümt mit. Er sagte dies so überzeugend, dass ich nicht wagte einige Einwände, die ich normalerweise immer parat hatte um mich abzusichern, hervor zu bringen gedachte.

Meine Überlegungen liefen in etwa in diese Richtung: „ Reise schön und gut. Aber wieso ich? Warum hatte er ausgerechnet mich dazu auserkoren für ihn eine Reise zu unternehmen.“ Kurzum: Mir gefiel es in dieser Stadt sehr. Ich hatte mich gerade so richtig eingelebt. Hier und da ein paar Kontakte geschlossen, und wollte diese Stadt eigentlich noch nicht verlassen.
„Na ja, wenn ihr mich so sehr darum bittet, kann ich wohl kaum nein sagen.“, warf ich ein.
Wieder so eine dumme Antwort, für die ich mich später selbst Ohrfeigen würde, wenn sich dafür die passende Zeit und der richtige Ort fand.
„Das war keine Bitte, sondern ein Befehl!“, fuhr er mich an.
Ich blieb ziemlich unbeeindruckt von seinen doch sehr harsch geäußerten Worten mir gegenüber. Was konnte mir denn schon passieren? Ich stand in Ketten vor ihm. Mehr als einige Tage ins Loch zu müssen, konnte er nicht bewirken. Denn mehr hatte ich in dieser Stadt noch nicht verbrochen. Oder war es vielleicht möglich, dass meine Schandtaten... Nein, dieser Gedanke war absolut nicht möglich und völlig absurd. Ich schob ihn sogleich wieder von mir fort.

Aus irgendeinen mir unverständlichen Grund schien er meine Gedanken zu erraten. Wahrscheinlich hatte ich während des Denkens mit meiner Mimik und Gestik gesprochen, ohne es mitzubekommen. Dies passiert mir meist, wenn ich mit einem inneren Konflikt zu kämpfen hatte. Das Herz sagt ja, aber der Verstand sagt Nein, oder war es der umgekehrte Fall. Ihr wisst schon, was ich meine. „Diesmal werden es nicht nur ein paar Tage sein.“ Er deutete auf eine Schriftrolle auf seinem Schreibtisch. „Du wirst des Hochverrats bezichtigt. Darauf steht: Erhängen mit dem Strang.“
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Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Doramae« (20. Dezember 2014, 20:24)


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5

Donnerstag, 7. November 2013, 14:58

Die Vortat (Teil 2)

(von Klaudius von der Hagen )


Moment... dazu sollte ich jetzt vielleicht doch ein wenig Ausholen und die Hintergründe erklären: Warum ich mich in dieser Misere befand. Besser gesagt: Warum ich des Hochverrats vom Bürgermeister bezichtigt wurde.

Alles begann in der Nacht vor heute - also gestern Abend. Da bin ich, wie soll ich das jetzt am Besten sagen, ohne ein schlechtes Licht auf mich und meine Person zu werfen: In ein Zimmer eingestiegen mit Hilfe einer Leiter. Es war nicht irgendein Zimmer in dieser Stadt. Es war das Zimmer der Contessa Lockard. Denn sie nächtigte einige Tage im Gasthaus: „Zum goldenen Hirsch“ der Stadt. Bevor sie wieder nach Hause zu ihrem Landgut aufbrechen wollte. Nebenbei besuchte sie die ein oder gar andere Tanzveranstaltung der kleinen Stadt. Auf einer von diesen langweilig, zelebrierten Veranstaltungen schloss ich sogar Bekanntschaft mit ihr. Wir plauderten sehr angenehm über das Wetter und den allgemeinen Klatsch und Tratsch, der selbst am Hofe des Königs bekannt war. Sie brachte, dass muss ich neidlos anerkennen, ein wenig Großstadtflair in diese kleine, verschlafene Stadt. Ich denke hauptsächlich deswegen wurde sie immer gerne als Gast gesehen. Die meisten Menschen würden eine solche Veranstaltung bestimmt ziemlich langweilig und öde finden. Doch mir gab es die Gelegenheit die Contessa Lockard zu studieren und ihre Gepflogenheiten auszukundschaften. Vielleicht findet der ein oder andere Zuhörer dieses Vorgehen nicht sehr Ehrenhaft oder gar Tugendhaft, aber ich kann Euch versichern ich bin der Contessa nicht zu Nahe getreten in keinster Art und Weise. Sie erzählte mir alles von sich aus bei einem Tanz den wir beschritten. Auch ihren Begleiterinnen, die sich um sie scharten, als wäre sie die Bienenkönigin im Bienenstock, erzählte sie eine Menge. Ihr Redefluss war ungebrochen und übertönte sogar einstweilen die Musik. Ich musste mich nur richtig zu ihr positionieren und einfach alles mitschreiben, wenn sie über sich und ihre Pläne in der kleinen Stadt sprach.

Nein. Es war kein Zufall, dass ich mir ihr Zimmerchen für meinen nächtlichen Ausflug aussuchte. Die pure Absicht führte mich in ihr Zimmer. Denn ich wollte etwas Wertvolles von ihr stehlen. Leider ist die Gute nicht nur taub, sondern auch fast blind, weswegen sie ein Monokel auf ihrem Nachtisch zu liegen hat, durch das sie die Welt betrachtet.
Aber wie heißt es so schön: Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn, und was soll ich euch erzählen: Sie fand mich. Natürlich hielt sie mich nicht für mich, sondern für ihren Liebhaber Auguste. Bemitleidenswerter Typ, wenn ihr mich fragt, muss durch das Fenster steigen im Dunkel der Nacht um in den Armen seiner tauben und fast blinden Geliebten versinken zu können. Aufgrund dieser Verwechslung zog sie mich in ihr dunkles Zimmerchen hinein. Jetzt könntet ihr sagen selber Schuld, warum steigt er auch zur Nachtzeit in das Zimmer einer Lady ein. Ob ich wollte oder nicht: Ich konnte mich nicht Erwehren. Denn mein ganzes Gesicht wurde mit Küssen übersät und ein paar geschickte kleine Hände machten sich an meiner Hose zu schaffen. „Ich will dich jetzt und hier.“, flüsterte mir die Contessa ins Ohr. Sollte ich ihr wirklich den Spaß verderben und mich zu erkennen geben?

Doch leider machte mir das verfluchte Schicksal einen Strich durch die Rechnung. Denn im nächsten Moment wurde die Tür des Zimmers aufgerissen und zwei Bewaffnete stürmten auf mich zu. Ich wurde zu Boden gerissen. Mein Hemd wurde zerknittert. Ein paar unsanfte Tritte bekam ich auch zu spüren und zu guter Letzt klickten um meine Handgelenke ein paar feine eiserne Handschellen. Als Nächstes wurde das Licht angemacht und die Contessa schrie auf: „Es ist weg.“ Bevor sie aufstöhnte und in Ohnmacht fiel, als sie mich erkannte, und ich so gar nicht Auguste glich.
So schön hätte es mit uns enden können. Nichts desto trotz zerrten mich die beiden Gorillas aus dem Raum. Vorher durfte ich, dem Himmel sei Dank, sogar wieder meine Hose hochziehen. Denn es wäre wohl nicht vermessen, wenn ich behauptete: Draußen war es ziemlich kühl um diese Jahreszeit. Dann warfen sie mich in den Kerker. Nachdem sie sich meiner Geldbörse bemächtigten und andere Besitztümer aneigneten, welche ich schon oben in meiner Geschichte erwähnte. Keiner stellte mir Fragen oder versuchte herauszufinden, was ich mit dem nächtlichen Besuch im Zimmer der Contessa beabsichtigte und bereits am nächsten Morgen stand ich vor dem Bürgermeister und wurde des Hochverrats angeklagt.

Nun hätte ich erwidern können, dass dies alles nicht stimmte und ich unschuldig sei, aber zuerst müsste ich erfahren, was genau mir denn eigentlich vorgeworfen wurde. Ich legte wohl ein ziemlich niedergeschlagenes Gesicht an den Tag, als ich stotterte: „H..hoch...verrat!?“ Dieses Wort wollte gar nicht über meine Lippen kommen,so absurd klang es für mich. Vielleicht piepste meine Stimme auch ein wenig. So genau kann ich mich nicht mehr entsinnen.
„Ja. Die Contessa Lockard beschuldigt Euch, ihr wertvolles Amulett gestohlen zu haben. Da sie ein angesehenes Mitglied der königlichen Familie repräsentiert und dieses Amulett ein Geschenk des Königs an die Contessa darstellt, wird der Diebstahl mit Hochverrat geahndet.“ Das alles geschah also wegen einer blöden Kette? Das konnte nicht ernst gemeint sein? Ich wusste, dass das Ding einiges an Wert besaß. Ich selbst wollte es letzte Nacht in meinen Besitz bringen. Aber das dieses Amulett gleich so abgesichert war, wollte nicht so recht in meinen Schädel hinein.

Bei dem Diebstahl kam mir irgend jemand zuvor, stellte ich mit zunehmenden Unbehagen für mich selbst fest: Und wenn es eins gab, was ich hasste, war es die Tatsache, wenn jemand meine Sachen, ähm...ich meine... die Sachen, die ich stehlen wollte, vor mir stibitzte. Da kannte ich kein Erbarmen und keine Gnade. Solch ein schäbiges Verbrechen musste gesühnt werden. Deswegen teilte ich dem Bürgermeister unverzüglich mit: „Ich soll eine Reise für Euch unternehmen? Ich bin Euer Mann. Verfügt über mich! Worum geht es denn?“ Und nebenher würde ich noch die ein oder andere offene Rechnung begleichen, aber das interessierte den Bürgermeister bestimmt nicht, also erwähnte ich es ihm gegenüber auch nicht. Denn einer meiner Grundsätze lautet: Verschwiegenheit bis in den Tod. Alle meine hochgeschätzten Mandanten wussten dies. Es war sozusagen eine stille Übereinkunft, die nichts mit der eigentlichen Sache im Geringsten zu tun hatte, deswegen keine Erwähnung fand. Aber Ihr, meine lieben Freunde, werdet noch hören, wie ernst mich diese Angelegenheit noch beschäftigen würde.

„Gut. Gut. Das klingt ausgezeichnet in meinen Ohren. Nehmt ihm die Ketten ab! Und gebt ihm seine Sachen zurück. Wir haben etwas zu bereden.“ Dies war der Zeitpunkt eines Stimmungswechsel beim Bürgermeister. Augenblicklich entspannte sich seine Gesichtszüge. Nun tat er so, als wären wir die dicksten Freunde und würden uns schon von Kindesbeinen an kennen... Richtig unheimlich, wenn ihr mich fragt... Er vergaß auch nicht mir freundschaftlich einen Arm über die Schulter zu werfen, der mich ein wenig einsacken ließ. Denn ihr müsst wissen der Bürgermeister war ein recht kräftig gebauter Mann. Demzufolge wog sein Arm auch einiges an Gewicht. Mich beschlich das Gefühl , dass er genau wusste mit wem er sich da einließ, mit Klaudius von der Hagen, dem Trinker. Ja, ja ich gebe zu, das ist keine gute Überleitung... aber nun mal eine Tatsache...die ich, so leid es mir tut, und zum großen Bedauern nicht ablegen kann. Der Wein wirkt auf mich, wie eine schöne Frau. Sein Charme umspielt mich. Sein Geruch berauscht mich. Sein Genuss bringt mich um den Verstand und wenn ich aufwache, sieht die ganze Welt verklärt aus oder das Böse erwachen... ihr wisst schon was ich meine, ein Gentleman schweigt und verschwindet... Außerdem gebührt es dem Anstand, gute Geschäfte mit einem Becher Wein zu besiegeln oder auch zwei oder drei... Lassen wir das...

Der Bürgermeister, ein Mann von Welt, bot mir nachdem ich mich wieder meinem Eigentum bemächtigte, einen Schoppen Rotwein an und dann zeigte er mir sechs Rätselsteine, welche auf seinem Tisch lagen. Ich schaute ihn missmutig an. Das konnte nicht sein ernst sein. Er wollte sich nicht mit mir hinsetzen und rätseln. Nein, das wollte er nicht. Denn genau das sollte ich für ihn tun. Die Steine waren von komischer Gestalt einige waren abgerundet... andere eckig doch jeder von ihnen enthielt einen Hinweis auf ...
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Doramae« (20. Dezember 2014, 20:27)


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6

Samstag, 9. November 2013, 19:50

Dora.. es ist ECHT gemein mitten in der Geschichte abzubrechen :evil:

8| Das was du Mitte nennst, nenne ich offenes Ende, meine Liebe :P
Es kann weitergedacht werden. :thumbsup:
Aber mal sehen, ob sich Klaudius von Hagen noch mal zu Wort meldet. :whistling:
Ich stehe dem durchaus optimistisch gegenüber... ;)

Lieben Gruss Doramae
(\__/)
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Dienstag, 17. Dezember 2013, 19:34

Sonderbare Rätselsteine

(von Klaudius von der Hagen )


Ja auf was eigentlich? Eine Weile besah ich mir diese komischen Dinger von allen Seiten. Denn mit den Rätseln war dies so eine Sache. Früher als Kind rätselte ich viel zu Hause. Besonders beliebt zu meiner Zeit waren Finderätsel:

Mich gab es nie.
Mich wird es immer geben.
Niemand sah mich je, noch wird mich jemals jemand sehen,
und doch vertrauen alle auf mich, die in dieser nüchternen Halle leben und atmen.


