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Samstag, 4. Dezember 2010, 16:02

Isago ma Kaze, die Reise eines Halbelfen

Nun, ich hab vor einiger Zeit (ist schon etwas länger her) die Vorgeschichten meines Charakters Isago gepostet,
dabei vielen mir aber noch einige Ideen ein, die Isago erlebt haben könnte, bevor er nach Gondal gekommen
ist, leider fehlte mir schlicht die Zeit, um diese Ideen niederzuschreiben. Im Laufe der Zeit hab ich einiges
wieder vergessen, dafür sind neue Ideen dazu gekommen. Im Oktober hatte ich nun Zeit, mal anzufangen
und alles niederzuschreiben, da ich ans Bett gefesselt war (wurde von nem Auto angefahren)

Leider mangels der Geschichte noch an allerlei, darum bin ich über jede Kritik und jeden Verbesserungsvorschlag dankbar,
wie ich die Geschichte spannender und auch interessanter gestalten könnte (sollte es jemand schaffen, sich bis zum Ende durchzuwühlen)


Die Geschichte ist in drei Teile unterteilt, das was vor Gondal geschieht,
das Rp in Gondal, und ein Schluss, der nach meiner Zeit in Gondal spielt
bisher ist ca die Hälfte niedergeschrieben, wobei ich die Kapitel nicht
der Reihe nach schreibe, sondern das, was mir grad einfällt


PS.: sie ist inzwischen schon relativ lang,
aber ich werds in kleine Happen unterteilen,
und für jedes Kapitel einen neuen Post erstellen

PPS.: Keine Angst, ich bin nicht größenwahnsinnig, ich weiß, dass ich kein Schriftsteller bin,
die Geschichte hab ich nur verfasst, weil ich grad Lust drauf hatte und es mir Spaß gemacht hat


Ach ja, die Abenteuer die Isago erlebt, sind ne Fortsetzung von diesem Post

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Isago ma Kaze« (8. Dezember 2010, 17:59)


2

Samstag, 4. Dezember 2010, 16:54

Eine Schenke, ein Giour und ein Zwerg

Isago war bereits einige Zeit unterwegs, als er ihn die Schenke „zum schlafenden Schimmel“ einkehrte.
Es war ein altes, aber schönes Gebäude, das zur Gänze aus Holz gefertigt war. Die Säulen und die Wände
waren mit Schnitzereien verziert, und im ganzen Raum waren kleine Tischchen willkürlich verteilt.
In einem Kamin, der das einzige im Raum war, dass aus Stein gefertigt war, prasselte ein kleines Feuer.
Aus der Küche wehte ein herrlicher Duft.

Der Wirt war ein junger, elegant gekleideter Mann, mit schwarzem, straff zurückgekämmtem Haar.
Die Neugier des Mannes schien schier unbegrenzt zu sein. So bot er Reisenden an, ihnen eine Gratismahlzeit
zu spendieren, wenn sie eine Geschichte kundgaben, die eine solche Mahlzeit wert war.
Der schlaue Wirt erhoffte sich dadurch mehr Kunden anzulocken. Und damit behielt er recht.
Viele Menschen kamen in die Taverne, um den spannenden Geschichten der Reisenden zu lauschen.

Sofort nachdem der junge Halbelf den Raum betreten hatte, wurde auch ihm das Angebot gemacht.
Da eine Gratismahlzeit stets willkommen war, kletterte Isago auf die Theke, um den ganzen Raum im Blick zu haben.
Ringsumher wurde es ruhig, und die Anwesenden, sofern sie nicht gerade mit essen beschäftigt waren,
bildeten eine Traube rund um den Erzähler. Als nur noch leises Getuschel und vereinzeltes klimpern
von Essbesteck zu vernehmen war, begann Isago zu sprechen


Wie ich einen Giour Erlegte
Es war noch gar nicht so lange her, da begab sich folgendes. Als ich kein Geld hatte,
um die Zeche in einer Herberge zu zahlen, schickte mich die Hausherrin in den Wald
um Feuerholz zu hacken. Also lieh ich mir eine Axt und wanderte ich durch den dunklen Wald.
Die Bäume standen so dicht aneinander, dass kaum ein Lichtstrahl den Weg durchs Dickicht fand.

Da erblickte mein Auge am Horizont einen seltsamen Lichtschein. Da mein Elfenherz von Natur aus
von Neugierde getrieben ward, überwand ich die Distanz eiligen Schrittes. Ein folgenschwerer Fehler.
Denn die Quelle dieses Lichts war ein Wesen, dessen bloßes Erscheinungsbild selbst wackere Soldaten
panisch hätte flüchten lassen. Es war ein vierbeiniges Ungeheuer, gut sechs Schritt hoch.

Die Beine waren lang und kräftig, wie die eines Ochsen, der Kopf des Biests erinnerte jedoch an einen Bären,
jedoch hatte dieses Wesen keine Augen, zumindest keine sichtbaren. Der Hals war von dichten Zotteln bedeckt,
die, wie der samtige Pelz, schneeweiß waren. Der lange Schweif war am Ende gespalten und aus Drüsen am Rücken
und am Unterkiefer drang eine Nebelartige Substanz aus, die dem Ding diesen leuchtenden Schimmer verlieh.

Dann erhob es die Stimme, wobei es nicht wirklich Worte waren, die es an mich richtete. Wenn ich müsste,
so würde ich es als ein Zischen und Scharren beschreiben. Keine Worte, nein, aber diese Sprache

war auch nicht für die Ohren bestimmt. Diese Laute drangen tief in mein Herz ein, und mein Gefühl verriet mir,
was es mir sagen wollte. Ich sollte ihm als Nahrung dienen, denn viel zu selten verirrte sich Beute in diesen Teil des Waldes.
Und nun, da das Ungetüm es erwähnte, fiel auch mir es auf, dass ich im gesamten Wald weit und breit
kein Anzeichen von Leben entdecken konnte. Kein Vogelgesang, oder Rabengeschrei in den Ästen, weder Rehe,
Füchse oder Wildschweine durchstreiften das Unterholz, und auch im Boden war kein Leben zu spüren.

Dann setzte das Ungeheuer seine „Unterhaltung“ fort; Es sagte, wenn ich noch etwas zu sagen hätte,

dann sollte ich es bald tun, denn es hätte keine Geduld mehr. Was also sollte ich tun?
Sollte ich mich auf einen Zweikampf einlassen, gegen etwas, dass mehr als vier Mal
so groß war wie ich selbst? Nein, ich musste versuchen, das Ungetüm zu überlisten.
Ich grinste es an und sagte höhnisch Ich weiß jetzt was du bist. Du bist eines der Wesen,
die Angst vor der Dunkelheit haben. Darum umhüllst du dich auf mit diesem lächerlichem Lichtnebel,
aber mir jagst du keine Angst ein.
Kaum waren mein Worte in der erdrückenden Stille des Waldes verhallt, begann das Biest zu beben.

Mit einem mächtigen Schweifhieb schleuderte mich das Monster gegen einen Baumstamm
Du waagssst essss mir zu spotten, du eehlender Wurrrrm, zischte es bedrohlich

Isago ahmte während der Erzählung das zischende Geräusch nach, worauf einige Gäste mit Kichern antworteten,
andere saßen gespannt da und warteten, dass die Geschichte fortgesetzt wurde.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Isago ma Kaze« (4. Dezember 2010, 17:18)


3

Samstag, 4. Dezember 2010, 16:58

Als die Leute wieder verstummt waren, erzählte der Halbelf weiter

Als ich mich aufgerappelt hatte, verlangte ich, dass es mir bewies, dass ich unrecht hatte.
Ich zeigte auf eine alte knorrige Eiche, die ein großes Astloch zierte.
Wenn du dich traust,
deinen widerwärtigen Schädel auch nur für 5 Minuten in diesem Astloch zu lassen,
dann nehme ich meine Anschuldigung zurück, tu es, oder gesteh dir ein, dass ich recht hatte
und du nur ein feiges Biest bist.

Duu denkssst ich fürchchte mich vor dem bissssschen Dunkelheiiit, warte nur, Bürschhhchen

Gemächlich trottete es zu dem alten Baum und tat, wie ihm geheißen. Doch kaum war der Kopf
im Inneren des Baumes verschwunden, zog ich die Axt. Behände sprang ich auf den Rücken des Überraschten Wesens
und zog mit aller Kraft durch. Doch anstatt den Kopf abzutrennen sauste die Klinge hindurch,
und der massige Körper verwandelte sich in Rauch. Ich verlor den Halt und stürzte unsanft zu Boden.
Ungläubig sah ich mich um, doch keine Spur von dem Verschwundenen. Puff, einfach in Luft aufgelöst.


Bei dem letzten Satz machte der Halbelf eine Bewegung, um das Verschwinden zu untermalen.

Keine Sekunde länger wollte ich in diesem Wald bleiben, also suchte ich schleunigst das Weite. Die Wirtin schien überrascht,
als lebendig aus dem Wald zurückkehrte. Sie war so überrascht, dass sie mich sogar ohne Bezahlung ziehen ließ.
Und ich schwöre, jedes Wort ist wahr

Die Leute klatschten und johlten, und auch wenn die meisten die Geschichte für frei erfunden hielten,
so schien sie das nicht zu kümmern, da sie gut unterhalten worden waren. Und nur deshalb waren sie hier

Humbug.. tönte es aus der Ecke des Raumes. Ein stämmiger Zwerg hatte dort gespeist und die Geschichte mit angehört.
Seine Rüstung stammte aus den nördlichen Schmieden und war reich verziert.
Am schwarzen Bart hingen noch ein paar Tropfen vom Met, den er eben getrunken hatte.
Wenn eine Axt auf einen Nacken trifft, hat dies stets dasselbe Ergebnis. Habs tausend Mal erlebt, aus nächster Nähe,
das letzte Mal, als ich die Schlossburg des Zwergenfürsten Earon dem Dritten, Ahnherr und Freund meines Vetters
Ohgrim den Zweiten verteidigte. Das war ein Gemetzel kann ich euch sagen, und diese Axt, hat mehr Schädel gespalten,
als er es euch je erträumen werdet Elf.

Mit den Worten zog der Zwerg eine, mit Runen verzierte Axt unter dem Tisch hervor.
Isago kannte die alte nordische Zwergenschrift nur wenig, jedoch lautete die Inschrift grob übersetzt „die, die Berge spaltet
Interessiert betrachtete der Halbelf die feingearbeiteten Muster und Verzierungen aus Gold, die das dunkle Metall zum funkeln brachten.
Dieser Blick entging dem Zwerg nicht, und ihm schwoll vor Stolz die Brust

S‘ mein wertvollster Besitz, wurde schon in so manch Liedern besungen, die euer Volk so singt.
Wenn es etwas gäbe, dass diese Axt nicht teilen könnte,

dann allerhöchstens eine Zwergenrüstung aus der selben Schmiede

Während Isago den Erzählungen von den einzigartigen Schieden der Zwergenstädte lauschte,
brachte der Wirt die Gratismahlzeit und einen Krug Met. Der Zwerg prahlte, dass die Braten in seiner Heimat
um ein vielfaches größer waren, und er dem Elf dies irgendwann zeigen müsse.
Gemeinsam tranken, erzählten und feierten sie noch bis spät in die Nacht

Als sich Isago nach einigen Tagen wieder auf den Weg machen wollte fragte ihn der Zwerg,
dessen Name Draugur lautete

Und? Wohin führt dich deine Reise nun, Elf?
Da, wo der Wind mich hinträgt, schmunzelte der Halbelf
Darauf steckte der Zwerg den Zeigefinger in den mund und reckte ihn dann prüfend gen Himmel
so ein Zufall, der Wind kommt von Süden und auch meine Reise treibt mich nordwärds, wollen wir ein Stück weit zusammen gehen,
dann kann ich dir zeigen, wie man echte Abenteuer erlebt. Dann brauchst du dir keine Lügengeschichten mehr auszudenken,
um an eine Mahlzeit zu gelangen

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Isago ma Kaze« (4. Dezember 2010, 17:13)


4

Samstag, 4. Dezember 2010, 18:02

Die Nacht der Gaukler

Der dichte Nebel ließ kaum klare Sicht auf den klaren Nachthimmel. Nur mit Mühe konnte man die Sterne
am Firmament erkennen, die etwas Licht durch das Dickicht der Wälder scheinen ließen.
Unermüdlich wanderte das ungleiche Duo weiter nach Norden durch das kniehohe Gras.
Hin und wieder flogen einige Traumlichter auf, und warfen ihr kaltes grünliches Licht auf die Gesichter der Beiden.
Doch vermochten die kleinen leuchtenden Insekten, deren Aussehen an Falter erinnerte kaum genug Licht zu erzeugen
um die Umgebung zu beleuchten

Seit Stunden marschieren wir jetzt schon durch diese Gegend, und alles sieht gleich aus,
wenn du mich fragst, dann laufen wir im Kreis,
maulte der Bärtige mürrisch.

Zum Glück habe ich Euch nicht gefragt Herr Zwerg, denn wenn ihr euren Blick nach oben richten würdet,
dann könntet ihr sehen, dass der Nordstern direkt vor uns am Himmel steht, folglich sind wir noch auf Kurs,
doch nun seid still, mir war als hätte ich etwas gehört
Also ich hör nix, da spielen dir deine überlangen spitzen Lauscher wohl einen Streich.

Der Zwerg schwieg kurz, nachdenklich versuchte er jedes Geräusch wahrzunehmen, da vernahm er plötzlich ebenfalls etwas,
dass nicht zu den übrigen Klängen passte, ein leises Gelächter, welches von einer weit entfernten Menschengruppe stammen musste,
dazu kam noch diese seltsame Musik, die sowohl belustigend, als auch angsteinflößend wirkte.

Von Neugier getrieben steuerten sie auf die Klangquelle zu, und nach einiger Zeit gelangten sie auf eine große Lichtung.
Dort waren mehrere Zelte Ringförmig aufgebaut, einige Planwagen standen einige hundert Meter abseits, dort grasten auch die Zugtiere.
In der Mitte des Zeltringes war ein enormes Lagerfeuer, um welches einige Schausteller herumtanzten, sangen und lachten.

Fahrendes Volk.. Ich traue denen nicht, vielleicht sollten wir lieber umkehren, meinte der Zwerg misstrauisch.
Jedoch überzeugte ihn der Elf mit dem Argument, dass auch sie nichts anderes als Reisende wären,
und es dort vielleicht Speis und Trank für sie gäbe. Um die Feiernden nicht zu unterbrechen, mischten sie sich unauffällig unter die Gaukler,
da verstummte der Gesang plötzlich und hoch oben im Geäst ertönte ein wahnsinniges Gelächter

Verstummt meine Untertanen, und vernehmt die Kunde
Zwei fremde, ein Zwerg und ein Elf, sind in unsrer Runde,
das find ich witzig khihihi


Mit einem gekonnten Vorwärtssalto sprang die hagere Gestalt vom Baum, und verbeugte sich. Der Großgewachsene Mann trug Narrenkleider,
wodurch seine unnatürlich langen Gliedmaßen sogar noch länger wirkten. Seine Augen waren von schwarzer Schminke umrandet
und ein künstliches verzerrtes Lächeln aufgemalt. Bei jeder Bewegung gaben die Glöckchen, welche Narrenkappe und Schnabelschuhe zierten
ein leises Geräusch von sich. Erneut unterbrach ein schrilles kichern die Stille der Nacht

Ich darf mich vorstellen, man nennt mich den Spaßmacher
Der Name ist Programm, bin immer gut für einen Lacher
Auch Narr, Schalk, und Schelm nannten mich die Leute
Doch hab erschlagen ich die ganze Meute,
Tat alles nur für meine Beute
Unangemeldete Besucher, als Schnüffler will ich sie doch glatt bezeichnen
Werden auch bald ihren letzten Ort erreichen
Khihihihihihi


Die Hand des Zwerges ruhte bereits auf seiner Axt, bereit dem Lachen des Spaßmachers ein jähes Ende zu bereiten, doch Isago hinderte ihn daran,
Hierbei muss es sich um ein Missverständnis handeln, wir sind friedliche Reisende, wir wollten nirgends unangemeldet reinplatzen, wir hatten nur den Wunsch,
uns vielleicht am Feuerschein aufwärmen zu dürfen


Aufwärmen?... Khihihihi, das ändert natürlich die ganze Sache..
…Goliath, du bist wahrlich `ne Flasche als Wache
In ihr „Zimmer“ bringe nun die Gäste,
in das Besondere, in das Beste
Khihihihihi


Das Lachen klang schrill und beunruhigend, und bevor Elf und Zwerg reagieren konnten, wurden sie von einem riesigen Typen hinterrücks niedergeschlagen.

5

Samstag, 4. Dezember 2010, 18:33

Als Isago nach einigen Stunden wieder zu sich kam, fand er sich in einer Art überdimensionalen Vogelkäfig wieder,
welcher an einem hohen Ast befestigt war, auch sein Zwergenfreund war in diesem Käfig gefangen.
Der Spaßmacher saß auf dem darüberliegenden Ast, und blickte grinsend auf seine Gefangenen hinab.

Nun lacht doch mal, ist doch noch lange kein Weltuntergang.
Freut euch, es ist euch heut zum letzten Mal Angst und Bang
Wenn sich morgen früh die Sonn‘ erhebt
Ihr dann die längste Zeit habt noch gelebt
Drum grämt euch nicht und genießt die Zeit
Denn nur noch Stunden, und es ist soweit
Dann ist aus mit eurer Zweisamkeit
Und ihr seid von einander dann befreit
Khihihihihihihihihihihihihihiiiii


Mit irrem Gelächter ließ sich der Narr rücklings vom Ast fallen, landet jedoch elegant auf seinen Füßen,
hopsend und springend machte er sich dann auf in Richtung der Zelte

Vorwurfsvoll funkelten ihn die Zwergenaugen entgegen
Traue ihnen nicht hab ich dir gesagt!
Kehren wir um habe ich gesagt!
Aber hörst du je auf mich, nein, der Herr Elf ist ja immer klüger als der dumme Zwerg,
ich habe keine Ahnung warum ich immer noch mit dir reise, Jahrelang hatte ich nie Ärger
und kaum bin ich ein paar Wochen mit dir unterwegs..

Während sein Kamerad noch weitermaulte, nutzte der Halbelf die Zeit, und blickte sich im Lager um.
Am Lagerfeuer saß ein gut sieben fuß hoher Koloss, außer seiner gewaltigen Muskeln trug der Glatzkopf
auch noch eine Keule als Waffe mit sich. An seiner Seite saß ein schlanker junger Mann, seine Kleidung war leger,
ein ärmelloses obergewand und ein Zerrissenes Beinkleid. Der Irokese schien unbewaffnet zu sein, jedoch trug er
einige Fackeln bei sich, was Isago etwas misstrauisch stimmte.

Auf der anderen Seite des Feuers ließ sich eine junge zierliche Frau ausmachen, deren schwarzes Haar zu einem
geflochtenen Zopf zusammengebunden war. Sie war in schwarzes Leder gehüllt und trug eine lange Peitsche bei sich,
hinter ihr hatte sich ein riesiges Ungeheuer zusammengerollt. Das wolfsähnliche Wesen war groß genug,
um selbst den Muskelprotz mühelos auf seinem Rücken tragen zu können.
Etwas abseits, vor einem der Zelte, stand der Spaßmacher, der sich gerade mit einem Akrobaten zu unterhalten schien
Ihre Waffen, die ihnen abgenommen wurden, als sie bewusstlos waren, lehnten an einem Baum, nicht fern von ihnen,
jedoch im Moment unerreichbar

..Hallo? Hörst du mir überhaupt zu? Wunderbar Isago, und genau deshalb sind wir ja jetzt in dieser Lage
Die Stimme des Zwergs riss ihn aus seiner Gedankenwelt, dann grinste er dem Bartträger zu
[i]Du hast recht, es ist mein Fehler, aber ich konnte nicht ahnen, dass es ein Fehler war, sich zu diesen Leuten zu begeben.
Jedoch ahnen auch die nicht, dass es ein Fehler ist, uns zu unterschätzen...… Ich glaube, ich kann uns aus diesem Gefängnis befreien,
aber dann müssen wir uns zu unseren Waffen durchschlagen und es mit einer Überzahl an Gegnern aufnehmen, schaffst du das?
Wir müssen ja nicht alle besiegen, nur genug um uns einen Fluchtweg in die Wälder zu bahnen
[/i]
Der Zwerg grinste nun ebenfalls Ich befürchtete schon, du hättest bereits aufgeben, dann wollen wir mal, ne?

Mit einem kräftigen Hieb zertrümmerte der, vor Kampfgeist strotzende Zwerg den Käfigboden, und die beiden stürzten in die Tiefe,
ihr Fall wurde jedoch gebremst, da Isago im letzten Augenblick seine Kräfte benutzte, um einen Erdwall aufzuschichten,
der den Sturz in ein kurze Rutschpartie umwandelte Die Gaukler reagierten schnell, jedoch nicht schnell genug.
Als der Riese sich erheben wollte, sprang ihm der Zwerg von hinten ins Kreuz, wodurch der Koloss vornüber kippte
und mit seinem Massigen Körper das Feuer ausdämpfte. Isago hatte die Zeit genutzt, und hatte inzwischen ihre Waffen geborgen.

Da kam das Wolfsungeheuer auf ihn zugeprescht, auf dessen Rücken seine Bändigerin saß,
und ihm Anweisungen zu geben schien. Mit einer kleinen Erdplattform, die mit einem enormen Druck
unter dem Elfen aus dem Waldboden schoss, katapultierte er sich über das Monstrum hinweg,
um seinem Partner die Axt zu überbringen

Währenddessen hatte sich der Koloss wieder aufgerappelt, und wollte zum Vergeltungsschlag ausholen,
doch kam ihm der Irokese zuvor Endlich mal etwas los hier… Vorsicht, jetzt wird’s heissssss
Er hatte eine seiner Fackeln entzündet und hielt sie sich vor den Mund. Binnen Sekunden breitete sich eine
gewaltige Feuerwalze über den Platz aus und hüllte den Zwerg, aber auch den Muskelprotz in Flammen ein.
Als das Inferno abklang und die sich Rauchschwaden verzogen hatten, war die Lichtung nur noch Schutt und Asche.
Inmitten dieser Verwüstung war ein Geröllhaufen, dessen Oberfläche völlig verrußt war, als der Feuerspucker
diesen genauer untersuchen wollte, zersprang er plötzlich und die Faust der Zwerg schoss hervor und schickte
den Artisten ins Reich der Träume.

Deine magischen Zaubertricks kamen gerade noch rechtzeitig, danke, ich stehe in deiner Schuld, Elf
Isago überreichte lachend die schwere Axt, und zog seine rostige Klinge, und stürmte Richtung Osten,
da dort die Chancen einer gelungen Flucht höchsten waren

6

Samstag, 4. Dezember 2010, 18:57

Der Wolf hatte kehrt gemacht und stürzte sich auf den überraschten Elf. Er drückte ihn mit einer Pranke zu Boden
und fletschte bedrohlich die Zähne. Geifer tropfte zu Boden, und das knurren der Bestie brachte den Boden zum Zittern.
Kurz bevor das Biest zuschnappen konnte, wurde es an der Seite von einer Wurfaxt getroffen.
Jaulend bäumte sich das Ungeheuer auf und warf die Reiterin ab. Der Schütze kam angespurtet und reichte seinem Freund
die Hand um ihm aufzuhelfen Isago lächelte dankend, Nun sind wir wieder Quitt

Ihr zwei seid vom kämpfen ganz besessen,
habt wohl mich schon ganz vergessen.
Werd eines bessren euch belehren
Könnt ruhig aufhören euch zu wehren


Der Spaßmacher hatte sich den Beiden in den Weg gestellt, er blickte gespannt nach oben und begann zu würgen,
als ob er sich übergeben müsste. Da tauchte in seinem Mund etwas silbrig glänzendes auf, er umschloss es mit einer Hand
und zog es langsam aus seinem Schlund, immer länger wurde das silberne Teil, und als es vollständig gezogen hatte,
konnte man es als eine lange dünne Klinge identifizieren. Selbiges wiederholte er erneut, sodass er nun in jeder Hand ein langes Schwert hielt

Auch mir sei der Spaß vergönnt
Dann zeigt mal was ihr könnt,
ich werde euch zur Hölle schicken


Der Narrenkönig stürmte eiligen Schrittes los, und der Zwerg tat es ihm gleich, und obwohl er seine Axt kreisen ließ,
und sein Beil im Sekundentakt auf das Gegenüber niedersausen ließ, konnte er ihn nicht einmal treffen.
Der Hagere schaffte es immer wieder seine langen Gliedmaßen aus dem Gefahrenbereich zu biegen.
Er schlug Räder, machte Saltos und Pirouetten, und ließ zwischendurch immer wieder seine Waffe nach vorne schnellen,
die jedoch nur ein paar Kratzer auf der wuchtigen Zwergenrüstung hinterließen.

Isago nutzte seine Fähigkeiten um seinen Gefährten bestmöglich zu unterstützen, doch konnte der Spaßmacher allem mühelos ausweichen.
Nichts klapptwieso hält der Lulatsch nicht endlich stilldas gibt’s doch nicht schnaufte der Zwerg
Wenn das so weitergehen würde, würden sie den Kampf vielleicht verlieren, denn es war nur eine Frage der Zeit,
bis eines der Gauklerschwerter eine empfindliche Stelle treffen würde.

Mach dir keine Sorgen, dieser Möchtegerngaukler hat auch eine Schwachstelle,
abgesehen davon, dass er nicht witzig ist, Hast du gemerkt, sein letzter Satz hat sich nicht einmal gereimt


Kurz hielten sowohl Zwerg, als auch Gaukler inne, und überlegten, was der Spaßmacher als Letztes von sich gegeben hatte.