Die richtige Antwort ist: Der Morgen. Ihr hättet das doch sicher auch gewusst oder?

Doch jetzt war ich dem zarten Kindesalter entwachsen und solche Kindereien interessierten mich wirklich nicht mehr. Ich sinnierte über mein Weinglas, welchen Sinn diese Rätselsteine vor mir verbargen und es beschlich mich das ungute Gefühl in der Magengegend, dass der Bürgermeister dies schon den gesamten Morgen probierte und dabei immer noch nicht zu einer brauchbaren Lösung gelangt war. Außer mir diese kniffelige Aufgabe zu übergeben, und mich nun dabei zu beobachten, wie ich mir das Hirn darüber zermarterte. Ich drehte zwei der seltsamen Steine in meinen Fingern, während ich überlegte, wie ich dem Bürgermeister, so schonend wie irgend möglich beibrachte, dass ich nicht der richtige Mann für diese Art von geistiger Tätigkeit sei und mein Geschick eher im Groben, wenn nicht sogar Offensichtlichen lag.

Einem guten Fechtkampf war ich niemals abgeneigt -noch dazu... wenn es um die Ehre einer Dame oder gar dem eigenen Ruhm ging. Da könnt ihr jedem fragen. Auch wenn ich zuweilen versucht bin, solche Streitigkeit ohne den Einsatz meines Degens zu klären. Denn meist endet dies in einem absurden Blutbad oder einem großem Tumult, aus welchem ich mich dann meist versuche mich unbehelligt zurückziehen. Meine Gegnern raunen sich hinter der Hand meinem Spitznamen zu: „Das war wieder die unsichtbare Hand.“ Natürlich versuche ich immer solchen Namen zu entkommen. Doch kommen die Leute erst mal ins Reden über einen, wollen sie demjenigen auch den richtigen Spitznamen verpassen. Wer hört schon gerne Geschichten, die von normalen Menschen handeln? Niemand.

Des Weiteren fiel mir gerade ein, dass wir noch überhaupt nicht über den Preis gesprochen hatten, welchen der Einsatz meiner gut behüteten Künste vom Bürgermeister verlangen würde. Alles was ich bisher wusste, war, dass ich auf eine Reise geschickt werden sollte mit ungewissem Ziel und Ausgang. Was dieses Unternehmen kostete, und wer am Ende meine Ausgaben beglich, wurde ebenfalls noch nicht geklärt. So räusperte ich mich und wollte gerade zu sprechen anfangen, als die beiden Steine in meiner Hand klickten und ineinander rasteten. Verstört sah ich mich im Raum um. Der Bürgermeister hob sein Glas und prostete mir zu: „Ich wusste es. Ihr schafft, dass was keiner schafft. Nur weiter so!“

Das war doch nicht zu fassen. Jetzt feuerte dieser dicke eingebildete Bürgermeister mich auch noch an, tiefer konnte ich gar nicht mehr sinken. Hoffnung keimte in mir auf... Auch wenn es eine dunkle Hoffnung war: Was bei zwei der Steinen funktionierte, müsste nicht unbedingt auch beim Dritten funktionieren. „Üben sie sich lieber in Zurückhaltung!“, gab ich meine Einwände zu bedenken.
Doch ich irrte mich vollkommen, was ich zu meiner Schande gestehen musste. Nach dem Dritten folgte der Vierte und danach der Fünfte und nach einer halben Stunde war auch das sechste Rätselstein an seinem Platz und fröhlich rasteten sie mit einem Klicken alle an ihrem vorgesehenen Platz ein.

Unter den freudigen Ausrufen des Bürgermeisters setzte ich stückchenweise eine Steinkarte zusammen. Auf der eigenartige Symbole zum Vorschein kamen: Ein Vogel - ein weites Tor - eine Wolke- ein Baum waren zu erkennen... oder so ähnlich... Na toll, noch ein dämliches Rätsel, als hätte ich mit dem Ersten nicht schon genug Zeit verschwendet und wieder mal unter Beweis gestellt, dass nur der Zufall mein Schicksal leitete. Doch was wollten diese Symbole mir erzählen? Ich blickte auf sie hinab. Diese Steine sollten mir also mein Schicksal weisen, oder besser gesagt: Mir den Kopf, und damit verbunden mein unwürdiges Dasein, retten.
„Also sprecht zu mir!“, murmelte ich flehend vor mich hin.

Wie durch ein Wunder taten sie das. Denn die Bilder begannen sich zu bewegen und eine längst vergessene Geschichte zu erzählen, der ich gespannt lauschte.
...Es trug sich zu als die Vögel noch nach Süden zogen. Das sich das Tor im Osten weit öffnete. Durch dieses Tor flog eine einzelne Wolke Schnee, die nichts besseres zu tun hatte, als diesen Schnee über das gesamte Land zu bringen. Diese Wolke führte verdammt viel Schnee... und ich rede hier nicht von einer Tonne, eher so von zwanzig Tonnen oder so ... mit sich. Dadurch verloren alle Bäume im Immergrünen Tal die Blätter bis auf Einen. Dieser besaß feine Nadeln anstatt der Blätter, so dass der Schnee an ihnen abperlte. Während der Schnee die Bäume mit Blätter ihrer Pracht beraubte, wurde dieser Baum von Tag zu Tag schöner und leuchtete mit seinem immergrünen Kleid in dem Wäldchen. Wenn ein Mensch dem Leuchten gewahr wurde beseelte sich dessen Herz mit Heiterkeit und Freude. Auch erzählt man das der Baum dem Menschen,der ihn entdeckte einen seiner sehnsüchtigen Wünsche erfüllten könne...
Die Rätselsteine glühten kurz auf. Dann brachen sie mit einem lauten Knacken auseinander und verwandelten sich somit wieder in ihre frühere Gestalt zurück. Sechs Rätselsteine, von denen Einige rund Andere eckig waren...

„Ich will diesen Baum.“, stieß der Bürgermeister hervor. Irgendwie hätte ich es ahnen können, dass sich das Ganze zur Mission Impossible entwickelte. Der Bürgermeister nahm doch nicht wirklich an, dass ich in den Wald ging, und nur auf Grundlage einer Geschichte, die irgendwelche Rätselsteine erzählten, einen Baum suchen würde, der immergrün war und vermutlich Wünsche erfüllte. Was ging bloß in seinem kranken Kopf vor? Es war kalt um diese Jahreszeit und ich bin nun mal von Hause aus ein Stadtcharakter und kein Waldläufer. Sollte er sich doch einen von denen suchen. Doch wie sollte ich dem Bürgermeister überzeugen, dass ich für diese Art von Arbeit weder geeignet noch im Geringsten eine Ahnung von Pflanzen besaß ... Schon gar nicht von Bäumen... Vermutlich würde ich ihm einen Baum aus dem Wald bringen können, aber höchst wahrscheinlich nicht, den welchen er von mir erwartete. Denn Baum war für mich Baum ...egal welche Namen sie trugen. Sie unterschieden sich nur in Form und Größe für mich und das war auch meine gesamte Weisheit über Bäume... Und mit dem spärlichen Wissen sollte ich mich auf die Suche begeben?... eine Reise antreten?... diese fast sichere, heimelige Stadt verlassen, welche in der Kürze der Zeit, in der ich in ihr verweilte, mir sehr ans Herz gewachsen ist?... um aus den Tiefen des Waldes einen Baum für den Bürgermeister zu besorgen? Mal ehrlich, ganz unter uns: Wie verrückt müsste ich sein, würde ich diesen Plan wirklich in die Tat umsetzen wollen?...
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Doramae« (20. Dezember 2014, 20:29)


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Donnerstag, 2. Januar 2014, 13:27

Zimtzicke vs. Klette (Teil 1)

(von Klaudius von der Hagen )


Was soll ich euch erzählen. Ich bin verrückt genug gewesen, meinen Hals aus der Schlinge zu ziehen. Da ich bereits vorher im Verlauf des Gespräches mit dem Bürgermeister einwilligte, diese Reise anzutreten, konnte ich jetzt, Wohl oder Übel nicht mehr zurücktreten. So nickte ich nur, als der Bürgermeister seinen Wunsch äußerte, und fügte mich in mein mir bevorstehendes Schicksal: „Und der Hochverrat?“, fragte ich Kleinlaut. Denn mir schien das jetzt der geeignete Zeitpunkt zu sein. „Ist aufgehoben. Solange ihr in meinen Auftrag handelt, steht ihr nicht mehr unter den Verdacht des Hochverrat. Ihr könnt euch frei in der ganzen Stadt und auch außerhalb bewegen.“ -
„Also ich kann gehen, wohin ich will?“. Ich fragte lieber noch einmal genau nach. Denn ich wollte wissen, woran ich in dieser verfahrenen Situation dran war. „Ich behalte die Anschuldigungen für mich bis ihr mir den Baum gebracht habt und dann verbrenne ich sie in den Flammen und ihr seit ein freier Mann.“,erwiderte der Bürgermeister. „Sind wir im Geschäft?“ - „Deal.“ Ich schlug in die Hand ein, die er mir reichte. Denn was blieb mir anderes übrig. Und es dauerte keine zwei Minuten, da stand ich bereits als fast freier Mann auf den Stufen der Rathaustreppe.

Mein Leben verlief wieder in seinen gewohnten Bahnen. Ich atmete gerade die frische Luft der Freiheit ein und überlegte, was ich wohl als Nächstes unternehmen könnte, denn mir war nicht bang um die Erfüllung meines Auftrags, dessen Erfüllung weder an eine Zeit geknüpft worden war, noch an sonstige Bedingungen, die meine Handlungsweise einschränken könnten. Lediglich das Objekt der Unternehmung stand fest. Bis der Griff eines Regenschirms sich um meinen Hals legte - am anderen Ende hing die Dienerin der Contessa Lockard. Ein altertümliches Schrapnell, der Prototyp der Frau, die in ihrer Jugend keinen abbekommen hatte, und ihre ganze Liebe und Zuneigung in die Aufzucht der ihr anvertrauten Schützlinge steckte. Diese Frau zog nun kräftig am Schirm, so dass ich mich bald darauf, auf dem Boden vor der Treppe wiederfand, die ich wohl, ausgelöst durch den nicht sehr zögerlich eingesetzten Ruck, hinunterstürzte, mit einem besohlten Fuß - mit Absatz wohlgemerkt - der Contessa auf meiner Brust, der mich am Aufstehen hinderte.

„Das kann doch alles nicht wahr sein“, stieß ich ätzend hervor. Denn der Fuß hinderte mich daran richtig Luft holen zu können. „Ich bin auch hocherfreut, sie wieder zutreffen“, meinte die Contessa zu mir und versetzte mir sogleich einen Tritt in die Magengegend, welcher mich aufschreien ließ, so dass ich mich ein wenig krümmte. Doch ihr Fuß blieb auf meiner Brust haften. Mich beschlich ein ungutes Gefühl, verspürte die Contessa wirkliche Sehnsucht nach mir?
Dem war leider nicht so, wie ich bald wieder am eigenen Leibe feststellen konnte. Trotzdem antwortete ich höflich, so weit es der Luftmangel zuließ: „Es freut mich. Sie wohl, auf und munter zu sehen.“

Ziemlich schmerzhaft, indem sie mich mit Tritten in den Unterleib drangsalierte, gab sie mir zu verstehen, dass sie ihr Amulett wieder wollte und zwar von mir. Könnt ihr euch das vorstellen? Wo sollte ich einen solchen Klunker auf die Schnelle nur herzaubern? Als sie kurz inne hielt mit ihren Tritten und ich ein wenig zu Atem kam, teilte ich ihr mit: „Ich kann mir Euer Amulett nicht aus den Rippen schneiden.“ Stellt euch nur vor, was die Contessa mir antwortet: „Das ist gar keine schlechte Idee.“ Dieser eine Satz von ihr ließ mir das Blut in den Adern gefrieren, wie konnte ein so liebliches Gesicht - nur einer so durch und durch kaltblütigen Frau gehören. Panik stieg in mir hoch. Sie würde doch wohl nicht ein Messer zücken und mich von oben bis unten filetierten. Brüskiert rief ich: „Ihr werdet doch auf offener Straße keinen Mord begehen? Noch dazu vor dem Rathausgebäude.“ Ich versuchte es mit einem hilflosen Lächeln bei ihr. Doch mein Charme schien keinerlei Wirkung zu zeigen. Vielleicht winselte ich auch ein wenig und flehte um mein Leben. So genau kann ich mich nicht mehr entsinnen.

Wenn es nicht anders geht. Was war nur in diese Frau gefahren, hing sie mir in der letzten Nacht nicht noch an der Hose, und jetzt trat sie mich beinah zu Tode mit ihren kleinen Füßchen.
Zwischen zwei Tritten stieß ich hervor: „Aber dann erfahrt ihr nicht, wo das Amulett ist.“
Plötzlich hörten die gezielten Tritte auf meine Bauchmuskeln auf und diese konnten sich entspannen.