Was du sagst ist ungeheuerlich
Ja gar schon lächerlich
Es ist völlig unmöglich
Du lügst sicherlich
Dafür töte ich dich


Blind vor Wut raste der Schalk, mit beiden Schwertern wild herumfuchtelnd auf den Halbelf zu. Doch darauf hatte Isago gewartet.
Denn er hatte den Boden präpariert, während der Angreifer seine Aufmerksamkeit noch auf den Zwerg gerichtet hatte.
So gab das Gestein nach, als der Schnabelschuh es berührte, der Spaßmacher verlor das Gleichgewicht und landete bäuchlings im Staub.
Isago hob sein Schwert, doch da ertönte hinter ihm ein Geraune. Nicht nur der Flammenspucker hatte wieder das Bewusstsein erlangt,
sondern auch der verkohlte Atlas hatte sich erneut aufgerichtet, und die Bändigerin hatte ihre Bestie beruhigt.
Ich sags ja nicht gern, aber vielleicht sollten wir lieber abhauen, solange wir noch die Möglichkeit dazu haben,
meinte der Zwerg, mit einem Kopfnicken Richtung Gaukler nickend
Vielleicht hast du recht, vertagen wir das
Schnell hob Isago eine der Narrenklingen auf und die Beiden Verschwanden im Dickicht der Wälder

Stunden später, als sie sicher waren, dass sie nicht verfolgt würden, verlangsamten sich ihre Schritte und der Zwerg richtete sich keuchend an Isago
Warum,… hast du dieses Ding da mitgenommen? Ich meine,… das hatte er doch schon im Mund,
Nun, erstens glaube ich nicht, dass es wirklich jemals in seinem Rachen war, sondern dass da ein Trick dahinter steckt,
und zweitens, ist dieses Schwert doch um Längen besser als mein Altes, dass ich einst einem Ork abnahm.

Besser als die rostige, stumpfe Klinge, ist sie schon, aber wenn du ein Meisterschwert haben willst,
musst du mich in meine Heimat begleiten, denn nur Waffen aus Zwergenschmieden sind legendäre Waffen


Zur selben Zeit kniete der Spaßmacher in einem verrauchten weit entfernten Zelt.
Vor ihm saß ein großgewachsener Mann im Halbdunkeln, sein Gesicht war nicht zu erkennen,

Die Schnüffler sind euch also entwischt, und du wagst es, mir hier vor die Augen zutreten..
Und wie du aussiehst, lächerlich. Du bist selbst für die niedere Spezies der Menschen eine Schande
Mit Verlaub, Meister, das ist die übliche Tracht eines Narrens und lächerlich zu sein ist mein Beruf.
Und wenn ihr es mir gestattet, dann nehme ich noch heute die Verfol…

Weiter kam er nicht, denn der Gesprächspartner hatte sich erhoben und ihn an der Gurgel gepackt,
Du enttäuscht mich, und wagst es dann auch noch mich so blöde anzuquatschen,
du hast doch nichts verraten, über mich und meine Pläne, oder doch?
Nein Meister, könnte ich nicht, würde ich niemals tun, ihr müsst mir glauben
Was ich glauben MUSS bestimme ich, doch ich glaube dir,
dass du nichts verraten hast, und du wirst auch in Zukunft nichts mehr verraten
Nach diesen Worten lockerte er den Griff und der Narr sank zu Boden, tot.
Sein Gesicht war eingefallen und faltig, als ob er in Sekunden um viele Jahre gealtert wäre.

Wohin sind die Schnüffler geflohen?
Aus dem Schatten der Wand löste sich ein gekrümmter Mann, dessen ganzer Körper von Bandagen überseht war.
Zaghaft ertönte die zittrige Stimme des Erschienenen. Sie haben den Wald Richtung Westen verlassen,
sie haben dann aber die Straße nach Norden genommen, die in die Stadt Vernoah führt
Das ist das Gebiet des Puppenspielers…


Endlich mal eine gute Nachricht, teile ihm mit, dass er bald Gäste bekommen wird,
die seiner Behandlung bedürfen, und sage ihm auch was ihm im Falle des Versagens blüht

Sehr wohl mein Gebieter
Lautlos verschwand der Aussätzige wieder in den Schatten

7

Samstag, 4. Dezember 2010, 20:09

Der Puppenspieler

Die Sonne stand bereits am Himmel und urteilte man nach der Temperatur, so war im Moment Sommerbeginn.
Isago war bereits so lange fernab der Zivilisation unterwegs, dass er schon lange nicht mehr wusste,
welchen Tag sie hatten, er wusste nicht einmal den Monat genau. Er freute sich deshalb umso mehr,
dass sie demnächst eine Stadt erreichen würden, dort konnte er endlich mal wieder in einem gemütlichen
Bett schlafen und sich so richtig sattessen. Ah, wir sind da, dass ist also Vernoah
Sie erreichten die Stadttore, als die Sonne im Zenit stand, sie klopften einige Male, doch niemand gewährte den Beiden Einlass.
Als sie auch nach dem fünften Mal keine Antwort erhielten, beschlossen sie über die Mauer zu klettern

Könntest du nicht einfach dein Steinmagie-Ding durchziehen und die Mauer verschwinden lassen,
oder zumindest eine Treppe herbeizaubern
keuchte der Zwerg als er die Mauer erklomm

Ich habe ein ungutes Gefühl, was diese Stadt betrifft, ich würde ungern meine Kräfte voreilig und
unbedacht einsetzen, und ich dachte es gäbe kein Gestein, das einem Zwerg zum Hindernis werden könnte


Jaja, rede du nur, ich hätte trotzdem lieber einen Tunnel unten durchgegraben, anstatt in die Höhe zu klettern,
aber dann hättest du wieder was von Beschädigung fremden Eigentums gefaselt


Als beide den Wall erklommen hatten überblickten sie die ruhige Stadt, in der Stadtmitte befand eine Kathedrale mit einem hohen Glockenturm,
davor war der Marktplatz mit Brunnen, von dem sich alle Straßen sternförmig Richtung Mauern ausbreiteten. Die kleinen Häuschen waren alle
zur Stadtmitte ausgerichtet und nur ein einziges verfügte über zwei Stockwerke, die Taverne. Doch weder am Marktplatz, noch auf irgendeiner Straße
war ein Anzeichen von Leben zu erkennen. Keine Marktschreier, keine Bürger, keine Stadtwachen, es wirkte, als ob die Stadt ausgestorben wäre.

Sie durchstreiften die Gassen, doch auch hier keine Spur von Leben, obwohl Isago protestierte nahm sich der Zwerg etwas Obst von einem Karren,
welcher verwahrlost in einer Ecke stand. Kauend und schmatzend meinte der Essende
Also, das Obst ist noch gut, allzu lange kann der Eigentümer noch nicht verschwunden sein,
vielleicht finden wir ein paar Anhaltspunkte, wenn wir..

Den restlichen Satz konnte Isago nicht mehr hören, da die Stille durch ein lautes Geläut unterbrochen wurde, dass vom Glockenturm kam.
Da schwangen die Tore zur Kathedrale auf, und eine Traube aus Menschen strömte heraus, doch sie wirkten alle wie Schlafwandler,
die langsam auf die Fremden zu torkelten.
Seit ich mit dir unterwegs bin, wurde ich nirgends mehr angenehm empfange, weißt du das? Sagte der Zwerg und zog seine Axt
[i]Du wirst lachen, dass selbe habe ich mir auch gerade gedacht,[/i] erwiderte der Halbelf
und zog das Gauklerschwert, welches in der Mittagssonne aufblitzte.
Da preschte auch schon der Erste auf sie los, bewaffnet mit einer Gartenhacke.
Der Zwerg wich geschickt aus und knallte dem Angreifer die Breitseite der Axt auf den Schädel.
Was ist bloß los mit denen, die stehen immer wieder auf, jammerte er,
nachdem er dieselbe Person schon zum siebten Mal niederschlug.

Da ertönte eine rauchige Stimme vom Glockenturm;
Ein greiser Mann stand auf den Zinnen und überblickte das rege Treiben auf dem Vorplatz.
Er trug ein langes Gewand mit Kapuze, welche er tief ins gezogen hatte, so dass man seine Augen nicht erkennen konnte.
Sein Mund war von einem langen weißen Bart bedeckt, allein an seinen dünnen faltigen Händen konnte man seine Hautfarbe erkennen,
die braungebrannt war und aussah wie gegerbtes Leder. Neben dem Alten stand ein großer Korb, dessen Inhalt man jedoch nicht erkennen konnte.

Du einfältiger Narr, du könntest sie hundertmal niederschlagen, doch sie würden dich dennoch weiterangreifen,
auch wenn du ihnen alle Gliedmaßen einzeln abtrennst, und jeden von ihnen enthaupten würdest,
selbst dann würden sie versuchen euch zu töten, solange, bis ich ihnen einen anderen Befehl geben würde.
Sie sind meine Marionetten, willenlose Zombies, die einzig und allein auf meine Stimme horchen.

Dann müssen wir also nur dich besiegen, und alle werden wieder normal? Wenn’s weiter nichts ist
Der Zwerg stieß einen der Angreifenden beiseite und stürmte auf die Kathedrale zu, doch stellten ihm sich sofort neue Seelenlose entgegen,
immer mehr strömten aus dem Gebetshaus, nicht nur Menschen, auch Tiere zählten zu den Opfern des Puppenspielers.
An den Fenstern der Kirche tauchten die Wachen auf, jeder mit einem langen Riedbogen bewaffnet

Wenns weiter nichts ist? Deine Thorheit spricht für dich, du Dummkopf
Aber was will man anderes von einem störrischen Zwerg erwarten?
Ihr werdet hier euer Ende finden, ich frage mich echt, wie ihr dem Narrenkönig entwischen konntet,
kein Wunder, dass der Meister erzürnt war

Ihr kanntet den Spaßmacher? Meister? Wer ist euer Meister? Und was zum Teufel habt ihr gegen uns?

Mir scheint, als hätte ich bereits zu viel verraten, doch wen kümmert das, wo ihr doch bald ein Teil meiner Sammlung sein werdet

Ein hysterisches Kreischen ließ den Halbelfen herumwirbeln, doch zu spät. Ein Falke, ebenfalls ein Diener des Feindes,
war lautlos über ihnen gekreist, und hatte sich während des Gesprächs auf den Halbelf gestürzt, und obwohl Isago sich nach hinten fallen ließ,
erwischte ihn der Vogel an der rechten Schulter und zerriss in die Kleidung. Schnell rappelte sich der Angegriffenen wieder hoch und betrachtete
seine zerkratzte Schulter, doch obwohl es etwas blutete, war die Wunde nicht tief. Da musst du dir schon was Besseres einfallen lassen

Nein muss ich nicht, und ich dachte Elfen seien so scharfsinnige Wesen. ein keuchendes Lachen war zu vernehmen

Der Greifvogel landete auf einem Sims neben dem Greis, welcher ein kleines Püppchen aus dem Korb neben ihm gekramt hatte.
Sorgfältig entfernte er ein paar Tröpfchen von dem Elfenblut, das sich an den Fängen seines Dieners befand, und träufelte es auf das Püppchen.
Schon bald wird sich die Wirkung bemerkbar machen, und dein Bewusstsein wird erlöschen,
und dein deine Seele wird die meine sein. Merkst du schon, wie sich die Taubheit in deinem Körper ausbreitet?

Isago fühlte sich wirklich benommen und schwindelig, sein Blick wurde trübe und verswommen, und schließlich hüllte ihn die Dunkelheit ein.
Der Zwerg war beschäftigt, die immer weiter nachströmenden Bürger abzuwehren,
darum musste er hilflos mitansehen, wie sein Freund zusammenbrach und liegen blieb

Und wieder ein weiteres Sammlerstück, mal sehen, was du so drauf hast,
Los mein neues Spielzeug, erhebe dich und töte deinen Zwergenfreund

Doch Isago blieb reglos liegen

Hörst du schlecht? Ich befahl dir dich zu erheben und dich meinem Willen zu unterwerfen,
deine Seele ist nun in meinem Besitz

8

Samstag, 4. Dezember 2010, 20:09

Die Bestie erwacht

Da zuckte der Elfenkörper, und ein böses und unheilvolles Lachen ertönte

Die Seele ist in deinem Besitz? Nein, du meinst, ein Teil der Seele ist in deinem Besitz, du hattest wohl noch nie das Vergnügen,
auf einen Gegner mit gespaltener Seele zu treffen. Habe ich recht?
Der Halbelf richtet sich auf, seine Augen waren kohlschwarz, sein Blut pulsierte, seine Aura und sein Bewegungsmuster hatten sich vollkommen verändert.
Auch sein Aussehen glich nicht mehr dem einstigen Isago, er war nun angsteinflößend, eine durch und durch dunkle Kreatur.

Armer alter Mann, du dachtest du kennst deinen Feind, doch wisse, vor langer Zeit lebte eine Elfenhexe,
die ein Waisenkind bei sich aufgenommen hatte, sie wusste, dass das Kind eine verdorbene Seele in sich trug,
war es doch ein Abkömmling eines Wüstengeistes. In einem tagelangen, und äußerst komplizierten Prozess teile die Frau die Seele in zwei Hälften,
eine Gute und eine Schlechte. Den bösen Teil versiegelte sie, und unterdrückte ihn mit Bannsprüchen, so dass der reine Teil die Oberhand behalten konnte,
und das Kind rechtschaffen blieb.

Doch ihr tatet mir den Gefallen, und übertrugt den Teil, der mich seit Jahren unterdrückte, auf diese Puppe, und nun bin ich frei.
Doch so sehr ich diese Freiheit genieße, so braucht der Körper zum Überleben beide Seelenhälften, darum muss ich euch jetzt leider töten.