Im nachhinein betrachtet, hätte ich mich einfach an die Wahrheit halten sollen und mich von meinem Leben auf der Stelle verabschieden können. Immerhin besaß die Lady alles Recht dazu mich Öffentlich hinrichten zu lassen. Doch wie ihr sicherlich schon bemerkt habt, hing ich sehr an meinem Leben und wollte nichts unversucht lassen, um es zu bewahren und noch ein klein wenig länger auf diesem Erdball unter den Lebenden zu wandeln.

Ein Lächeln zog über ihr Gesicht. Jedoch erreichte es ihre Augen nicht. Zu Hilfe, ich begann mich vor der Contessa Lockard zu fürchten und mir schwante Übles. Kennt ihr den Moment auch, wenn alles am seidenen Faden hing und das Herz fast aussetzt vor Anspannung auf eine Entscheidung? Genau so einen Moment durchlebte ich in dieser Situation. Ich fand, es gab nichts Schlimmeres auf der Welt, als eine Frau, die versucht, sich mit Brutalität durchzusetzen. Denn meist waren diese Frauen blutrünstiger, als die meisten Männer es je sein könnten und kannten keine Gnade.
Schon gar nicht mit einem Mann, der völlig wehrlos am Boden lag und keinerlei Gegenwehr zeigte.

Sie beugte sich über ihren Fuß zu mir hinab.
„Ihr könnt mir sagen, wo es ist?“
Unwillkürlich mit dem Klang dieser Worte entspannte sich mein ganzer geschundener Körper. Ich spürte, dass ich Aufwind bekam. Mit meiner Hand schob ich ihren Fuß beiseite und richtete mich sitzend auf. Ich verlieh meiner Stimme Festigkeit: „ Ja. Das könnte ich Euch sagen, sofern...“ -
„Sofern?...“ Ich ließ mir Zeit mit der Antwort. Richtete mich zur vollen Größe vor ihr auf. Klopfte mir den Straßenstaub von den Sachen ab und dann sagte ich zu ihr: „Sofern ich es selber in Erfahrung gebracht habe. Ich empfehle mich, den Damen.“ Ich vollführte die Andeutung einer Verbeugung, obwohl mir jeder Knochen in meinem Brustkorb und mein Bauchfell weh tat und verschwand hinter der nächsten Ecke. Contessa Lockard sah mir unverhohlen nach. Während ihre Dienerin ihr zuflüsterte: „Warum habt ihr ihn ziehen lassen?“Ich hätte zu gerne noch die Antwort abgewartet. Doch hinter der Ecke, welche ich mir zur Flucht vor der Contessa Lockard aussuchte, wartete schon die nächste Überraschung auf mich. Jemand schlich sich von hinten an mich heran und schwupps hielten zwei kleine, schmale Hände meine Augen zu und eine liebliche Stimme fragte: „Wer bin ich?“
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Donnerstag, 2. Januar 2014, 13:41

Zimtzicke vs. Klette (Teil 2)

(von Klaudius von der Hagen )


„Wer bin ich?“, fragte dieses klebrig, honigsüße Stimmchen noch einmal.
Diese Stimme konnte niemanden Anderem gehören als der größten Nervensäge auf diesem Planeten: Vanessa. Deswegen fiel meine Begrüßung auch eher unfreundlich aus:
„Hab ich dich nicht bereits in der letzten Stadt im Fluss versenkt?“ -
„Das war auch nicht sehr freundlich von dir. Aber sei unbesorgt. Ich konnte mich aus dem Fass befreien, in welches du mich locktest und jetzt bin ich hier. Was hast du vor?“ -
„Mit dir? Nichts. Schieb ab du nervst!“ Ich befreite mich von ihren Händen und stapfte missmutig die Straße entlang. Frauen! Ist man der Einen um Haaresbreite entkommen, wartet schon die Nächste...

Die Geschichte zwischen mir und Vanessa ist eigentlich keine Geschichte. Denn es gibt keine Geschichte, die mich und Vanessa verbindet. Das Band, welches uns zufällig immer wieder zusammentreffen lässt, beruht viel mehr auf einem Missverständnis ihrerseits und einem zu späten Aufklärens meinerseits, weswegen ich die Klette immer am Hals habe, sobald ich nicht aufpasse, meine Schritte in die zu ihr entgegengesetzte Richtung zu lenken.
Nun war ich aber auf der Flucht vor der Contessa Lockard und konnte mich nicht mit solch Kleinigkeiten beschäftigen wie, wo steckt Vanessa? Lauert sie mir gerade wieder auf? Welchen Weg sollte ich benutzen, um ihr nicht in die Hände zu fallen? und so weiter und sofort... Ihr seht mein Leben ist um es gelinde auszudrücken... ein wenig kompliziert, nicht nur in dieser Jahreszeit, sondern auch in allen anderen Jahreszeiten. Also kurzum: Ich war nicht erpicht darauf, Vanessa wieder zu treffen.

Die Eigenschaft, die sie am Besten beschreibt, ist die eines Magneten mit umgedrehten Pol. Genau. Sie stößt mich ab. Oder besser gesagt, sie stößt mir auf. Vom Äußeren gleicht sie einer typisch rassigen Rothaarigen - grüne Augen mit heller Haut und Sommersprossen. Sie besitzt das niedlichste und unschuldigste Gesicht auf der mir bekannten, ganzen, weiten Welt. Dazu hat sie noch diese hohen geformten Wangenknochen bekommen, die jeden Mann dahinschmelzen lassen, wenn sie sich leicht röten. Ihr Mund geformt zu einem perfekten Kussmund. Auch das Schönheitsmal über der Lippe fehlt nicht... Ätzend, wenn Mutter Natur sämtliche Schönheitsgaben an eine und dieselbe Person verteilt. Dazu kommt noch, dass sie naiv ist, und alles was ich ihr erzähle für wahr hält... also im groben Sinne die perfekte Frau...aber nicht für mich. Schon des öfteren versuchte ich dies klar zu stellen, aber vergebliche Liebesmühe. Nicht mal ein verschlossenes Fass, welches eigentlich jetzt mit ihr darin auf einer Südseekreuzfahrt unterwegs sein sollte, hinderte sie daran mich zu suchen, zu finden, und sich an mich zu hängen.
Sie denkt doch tatsächlich, hinter meiner natürlichen Abneigung ihr gegenüber verberge ich nur mein wahren Gefühle für sie. Völliger Blödsinn, wenn ihr mich fragt. Das passiert im Übrigen, wenn Frauen versuchen zwischen den Zeilen zu lesen, was Mann nicht ausdrücken will und auch nicht in Zukunft ausdrücken wollte. Doch diesen Schwachsinn redet sie sich ein und glaubte fest daran. Sonst würden die letzten zwei Jahre für sie keinen Sinn ergeben, in denen ihr einziges Ziel darin bestand immer mal wieder bei mir aufzutauchen und auf ganz mysteriöse Art und Weise jedes Mal wieder zu verschwinden. Ich bekenne mich sogar für schuldig, in den meisten Fällen ihr Verschwinden ausgelöst, wenn nicht sogar absichtlich verursacht und in einigen Fällen selbst nachgeholfen zu haben.

„Du bist so gemein“, schmollte sie.

Eins habe ich neben ihrer äußerlichen Perfektion doch glatt vergessen euch noch zu erzählen. Sie kann Gedanken lesen, weswegen ich mich nicht mal in meine eigene Gedankenwelt vor ihr zurückziehen kann. Der Satz: Zweisein heißt Einssein im Geiste bekommt durch sie eine völlig neue Bedeutung. Kurzum: Sie nervt ...und sie liebt mich ...und das nervt noch mehr... und sie wird nicht müde das jedem zu erzählen... und das nervt noch mehr. Wie ihr seht. Es ist ein verfluchter Teufelskreis.
Ich bin der felsenfesten Überzeugung und mit mir bestimmt eine Menge anderer Männer, dass ich doch nicht nur für eine einzelne Frau geboren worden bin. Ich brauchte meine persönliche Freiheit und Vanessa engte mich ein.
„Du grübelst schon wieder, wie du mich loswerden könntest.“
„Ach wie kommst du denn darauf?“ Ironie verstand Vanessa leider auch nicht. Deswegen interpretierte sie solche Sätze, wie den eben von mir gegeben ungefähr so: Oh er hat Interesse an mir, denn er will wissen, was ich denke. Das ich so aber nicht im Geringsten von ihr dachte, begriff sie ganz und gar nicht.
„Ich kann Gedanken lesen. Schon vergessen?“-
„Genau das ist das Problem. Du liest meine Gedanken.“
Das war nicht das offensichtliche Problem, welches ich mit ihr hatte, denn das Problem, welches ich mit Vanessa teilte, war ganz anderer Natur, aber dazu kommen wir später. Ich will nicht vorweg greifen und euch den ganzen Spaß am das Lesen meiner Geschichte zerstören.

Ich merkte gar nicht, wie wir immer tiefer in die Stadt hineinliefen. Die Häuser wurden immer enger und die Straße spitzte sich zu. Plötzlich tauchte im Halbdunkel der Straße ein Kneipenschild auf: „Zum torkelnden Affen“ hieß es. Ich stieß die Tür zum Lokal auf, trat ein und setzte mich. Vanessa tat es mir gleich. „Zwei Bier“, gab ich die Bestellung auf. Der Wirt flink, obwohl ihm der rechte Fuß fehlte und er auf einem Stock sich fortbewegte, brachte prommt die Bestellung und nahm die vier Kupferstücke entgegen. Dann setzte ich das kühle Bier an und leerte es fast in einem kräftigen Zug. Vanessa nippte nur zögerlich daran. „Nun stell dich nicht so an! Wenn du mit mir unterwegs bist, musst du auch Einen mit mir heben.“ Ich prostete ihr zu und beobachtete aus dem Augenwinkel, wie sie trank.

Plötzlich hielt sie inne. „Warum läufst du vor mir weg?“, fragte sie mich über ihren Humpen hinweg. „Ich laufe nicht vor dir weg. Es kommt dir nur so vor. Ich gehe dir aus dem Weg.“ -
„Aber immer, wenn wir uns begegnen, sagst du zu mir: Ich soll dich verlassen und mir einen Anderen suchen, der besser zu mir passt.“
„Das werde ich dir auch diesmal sagen.“
Sie beugte sich zu mir vor: „Ich kann das aber nicht. Ich liebe dich Klaudius.“
Genau das waren die Worte, die ich nicht von ihr hören wollte. Mein Margen revoltierte.
„Ich liebe dich wirklich...“ In ihren grünen strahlenden Augen standen kleine Tränchen.
„Ich liebe dich aber nicht.“ antwortete ich harsch.
Sie krallte sich an meinem Arm fest, „Aber warum denn nicht?“
„Weil dich alle lieben.“ Jetzt war es heraus. Ich hatte den unvermeidlichen Grund laut ausgesprochen, was mich immer an ihr nervte. „Wir sind nie alleine. Oder ich bin ständig, wegen dir in irgendwelche Hahnenkämpfe verwickelt. Und ich habe es so satt - mich für dich verprügeln zu lassen. Mach mal deine süßen Augen auf! Sieh dich doch mal allein hier um!“

Wirklich alle männlichen Augenpaare starrten halb lüstern, halb auf dem Sprung der holden Vanessa zu Hilfe zu eilen, zu unserem Tisch hinüber. Auch die Blicke der Frauen in der Kneipe sprachen Bände. Klüger wäre es gewesen die Kneipe gleich zu verlassen. Doch ich setzte noch eins drauf: „Außerdem mag ich nicht, wie du bist. Dein ganze Art: Immer niedlich... immer freundlich ... immer perfekt, dass halte ich im Kopf nicht aus. Ich bin auch nur ein Mann.“ Jetzt brachen die Tränchen, wie Seen aus ihren Augen hervor, welche sie noch bis gerade eben mühevoll unterdrückte:

„Du bist scheußlich.“,erwiderte sie.
„Siehst du es endlich ein. Ich bin nicht der richtige Mann für dich.“
Unter Schluchzen und Heulen, stieß sie hervor: „Nein. Ich liebe dich...“
Ihr seht selbst, sie verstand mich nicht ein bisschen. Es tat mir in der Seele weh, sie in ihrem Elend so sitzen zu sehen. Doch wenn ich jetzt nachgab, lernte sie es nie. Eigentlich bin ich gar nicht so ein Unhold. Doch Vanessa erweckte in mir meine dunkelste Seite zum Leben.
„Ich werde jetzt gehen“, teilte ich ihr mit und wollte meinen Arm aus ihrer Umklammerung befreien. Doch sie hielt diesen fest und ließ ihn einfach nicht los. Sie hing wie Blei an mir.
"Nein. Bitte bleib! "Flüsterte sie mit gebrochener Stimme und schmiegte sich an meinen Arm, als hätte das vorherige Gespräch zwischen uns niemals stattgefunden...
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Montag, 21. Juli 2014, 14:25

Heimlichkeiten (Teil 1)

(von Klaudius von der Hagen )


Als ich erwachte, lag ich in einer Ecke einer Straße am Hafen der Stadt - ausgekehrt wie der Mist des vergangenen Tages. In mein Schädel hämmerte es fürchterlich. Ein widerlicher Geruch nach überalterten Fischresten und etwas was ich nicht definieren wollte, zog mir um die Nase. Ich blickte an mir hinab und stellte mit entsetzen fest, das meine Kleidungsstücke alle samt ein wenig ramponiert aussahen und ich mich beim besten Willen nicht erinnerte, wie ich die letzte Nacht verlebt hatte. Mühsam richtete ich mich auf, klopfte meine Kleider aus und überlegte. Automatisch wanderte meine Hand zu meiner Börse. Sie war leer - „abgebrannt und weggeschmissen“ - dieser Gedanke fuhr durch meinen pochenden Kopf. Wenigstens meinen alten ehrwürdigen Degen, mit dem ich schon viele Duelle bestritt, hatten sie mir am Gürtel gelassen.

Plötzlich fiel mir etwas auf, was meinen Magen in Unbehagen versetzte. Hatte ich nicht irgendwas oder jemanden vergessen? Ich blickte mich suchend um, konnte aber das, was ich vermisste, nicht erkennen, da mir das helle Tageslicht in die Augen stach. Da fiel es mir, wie Schuppen von den Augen: Vanessa - wo war sie? Wo hatte ich sie gelassen? An Alles an das sich mein Hirn erinnerte war der Trank in der letzten Kneipe, ob der Wirt mir etwas ins Trinken mischte. Auf jeden Fall fehlte von Vanessa jede Spur. Das passte so ganz und gar nicht zu ihr, mich aus den Augen zu lassen, wenn sie mich erst mal erspäht hatte. Ich war doch ihre einzig große Liebe, zumindest behauptete sie das.

Abermals - jetzt um einiges vorsichtiger, wie ihr euch vorstellen könnt, blickte ich nach rechts und dann nach links. Doch diese Hafenstraße schien wie ausgestorben dazuliegen. Ein wenig wunderte ich mich über mich selbst, dass ich für eine kurze Minute Ausschau nach Vanessa gehalten hatte. Ich sammelte mich und sprach zu mir selbst: „So weit ist es noch nicht. Reiß dich zusammen Klaudius von der Hagen!“ Gar nichts rührte sich in dieser Straße, und es tauchte keine Vanessa an ihrem Ende auf. Nur vereinzelter Lärm klang vom Hafen hinüber und ein Händler bot lauthals seine Ware feil. „Fische! Der beste Fisch des Hafens. Frischer Fisch!“ Mir drehte sich bei seinen Worten der Magen um. Ich wollte auf keinen Fall Fisch zum Frühstück. So wendete ich mich um und kehrte dem Hafen meinen Rücken zu.

Ich eilte mich zu meinen Geheimversteck zu gelangen, um die dortigen Goldmünzen in Gewahrsam zu nehmen. Natürlich werde ich euch, liebe Freunde, hier nicht erzählen, wo mein Geheimversteck liegt. Es ist ja geheim, darauf weist eigentlich schon das Wort: Geheimversteck hin. Schließlich könnte es durchaus möglich sein, und ich unterstelle hier niemanden etwas, dass ihr auf euren Reisen zufällig einmal in meine Stadt begebt und euch erinnert, wo sich mein Geheimversteck befindet und nachseht, ob sich noch einige Münzen darin befinden. Sicher ist sicher. Mir erzählte der Baron von Batesburg einmal, wo er ein paar Münzen vor seiner Frau versteckte. Als Beide sich mal wieder um eine Lappalie stritten, entschied ich die Gelegenheit zu nutzen und zu überprüfen, ob das Erzählte des Barons, welches er mir in einer stillen Stunde anvertraute von seinem Geheimversteck auch stimmte. Sicher ist sicher. Was soll ich euch groß und breit erzählen: Es stimmte tatsächlich. Ein kleines Kästchen gefüllt mit klingender Münze. Im Vertrauen ich konnte nicht widerstehen und erleichterte es um die Hälfte. Damit es aber das Gleiche Gewicht in der Hand wog, packte ich kleine Kieselsteine hinein. Bestimmt schaute der Baron von Batesburg seltsam als er es das nächste Mal öffnete um seinen Inhalt zu prüfen.
Ich entnahm also ein paar der klingende Münzen aus meinen Geheimversteck und füllte damit meine Taschen wieder auf. So langsam wollte ich die anstehende Reise, um den besagten Wunschbaum zu finden, vorbereiten. Welcher Zeitpunkt eignete sich besser eine Reise anzugehen, wenn man keinen Grund mehr vorzuweisen hatte um diese zu verschieben?

Ohne es zu bemerken, führte mich mein Weg in die Handelsstraße. Zu beiden Seiten der Straße hatten betuchte Händler und Handwerker sich hübsche zwei Etagenhäuser gekauft und kleine Läden errichte. Manche von ihnen besaßen eine üppige Auslage und der Laden befand sich bei ihnen im Inneren des Hauses. Vor einigen der Häuser errichtete der Besitzer einen Verkaufsstand und bot dort seine Ware einen kaufwilligen Publikum an. Es wimmelte vor Leuten in dieser engen Straße, die sich wie ein kleiner Fluss durch die Stadt zog. An einem Stand hatten sich fahrende Musikanten aufgestellt und spielten ihre Lieder einem interessierten Publikum vor. Es wurde gekauft und verkauft, gefeilscht und gewuchert. Überall ging es laut her, und ein Strom von Menschen aller Altersklassen und Bevölkerungsschichten zog sich durch die Straße. Jeder auf der Suche danach, heute noch etwas günstig zu erwerben oder teuer zu verkaufen.

Ich fühlte mich, als wäre ich auf einem kleinen Markt unterwegs. In einigen Gattern standen Tiere zum Verkauf oder zum Schlachten bereit. Aus einer Ecke roch es nach Gebratenen und Gesottenen. Aus der anderen Ecke drang der Duft von frisch gebackenen Brot an meine Nase. Orientalische Gerüche von Gewürzen aus fernen Ländern mischten sich mit dem Staub der Straße. Händlerjungen trugen Waren den Käufern hinterher, oder überführten Schriftstücke von einem Handelshaus in Nächste in dicken Lederschatullen. Handelswaren wurden vereinzelt verladen oder für den Abtransport vorbereitet. Ab und zu wurde ein Stück Vieh durch die Menge gezehrt. Jeder wollte mit seinen Waren gesehen und vor allem gehört werden.

Lustlos schritt ich an einigen Ständen vorbei, als ich aus der Ferne das altertümliches Schrapnell der Contessa Lockard aus einen der Läden treten sah. Sie sah sich um, als befürchtete sie gesehen zu werden. Ich wischte mir mit der Hand über die Augen, aber ich irrte mich nicht. Es war keine Fata Morgana und meine Augen spielten mir auch keinen Streich. Das war die Alte mit dem Schirm, dessen Wirkung ich nur allzu gut kannte. Es handelte sich wirklich und allem Anschein nach um die Zofe der Contessa Lockard. Meine natürlich angeboren Neugier trat zum Vorschein. Vor allem da sie sich so verhielt, als hätte sie etwas zu verbergen. Nachdem sie sich davon überzeugte, dass ihr niemand folgte, spannte sie schnell ihren Schirm auf und entschwand in der Menschenmenge der Handelsstraße. Ich sollte gestehen Heimlichkeiten in jeder erdenklichen Art und Weise weckten von jeher mein persönliches Interesse. Was tat diese Frau hier? Bestimmt erledige sie einige wichtige Besorgungen für ihre lieb reizende Herrin. So beschloss ich in diesem Augenblick, dass die Angelegenheiten ihrer Herrin auch die meinigen sein sollten. Nicht das ich die selben Schritte unternahm, wie die Contessa Lockard um an das verschwundene Medaillon zu gelangen. Als ich auf Höhe des Laden stand, betrachtete ich das Schild des Ladens genauer. In großen Lettern stand dort geschrieben: „Ausrüstungen für jedermann“
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Freitag, 1. August 2014, 12:11

Aus aktuellem Anlass ein kleiner Einschub meinerseits. ^^

Vorbei

Mitternacht einer sternenreichen Julinacht -
steht Drache auf des Berges Hanges.
Innerlich weinend und sehr aufgebracht,
folgt sie ihrem Herzen Dranges.

Ein leises, seltsames Lied erklingt
der einztige Dichterfreund nun im Himmelsschatten ertrinkt.
Sie steht still dar und schaut nur zu.
Findet er nun seine ewige Ruh?

Den Frieden, welchen er sich erträumt ?
- durch unzähligen Kriege gezähmt und aufgebäumt
Gibt seine Seele nun ewig Ruh’
-Mausetot, Ende und die Klappe zu? -

Ein Auge weint, das andere lacht.
Hat er sich auch etwas bei seinem Ableben gedacht?
Sie wünscht ihm das Beste für seinen neuen Ort
Denn sie weiss, er bleibt für immer dort.

Mögen sein Engel für ihn singen
Möge das Lied ewig erklingen
Ihn zu kennen hat mir sehr viel Gegeben
Ich wünsche ihm ein sehr langes und ewiges Leben.

In memoriam Dumezil
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Freitag, 1. August 2014, 21:31

Deine Geschichte von der Hagen, lese ich mit großer begeisterung.
Auch dein gedicht habe ich gelesen und kleine ;( im Auge gehabt.
Danke für deine Worte. :love:

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Freitag, 8. August 2014, 21:10

Danke Aka :blush Ja von Hagen ist mir schon jemand :whistling:
Und wegen der Tränen, mal ein Zitat zum Aufbauen:

Wirklich gute Freunde sind Menschen, die uns ganz genau kennen, und trotzdem zu uns halten.
Marie von Ebner-Eschenbach

So und nun weiter mit der Geschichte :sende:
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Freitag, 8. August 2014, 21:15

Heimlichkeiten Teil 2

(von Klaudius von der Hagen )


Als ich durch die Tür des Ladens Schritt, wackelte das Schild am Eingang des Ladens ein wenig hin und her, als würde es mich begrüßen. Ich hörte noch die unterwürfigen Worte des Ladenbesitzer, die dieser an einen hageren Mann in einem abgenutzten längeren Reisemantel wand: „Es tut mir wirklich sehr leid sie zu enttäuschen, aber ich kann ihnen den Rest dieser Flüssigkeit leider nicht verkaufen. Sie wurde von einen meiner Stammkunden bereits vorbestellt.“ -
„Vorbestellt? Ist das Euere letzte Antwort?“ -
„Ja Herr, dies ist meine letztes Wort.“ Der hagere Mann warf dem Ladenbesitzer einen finsteren Blick zu, bevor er vor sich hin grummelnd den Laden verließ. Als er an mir vorbei schritt, bedachte ich ihn mit einem fragenden Blick. Doch er ignorierte mich und schritt an mir vorbei, als wäre ich Luft.

Ich sah mich in dem voll gestellten kleinen Laden um bevor ich den Besitzer fragte, ohne meine Stimme neugierig klingen zu lassen: „Wer war das?“. Der Ladenbesitzer einer dieser rundlichen Typen, die in sich selbst ruhten, aber an sich große Plappermäuler waren, wenn man sie auf dem richtigen Fuß erwischte, schaute hinter seiner Ladentheke vor.
„Er stellte sich mir als Magiker vor. Da könne ja jeder kommen und behaupten er könne zaubern...“
Ich hob eine Augenbraue als ich weiter fragte: „Ihr glaubte ihm nicht?“ -
„Nein nicht wirklich. Der letzte der Margie ist vor Ewigkeiten verschwunden in den Höhlen von Andern erzählt man sich auf der Suche nach der Wahrheit und dem Stab der Dämmerung, aber was führt Euch in meinen Laden.“ -
„Ich bin auf der Suche...“ Schnell schaute ich mich noch einmal mit sachkundigen Blick in seinem Laden um „... nach einem Seil.“ Beendete ich meinen Satz. Denn dies war der erste Gegenstand, der in mein Blickfeld kam.