Leicht panisch, über die unerwartete Wendung, gab der Puppenspieler den Bogenschützen den Befehl zum Angriff,
und auch seinen Falken schickte er erneut los, und ihm eine ganze Vogelschar hinterher, die bis zu diesem Zeitpunkt im Taubenschlag
im Inneren der Kathedrale auf ihren Befehl gewartet haben.

Lächerlich, grinste der Dämon, und vor ihm schob sich ein Wall aus Fels in die Höhe, an dem der Pfeilhagel abprallte.
Ein gewaltiger Riss breitete sich von dieser Maurer Richtung Kirche aus, und in wenigen Augenblicken versank der gesamte Ostflügel im Erdboden,
herabstürzende Gebäudeteile begruben die Soldaten unter sich

Zeitgleich stürzte ein Vogel nach dem anderen vom Himmel, entsetzt versuchte der Puppenmeister eine Erklärung
für das Versagen seiner geflügelten Angreifer zu finden, doch der Halbdämon verriet sie ihm

Sand…
Der Wind hat Sand im Schlepptau, und dieser heftet sich an das Gefieder deines Spielzeugs,
doch nun zum wesentlichen Teil, deine Puppen waren nur die Vorspeise, doch der Puppenspieler ist das Hauptgericht.
Langsam ging er auf das Gebetshaus zu, von dem links und rechts immer noch vereinzelte Brocken herabstürzten,
ihn jedoch immer verfehlten, was nicht zufällig war, da der Dämon ja Sand, Erde und Fels zu kontrollieren vermochte
nun war er im Inneren des Gebäudes.

Der Puppenmeister wollte nur noch fliehen, doch es war zu spät, bald würde das Monster bei ihm angelangt sein,
und sich aufs grausamste an ihm rächen, nein, so wolle er nicht sterben. Er nahm Anlauf, und wollte sich vom Turm stürzen,
doch bevor er die Kante erreichen konnte, schoss ein Steinspeer aus dem Untergrund und durchbohrte seinen Unterleib.
Unter großen Schmerzen schaffte es der Puppenspieler, sich den Spieß zu entfernen und sank auf die Knie.

Ein eisiger Hauch wehte ihm entgegen, und es lief im Kalt über den Rücken, als er merkte, dass sich der Dämon nur wenige Schritte hinter ihm Befand.

Und du nennst den Zwerg ein naives Geschöpf, du befindest dich in einem Turm, der zur Gänze aus Fels und Stein errichtet wurde,
und gibst dich dem Irrglauben hin, du könntest ernsthaft fliehen? Hier in dieser Stadt gibt es nur noch einen Narr,
und auch dieser wird den nächsten Glockenschlag nicht mehr erleben.

Der Sandgeist riss dem Alten die Kapuze vom Kopf, dass lange strähnige Haar fiel über die Schultern und gab die schweißgebadete Stirn
des Puppenspielers preis. Seine Augen waren zu dünnen Schlitzen verengt, der Blick war milchig und trüb.

Der am Boden kauernde Mann kroch zu Isagos Füßen und flehte um Gnade, er würde alle Seelen wieder befreien,
und würde sich nie wieder in dieser Gegend blicken lassen, wenn er nur Mitleid mit einem armen alten Greis zeigen würde.

Stirb gefälligst wie ein Mann du winselndes etwas. Wer so zu Kreuze kriecht,
verdient es nicht, aufrecht gehen zu dürfen, dein Leben ist verwirkt.

Doch der Mann winselte nur zum Schein um Gnade. Noch hatte er den Kampf nicht aufgegeben,
er brauchte nur etwas Blut von dem Monster, um es zu seiner stärksten Waffe zu machen.
Er zog ein kleines Messer aus seinem Mantel und sprang auf den Dämon zu.

Doch noch bevor er sein Ziel erreichte, wurde er von einer Sandkaskade erfasst. Sie schleuderte den Greis hoch in die Luft,
weit über den Rand des Gebäudes. Wie Fesseln legten sich nun die Sandschleier eng an den Körper des Alten und verhinderten jegliche Bewegung.

Spüre die Macht der Wüste, alter Narr

Mit diesen Worten schoss er den Gefangenen mit ungeheurer Kraft Richtung Boden. Pfeilschnell stürzte er mit einem verzerrten Schrei in die Tiefe,
wo er mit einem knackenden Geräusch auf dem gepflasterten Vorhof der Kathedrale aufschlug. Das ist dein Ende
Lachte der Dämon, und obwohl sein Gegner bereits tot war, setzte er noch eins drauf. Er schlug mit der Faust aufs Dach der Kathedrale,
worauf das Gebäude aus Stein endgültig in sich zusammenstürzte. All die Puppen wurden mit ihrem Meister unter tonnenschwerem Geröll begraben.

Kaum war der Leichnam des Meisters unter der eingestürzten Kathedrale begraben, kehrten auch die Geraubten Seelen zu ihren Körpern zurück,
sofern diese noch am Leben waren. Auch Isago war wieder ganz der Alte, und gesellte sich langsam zu seinem Freund, der ihn argwöhnisch begutachtete

Das war ganz schön seltsam, sag mal, wolltest du mir das irgendwann noch sagen?
Ich meine, da es ja auch für mich riskant ist, hättest du mir das mit deiner dunklen Seite schon sagen können

Ja es war, es ist seltsam, ich hatte keine Ahnung, dass meine Seele gespalten war, ich meine gespalten ist,
doch ich musste das Massaker mit ansehen, denn obwohl meine Seele weggesperrt war, so habe ich alles gesehen,
durch die Augen der Figur, die der Alte bis zum Tod umklammert hielt.
Und ich würde es verstehen, wenn du nicht mehr möchtest, wenn wir zusammenreisen

Und wieso sollte ich das nicht wollen?
es stimmt, noch nie ist mir ähnliches passiert, als ich alleine Unterwegs war,
doch bin ich auf Reisen gegangen, um Abenteuer zu erleben, und diese
Geschichte macht sich bei Erzählungen besser, als meine Reisen von Taverne
zu Taverne

Der Zwerg lachte, und gemeinsam machten sich die Beiden wieder auf den Weg nach Norden,
doch zuvor bereicherten sie sich etwas an den Vorräten der Stadt, was Isago zwar missfiel,
aber immerhin haben sie die Stadt aus dem Bann des Puppenspielers befreit, oder zumindest einen Teil von ihnen





Viele hunderte Kilometer Abseits wurde wutentbrannt ein Tisch umgeworfen.
Sie sind schon wieder entkommen, und der Versager ist tot sagst du
Die tiefe rauchige Stimme bebte vor Zorn Der Bandagierte diener fiel auf die Knie.

Verzeiht Meister, vergebt mir die Überbringung dieser schlechten Nachricht.
Warum, wenn ich fragen darf, hegt ihr so großes Interesse an den Beiden?

Nun, sie könnten was gesehen haben, dass sie nicht sehen hätten sollen.
Nun, sie könnten was gesehen haben, dass sie nicht sehen hätten sollen. Abgesehen davon,
haben sie den Puppenspieler ausgeschaltet, und es würde ein schlechtes Licht auf mich werfen,
wenn ich diese Tat ungesühnt lassen würde. Am Ende hieße es noch, die Beiden wären stärker als ich.

Aber niemand ist so stark wie ihr, Meister. Und darum verläuft auch euer Plan genau wie vorhergesehen.
Schon bald sind wir bereit, den nächsten Schritt zu machen, vergessen wir doch die unwichtigen Schnüffler
Du hast recht, es gibt wichtigeres, um das ich mich nun zu kümmern habe.

Sein Kopf drehte sich zu einer Person, die bisher im Dunkeln verweilt, dem Gespräch jedoch gelauscht hatte
Du wirst dich um unsere Freunde kümmern. Schließlich hast du noch eine Rechnung mit ihnen zu begleichen.
Und vergiss nicht, das ist nun deine Letzte Chance

Eine hagere Gestalt trat aus der Ecke des Raumes. Erschrocken wich der Aussätzige einen Schritt zurück, als er das Gesicht der Person erkannte

Mein Meister, ihr werdet sehen,
das lachen wird denen bald vergehen

9

Samstag, 4. Dezember 2010, 21:07

Der Zauberwald

Viele Tage und Nächte waren bereits vergangen, seit sie das letzte Dorf passiert hatten.
Die Gegend wurde von Tag zu Tag trockener, die Strecken zwischen den Wasserstellen immer länger,
bis sie eines Tages ganz versiegten, es war zwar nicht heiß, aber der Boden war so trocken,
dass es hier schon bestimmt seit hunderten von Jahren schon keinen Regen mehr gegeben hatte.
Doch da blickte Isago verdutzt zum Horizont
Spielen mir meine Augen einen Streich, oder beginnt dort hinten ein Wald?


Der Zwerg konzentrierte seinen Fokus und meinte nickend
Wenn es eine Illusion ist, dann habe ich die Selbe, normalerweise würde ich vorschlagen,
einen großen Bogen um dieses Gebiet zu machen, da du den Ärger ja förmlich anzuziehen scheinst,
aber meine trockene Kehle sagt mir, wo Bäume sind, da ist auch Wasser.


So marschierten die Beiden weiter, und nach einigen Wegstunden hatten sie den Waldrand erreicht.
Die Bäume waren alle unnatürlich hoch, und wirkten frisch und lebendig, dabei dürfte das überhaupt nicht möglich sein.
Vielleicht kann die den Boden so manipulieren, dass ich eine unterirdische Quelle finde; Einen Versuch ist es wert.

Prüfend legte der Halbelf seine Hand auf den Boden, und durchsuchte das Gestein auf Wasser.
Ja hier gibt es eine Wasserader, jedoch so tief in der Erde, dass keine der Wurzeln sie jemals erreichen könnte.
Auch wir würden verdursten, ehe wir auch nur die Hälfte geschafft hätten, auch wenn ein Zwerg und ein Halbsanddämon
vermutlich verdammt schnell graben könnten. Doch eine weitere Merkwürdigkeit ist mir aufgefallen, die Wurzeln scheinen alle miteinander verbunden zu sein,
vielleicht gibt es im Waldinneren eine Quelle, und die Bäume transportieren das Wasser über ihre Wurzeln zu ihren äußeren Brüdern.
Ist so etwas denn möglich?

Es gibt vieles dass mir unmöglich schien, dass dann eingetroffen ist, finden wir es doch heraus

Die Freunde gingen immer tiefer in den Wald, bis sie die Waldmitte erreicht hatten. Dort fanden sie einen gigantischen Baum vor,
dessen Krone das restliche, ohnehin sehr hohe Blätterdach, bei Weitem zu überragen schien.
Auch hier versuchte er Wasser zu erfühlen, doch musste er feststellen, dass auch hier kaum Wasser vorhanden war,
Hier ist es noch trockener als in einer Wüste, jedoch reicht ein Teil der Wurzeln dieses Baumriesen schier unendlich tief ins Erdreich,
der Rest verbreitet sich über den gesamten Wald, und umrankt die Wurzeln der übrigen Bäume wie die schützenden Arme einer Mutter.


Zwischen all den turmhohen Pflanzen wurde dem Zwerg etwas mulmig, angespannt umklammerte er seine Streitaxt.
Er ging eine Runde, machte einen unachtsamen Schritt, stolperte über eine Wurzel und landete unsanft auf dem ausgetrockneten Boden.
Als er sich wieder aufrappelte, murrte er
Ich könnt schwören, die war vorhin noch nicht da,
ich sag dir, mit den Bäumen stimmt was nicht,
die bewegen sich

Mit einem Tosen begann das Laub zu rascheln, obwohl kein Wind wehte und ein tiefes Grollen ließ das Ödland erzittern
Bewegen? Welch schöne, aber auch törichte Phantasie… Nein, bewegen kann sich hier keiner, auch ich nicht


Bäume wachsen...
Hinter den Beiden schob sich ein kleiner grüner Trieb aus dem Waldboden, der in Sekundenschnelle
einen Meter groß und armdick war, er verhärtete sich und bildete eine Borke

Bäume Gedeihen...
Nur wenige augenblicke später hatte sich die Größe des Gewächses erneut verdoppelt.
Kleine Ästchen bildeten sich und bahnten sich ihren Weg schlängelnd um die Gliedmaßen der Eindringlinge.
Immer dichter wurde das Geäst und immer enger die natürlichen Fesseln, bis die Beiden vollkommen bewegungsunfähig waren.

Bäume verwelken...
Die Fesseln lösten sich und das verdorrte Gewächs viel zu Boden. Der Zwerg tippte vorsichtig mit dem Fuß gegen das tote Holz,
dass in noch vor Sekunden umschlungen hatte. Dann blickte er sich suchend um.

Was war das für ein fauler Zauber, wer bist du, und wo zum Teufel versteckst du dich?
Nenn mich verrückt, aber ich glaube unser Gastgeber steht direkt vor uns und ist ein Baum


Hmmmmaaahaaahaaa, ertönte die Stimme erneut. Sehr richtig junger Elf.
Der „Gastgeber“ entschuldigt sich für diese etwas… eigene Begrüßung,
aber ich bin der Wächter dieses Waldes und auch dessen ältestes Mitglied.
Es zählt zu meinen Aufgaben, etwaige Eindringlinge auf deren Absichten zu untersuchen,
doch ihr scheint mir in Ordnung zu sein. Wobei ich das wohl kaum beurteilen kann,
da ihr seid vielen hundert Monden die ersten Besucher in diesen Wäldern seid.
Und noch nie hat sich ein Vertreter eures Volkes in diese Gegend verirrt, Herr Zwerg.