„Ein Seil. Natürlich. Jeder Mann braucht ein Seil. Ein Seil konnte einen Mann am Leben erhalten. Welche Stärke?“ - Wollte der mich hier wirklich auf den Süßen nehmen, mich, Klaudius von der Hagen. Stärke? Noch nie hatte ich davon gehört, dass ein Seil Stärke besaß: Vorsicht vor dem angreifenden „starken“Seil! Innerlich musste ich bei dieser Vorstellung lächeln, wahrscheinlich auch äußerlich. Der Verkäufer bemerkte wohl meine Irritation und fragte: „Der Durchmesser des Seils, wie dick soll es sein.“ Nun lächelte ich wohl breit, wie ein Vollidiot. Doch da erinnerte ich mich an meinen Auftrag zurück: „So dick, dass ich einen Baum damit transportieren kann.“

Der Verkäufer überlegte und strich sich über seinen breiten kahlen Schädel. „Wie alt ist denn der Baum?“, wollte er nun wissen. Woher sollte ich denn das wider wissen? Ich hatte nicht die geringste Ahnung, wie alt dieser Wunderbaum war, falls es ihn gab. Geschweige denn, wo er stand, noch wie dick das Seil zu sein hatte mit dem ich ihn umwickeln wollte, um ihn aus dem Boden herauszuziehen auf dem er wuchs, um ihn dann zu diesem Geld gierigen Oberhaupt von Bürgermeister dieser Stadt zu bringen um meine Bestrafung des Hochverrats aufzuheben. Aber dies wären der Worte zu viel gewesen. Deswegen antwortete ich geflissentlich auf seine Frage: „Ich denke, er ist alt.“

Sofort griff dieser hinter sich und holte ein Seil von der Dicke eines Männerarms und legte es vor mir auf den Tisch. Ich beschaute mir das Seil von allen Seiten. Ich hob es kurz mit der Hand an und stutzte. Ich bin bei Leibe kein Schwächling und der Herr ist mein Zeuge: Doch wollte ich mir dieses Ungetüm wirklich über die Schulter werfen? Ich würde wohl oder übel unter dem Gewicht des Seiles zusammenbrechen. Ich maß es mit einem abwägenden Blick bevor ich fragte: „Haben sie nicht ein Seil im Angebot, welches leichter ist, aber genau so viel „Stärke“ besitzt,wie dieses Seil?“ Er lächelte wissend: „Sie kommen einige Minute zu spät. Ich habe, dass Seil, welches sie suchen, vorhin erst an eine Dame für 20 Gold verkauft. Es war ein einmaliges Seil, welches niemals reißt, egal, wie stark an ihn gezogen wird.“ Er schwärmte geradezu von diesem magischen Seil und kniff das Rechte seiner kleinen Schweinsäuglein beim letzten Satz zusammen. „Das ist aber Schade.“, fiel mir dazu nur ein. Also das hatte die Alte Wachtel der Contessa hier gekauft.

Ich beugte mich verschwörerisch zum Ohr des Händlers hinüber und ließ ein Goldstück zwischen meinen Fingern spielerisch auf und ab gleiten: „Hmm... was habt ihr der Dame denn noch verkauft?“- „Nicht viel, nicht viel mein Herr. Es war ein Seil, ein Tarnmantel und ein Ring“ -
„Ein Tarnmantel?“ -
„Ja ich bin im Süden in seinen Besitz gelangt. Doch er wirkt nur bei Trockenheit und wenn schönes Wetter herrscht. Bei Nässe kann man seinen Träger sehen. Doch in der Hitze sieht man nicht mal den Schatten seines Trägers.“und er streckte seine kleine wulstige Hand nach der Münze aus. Ich übersah seine Hand und fragt weiter:„Und was hat es mit dem Ring auf sich?“
Er knirschte ein wenig mit den Zähnen. Bevor er antwortet und nach der Münze schnappte: „Der Ring ist ein alter Damonenring. Er kann seinen Besitzer in eine furchterregende Bestie verwandeln, solange er ihn trägt selbstverständlich.“

Was hatte die Contessa Lockard nur mit solchen Dingen vor? Ein Ring der einen zur Bestie macht, Einen Mantel der nur bei schönen Wetter wirkt und ein Seil welches nicht reißen kann. Der letzte Gegenstand kam mir noch am Sinnvollsten vor. Ich hasste nichts mehr, wenn sich mir einfach keine Zusammenhänge erschlossen und bei diesen drei Gegenständen entstand kein Zusammenhang, außer, dass die Contessa Lockard irgendwas vor hatte, was sich meinem Verstand nicht erschloss. Frauen! Mann sollte nie versuchen irgendeinen Sinn in ihren Handlungen zu sehen oder gar zu erahnen zu versuchen. Ich dankte dem Händler mit einer weiteren Münze, die von meiner Hand in die Seinige wanderte. Drehte mich zum gehen, als plötzlich ein Gedanke durch mein Gehirn blitzte. Bevor ich den Laden verließ, wand ich mich nochmal dem Händler zu. Ich ließ meine Worte gleichgültig klingen: „Der Magiker? Der Typ von vorhin, mit dem verwitterten Reisemantel. Wo sagtet ihr, sei er in dieser Stadt abgestiegen?“
Er lächelte wissend bevor er sagte: „Im alten Junker“ am Ende der Straße links.
„Danke“, damit fiel die Tür des Ladens „Ausrüstungen für jedermann“ ins Schloss.
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Sonntag, 14. September 2014, 18:55

Heimlichkeiten Teil 3

(von Klaudius von der Hagen )


Abermals stand ich in der belebten Handelsstraße und wand meinen Gang nach links um das Ende der Strasse zu erreichen. Der „Alte Junker“ glich vom Äußeren eine dieser heruntergekommene Kaschemmen, in die man auf keinen Fall einen Fuß hineinsetzen will, weil man genau weiß,dass in ihrem Inneren nichts, aber wirklich rein gar nichts Gutes auf einen wartet. Was mich verblüffte war, dass die Tür des „alten Junker“ von Außen mit dicken Holzbrettern verrammelt und vernagelt war. Moment... sollte hier wirklich ein Magiker untergekommen sein? Ich betrachtete den alten Junker argwöhnischen. Es handelte sich um ein zweistöckiges Bauwerk,welches nach hinten sehr ausladend war. An der einen Seite des Hauses befand sich ein kleiner Wirtschaftshof. Als ich über den Zaun blickte erkannte ich, dass sich sogar jemand bemüht hatte einige Beete anzulegen, aber alle Pflanzen die in der Erde steckte, waren halb verdorrt und vertrocknet. Jedoch stand an der Seite des Hauses eines der Fenster im ersten Stock leicht geöffnet.
Sollte es sich bei dem Magiker um eine Einbrecher handeln? Ich kletterte über den Zaun des Wirtschaftshofes und begab mich langsamen und vorsichtigen Schrittes auf das Fenster zu und besah es mir genauer. Ich konnte keine Fallen und Fallstricke bei meiner intensiven Musterung des Inneren erkennen, in die ich hinein fassen oder womöglich hineintreten könnte. Doch als ich gerade eine Hand an das Fenster zu legen wagte um es weiter zu öffnen.

„Junger Mann, was machen sie da?“, ermahnte mich eine Frauenstimme. Augenblicklich zog ich meine Hand zurück. Verblüfft drehte ich mich um. Schnell versuchte ich zu erkennen, woher diese Stimme kam. Sie gehörter zu einen rüstigen, alten Dame, welche aus dem Fenster des Nachbarhauses sah und ihre Blumen dabei goss, die mit einer komischen Metalhalterung am Fensterrahmen befestigt waren.
„Sind sie ein Dieb? “, fragte sie mit strenger Stimme.
„Nein, dass bin ich nicht.“,antwortete ich sachlich. Einen Klaudius von Hagen in aller Öffentlichkeit als Dieb zu bezeichnen war eine Unverschämtheit ohne gleichen und noch dazu ohne eindeutige Beweise vorzulegen.
„Wenn sie einer wären, müsste ich die Stadtwache rufen.“, meinte sie schonungslos.
Noch eine Nacht auf der Stadtwache wollte ich keineswegs riskieren, aber unverrichteter Dinge wollte ich auch nicht verschwinden. Wieder einmal kämpften zwei Seelen in meiner Brust.
Die Eine die mir riet: „Es ist noch nicht zu spät für dich. Kehr um Klaudius von Hagen!“
Und dann die Andere, auf welche ich in meinem Leben all zu oft hörte, die dazu meinte: „Klaudius, jetzt bist du schon so weit gekommen. Den Rest des Weges wirst du auch noch schaffen.“

„Ich warte hier nur auf einen Freund. Er wohnt im alten Junker“, log ich dreist und ohne rot zu werden. Denn weder war der Magiker mein Freund. Noch wusste ich genau, ob der Händler in „Ausrüstungen für jedermann“ mir vielleicht nicht die Wahrheit über den Magiker erzählt hatte, oder ob gar der Magiker den Händler belogen hatte, was seine Unterkunft in der Stadt betraf.
„Dann warten sie vergebens. Der alte Junker“,und sie deutete mit einer Hand zu dem Haus vor welchem ich stand, „ist schon seit einer Woche geschlossen, wegen einer Rattenplage im Keller der Taverne.“ - „Wie es der Zufall so will, bin ich Rattentöter von Beruf“, meinte ich und setzte mein Gewinn bringendes Lächeln auf.
„Wirklich. So sehen sie aber nicht aus.“, meinte sie von ihrem Fenster herab.
„Doch. Das bin ich in der Tat. Kuno Rattentot werde ich genannt.“
„Sie sind Kuno?“ Bei dem Namen leuchteten ihre Augen. „von dem hat alle Welt schon gehört. Warum habe ich sie nicht gleich erkannt. Warten Sie, ich komme herunter. Vielleicht kann ich ihnen zur Hand gehen...Oh ist das Aufregend Kuno Rattentot...“
Innerlich lächelte ich über meine List. Kuno Rattentot war berühmt, denn er war der Rattenfänger des Königs. Doch niemand außer meiner Wenigkeit wusste, dass er gar nicht mehr unter dem Lebenden weilte. Denn er betrog mich vor zwei Jahren bei einem wichtigen Kartenspiel und niemand betrog einen Klaudius von Hagen und kam damit durch. Ich forderte ihn zum Duell, welches er Dank meiner schnellen Klinge nicht überlebte.

Jetzt musste ich mich aber beeilen, bevor die alte Dame hier in Erscheinung trat. Ohne Vorsicht walten zu lassen, öffnete ich Schwungvoll das Fenster, drückte mich in die Höhe und schwang mich elegant in den „alten Junker.“ Die Dielenbretter knarrten leise unter meinen Füßen, als ich in der Hocke landete. Blitzschnell drehte ich mich um und zog gerade noch rechtzeitig das Fenster wieder in seine Ausgangsposition, als ich von draußen die Stimme der alten Dame vernahm: „Kuno? Kuno, wo sind sie?“ Ich duckte mich unter das Fensterbrett bis die alte Dame daran vorbei lief. Dann wand ich mich der Treppe zu und erklomm diese. Ich suchte den ganzen „alten Junker“ Etage für Etage und Zimmer für Zimmer ab. Ich öffnete Türen und schloss sie wieder, aber alles was ich fand waren Staub, Dreck und meterweise Spinnweben. Das Haus sah von seinem Innenleben aus, als sei es nicht nur eine Woche verlassen, sondern als stünde es schon seit Jahren leer.

Da erinnerte ich mich, der Worte, welche die alte Dame aus dem Nachbarhaus über den „alten Junker“ erzählte. Entschlossenen schritt ich die Kellertreppe hinab. Ich fand kein Gewölle und auch kein anderen Unrat auf der Treppe, der auf Ratten in diesem Gewölbe schließen ließ. Der Keller erschien mir viel zu sauber und aufgeräumt im Vergleich zu den anderen Räumlichkeiten. Die Gerätschaften hingen sauber in ihren Verankerungen an der Wand, so wie es sein sollte. Selbst frisches Stroh bedeckte den Boden der Kellerräumlichkeiten. Auch fühlte sich der Keller nicht nass und klamm an, wie ich es von anderen Kellern gewohnt war, sondern er strahlte eher einen unnatürliche Wärme aus. „Seltsam, wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, dass es sich um ein Quartier handelt.“, murmelte ich vor mich hin. Aber wer zog freiwillig in den Keller, wenn er ein ganzes leeres Haus bewohnen konnte? Das ergab keinen Sinn. Wollte ich das wirklich herausfinden: Warum der Magiker, oder wer auch immer den Keller anderen Räumlichkeiten vorzog? Wollte ich wirklich meine Nase in Dinge stecken die mich nichts angingen und diesem Geheimnis auf den Grund gehen?
Unentschlossen stand ich vor einer massiven Holztür die mit Metallstreben durchzogen war...
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Mittwoch, 24. Dezember 2014, 11:42

Weihnachtszeit

Weihnachtszeit ist Drachenzeit
„O Drache“, wie sich Doramae freut
Lichter leuchten im hellen Glanz
an ihrem bunten Weihnachtskranz

Nicht zu vergessen!
Kocht Doramae ein großes Essen
Eingeladen hat sie dazu viele
Die Nachbarschaft, den Wald und sorgar die Tiere

Es riecht bei Doramae so lecker,
wie beim richtigen Zuckerbecker
Mit Musik und Drachenglanz
Munter singend Doramae durch ihre Küche tanzt.

Dann warten Buffet und Weihnachtspunsch in ihrer Stuben
auf alle, egal ob Mädchen oder Buben
Letztendlich kehrt draußen Stille ein
Es wird Heiligabend sein

Doch nur in Doramaes Drachenhöhle
vernimmt man Weihnachtslieder und Gegröhle
Alle Gäste sind erschienen in dem großen hergerichteten Raum
lassen es sich schmecken, schwatzen und spielen unter Doramaes Weihnachtsbaum.
(\__/)
(Ȏ)(Ȏ)
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Freitag, 26. Dezember 2014, 23:48

1/1/2 Jahre der neuen Götter Teil 1

Doramae saß vor dem Kamin in ihrer Höhle und dachte über den Jahresverlauf nach. Die Sterne standen in günstiger Konstellation zueinander. Neue Götter erschienen überall im Land. Sie überzogen das Himmelsfirmament von Gondal mit ihrer Bracht und entzündeten ein wahres Feuerwerk zum neuen Jahr. Neue Könige riefen zu den Waffen, und starben wie die Fliegen weg. Sechs Häuser hatten sich im Reiche gebildet. Auch Doramae wurde zu einem der Königshäuser hin befohlen - nicht gebeten, wie es eigentlich Sitte war - einfach zugeordnet, weil ihre Höhle nun mal in seinem Königreich lag, so behauptete der König dies zumindest und Doramae war Drache genug um ihn nicht einspruch zu erheben. Damit gehörte jetzt ihr ganzer angesammelter Besitz und die vielen Schwerter und Rüstungen ihm. Sie sollte das Knie beugen und dem neuen König als treuer Versal unterstützen. Dazu gehörte keine Feindseeligkeiten oder Intrigen gegen das eigene Königshaus auszuhecken.

Alle Könige stritten um Macht in Gondal. Ehre und Ruhm standen auf ihren Bannern, die sie mit sich führten. Sie heuerten Fremde, die sie für Freunde hielten an. Damit diese an ihrer Seite fochten und ihr Land verteidigten. Schon bald bekriegten sich Nachbarn, die einmal Freunde gewesen waren. Einige brutale Goldfischer waren darunter, aber die meisten von ihnen waren dreckiges Söldnerpack, die ihr Schwert an den Nächstbesten verkauften. Manchmal dachte Doramae, dass sie gar nicht mehr wussten: Für wen und was sie kämpften. Neue Titel wurden eingeführt, die sich ein jeder im Land erkämpfen konnte, egal unter welchen Stern er geboren war, ob zuvor Bettler oder Edelmann.
Die Könige versprachen ihren Anhängern viel und ihren Verteidigern noch mehr: „Einer von Ihnen - könnte man werden - würde die eigene Klinge nur im Blute der Feinde ertrinken“,erinnerte sich Doramae lebhaft „Doch niemand fragte wer mit „die Feinde“ gemeint waren? Fragte Drache so erhielt sie meist die Antwort: „Die Anderen.“ -„Doch wer waren die Anderen? Vielleicht würde ich auch bald zu den anderen gehören. Niemand wusste das so genau. Ein jeder war Verdächtig. Vielleicht waren es die eigenen Gildenbrüder und -schwestern, die einen bald in den Rücken fielen. Denn das Land war im Umsturz und an seinen Grundfesten wurde gewaltig gewackelt.“

Wo waren die Gildenauseinandersetzungen geblieben? Jetzt fanden die Kämpfe hinter geschlossenen Türen statt. In den meisten Fällen wurden sie mit der Feder gefochten und durch heimtückische Attacken unterstützt. Die Gilde der Meuchelmörder bekam viele Aufgaben. „Heimlich in der Nacht schlichen sie sich an und versuchten einen die Kehle im Schlaf auf zu schlitzen. Oder man versuchte Spione in den Feindesgilden unterzubringen um die Besatzung und Stärke herauszubekommen. Denn eine Mauer war nur so gut, wie die Männer, welche sie bewachten.“, erinnerte sich Doramae. „Mit viel List und Tücke wurde dabei vorgegangen: Immer auf den eigenen Vorteil bedacht. Viele Blutige Niederlagen stellten sich ein als sich das Kriegssystem änderte. Aber auch Schreie nach mehr Gold und Kristallen füllten die Ohren der neuen Götter.“

Als Doramae noch einen König hatte, war es nie einfacher ihm alles recht zu machen, aber jetzt konnte auch ein Drache sich nicht um die Belange von sechs Königen gleichzeitig kümmern und jedes Mal saß ein anderer auf dem Thron. „Fragt nicht wie oft ich das Knie beugte und einem neuen König Gefolgschaft schwor. nach dem Zwölften habe ich aufgehört zu zählen.“ Die Könige schickten ihre Herolde ins Land und diese waren unterwegs und sammelten „ mutige Recken für ihren Kampf der Freiheit, Gerechtigkeit und Brüderlichkeit ein“, hieß es in ihren Depeschen .Im Volksmund hießen diese Worte: „Blutige Männer für den Krieg werden gesucht“. Gerecht sollte er sein. Doch welcher Krieg war gerecht? „Meist war es nur ein einziges großes Niedermetzeln.“, entfuhr es Doramae. „Gold sollte ein Jeder bekommen, wenn man Bürger eines anderen Volkes erschlug, oder in der Arena in den Dreck warf.“

Auch Doramae folgte dem Ruf und anfänglich hatte es ihr Spaß gemacht, die Arena mit dem Blut der Feinde des Königs zu tränken. In ihr steckte eine kleiner Kämpferdrache, der nun brutal zum Vorschein kam. Sie filetierte und weidete ihre Gegner regelrecht aus. Edelmännern biss sie den Kopf ab und Halunken ließ sie zu Kohle Verbrutzeln. „Auslöschen Strahl Fizz“, und ein boshaftes Lachen entrang sich ihrer Kehle. Sie war keine von denen, die sich zu schade waren, um in die Arena des König zu treten und den einen oder anderen Gegner in den Staub zu ringen. Viele neue Feinde waren aufgetaucht. Doch schnell bemerkte sie, dass unter ihren Gegnern nur noch Halbtote auf dem Feld der Ehre stande. Die Luschenkrieger, wie sie im Volksmund hinter vorgehaltener Hand hießen: Kleine, die sich nicht wehren konnte, Leichen, die wie das Vieh zur Schlachtbank geführt wurden. Sie alle baten die Könige um Gnade und flehten ihre neuen Götter um Schutz. Doch bis jetzt passierte noch nichts. Doramaes Klauen waren von dem Blut Unschuldiger getränkt und ihre Feindesliste erweitertet sich von Scharmützel zu Scharmützel.

„Viele neue Feindschaften bildeten sich in diesem Jahr heraus. Alte verschlimmerten sich. Die kleine Laus war auch zu mir zurückgekehrt.“ Darüber war Doramae am Anfang sehr böse. Doch beschloss sie einfach ein Stockwerk höher zu ziehen und sich ein wenig auf zu rüsten. Doramae verstärkte den Eingang ihrer Höhle und baute die alten Wachtürme erneut auf, um einen guten Blick über ihre Ländereien zu haben. „Schließlich durfte Drache den Überblick nicht verlieren, wer dazugehörte und wer lieber das Weite suchte.“

Sie ließ Spieße voller Geschick in den Boden rammen um einen Abwehrgraben entstehen zu lassen. Dann heuerte einen Magier an und stellte ein Schild auf. „Geht Weg! Hier gibt’s nichts zu holen!“ Doch die meisten ihrer nun zahlreichen Gegner hielten sich nicht daran. Immer wieder wagten einige einen Fuß auf ihr Land zu setzen. „Der Fuß war dann wohl ab.“, stellte Doramae grinsend fest. Denn sie hatte einen versteckten Messergraben vergraben, um den Abschaum der Welt von ihrem Land fern zu halten.
Jeden den Doramae erwischte, versuchte sie einen Kopf kürzer oder wenigstens die Rüstung zu Zerbeulen. Sie wechselte ihren Goldenen Drachenpanzer fast wöchentlich um die richtige Kleidung zu finden. Doch es gab erneut Welche, die es wagten sich ihr zu stellen. „Manche kamen täglich, um die ihnen auferlegte Mutprobe zu bestehen“ Irgendwann war es Doramae leid und legte für diese armen Heckenritter ein wenig Gold auf ihre Türschwelle, damit sie bald wieder verschwanden. „Es trug Früchte Doch Drache sollte sich auch ein wenig um die Förderung der Armen kümmern.“ Zu diesem Zwecke richtete sie eine Suppenküche ein: „Es gab Bohnensuppe oder Suppe mit Bohnen.“ Am Speiseplan würde sie später feilen, wenn es ihre knappen Zeitresourcen zuließen.

Doch Doramae blieb die gesamte Zeit nicht untätig. Sie betrieb das Aufrüsten ihrer Mauern mit einer Ausdauer und Inbrunst, dass sie nicht bemerkte, dass ein Orakel Einzug in ihre Höhle hielt und sich mir nichts, dir nichts einen Altar aufbaute. Das Orakel konnte die Zukunft vorhersagen und beeinflussen. Bis jetzt sagte sie Doramae nur Schlimmes voraus. Doramae war schon fast so weit ihr den Kopf von den hübschen Schultern zu schlagen. „Wieder nur ein Maul, welches mit Gold gestopft werden wollte.“, sagte sie gereizt zu ihrem Gildenmeister. Doch der meinte, dass das Orakel durchaus von Nutzen war, und die Moral der Truppe hoch hielt. Einige ihrer Gildenbrüder und -schwestern verfielen dem Ruf des Orakels und opferten ihr sogar ihr letztes Hemd. Doch es sagte trotzdem nur das Schlimmste vom Schlimmen voraus. Zu einer Günstigen Gelegenheit, ließ Doramae folgende Worte zu der Angelegenheit verlauten:„Vielleicht sollte sich nochmal jemand die Beschreibung ansehen oder Vielleicht braucht die Gute mal anständig den Hintern versohlt, damit sie mal von den Schlechten Prophezeiungen abrutscht.“ Trotzdem blieb Doramae stark und umklammerte jedes Stück Gold, welches sie erwirtschaftete.

Natürlich wurde Doramae von ihrem König nicht vergessen, und so schickte er sie nach Beratung mit seinen neuen Göttern regelmäßig und mit einer Ausdauer in die Schlacht: „Erfahrung sammeln auf dem Feld der Ehre“ nannte er es in seiner Depesche. Manchmal schenkte er ihr eine der seltenen Rollen die sie Stärker, Intelligenter Geschickter und Ausdauernder werden ließen. Die schätzte sie sehr und wusste sie für sich auch lohnend einzusetzen. „ Es waren schöne Gegner auf die ich traf und ich war froh, dass die ollen Wikinger hier landeten. Ihre Schädel bildeten durchaus einen schönen Anblick.... sooo als Trinkbecher in meiner neuen Vitrine, die ich aus dem Hauptboot baute, das schmeichelt doch jedem Auge. Einige der Wikinger nahmen wir gefangen und versklavten sie. Sie waren nur Winks und sobald sie ihre Axt nicht mehr hatte nur noch üppiges Gold, welches vom Himmel fiel. Wir säuberten ihre Inseln gemeinsam. Denn was war besser als Sklaven, die einen ordentlich Gold in die Taschen spülten.“, erinnerte sich Doramae
Auch einige durchaus lustige Gespräche führte sie mit anderen Männern in der Schlacht. Dabei bildete sich auch der Kanukult heraus. Interessant waren auch die Aktiven Quest, die es jetzt gab, in denen manch einer gute Punkte für seine Intelligenz, Stärke, Ausdauer oder Geschick fand. Auch manch ein gekonnt gebrauter Trank konnte man in seinen Besitz bringen. Des Weiteren konnte die Vegetarier unter den Kriegern sich auch den Bauch mit den ein oder anderen seltenen Kräutern vollschlagen oder den berühmten Alchemisten aufsuchen um gefährliche Hexengebräue später sein eigen zu nennen.
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Freitag, 26. Dezember 2014, 23:49

1/1/2 Jahre der neuen Götter Rest

Anders war es bei diesem neuen Kartenspiel gewesen, welches sich in Windeseile im Land Gondal verbreitete. Selbst in den düsteren Gassen spielten die Leute es: Um Gold und Erfahrung zu gewinnen ging es. Meist erzählten sich die Menschen dabei Geschichten aus aller Welt und sahen verzückt ihre Karten an, denn es war möglich Neue bei jedem Spiel zu gewinnen. Auch ich spielte ein paar Runden mit, wurde dem Spiel aber bald überdrüssig. „Obwohl mir das Magiesystem, der einzelnen Karten sehr gefiel Blitz, Blitz sag ich nur.“

Doch dann hörte Doramae Geschichten von Gagoyles. Erst dachte sie ihr Gegenüber sei betrunken: „Woher sollten denn Gagoyles kommen? : Hier im schönen, Friedensliebenden Gondal. Auf ein Neues schickte mich mein König los um zu erfahren, was an diesen Gerüchten wahr war. Als ich diesen schwarzen Kreaturen das erste Mal gegenüberstand stockte mir der Atem. Doch mutig erschlug ich einige von Ihnen und weidete sie aus. Ihre Felle hängen jetzt an den Türen und verhindern das die Kälte Einzug in meine Höhle hält. Auch fand ich ihre geheimen Schatzvorkommen und erhielt indirekt massig Geschenke, die ich diesmal mit Ausdauer und Geschick bei der Höhlenbefestigung einsetzte. Was soll ich groß erzählen: Ich kehrte mit fetter Beute zurück. Dieser Auftrag hatte sich voll gelohnt. Doch bei meiner Rückkehr stand wieder ein neuer König auf der Matte. Die sprossen wirklich wie die Pilze hervor. Verzweifelt suchte ich in meinem Keller nach Königex... fand aber nur leere Vorratskammer und der Winter stand vor der Tür. Ich war aus gewesen um das Königreich zu retten. Jetzt sollte ich mich wieder um meine Höhle kümmern. Denn der Winter stand vor meiner Tür und ein Drache hungert nicht gern. Doch das sah der König nicht ein. Eine neue Depesche wartete schon auf mich. Ich schmiss den Boten samt seiner Post raus und sagte zu ihm, er solle erst wieder im neuen Jahr vor meiner Höhlentür treten und keine Stunde eher. Das die aber auch nie genug bekommen können.“, erinnerte sich Doramae an diesen Vorfall zurück.