Isago atmete erleichtert auf
Es freut mich zu hören, dass wir hier willkommen sind, und ihr uns nicht als Feinde betrachtet,
wenn ihr die Frage gestattet, würde es mich brennend interessieren, wie ein Wald in einem Ödland
wie diesem gedeihen konnte, da ihr der älteste hier seit, könnt ihr mir diese Frage vielleicht beantworten

10

Samstag, 4. Dezember 2010, 21:08

Wieder begann das Laub zu rascheln, und nach einiger Zeit ertönte wieder diese imposante Stimme
Ich werde euch sehr gerne die Geschichte dieses Waldes erzählen,

die gewissermaßen auch meine eigene Geschichte ist. Ich freue mich,
endlich mal wieder andere Gesprächspartner als meine Brüder und Schwestern zu haben,
denn die sind leider alles andere als geschwätzig
Nun gut
Vor vielen Äonen, als ich noch ein kleiner Setzling war, war ich die einzige Pflanze

in einem Umkreis von unzähligen Tagesritten, dies sagte man mir zumindest.

Damals bekam ich hin und wieder Besuch von reisenden Elfen, die damals noch zu den jüngsten Geschöpfen
auf dem Planeten zählten. Zwerge und Menschen gab es ja erst viele Zeitalter später. Diese Reisenden,

erzählten mir oft von ihren Heimatwäldern, wo alles grün war, soweit das Auge reichte, und kristallklare Bäche
die gigantischen Baumbestände mit Wasser versorgten. Hier könnten sie niemals überleben,
der einzige Grund warum ich hier Wurzeln schlagen konnte war, dass ich kein Wasser zur Ernährung brauche,

warum dies so ist, weiß ich allerdings auch nicht.


Die Zeit verging, und die Besuche der Elfen wurden immer seltener, da sie alle eine Heimat gefunden hatten,
die sie nicht mehr verlassen wollten. Viele Jahre lang war ich einsam und ich verfluchte das Schicksal,
da hatte ich eine Idee, wenn ich hier Wasser finden könnte, dann würden auch andere Bäume hier wurzeln können,
und ich wäre nicht mehr so allein.

Hundert Jahre vergingen, und Tag für Tag bohrte ich meine Wurzeln tiefer in das spröde Erdreich,

und eines Tages, vor etwa acht oder neuntausend Jahren erreichte eine meiner Wurzelspitzen feuchte Erde,
doch ich bohrte noch weiter bis ich meine Wurzeln tiefer in der Erde hatte als es je ein anderer Baum geschafft hatte,
doch ich blieb allein. Dann, vor nun etwas mehr als viertausend Jahren trug der Wind einige Pollen in meine Nähe,
und ich bat sie zu bleiben, da es hier genug Wasser für alle gäbe. Doch sie meinten, sie würden sterben,

noch lange bevor sie die Strecke auch nur zur Hälfte bewältigt hätten. Doch wollte ich sie nicht gehen lassen,
und darum bot ich ihnen an, ihre Wurzeln mit den Meinen zu verknüpfen und sie so zu ernähren.
Die Jahre vergingen, und die Kunde vom Großzügigen Baum, der Wasser „verschenkte“ machte die Runde,

und immer mehr Pflanzen kamen.

Zuerst nur Moose und Farne, dann auch andere Bäume, Sträucher und Büsche.
Jedes Jahr kommen ein paar neue hinzu, darum werde ich auch niemals aufhören, Weiterzugraben,

und irgendwann vielleicht, wenn der Wald groß genug ist, kommt einmal ein Elfenstamm vorbei,
und nennt fortan dieses Gebiet sein zuhause. Das ist mein größter Traum, und ich werde weitergraben,

bis er sich erfüllt


Gerührt von dieser Geschichte sprachen sie dem Baum Mut zu, und zeigten sich äußerst beeindruckt von der bisherigen Leistung,
die ein einziger Baum vollbracht hatte. Im Gegenzug berichteten sie dem Baum auch von ihren Abenteuern, die sie bisher erlebt hatten,
dem rauschen der Blätter nach zu urteilen genoss der Alte Baum nach so langer Zeit wieder die Geschichten der Reisenden zu hören.
Vielleicht fühlte er sich so an seine längst vergangene Kindheit erinnert.

Während der Zwerg sich freute, jemanden gefunden zu haben, der sich für seine Familiengeschichte interessierte,
und auch haargenau erzählen konnte, lehnte sich der Halbelf an einen Stamm und war schon bald eingeschlummert.

11

Samstag, 4. Dezember 2010, 21:40

Die alte Schenke

Zwei Wochen blieben die beiden Reisenden noch dort, bevor sie beschlossen,
wieder Richtung Norden aufzubrechen, Richtung Draugurs Heimat

Kaum hatten sie den äußersten Rand des Wunderwaldes passiert, war die Landschaft wieder wie ausgestorben.
Keine Pflanze vermochte es, sich durch den öden Boden zu wühlen, und auch von Tieren fehlte jegliche Spur

Bist du sicher, dass wir noch auf dem richtigen Weg sind, sieht nicht so aus, als ob hier oft jemand vorbeikommt,
fragte der Halbelf, als der Weg immer zerklüfteter und beschwerlicher wurde

Woher soll ich das wissen? Ich weiß, dass die Richtung stimmt, doch diesen Weg gehe auch ich das erste Mal,
doch wenn ich mich richtig entsinne, dann glaube ich, dass ich auf einer Karte mal einen Fluss eingezeichnet gesehen habe.
Ich denke, in den Schriften wird er als Geyrwimul genannt, einer der Flüsse, die in die Unterwelt münden.

Folgen wir ihm jedoch Flussaufwärts, müssten wir wieder auf die Straße kommen.

Und wirklich, nach wenigen Stunden Fußmarsch, stießen die Beiden auf einen Breiten Fluss. Das Gewässer wand sich
wie eine Schlange durch den felsigen Untergrund. Das Wasser war klar und reflektierte die Sonne wie ein geschliffener Diamant.
Nachdem Isago seinen Durst gestillt hatte, (Draugur verweigerte es, aus einem Fluss zu trinken, der in die Unterwelt führt)
begannen sie flussaufwärts nach Nordosten zu marschieren,

Allmählich wurde das Gebiet wieder freundlicher, zarte Gräser sprossen am Ufer und hier und da wuchsen vereinzelt Nordtannen.
Still gingen die Beiden nebeneinander her, und erst als die Sonne hinter dem westlichen Gebirge zu versinken begann,
unterbrach Isagos Stimme die Stille

Irre ich mich, oder steht da vorne ein Häuschen
Vielleicht können wir dort übernachten, was meinst du?

Sarkastisch klatschte Draugur in die Hände,
Jaa, du hast Recht, vielleicht werden wir ja freundlich in die Arme genommen,
so wie bei den Gauklern, oder wie der herzliche Empfang in Vernoah
Nein, dieses Mal, machen wir einen großen Bogen um das Unbekannte
Da grummelte sein Zwergenmagen. Zwar hatten sie im Zauberwald vom süßen Nektar des tausendjährigen Baumes essen dürfen, doch war dies nicht eine Mahlzeit,
die einen Zwerg sättigen konnte.
Gut, hast gewonnen
Aber beim ersten Anzeichen von Gefahr haun wir ab, verstanden?

Als sie die alte, heruntergekommene Hütte erreicht hatten, klopfte der Schwarzbärtige mit dem Stiel seiner Axt gegen die Holztür und rief
Hallo? Ist jemand zu Hause? Wir suchen ein Nachtlager ...Wir können auch zahlen

Im ersten Stockwerk wurde eine Tür zugeschlagen.
Nich weglaufen, ich kohoommme schon

Kurz darauf hörte man ein lautes Rumpeln und Poltern, als hätte man etwas Schweres die Treppen runter geworfen,
dass mit einem lauten Rums nun unten angekommen war. Die Eingangstür öffnete sich langsam.
Autsch, immer diese Stufen. Irgendwann brech ich mir noch das Genick
Gäste? Hurra, kommt rein. Steht da nicht wie angewurzelt, kommt rein ihr Hübschen


Isago sah verblüfft der Frau hinterher, die wieder ins Häuschen gehuscht war, um ein Mahl vorzubereiten. Ihr Körperbau ähnelte ein bisschen dem eines Zwergen,
doch war ihre Oberweite um einiges üppiger. Das Gesicht strahlte enorme Lebensfreude aus, ihre blauen Augen leuchteten und ihre rosigen Wangen schienen zu glühen.
Ihre langen blonden Haare hatte sie zu zwei dicken Zöpfen geflochten, die seitlich über die Schultern hingen. Sie trug ein niedliches Trachtenkleid, das mit Bändern verziert war

Vorsichtig traten die Beiden ein. Das Häuschen machte von innen nicht viel mehr her, als es von außen tat.
Die Wände waren schmucklos, der Kamin wirkte, als sei er seit Jahren ungenützt.
Mit winzigen Schritten trippelte sie auf Draugur zu und tippte gegen seine Streitaxt
Dürfte ich mir die mal leihen?
Ich glaub die ist ein bisschen zu schwer für...

Doch noch bevor er ausgesprochen hatte, nahm sie ihm die schwere Kriegsaxt ab und begann mit erschreckender Leichtigkeit,
Holz zu zerkleinern, als wäre es warme Butter. Sie heizte den Kamin an und trippelte in die Küche.

Ne sympathische Frau, nich? Lachte der Zwerg
Nach wenigen Minuten duftete es im ganzen Häuschen herrlich. Ein so königliches Mahl hatte der Halbelf noch nie zu Gesicht bekommen.
Der Braten in Kruste duftete herrlich, die Süßkartoffeln waren Goldgelb, und es gab dutzende Beilagen. Neugierig betrachtete die Köchin
ihre Gäste beim Essen und füllte ihren Becher immer wieder mit frischem Met, sobald dieser leer war.

Als die Beiden aufgegessen hatten, räumte sie freudenstrahlend das schmutzige Geschirr ab
Hats gschmeckt? So, nun da ihr gegessen habt, müsst ihr mir unbedingt erzählen, was euch in diese Gegend führt.

Isago wollte gerade den Mund aufmachen, da sprang das Energiebündel auf
Noch nicht erzählen, bin gleich wieder da, nicht weglaufen Wieder tippelte sie in die Küche

Draugur warf dem Halbelfen einen Blick zu, der bedeutete, dass Er gerne die Geschichte erzählen würde.
Anscheinend hatte sich der ruppige Geselle etwas in die Gastgeberin verguckt.

Da schwang die Küchentür erneut auf und sie huschte mit einem Tablett vollbeladen mit Kuchen wieder in den Raum.
Mit einem enormen Schwung klatschte sie die Nachspeise auf den Tisch
Esst nur, ich habe selten Gäste, esst und erzählt

Und Draugur begann zu erzählen, wie es Isago immer wieder geschafft hatte, die Beiden in Schwierigkeiten zu bringen,
und er sie dann wieder daraus befreien musste, Er erzählte von den Gauklern, von Vernoah, wobei er die Sache mit Isago verschwieg,
und auch vom Zauberwald. Je länger der Zwerg sprach, desto mehr begannen die Augen der Wirtin zu leuchten.
Hin und wieder unterbrach sie die Erzählung mit einem „Wahnsinn“, „ist nicht wahr“ oder „unglaublich, echt?

Da habt ihr ja wirklich viel erlebt, Gutes und Schlechtes. Doch habt ihr es immer wieder irgendwie geschafft.
Hier ist es immer so ruhig, fast schon langweilig. Ich würde auch gerne mal ein echtes Abenteuer erleben


Ruhe ist doch was angenehmes, sagte der Halbelf,
Außerdem sind Abenteurer manchmal sehr gefährlich

Nicht wenn man einen starken Begleiter hat, der einen Beschützt
Kicherte die Frau und fühlte Draugurs Muskeln

Der Zwerg verschluckte sich beinahe, an seinem Kuchenstück und antwortete dann,
Auch mich würden Abenteuer mehr reizen, wenn es dabei eine so hübsche Meid zu beschützen gäbe

Jetzt war es die Wirtin, die errötete. Sie boxte ihm in den Arm und gluckste
Du alter Schwerenöter. Du machst mich ja ganz verlegen.
Sie spielte mit ihren langen Zöpfen
Isago merkte, dass er überflüssig geworden war, und verabschiedete sich von der Gruppe
unter dem Vorwand, er wolle noch etwas frische Luft schnappen, bevor er zu Bett gehe.