Um ein wenig Ruhe vor den Bitten der hohen Könige zu haben, zog sich Doramae oft mit einem der schönen Abenteuerbücher in ihre Höhle zurück. Sie waren so spannend zu lesen und die Kämpfe fühlten sich so echt an, dass sie manches Mal glaubte: „Nachdem ich ein Kapitel in ihnen zu Ende gelesen hatte, dachte ich, so bei mir: Ich sei wirklich gegen die Horden der Untoten in die Schlacht gezogen und siegreich zurückgekehrt.“ Sie schmunzelte über ihre eigene Naivität. Denn Bücher waren nur Worte. Doch sie verschlang eines nach dem Anderen um mehr über die Welt die sie umgab zu erfahren.
In diesen Büchern las Doramae von vielen neuen Items, deren Farbe rot, wie Blut, war. Auch einige gelangten durch wundersame Kämpfe zu ihr. Sie freute sich über Jedes von Ihnen und sammelte sie. Doch bald waren ihren Lagerräume aufgebraucht. Sie musste sich schweren Herzen von Einigen ihrer roten Stücke trennen. Denn sie benötigte Korn für die Frühjahrsaussat und auch Lebensmittel um über den Winter zu kommen.
Schließlich hatte sie dieses Jahr mehr Zeit für irgend einen König im Kriegsfelde zugebracht.

Der schmierige Händler zog sie regelrecht mit seinen Preisen über den Tisch. Er gab ihr für ihre roten Lieblinge meist einen Hungerlohn zurück. „ Zum Sterben zu wenig und zum Leben reichte es nicht.“, hatte Doramae oft gedacht, doch nie laut geäußert. Aber Doramae ärgerte sich nicht lange darüber, nahm das wenige Gold und hoffte auf bessere Items.
Immerhin konnte sie das Saatgut bezahlen und auch einige Körbe mit Äpfeln, Zitronen und Zwiebeln ihr Eigen nennen, als sie am Abend in ihre Höhle zurück stapfte. Ab und zu ging sie in den Kellergewölbe auf Monsterjagdt. Ja die mussten sauber gehalten werden und die Labyrinthe waren riesig. manchmal stolperte sie über eine Truhe die sie vor Urzeiten mal versteckt hatte. Dann wieder fand sie Heiltränke nicht zu vergessen die Breiumschläge und natürlich Fleisch ohne Ende. Denn irgendwie hatten sich Rattenkrieger und andere düstere Gesellen da unten eingenistet und waren bei Leibe Fett und saftig geworden. „Ratte am Spieß oder gebratener Ork ist auch nichts anderes als Schweinefleisch, auch wenn ihr jetzt die Zähne hebt, aber richtig zubreitet...“

Eines war der aufmerksamen Drachendame nicht entgangen, immer weniger meldeten sich im Forum, der täglichen Zeitung, die sie sie sich immer noch frei Haus liefern ließ, laut zu Wort. Manche Abschiedthreads und Todesanzeigen hatte sie in diesem Jahr gelesen. Doch viele gingen auch ohne.In manchen Handlungen lass sie die Zeichen der stiller Resignation. Warum sollte sich noch jemand beschweren? Wo waren die „Alten“ geblieben? Kamen „Neue“ hinzu?
Seltsame Sprüche gingen durchs Forum: Du darfst deine eigene Meinung haben, solange sie meine Meinung ist. Das alles machte Doramae sehr nachdenklich. Sie vergaß jedoch darüber nicht auch ab und zu die ein oder anderen Worte in die Zeitung zu setzen. Was war wohl manchen ihrer Mitschreiber zugestoßen. Hatten sie sich in ein anderes Land abgesetzt? Oder hatte der Krieg der Könige sie ihr Leben gekostet? Fragen über Fragen pulsierten in ihrem Kopf. Während sie so vor sich hinüberlegte und in Gedanken des vergangenen Jahres herumkrammte, bemerkte Doramae dabei nicht, wie sie auf den Schmied zulief.

Ja, es gibt einen Schmied. Er hatte seinen Stand auf dem Marktplatz errichtet. Der starke Mann gehörte zu den Neuen in Gondal. Trotzdem nutzte Doramae ihn und seine Fertigkeiten nicht. Sie hatte gehört, dass ihre schönen roten Sachen zu Schaden kommen würden, wenn sie nur einen seiner Hämmer daran liess. Er lockte sie mit süßen Versprechungen - ihre Waffen besser zu machen, aber verschwieg, dass sie nur einige Tage so bleiben würden. Dafür wolte er von ihr Mondsilber in Form von kostbaren Steinen.
Nein. Lieber blieb sie auf ihren Mondsteinen sitzen. Immerhin war sie ein Drache und so gesellte sich zu ihren scön sortierten Goldhaufen nun auch ein beträchtlicher Haufen von Mondgestein. Das Horten und Sammeln lag ihr als Drachen im Blut. Nun zog die Weihnacht in Gondal ein und der schöne Advenskalender bot noch einige Säcke zum Öffnen während Doramae ungeduldig auf den Weihnachtsdrachen wartete. Später würde sie sich einen Sack voller Geschenke über den Rücken werfen und ihn in die Gilde tragen. Doch diese ist eine andere Geschichte.
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Dienstag, 3. Februar 2015, 16:05

Türen in der Dunkelheit Teil 1

(von Klaudius von der Hagen )


Ja, ich gebe es zu: Ich wollte dem auf den Grund gehen. Ich wollte unbedingt wissen, was hinter dieser Tür lag. So untersuchte ich das Gemäuer, welches die Tür umgab aufs Genaueste. Millimeter für Millimeter suchte ich es erst mit den Augen ab. Danach tastete ich es mit den Fingern von oben bis unten ab: Auf der Suche nach irgendwelchen Einkerbungen, Vertiefungen oder Geheimverstecken. Könnt ihr euch mein Entsetzen vorstellen? Ich fand wirklich nichts... keine Einschlüsse ... noch versteckte Schlüssel ... noch irgend einen Hinweis, welcher mir verriet, wie diese vermaledeite Tür, falls es eine gab, aufging.

Wie also öffnete man diese Tür, wenn nicht mal ein Schlüsselloch vorhanden war, um den altbewährten Dietrich zum Einsatz zu bringen? Während ich über eine Lösung sann, drangen laute Geräusche von weiter oben aus dem Haus an mein Ohr, welche mich aufhorchen ließen. Hatte sich vielleicht die alte Dame auf dem selben Weg Eintritt verschafft, wie ich vor wenigen Minuten? Einem angeborenen Instinkt folgend, suchte ich mir ein Versteck und wartete ab. Dort musste nicht lange verweilen. Denn kaum verschwand ich darin, erblickte ich den wütende Kunde aus dem Laden „Ausrüstungen für Jedermann“,wie er mit seinem Wanderstab gegen die Wand klopfte. Diese öffnete sich einen Spalt breit und der Mann verschwand dahinter. Augenblicklich schloss sich die Mauer wieder. Ich verharrte einige Minuten reglos in meinem Versteck. Leise und vorsichtig um mich blickend begab ich mich wieder vor die Mauer. Ich suchte die gleiche Stelle auf, die der Mann zuvor mit seinem Wanderstock berührte und klopfte gegen die Mauer. Nichts passierte. Ich wollte mich gerade zum Gehen wenden, als eine kleine schmale Hand hervorschnellte, mein Handgelenk packte und mich grob durch den Riss in der Mauer zog.

Dunkelheit umgab mich. Ich stolperte und fand mich auf meinem Hosenboden wieder. Langsam gewöhnten sich meine Augen an die Dunkelheit und bald nahm ich einige Schemen in meiner Umgebung wahr.
Neben mir stand eine kleine Gestalt, die leise kicherte. Dieser Schemen sah nicht nach dem Magiker aus, der vor mir in dem Mauerspalt verschwand. Ein schmales Mädchengesicht, welches mit blonden Locken umrandet war, schob sich vor mein Gesicht. Ein kaltes, boshaftes Glitzern in den Augen musterte sie mich auf’ s Genaueste. „Du riechst lecker.“, zischte sie. Ihre kleine Nase zuckte. Dann leckte sie mir mit ihrer Zunge über die Wange. Ich wusste schon immer, das ich für manchen Frauen unwiderstehlich bin, aber mit solch einer Reaktion hatte ich es bis jetzt noch nie zu tun bekommen. Verlegen grinste ich. Sie kicherte wieder. Es war ein hohes, helles Kichern, welches mich sofort in Arlarmbereitschaft versetzte. Denn Vanessa Kichern, welches ich nur zu gut kannte, besaß einen ähnlichen Klang, wie dieses, wenn auch nicht so fordernd. „Gleich gehörst du für immer mir und dann...“ Doch weiter kam sie nicht in ihren Ausführungen. Denn sie wurde unsanft von mir heruntergerissen.

Ich blickte auf und sah in das mürrische Gesicht des Magikers. „Verschwinde Ashley!“, befahl er dem Mädchen. Danach fragte er mich: „Wie bist du hier hereingekommen?“ Ich wies mit einer Kopfbewegung auf die hinter mir liegende Wand.
Nachdem der Magiker mir aufhalf, begab er sich ungerührt zu einer Treppe, die noch tiefer in den Keller hineinführte. „Wir bekommen nicht oft Besuch. Auch wenn Euer Besuch auf eine Etwas untypisch Art passierte.“ Er entzündete eine Fackel. Dann durchquerten wir ein Labyrinth aus Gängen, welches uns immer tiefer ins Erdreich unter der Stadt führte. Der Magiker durchquerte das Labyrinth im Eilgang. Ich versuchte mit ihm einigermaßen Schritt zu halten. Doch leider sollte ich zu meiner Schande gestehen, gelang es mir nicht, bei diesem Unterfangen mir die gesamten Windungen und Biegungen des Labarinth einzuprägen, wenn ich den Magiker nicht aus den Augen verlieren wollte. Unerwartet blieb er vor einem Gang stehen. Atemlos blieb ich vor ihm stehen. „Hier trennen sich unsere Wege. Wir werden uns zu einem späteren Zeitpunkt wiedersehen.“, und er deutete mit einer Kopfbewegung in den Gang hinein. Missmutig betrachtete ich den Gang. „Was werde ich am Ende des Ganges vorfinden?“ Doch der Magiker war verschwunden. Nur die Fackel lag auf dem Steinboden und zeigte in Richtung des Ganges.

Leise pirschte ich mich in dem Gang voran. Am Ende hörte ich leises Wasser rauschen. Mit einem weiteren Schritt befand ich mich in den städtischen Abwasserkanälen. Es stank, so dass ich mir augenblicklich die Nase zuhielt. Ich markierte den Gang aus dem ich getreten war. Dann wand mich dem dem Unvermeidlichen zu und musterte die Katakombe, die vor mir lag. Schlickiges Wasser entsprang einem Loch in der Wand und ergoss sich in einem dicken Rinnsal die Kellerwand hinunter in einem Strom aus Wasser und Unrat, welcher breit und träge zu meinen Füßen dahinfloss. Ein schmaler aus Brettern zusammengelegter Steg führte hinüber zur anderen Seite dieses stinkenden Gewässers. Er sah nicht sehr vertrauenswürdig aus.
Hinter mir kicherte es leise. „Du siehst komisch aus, wie du hier stehst und überlegst, ob du die Bretter nutzen solltest oder nicht.“ Ich wand mich um und sah abermals in das Gesicht von dem Mädchen, welches der Magiker Ashley nannte, wenn ich mich richtig entsann. „Was würdest du denn in meiner Situation tun?“- „Das.“ Sie gab mir einen groben Stoß vor die Brust mit ihren Händen. Ich konnte nicht anders als auf die Bretter auszuweichen. Die Bretter schwankten unter meinem Gewicht. Doch sie hielten. Sie kicherte leise. „Siehst du sie tragen dich.“ Dann war sie verschwunden. Genauso geräuschlos, wie der Magiker vorher. Unbeholfen drehte ich mich auf dem Steg herum. Dann balancierte ich über diesen hinweg und erreichte sicher und erleichtert die andere Seite.