12

Samstag, 4. Dezember 2010, 21:42

Es war eine kühle, jedoch sternenklare Nacht, so wie auch bereits in den letzten Nächten zuvor.
Da lag vermutlich daran, dass sie schon ziemlich weit nach Norden gereist waren.
Nachdenklich setzte sich der Halbelf ans Flussufer, und dachte über seine Reise nach.
Was wäre, wenn sie schon Bald in Draugurs Heimat ankommen würden. Wie ginge es dann für den Halbelfen weiter?
Würde er wieder nach Süden ziehen? Erneut ziellos umherwandern, auf der Suche nach seiner Bestimmung?
Was war seine Bestimmung, und wie sollte er sie erkennen, wenn er sie findet?
Außerdem war da noch immer dieses Monster in ihm. Seit dem Vorfall in Vernoah hatte er
seine Kräfte nicht mehr gebraucht, aus Angst, es könnte erneut die Oberhand gewinnen

Er Rupfte ein Büschel Grashalme aus und warf sie in den Fluss, dessen Wasser im Dunkel der Nacht schwarz wirkte.
Nur das schwache Licht der Sterne beleuchtete die Landschaft, doch reichte dieses Licht für Isagos scharfe Elfenaugen vollends.
Da die Strömung nur sehr schwach war, konnte er den Weg der flussabwärts treibenden Halme noch lange verfolgen.

Als der Halbelf wieder in die Hütte trat, war das Feuer bereits abgebrannt. Schwach glimmte die Glut vor sich hin,
und warf einen rötlichen Schimmer an die Wand. Vor dem Kamin, auf einem alten Steinhuferteppich saßen sein Freund und die Gastgeberin.

Er hatte seinen Arm um ihre Hüfte gelegt, doch sprachen sie zu leise, als dass Isago ihr Gespräch hätte verfolgen können.
Da er dies ohnehin nicht vorhatte, beschloss er nach oben zu gehen, und den Tag zu beenden.
Ähnlich dem Schankraum, machte auch das Gästezimmer nicht viel her, doch war es allemal besser,
als auf dem Boden, oder in den Bäumen zu schlafen, so wie er es die letzten Wochen tun musste.
Er legte sein Gewand ab und verstaute es in der schmuddeligen Kommode, nachdem er diese von einigen Spinnweben befreit hatte.
Dann bezog er das kleine Bettchen, das anscheinend nur für Zwergenbesuch ausgerichtet war, und rollte sich auf der Matratze ein.

Vogelgezwitscher weckte den Halbelf aus seinem erstaunlicherweise sehr tiefen Schlaf. Er reckte sich genüsslich und blickte aus dem verstaubten Fenster.
Draußen war sein Freund dabei, genug Feuerholz für die nächsten Jahre zu schlagen. Isago schlenderte in das provisorische Badezimmer, und betrachtete sich im Spiegel.
Er war seit seiner Abreise aus seinem Heimatdorf dünner, aber auch kräftiger geworden. Seine braunen Haare waren wuscheliger denn je, doch sein Gesicht,
hatte sich kaum verändert, und dies würde es vermutlich auch die nächsten hundert Jahre nicht tun.
Er wusch sich und kleidete sich ein. Dabei fiel ihm auf, dass anscheinend Jemand die Kleider
über Nacht gereinigt und genäht hatte.

Isago ging raus zu seinem Reisebegleiter, der erstaunlich gute Laune zu haben schien. Er spaltete gerade das letzte Scheit,
als der Halbelf zu ihm aufschloss. Er war ein herrlicher Morgen. Die Luft war frisch, und es wehte ein kühler Wind von Süden.
Der Fluss floss still dahin und das zwitschern der Vögel durchdrang den strahlend blauen Himmel.

Doch plötzlich schlug der Wind um. Spannung lag in der Luft. Etwas Bedrohliches war nahe, sehr nahe.
Sowohl der Zwerg als auch der Elf konnten es deutlich spüren.

13

Samstag, 4. Dezember 2010, 22:06

Da, Vorsicht rief Draugur und stieß seinen Kameraden beiseite. Knapp vor Isagos Nase sauste ein Messer vorbei
und bohrte sich in den Stamm einer Nordtanne. Ein schrilles Kichern ließ den Vogelgesang verstummen.
Dort oben, da ist …pfui Teufel, was ist denn mit dem geschehen?

Oben auf dem Hausdach, mit dem Rücken an den Schornstein gelehnt, saß der Spaßmacher,
doch hatte er sich seit der letzten Begegnung sehr verändert.

Seine Narrenkappe thronte nun auf einem Totenschädel, die Schminke war auf den blanken Knochen gemalt. Er war noch sogar noch dünner
als zuletzt und die Glieder wirkten noch länger. Elegant stieß er sich vom Dach ab und landete nach doppeltem Vorwärtssalto zwischen den Beiden.
Er verbeugte sich, als würde er nun auf Applaus warten. Was ist passiert, ich meine du warst ohnehin keine Schönheit, aber das…

Blitzschnell wirbelte das Skelett im Narrenkostüm herum und griff den Zwerg mit seinen dünnen Knochenfingern an.
Zwar bremste der dicke Brustpanzer den Schlag ab, doch klaffen nun vier lange Kerben in der Rüstung.
Die Finger schienen so scharf wie Klingen zu sein.

Isago, der bis zu diesem Moment wie erstarrt schien zog nun ebenfalls sein Schwert. Er stürmte auf den Untoten zu und schlug auf ihn ein.
Doch der Narr wehrte den Schlag mit seiner Hand ab und drückte die Klinge beiseite
Du greifst mich mit meiner eigenen Klinge an?
Was reimt sich auf an, ..dran, Bann, dann, oder...

Kurz zögerte der Angreifer, schleuderte dann jedoch wütend die Klinge in den Fluss und lachte hysterisch
Ach zum Teufel mit den Reimen, hat sowieso wenig Sinn, wenn das Publikum die Vorstellung nicht überlebt

Er setzte zu einem weiteren Angriff an, doch der Zwerg stellte sich ihm in den Weg. In der einen Hand hielt er seine verzierte Kriegsaxt,
in der anderen ein einfaches Beil, welches er zum holzhacken benutzt hatte. Mit enormer Geschicklichkeit ließ er einen Hagel aus Axthieben
auf den Spaßmacher niederprasseln. So energisch hatte Isago den Zwerg noch nie kämpfen sehen, doch er erkannte schon bald den Grund
für dieses übertriebene Engagement. Die Wirtin stand mit dem Rücken an die Wand gepresst und beobachtete mit entsetzter Miene den Kampfverlauf.
Sie war ihm bis jetzt gar nicht aufgefallen, und dem Spaßmacher zum Glück ebenfalls noch nicht.

Egal wie präzise die Schläge des Zwerges auch waren, diese Veränderung hatte den Gegner sogar noch beweglicher gemacht,
als er ohnehin schon war. Isago musste etwas unternehmen, doch was, er wollte doch seine Fähigkeiten nie wieder einsetzen.

Mit einem erneuten verrückten lachen wich der Spaßmacher einem weiteren Hieb aus und gab Draugur einen heftigen Schlag,
so dass dieser ein paar Schritte zurücktaumelte. Doch war dies noch nicht das Ende. Mit einem enormen Sprung setzte der Schalk
über den Wankenden hinweg und trat den Zwerg aus der Drehung heraus ins Kreuz. Dadurch wurde Draugur einige Meter
nach vorne geschleudert und blieb dort regungslos liegen.

Erst jetzt viel dem Angreifer die blonde Frau auf, die versuchte, sich hinter einem Baum zu verstecken.
Was ziemlich überflüssig war, das sie beinahe doppelt so breit war, wie der Stamm.

Thihihihhiii, was haben wir denn da Hübsches? Neues Spielzeug?
Du unartiges Ding du, hat man dir nicht beigebracht, dass du immer grüßen sollst,
wenn ein Fremder sich der Taverne nähert?

Mit einem einfachen Handkantenschlag zersäbelte er den Stamm, der unter einem lauten knacken zu Boden krachte.
Mit schreckgeweiteten Augen ging sie ein paar Schritte Rückwerts, die Augen immer auf den Totenkopf gerichtet.
Sie stolperte und fiel rücklings ins Gras
Bi... Bitte nicht wimmerte sie

Hey du. Du Spaßbremse, ich bin dein Gegner
Draugur hatte sich wieder hochgerappelt und einen schweren Felsbrocken gestemmt,
den er nun auf das Knochengerüst schleuderte

Bitte, ich drehe dir den Rücken zu, und das ist alles, was dir einfällt?
Du enttäuscht mich, wie konntet ihr nur den Puppenspieler besiegen
?

Mit einer einfachen Bewegung wich er dem Felsen aus. Doch dieser krachte nicht zu Boden.
Er machte in der Luft kehrt, und sauste nun mit enormer Geschwindigkeit auf den überraschten Gegner zu-
Stimmt ja, hab ich fast vergessen, dass der Elf sowas kann, dummer Zauberkünstler
lachte der Spaßmacher und sprang hoch in die Luft, sodass der Fels wenige Millimeter unter ihm vorbeischoss
aber da müsst ihr trotzdem mehr auffahren, um mich zu besiegen

Danke für den Hinweis
Draugur hatte inzwischen wieder seine Streitaxt fest umschlossen und ließ sich von einer Erdsäule zu seinem Gegner tragen.
Dieses Mal reagierte der Spaßmacher zu langsam und unter einem lauten knacken durchbrach die Axt dessen linken Arm, und der Schockierte stürzte zu Boden.

Jedoch stand er schnell wieder auf und ein markerschütterndes Lachen hallte durch das Tal
Vor ner Sekunde war mein Arm noch dran, doch nun bin ich arm dran

Kapiert ihr den? …Arm dran?


Jiiaaaahhahahahah, ich würd Tränen heulen, wenn ich noch Augen hätte

Auch Isago hatte seine Klinge wieder aus dem Wasser gefischt und hielt sie dem Einarmigen an den Rücken
Du bist besiegt, also nenn mir nur einen Grund, warum ich dich nicht dorthin schicken sollte,

wo du dem Aussehen nach schon lange hingehören solltest.

Gute Frage, Vielleicht weil ich so lustig bin?
Draugur hob drohend sein Beil
Schon gut, schon gut, was wollt ihr?

Antworten, und zwar auf folgende Fragen
Wer seid ihr?
Wer ist euer Meister?
Was wollt ihr von uns?
Wie hast du uns gefunden?

Das sind ein paar sehr gute Fragen, und jede einzelne wird mit dem Tod bestraft
Der Meister ist gnadenlos, aber ich werde euch ein paar Antworten geben, schon deshalb,
weil er mir mein schönes Gesicht geraubt hat, und mich deshalb niemand mehr lustig findet

Die Beiden schwiegen, und ließen den Armen Tor lieber in dem Glauben, dass er zuvor witziger war

Wir sind eine geheime Organisation, ich bin nur ein rangniedriger Offizier,
also weiß selbst ich nur wenig. Doch will unser Meister eine neue Ära einleiten.
Und glaubt mir, was unser Meister will, schafft er auch, ihm gehört die Kraft der Götter,

er bezeichnet sich selbst als unsterbliche Gottheit, doch weiß ich nicht,
ob dies zutrifft und ich wills auch nicht herausfinden.

Was er von euch will weiß ich nicht, er mag euch wahrscheinlich nur nicht.
Und er wird euch erst dann aufhören zu jagen, wenn ihr tot seid.
Die interessanteste Frage ist jedoch, wie wir in der Lage waren, euch aufzuspüren,

denn auch ich war darüber lange im Unklaren.
Unter den Dienern des Meisters gibt es einen, der sich "die Augen des Meisters" nennt.

Eine armselige Gestalt, doch lasst euch vom Äußeren nicht täuschen.
Er ist einer der nützlichsten Gefolgsleute, denn er leidet am Argusfluch.

Und solange er euch auf den Fersen ist, werden immer wieder Krieger wie der Puppenspieler
oder ich kommen und euch nach dem Leben trachten. Stirbt der Schattenwanderer,

so verliert auch der Meister eure Spur

Ich hab euch nun alles verraten, dass ich weiß.
Macht was draus oder kommt um, ist mir egal
Ich verschwinde nun, vielleicht nach Gondal, wer weiß

Mit einem gewaltigen Satz, sprang er in den Fluss und ließ sein Gerippe von der Strömung fortspülen.

Verwirrt blickte Draugur zu seinem Freund
Also ich weiß nich, irgendwie hab ich mich besser gefühlt, als ich die Antworten noch nicht gekannt habe.
Einen Gott, der uns nach dem Leben trachtet. Ein Diener der unter irgendeinem Fluch leidet, und uns immer wieder aufspürt.
Aber immerhin hat der Spuk fürs erste ein Ende und wir sind diese untote Spaßbremse los

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Isago ma Kaze« (6. Dezember 2010, 23:51)


14

Sonntag, 5. Dezember 2010, 00:03

Ankunft im Zwergenreich

Stunden nach dem Aufeinandertreffen mit dem Spaßmacher, entschlossen sich die Beiden ihre Reise wieder aufnehmen.
Etwas wehmütig verabschiedete sich der Zwerg von der Hausherrin, die ihnen noch etwas Proviant gepackt hatte.
Der Anblick des Kampfes hatte sie von ihrer Reiselust kuriert, sie gab Draugur einen Abschiedskuss und winkte den Beiden hinterher,
bis sie hinter den nördlichen Hügeln verschwunden waren.

Irgendwas-Fluch, hast du schon jemals etwas davon gehört? Murmelte der Axtträger,
nachdem sie einige Stunden stillschweigend marschiert waren.

Ich glaube, es hieß Argusfluch, und nein, mir ist dieses Wort ebenfalls fremd, viel mehr Sorgen bereitet mir jedoch,
was er über seinen Meister gesagt hat, ich habe nicht vor, gegen einen Gott zu kämpfen, du vielleicht?

Nur weil er sich selbst als Gott bezeichnet, ist er noch lange keiner, doch verstehe ich,
worauf du hinaus willst, denn auch ich hänge an meinem Leben

Plötzlich hielt der Zwerg inne.
Ist was? Fragte Isago
Ein Grinsen zeichnete sich in Draugurs schwarzem Bart ab. Wir sind da lachte er

Als er Isagos fragenden Blick bemerkte, sprach er weiter
Wir, mein Freund, haben soeben die südliche Grenze nach Buran überschritten,
willkommen in meiner Heimat.

Isago hatte nichts bemerkt, was auf eine Grenze hätte schließen können, suchend ließ er seinen Blick über das gesamte
Brachland schweifen, doch bis auf ein paar zerklüftete Felsen und einigen spärlich bewachsenen Bäumchen, welche vereinzelt
den Wegrand säumten, konnte er weit und breit nichts erkennen. Er schaute fragend zu seinem Begleiter
Und.. ..äh… wo genau wohnst du hier?

Ich frage mich wirklich, ob dass mit den scharfen Elfenaugen nur ein Märchen ist, oder willst du mir weißmachen,
dass sich das edle Königreich der Zwerge, deinem geübten Blick noch immer entzieht, wo es doch selbst für mich schon
klar zu erkennen ist.
Draugur hob seine Hand und zeigte Richtung Norden, wo sich am Horizont ein gewaltiger Berg erhob,
der vermutlich mehrere tausend Meter in den Himmel ragte.

Doch als Isago das Massiv genauer betrachtete, erkannte er, dass es sich dabei gar nicht um einen normalen Berg handelte,
denn in dessen Oberfläche waren hunderte von Häusern Hineingehauen. Je näher sie kamen, desto deutlicher zeichnete sich die Struktur der Stadt ab.
Am Fuße des Berges waren es nur kleine Häuser, die im Grunde eher Höhlen glichen, als Gebäuden. Doch folgte man der breiten Straße,
die sich spiralförmig zur Spitze hinaufwand, so veränderte sich das Bild der Stadt erheblich. Die Gebäude wurden höher, die Wände verzierter.
Ganz oben am Gipfel thronte ein riesiger Palast, dessen Türme gewaltige Ausmaße annahmen.

Endlich waren die Beiden am Fuße des Berges angekommen. Erstaunt legte Isago den Kopf in den Nacken,
sie waren nun so nahe, dass es ihm unmöglich war, bis zur Spitze des Palastes zu sehen.

Draugur lachte herzlich,
Dabei hast du bis jetzt nur die Spitze des Eisberges gesehen. Wenn du von der Oberfläche schon begeistert bist,
dann wird dich der Anblick von den glorreichen Hallen der alten Könige garantiert umhauen.
Du musst wissen, dieser Berg ist innen so löchrig wie ein Schweizer Käse,
hunderte von Tunneln und Gangsysteme verbinden jedes Gebäude mit den übrigen.

Der Zwerg hatte untertrieben, denn die breiten Gänge, deren Wände mit Reliefs verziert waren,
konnte man kaum als Tunnel bezeichnen, ohne diese Kunstwerke damit zu beleidigen.
Der Boden war bedeckt mit schwarzen Marmorfliesen und von den, für Zwergen hohen Decken leuchteten mit Edelsteinen
verzierte Kronleuchter. Jedes Mal, wenn der Weg sich gabelte, konnte man seinen genauen Standort auf einer alten Runentafel nachlesen,
die sich an jeder Kreuzung befanden. Das heißt, sofern man die Schrift der Zwerge lesen konnte.

Froh, dass er einen Führer dabei hatte, der diese Schrift problemlos lesen konnte, schlenderte der Halbelf seinem Freund hinterher,
und betrachtete die Wunder des Zwergenhandwerks. Sie überquerten einen Basar, an dem geschäftiges Treiben herrschte,
viele Händler aus anderen Zwergenvölkern priesen ihre Waren an. Es war so hell, dass nur ein Blick an die steinerne Decke
daran erinnerte, dass diesen Ort niemals Tageslicht erreichte. Gerne wäre er etwas länger geblieben,
um sich noch etwas umzusehen, doch wollte er seinen Führer nicht aus den Augen verlieren, der immer noch unbeirrt voraus ging.

Am Ende des großen Marktsaales, ragte ein gigantischer Torbogen aus dem Stein, hinter dem eine breite Treppe begann.
Zwei stämmige Zwerge in schwerer Rüstung, bewachten den Aufgang, ihre Waffen, langstielige Hellebarden,
waren fast doppelt so groß wie sie selbst.

Warte bitte kurz, ich bin gleich wieder da, sagte der Zwerg ernst, und zog ein kleines zerfleddertes Pergament aus seiner Tasche.
Er wechselte ein paar Worte mit einem der Wachen, welcher das Stück Papier entgegennahm und damit über die Treppe verschwand.

Zwar lehrte ihm seine „Großmutter“ die Sprache der Zwerge, und auch Draugur hatte ihm einige Phrasen beigebracht,
doch war das Gemurmel zu leise und zu schnell, als das er es hätte verstehen können. Der zweite Wächter sah etwas misstrauisch zu Isago,
wandte sich dann aber wieder Draugur zu. Die Minuten verstrichen. Endlich kam der Wächter wieder die Treppen runter.
Nach einigen kurzen Worten, welche Isago mir >>Er ist es wirklich<< übersetzen würde, machten Beiden einen Schritt rückwärts
und ließen ihn gewähren.

Er trat an den Wachen vorbei und gab Isago ein Zeichen, dass er ihm folgen solle. Kaum waren sie um die nächste Ecke gebogen,

platze es aus dem Halbelfen heraus.
Was hast du ihnen gezeigt, warum haben sie dich erst durchgelassen, nachdem du ihnen dieses Pergament gezeigt hast?
Nun, auf dem Zettel stand mein Name, und dieser musste meinem Vater gezeigt werden,
damit er meine Identität bestätigt, denn sonst könnte sich jeder Zutritt zum Palast verschaffen.

Isago hielt an
Wer bist du, dass man dir Zutritt zum Palast gewährt, bist du ein Adeliger?
Er schämte sich, dass er in all der Zeit, die sie nun schon gemeinsam unterwegs waren, keinen einzigen Gedanken
an Draugurs Herkunft verschwendet hatte.

Der Zwerg hielt ebenfalls an.
Habe ich dir das denn noch gar nicht erzählt?
Das tut mir aber Leid, in unserem Land gibt es seit jeher ein Gesetz, dass der erstgeborene Sohn einer Herrscherdynastie,
zu seiner Volljährigkeit fünf Jahre ins Exil geschickt wird. Dort soll er lernen, wie man ohne Luxus zurechtkommt,
um so auch die Sorgen und Nöte der unteren Schichten besser verstehen kann. So war es seit jeher Brauch,
und auch ich habe mich diesem Schicksal gefügt.
Heißt das… Da.. Dann bist du also…
Ich bin der älteste Sohn meines Vaters, dem Zwergenkönig und somit der Erbe dieses Reiches,
und nun, verbeuge dich in Demut…

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Isago ma Kaze« (5. Dezember 2010, 01:03)


15

Sonntag, 5. Dezember 2010, 01:05

Die Hallen des Zwergenkönigs

Als Isago zögerte begann Draugur heftigst zu lachen
Du hättest dein Gesicht sehen sollen;
Wir sind Freunde, wäre doch verrückt, wenn du vor mir auf die Knie fallen würdest.
Ob Königssohn oder nicht, ich bin immer noch der Selbe, also wage es nicht,
mich jetzt anders zu behandeln, nur weil du nun weißt, wer ich bin
Noch ehe Isago antworten konnte kam einer der Wächter an geeilt, und berichtete, dass der König sie nun empfangen möchte,
und sie ihn bitte nicht warten lassen sollten. Also gingen sie weiter, die lange steinerne Treppe hoch, noch nie hatte Isago
so viele Stufen erklommen, darum musste er erst mal verschnaufen, als sie am oberen Ende angekommen waren.
Schließlich wollte er dem König mit gebührendem Respekt entgegentreten

Als sie dann die Eingangshalle betraten, bot sich dem Halbelfen ein Anblick, der ihm die Sprache verschlug.
Selbst Draugur, der diese Hallen sein Heim nannte, konnte nicht umhin, als erstaunt die Pracht der Zwergenkunst zu betrachten.
Der Raum war hoch, sehr hoch. Riesige Statuen aus Marmor, Nachbildungen der vergangenen Könige, bildeten die Säulen,
die die freskenreiche Decke stützten, welche die Geschichte des Königreichs erzählte. Überall waren Verzierungen aus Gold und Edelsteinen.
Abgebaut in den Zahlreichen Zwergenminen. Nahtlos an die Eingangshalle grenzte der Thronsaal. Auch hier trugen riesige Statuen das Gebäude,
doch unterschied sich eine Statue von allen Anderen. Ein monströs wirkender Zwerg, bei weitem nicht so majestätisch wie die restlichen Könige.
Auch hielt er, anders als alle Anderen weder Axt, Hammer oder ähnliches in seinen Händen. Der Steingigant hatte ein Wolfsfell um die Schultern
gehängt und zu seinen Füßen lag eine tote Schlange von gewaltigem Ausmaß deren Körper aus weißen Stein gemeißelt war, die Augen dieses
Scheusals waren Rubine, so groß wie Isagos Kopf und die Zähne Smaragde. Einige Meter vor dem Riesenreptil befand sich der goldene Thron
des Zwergenkönigs.

Ein alter, weißbärtiger Zwerg, etwas kleiner als Draugur, erhob sich aus dem Thron, hob seine Arme und sein faltiges Gesicht
formte ein Lächeln. In diesem Lächeln steckte so viel Weisheit und gleichzeitig unvorstellbare Güte.
Draugur.. Mein lieber Sohn.. Wie lange ist es her? Komm in meine Arme mein so lange verschwundener Sohn.
Der König schloss den Schwarzbärtigen in die Arme, welche die Umarmung etwas zögerlich erwiderte.

Der Vater löste die Umarmung und wischte sich eine Träne aus dem Gesicht,
dann musterte er Isago. Doch war es kein abschätziges Mustern, sondern wirkte der König neugierig auf den fremden Gast.
Vater, darf ich vorstellen, dass ist Isago ma Kaze, ein Elf, der mich auf meiner langen Reise begleitet hat.
Er hat mir oft aus der Klemme geholfen, fast so oft, wie ich ihm
Draugur nickte, als wolle er damit seinen eigenen Satz noch einmal bestätigen.

Ehe der Halbelf sich versah, hatte der König auch ihn in die Arme geschlossen
Ein Freund meines Sohnes, ist auch mein Freund. Und ein Freund des Königs, ist immer ein gern gesehener Gast,
auch wenn er so groß ist, dass ich Genickschmerzen bekomme, wenn ich Blickkontakt halten möchte

Vater meldete sich Draugur erneut zu Wort Ich weiß, dass es fremden nicht gestattet ist, die Minen zu betreten,
doch wollte ich Isago zeigen, was richtige Handwerkskunst ist, außerdem zerbrach seine Klinge im Kampf,
seitdem muss er dieses.. Ding mit sich rumschleppen
Draugur zeigte auf das Schwert, dass Isago dem Spaßmacher abgenommen hatte. Der König betrachtete
das schmucklose Langschwert und meinte dann hüstelnd

Wirklich kein schönes Ding, plump, nur mittelmäßig ausbalanciert, keine Meisterleistung.
Der Schmied sollte sich schämen. Und wir Zwerge müssten uns schämen, wenn wir zulassen würden,
dass jemand mit diesem Schwert unsere Lande verlässt. Gut, es sei dir gestattet, zeige deinem Freund unseren ganzen Stolz,
und besorge ihm eine Klinge, die eines Liedes würdig wäre



Doch nicht mehr heute, ihr habt einen langen Weg hinter euch, und ich bin neugierig,
was mein geliebter Sohn alles erlebt und gelernt hat auf seinem Weg zum Erwachsenwerden.
Darum lasst uns nun in den Festsaal gehen, dass Mahl, dass deiner Rückkehr zu Ehren zubereitet wurde,
wird sodann aufgetischt werden.


Die Festhalle stand dem Thronsaal in nichts nach. Ebenfalls sehr hoch, von der prunkvollen Decke hingen edelsteinverzierte Kronleuchter,
jeweils an den Seiten zwei und ein großer in der Mitte. Wobei selbst die kleinen um ein vielfaches größer waren als ein Mensch.
Die Fünf Luster ließen den Raum selbst in finsterster Nacht taghell erscheinen

Mitten in der Halle befand sich eine Lange Tafel, die reich gedeckt war, über gebratenes Wildbret über Keulen vom Steinhufer
bis hin zu gefüllten Tunnelratten war alles dabei. Und natürlich Alkohol jeglicher Art, denn kein Zwergenfest ohne einen edlen Tropfen
Richtung Norden erstreckte sich eine große Tanzfläche, was den Halbelfen verwunderte,
denn noch nie in seinem Leben hatte er einen Zwerg tanzen sehen.

Schade, dass ich nicht eher erfahren habe,
dass du zurückkommst. Ich hätte jeden Nordmann,
jede Eiselfe und natürlich jeden Zwerg der nördlichen
Berge zu einem Fest geladen,
doch so kannst du mir wenigstens in aller Ruhe von deinen Reisen
berichten, welche Abenteuer du auf deinem Weg erlebt hast..