Steinerne Stufen führte noch tiefer ins Erdreich hinab. War ich davon ausgegangen, dass der Magiker mich wohl in die Freiheit entlassen wollte, erkannte ich an eben dieser Treppe, dass es sich bei diesem Gedanken um einen Irrtum meinerseits handelte. Ashley tauchte neben mir auf und kicherte „Wie ich sehe, erkennst du nun deinen Fehler.“, zischte sie mir zu. „Aber es ist zu spät zur Einsicht. Du hättest den Keller nie betreten dürfen.“ Mit diesen Worten gab sie mir einen erneuten Stoß und ich flog um Gleichgewicht ringend die Treppenstufen hinab. Ziemlich unsanft landete ich auf dem Treppenabsatz. Ich hatte mir nur das eine Knie aufgeschlagen und die Fackel verloren ansonsten lebte ich noch. „Musst du mich so brutal behandeln?“, fragte ich gereizt in die Dunkelheit hinein. „Kannst du nicht einfach höflich fragen, wenn du etwas von mir willst?“- „Können, könnte ich schon“ flüsterte sie mir ins Ohr. Ich konnte ihren Atem an meinem Hals spüren. „Aber, ob ich will, dass ist eine andere Frage.“ Schnell versuchte ich zuzugreifen, aber sie entwand sich meinem Zugriff schnell und gekonnt. „Außerdem kann ich so sicher sein, dass du mir hilfst.“ Mit diesen Worten umschloss sie mit stählernen Griff mein rechtes Handgelenk und küsste es. Perplex hielt ich still. Was hatte das zu bedeuten? Glaubt mir, Ashley wusste in diesem Moment genau, was sie tat. Nur wusste ich in diesem Augenblick noch nicht in welche Schwierigkeiten mich das bringen würde, oder gar welche weiteren Folgen sich daraus ergaben, aber dies meine Freunde werde ich euch zu einem späteren Zeitpunkt enthüllen. Jetzt erst mal war ich ziemlich erstaunt, obwohl mich eine dunkle Vorahnung beschlich, die ich aber nicht zu deuten wusste. „Was tut ihr da?“Ich riss meine Hand los. Auf meinem Handgelenk prangte ein Blutagus in Form eines Lippenabdrucks von Ashley. Achselzuckend erwiderte sie „Markiert und gleichzeitig geschützt.“ Doch bevor ich weitere Fragen stellen konnte, hielt sie mir den Mund mit ihrer Hand zu. „Keinen Mucks! Ihr folgt der Treppe weiter! Dann biegt ihr in den ersten Gang links ein. Danach haltet ihr euch rechts. Dann gelangt ihr an eine Tür, wie ihr sie bereits im Keller gesehen habt. Dort werden wir uns wiedersehen und nun beeilt euch! Sie sind schon auf der Suche nach Euch!“ Dann verschwand sie und ließ mich allein zurück. Vorsichtig tastete ich mich durch die Dunkelheit, immer dicht an der Wand lang und möglichst keine Geräusche verursachend, folgte ich den Anweisungen Ashleys bis ich vor der beschrieben Tür zum Halten kam.
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20

Donnerstag, 5. Februar 2015, 17:07

Türen in der Dunkelheit Teil 2

(von Klaudius von der Hagen )


Im ersten Moment war ich mir nicht einmal sicher, ob Ashley neben der Tür wirklich Ashley war. Ich rieb mir verwundert mit einer Hand über die Augen. Ein helles Licht umgab sie, was ihre Hautfarbe noch heller wirken ließ, aber vielleicht täuschten sich meine Augen auch. Immerhin tastete ich mich den ganzen Weg durch die Dunkelheit, um vor dieser Tür eine unnatürliche Helligkeit wahrzunehmen, als würde sie mich zum Eintreten auffordern.
„Du musst dort drücken!“, wies mir Ashley den Weg. Sie deutete mit einem Finger auf eine Stelle an der Wand. Ich tat, was sie von mir verlangte. Die Tür sprang mit einem leisen Klicken auf. „Folge mir! Und sei leise!“, flüsterte sie mir zu, bevor sie durch die Tür verschwand. Als könnte ich etwas dafür, dass dieser Türmechanismus klickte. Das war wieder mal so typisch,diese Weibsbilder, immer diese haltlosen Unterstellungen. Ziemlich gereizt trat ich ein, um Ashley gehörig die Meinung auf den Kopf zu zusagen, und was ich von dieser ganzen absurden Situation hielt. Nämlich rein gar nichts. Außerdem wollte ich endlich wissen: Von wem wir verfolgt würden? In was sie mich verwickelt hatte. Was das komische Mal bedeutete, welches sie mir am Handgelenk verpasste und noch einiges mehr...

Doch ich kam gar nicht dazu ihr meine Meinung klar zu verdeutlichen. Ashley schubste mich zur Seite, als ich in den Raum trat. Ich wollte sie schon anfahren: Was das sollte, ob sie mich zu ihrem persönlichen Prügelknaben auserkohren hatte. Als ich aus den Augenwinkel bemerkte, wie ein riesiges schwingendes Hackbeil genau auf die Stelle zu sauste, wo ich mich gerade eben noch körperlich befand. „Wir müssen äußerst vorsichtig sein.“, flüsterte sie. „Dieser Teil des Labyrinth ist mit Fallen nur so gespickt.“ Meine Wut verpuffte: „Dddanke...“,stotterte ich und betastete meinen unversehrten Körper. Sie kicherte leise: „Gern geschehen. Komm! Sie sind gleich an der Tür und glaube mir, du möchtest keine Bekanntschaft mit ihnen schließen.“ -„Bevor ich dir weiter blind durch dieses Labyrinth folge, würde ich es sehr nett von dir finden, wenn du mir wenigstens erzählst, wobei ich dir helfen soll, und für was ich hier meinen Kopf riskiere.“ Ashley musterte mich wieder durch ihre finsteren, gelben Augen, als würde sie abschätzen, wie viel sie preis geben könnte.

Angespannt blickte sie zur Tür hinüber, zuckte kurz mit den Schultern und dann begann sie mir ihre Geschichte zu erzählen: „Meine Familie gehört einer sehr alten Rasse an. Wir lebten schon hier, als ihr Menschen noch durch den Urwald ranntet und euch gegenseitig die Schädel mit Keulen spaltete. Und wir werden noch da sein, wenn es Euch nicht mehr gibt. Aber wir sind nicht unsterblich, obwohl unsere Lebensspanne, die eines normalen Menschenzeitalter bei Weitem übertrifft. Jeder von uns besitzt einen Geist, den wir getrennt von unserem Körpern aufbewahren können. Einige meines Volkes entscheiden sich gegen diese Praxis. Was du von mir siehst, ist mein materialisierter Geist. Mein Körper wird in diesen Katakomben gefangen gehalten und ich will ihn zurück haben.“ Sie lies keinen Zweifel an ihren Worten und ihre Augen verdunkelten sich während sie mir ihre Geschichte wiedergab, und mir somit den Grund enthüllte, warum ich mit ihr durch diese Katakomben irrte. Ich empfand einen kurzen Anflug von Mitleid für sie.

Aprupt änderte sich dies, als ich mich selbst betrachtete und die unvermeidliche Frage stellte.
„Und was hat dies alles mit mir zu tun?“, fragte ich sie. den gereizten Tonfall in meiner Stimme nicht mehr verbergend. „In dieser Form kann ich keine Hebel und Schalter drücken.“, beantwortete sie meine Frage. Sie überhörte den Klang in meiner Stimme. Ich versuchte es erneut mit: „Aber du hast mich doch in das Labyrinth hinein gezogen?“ -„Zuerst hast du den Schalter. Ich nutzte nur eine sich mir gegebene Gelegenheit.“, erklärte sie mir unbeeindruckt. „Aber der Magiker...“,stammelte ich. „Der alte Mann?“ Sie stiess die Frage wie eine Anklage hervor. Der Ausdruck in ihren Augen wandelte sich in eine tiefe Schwärze. Zögernd nickte ich. Ich wagte es nicht zu sprechen. Etwas sehr Unheimliches lag in Ashleys Zügen: „Er ist kein Magiker.“, erwiderte sie bitter. „Das was er ist. Dazu habe ich ihn gemacht.“ Ich bemerkte, dass mit diesen eisigen Worten sie das Thema für beendet hielt. Es hatte wenig Sinn sie weiter auszufragen. Ich Blick schweifte abermals zur Tür hinüber und sie meinte: „Wir müssen hier weg!“ Ashley deutete auf den vor uns liegenden Weg. „Betritt nur die Felsplatten, die ich dir vorher zeige. Damit du nicht noch eine dieser Fallen zum Opfer fällst und stirbst.“

Wir kamen nur langsam voran. Denn Ashley hüpfte vor mir her, um mir zu zeigen, welchen Weg ich zu nehmen hatte. Dabei unterließ sie es nicht, mir immer zu erzählen, auf welche Art ich gestorben wäre: So lauteten einige ihrer zahlreichen Kommentare: „Vergiftete Pfeilspitzen.“, „Achtung Speerspitzen, die aus dem Boden kommen“, „Eine Axt, die dir den Schädel zertrümmert“ und so weiter und so fort...Es war kein leichter Weg und Ashleys Erklärung hoben nicht minder meine Stimmung. Je länger wir in dem Labyrinth unterwegs waren, desto mehr zermürbten mich ihr Kommentare. Meine Stimmung erreichte unvermeidlich einen neuerlichen Tiefpunkt. Ziemlich gereizt, platzte es aus mir heraus: „Würdest du es bitte unterlassen, alle Fallen zu erörtern.“, dabei zog ich eine Augenbraue hoch und blieb augenblicklich Stehen. „Wie soll ich denn sonst vor den Gefahren warnen?“, fragte sie mich verwirrt. Sie schien gar nicht zu begreifen, dass sie mich mit den Aufzählen, der zu umgehenden Fallen nervte. „Du könntest doch einfach mit dem Finger darauf deuten ohne zu sprechen“,schlug ich vor. „Wenn du meinst.“, antwortete sie knapp.

Lautlos bewegten wir uns weiter in diesem Labyrinth immer vorwärts. Langsam entspannten sich meine Nerven und ich stellte fest, dass Ashley sich hier unten ziemlich gut auszukennen schien. Nach einiger Zeit und ohne weitere sinnlose Worte erreichten wir... Na, sicherlich habt ihr es schon erraten. Ja, es stimmt... Eine weitere Tür. Nur war diese mit einem pulsierenden roten Glühen umgeben. Sollte es sich dabei um eine Warnung handeln? Ich hatte kein gutes Gefühl. „Weiter kann ich nicht mitkommen“, erklärte mir Ashley. „Diese Tür ist mit einem Bannzauber belegt, die mich von ihrem Inneren fernhalten soll. Den Rest der Strecke kannst du mühelos alleine bewältigen. Und beeil dich! Der Wachposten müsste in eben diesen Augenblick wechseln. Du hast keine fünf Minuten.“ Ich wusste nicht, was sich hinter dieser rotglühenden Tür befand, aber es spielte auch keine Rolle für mich. Ich war zu weit gegangen um jetzt noch umkehren zu können und wenn ich an die ganzen Fallen dachte, die ich passiert hatte, wollte ich das auch nicht mehr. Wahrscheinlich würde ich in wenigen Augenblicken sowieso erfahren, was sich hinter dieser Tür befand. Vorsichtig wollte ich die Tür betasten. Doch zu meinem Erstaunen stellte ich fest, dass ich einfach hindurch treten konnte.

Mit einem Schritt war ich auf der anderen Seite und ihr glaubt nicht, was sich auf der anderen Seite befand. Ich rieb mir die Augen und kniff mir in den Arm. Ich schwöre, ich träumte nicht: Gold. Pures Gold. Meterhohe aufgeschüttete Berge voll mit glänzendem Gold. Ich bekam den Mund gar nicht mehr zu vor staunen. Wahrscheinlich lief mir auch der Geifer aus dem Mund, aber es war mir egal. Vor mir türmte sich so viel Gold auf, wie ich in meinen Leben nicht ausgeben konnte und meine Kinder und Kindeskinder davon noch über Generation leben könnten, gesetzt dem Fall ich würde es fortbewegt bekommen. Hand für Hand stopfte ich es mir in die Taschen. Lachte wie ein Narr und hüpfte von einem Goldhaufen zum Nächsten, um abermals Münzen in meine Taschen zu stopfen: „Ich bin reich. Ich bin reich.“, jubelte ich und griff immer wieder nach den Gold. Ich verknotete sogar die Enden meiner Hose an den Knöcheln um noch mehr Gold mitnehmen zu können. Ich stopfte die Hose bis zum Bauchnabel voll. und unter mein Wams tat ich auch noch klingende Goldmünzen. Am Ende sah ich aus wie ein gestopfter Truthahn und schleppte gute dreißig Kilo des puren Goldes an meinem Körper herum. Bei jeden meiner Schritte schüttelte es die Münzen durch und sie verpassten mir den ein oder anderen Blutagus am Körper, aber es war mir egal. Ich war reich. Ich musste nur noch mein Gold sicher hier Rausbringen und ich war ein reicher, wohlhabender Mann. „Danke. Danke. Danke.“, jubelte ich immer noch über das Glück, welches mir in diesem Raum zuteil geworden war. In meinem Rausch bemerkte ich nicht, wie sich ein gewaltiger Schatten über mich senkte...
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