Isago staunte nicht schlecht, obwohl der Herrscher erst vor kaum einer Stunde von der Rückkehr seines Sohnes erfahren hatte,
war ein solch dekadentes Festmahl angerichtet worden. Obwohl die Anwesenden (abgesehen von Isago) allesamt der Königsfamilie,
dem Hofadel oder dem engsten Beraterstab angehörten, war es eine ausgelassene und fröhliche Runde. Gegessen wurde mit den Fingern,
es wurde getrunken, gejohlt und gelacht. Auch während Draugur seine Geschichte erzählte, riefen die Zuhörer immer wieder dazwischen,
oder warfen Fragen ein, wenn sie etwas genauer wissen wollten. Vieles war selbst für den Weggefährten des Zwerges neu,
denn auch bevor sich Isago dem Schwarzbärtigen angeschlossen hatte, hatte dieser bereits vieles erlebt
Doch stellte er belustigt fest, dass sich die Zahl der merkwürdigen Typen und abstrusen Kreaturen seit seinem Auftauchen drastisch erhöht hatte.
Auch wenn der Zwerg bei Vielem maßlos übertrieb, so machte es auch dem Halbelfen Spaß, noch mal das Erlebte zu hören. Als Draugur den Kampf
gegen den Puppenspieler schilderte, und Isagos Wüten so umschrieb, dass es klang, als hätte er sich in ein übernatürliches Wesen verwandelt
(die grausamen stellen sparte der Zwerg natürlich aus), musste der Halbelf schmunzeln. Die Zuhörer mussten ihn nun für eine Art Überwesen halten,
nachdem, wie der Bärtige ihn beschrieben hatte. Als der Königssohn die Erzählung beendet hatte war bereits späte Nacht,
was man in dem prächtig beleuchteten Raum aber nicht weiter merkte.

16

Sonntag, 5. Dezember 2010, 01:05

Ich bin stolz auf dich, mein Sohn. Du hast unzählige Abenteuer erlebt, musstest sowohl Hunger als auch Not erleben.
Doch du hast dich nicht unterkriegen lassen, und bist an deinen Erlebnissen gewachsen und hast vieles gelernt,
dass du hier niemals hättest erfahren können. Und genau das ist der Sinn dieses Brauches.
Nun brauchst du nur noch die Ausbildung am Hofe, um dich für das Amt meines Nachfolgers als würdig zu erweisen.

Nee, ein paar Jahre kannst du den Thron gerne noch behalten, ich hab zwar schon vieles erlebt,
aber es gibt noch so viel mehr, dass ich lernen möchte, bevor ich mir zutraue, ein ganzes Reich zu regieren

Der König lachte, er hatte mit einer Antwort wie dieser gerechnet. Er wusste, dass sein Sohn noch keine Lust hatte, König zu sein,
ihm ging es in seinem Alter genauso. Doch füllte es sein Herz mit Freude, dass sein Sprössling wissbegierig war, und doch robust und tatkräftig.
Aus ihm wird ein hervorragender König werden.

Aus dem nichts tauchten plötzlich kleine knopfäugige Geschöpfe auf. So klein, dass sie selbst den Zwergen kaum bis zur Hüfte reichten.

Als der Herrscher den überraschten Blick Isagos sah, meinte er nur Sie sind zwar nicht sehr gesprächig
und sie mögen vielleicht auch etwas unhöflich sein , aber als bedienstete sind sie Ideal. Man sieht es ihnen nicht an,
aber es sind kräftige Kerlchen
Dann wannte er sich an die soeben erschienenen Übernehmt das Gepäck der beiden Reisenden,
Draugur wird in seinen Gemächern wohnen, aber für den Elfen stellt ein Zimmer bereit, eines, dass seiner Körpergröße angemessen ist.

Genauso schnell, wie die Wesen aufgetaucht waren, waren sie auch schon wieder verschwunden,
einer jedoch blieb zurück, die funkelnden kohlschwarzen Augen stets auf Isago gerichtet

Plant der Herr Wurzeln zu schlagen, oder erweist er mir heute noch die Ehre,
und folgt mir auf sein Zimmer. Inzwischen werden die Anderen bereits fertig
sein, es auf Lulatschgröße umzubauen
Wie gesagt, unfreundlich, aber überaus fleißig seufzte der König, bevor Isago mit dem Gnom den Raum verließ.

Schon von Weitem konnte er erkennen, welches Zimmer für ihn gedacht war, da die Tür um einiges höher war,
als die der anderen Gästezimmer. Auch die Einrichtung war auf seine Größe abgestimmt.
So fanden sich in den Raum ein großes Bett, ein Tisch angenehmer Höhe und ein kleines Fenster,
bei dem sich der Elf nicht bücken musste, um hinauszusehen. Ob sie es mit Magie nach oben versetzt haben?

Der Gnom war jedoch schon wieder verschwunden, somit wird diese Frage wohl ungelöst bleiben..
Isago blickte sich musternd um. Außer den besagten Gegenständen war der Raum weitgehend leer.
Doch empfand dies der Reisende durchaus als angenehm. So hatte er genügend Bewegungsfreiheit,
denn das Zimmer war zwar auf seine Maße abgestimmt worden, aber groß war es immer noch nicht,
aber er würde hier bestimmt angenehm ruhen. Nach all den Nächten auf hartem Boden unter freiem Nachthimmel
konnte er es kaum mehr erwarten, sich in diesem Bett einzurollen, und selig vor sich hinzu schlummern.
So dauerte es nicht lange, bis aus dem Zimmer nur noch leise Atemgeräusche zu hören waren

Alva LeMar

unregistriert

17

Sonntag, 5. Dezember 2010, 22:06

Darf man hier posten?^^
(Wenn nicht, schreib mir ne PN dann editier ich das natürlich wieder ;) )

So, also:
Tu das nie wieder :pinch:
Es ist für mich blanker Horror eine so lange Geschichte lesen zu müssen.
Ja, ich sage müssen, weil die Geschichte verdammt gut ist :sdanke:
Besser hätte ich es gefunden, jede Woche ein neues Kapitel zu lesen. Dann gibt es einen Grund zur Freude :)

Besonders hat mir die Geschichte mit den Seelenlosen gefallen.
Und vielleicht könntest du den Zauberwald hier im RP aufmachen so als neuen Ort.
Die Idee find ich nämlich super :thumbup:
(Da kam wohl das Biologiestudium durch :girl_haha: )

Ansonsten, weiter so. Bin gespannt wie es weitergeht :thumbsup:
(Oh und ich hoffe du bist wieder richtig gesund nach deinem Unfall :) )

18

Montag, 6. Dezember 2010, 15:30

Die Zwergenschmiede

Als Isago erwachte, fühlte er sich erholt und frisch. Neugierig blickte er aus dem Fenster, ein kleines Loch,
dass in die Außenwand des Berges geschlagen worden war, doch war nicht viel zu sehen. So hoch im Norden
war es immer dämmrig, nur an ganz seltenen Tagen schaffte es ein Sonnenstrahl, die dichte Wolkendecke zu durchdringen.
Heute war kein so ein Tag, es war trübe. Doch beeinträchtigte dies die Laune des Halbelfen keineswegs. Flink kleidete er
sich an und verließ sein Zimmer auf der Suche nach seinem Freund. Erst als er durch die zahlreichen Gänge irrte, merkte er,
wie viele Zimmer dass es in diesem Palast gab, der hoch auf der Bergspitze thronte.

Doch zum Glück schien Draugur bereits geahnt zu haben, was sein Begleiter vorgehabt hatte,
denn er schien keineswegs überrascht, als er den Halbelfen in einem der Gänge fand.

Da steckst du ja, ich war bei deinem Zimmer, doch du warst bereits verschwunden..
egal, komm, es gibt Frühstück, und es wird ein langer Tag werden, das kannst du mir glauben,
denn ich werde dir heute den ganzen Stolz der Zwerge zeigen, die beste Schmiede aller Königreiche.
Selbst Könige der fernsten Länder würden jeden Preis bezahlen um eine Klinge aus jenen Schmieden zu bekommen,
und du bekommst sie umsonst. Du kannst dich also geehrt fühlen

Und Isago fühlte sich geehrt, Draugur hatte schon oft von den glorreichen Schmiedekünsten seiner Landsmänner geschwärmt,
doch nun, da er im Begriff war, sie mit eigenen Augen zu sehen, war er tatsächlich aufgeregt,
denn er wusste, dass diese Ehre nicht Jedem zu Teil wurde

Nach einem ausgiebigen Frühstücksmahl stiegen sie die Spiraltreppe im Berginneren wieder runter. Immer tiefer führte sie ihr Weg.
Den Basar hatten sie bereits lange hinter sich gelassen, nun müssten sie bald wieder am Fuße des Berges sein, dachte sich Isago.
Doch dachte Draugur nicht daran, Halt zu machen. Er strich mit der flachen Hand über ein Wandrelief das einen Zwerg darstellte,
der gerade Eisen aus dem Feuer holte.

Knackend schob sich die Felswand, auf die das Bild gemeißelt war, zur Seite, und gab eine weitere Treppe preis, die tief ins Erdreich zu führen schien.
Stumm folgte der Halbelf seinem Führer. Immer tiefer stiegen sie. Die Luft wurde zunehmend wärmer und stickiger. Hier waren die Mauern kaum oder
überhaupt nicht verziert. Warum auch, unbefugten ist der Zutritt strengstens verboten. Nur die besten Zwergenschmiede und die Königsfamilie durften
diese Treppen runter steigen. Draugur hielt an und wischte sich den Schweiß von der Stirn

Ab hier wird es noch heißer, und wenn möglich, solltest du nicht mehr allzu tief einatmen.
Die Dämpfe hier, verleihen dem Metall eine ungewöhnliche Härte, doch für die Atmung sind sie nicht besonders gut.
Darum darf hier eigentlich niemand hin, der nicht darauf spezialisiert ist. Nicht einmal die Berater meines Vaters dürfen hier her.
Du bist der Erste, der Weder Schmied, noch Mitglied der Königsfamilie ist, der diese Stätten zu Gesicht bekommt

Mit einem weiteren Knacken schob sich erneut eine Wand zur seite und gab den Schmiedebereich frei.

Und.. Was sagst du?
Isago war sprachlos. Ein gewaltiger Lavasee erstreckte sich vor ihnen. Kleine Inseln aus rötlichem Fels verbanden dutzende Steininseln.
Auf diesen Inseln befanden sich die Stationen, die das Metall durchlaufen musste, bevor es sich „Klinge aus den Zwergenschmieden“ nennen durfte.
Der Klang von schweren Hämmern, mit denen die Meisterschmiede auf das Rohmetall eindroschen, hallte von den Wänden wider.
Zu Isagos rechten befand sich die Endbearbeitung. Viele Äxte, Schwerter, Hellebarden und andere Metallwaffen fanden sich dort,
um den letzten Schliff zu bekommen

Und ich darf wirklich eins von denen haben?

Hoho, mach dich nicht lächerlich

Dröhnte eine tiefe Stimme von eine der Inseln. Ein großgewachsener Zwerg kräftiger Statur stapfte zu den Beiden rüber.
Er deutete ein kurze Verbeugung vor dme Königssohn an und wandte sich dann musternd an Isago.

Du bist also der Elf, dem ich eine Waffe schmieden soll?
Du bekommst natürlich ein Unikat, speziell auf deine Stärken ausgerichtet. Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Kirgon
Man sagt, ich sei der Beste aller Schmiede, man nennt mich auch den Meister und König der Waffenbearbeitung.
Aber am Besten, du nennst mich Kirgon, das machts einfacher und geht schneller

Kirgon lachte wieder laut auf und klopfte dem Halbelfen auf die Schulter und forderte ihn auf, seine Kraft zu zeigen, damit er sich ein Bild machen könne

Gut, mein Name ist Isago ma Kaze, Reisender, oder kurz, Isago,
ich kann Gestein kontrollieren und manipulieren, aber am Besten,
ich zeige es einfach mal.

Hoho, Taten statt Worte, das gefällt mir, gut, dann leg los

Isago kniete sich hin und berührte den Boden. Er war ziemlich heiß, aber es sollte eigentlich kein Problem sein, in zu nutzen.
Isago konzentrierte sich. Ein knacken, dann ein Zischen, ein Stück der Insel brach ab und erhob sich in die Luft.
Lava tropfte von den Rändern auf den Boden und kühlte zischend ab. Das Gestein dampfte, schwarze Rauchschwaden ließen kaum Blickkontakt zu.

Isago wollte dem Meisterschmied aber eine angemessen Show bieten. Er ließ den Brocken in unzählige kleine Splitter zerfallen, die,
nachdem sie einige Runden um die Köpfe der Betrachter gezogen hatten, im Magmasee versanken. Doch nicht für lange.
Die nun rot glühenden Gesteinspieße schossen empor bis knapp unter die Höhlendecke, wo sie mit einem lauten Knall explodierten
und als Asche und Kies wieder herabregneten

Angeber.. knurrte Draugur, Kirgon aber applaudierte laut lachend
Sehr schön, um Steine dieser Größe zu bearbeiten braucht es im Normalfall viele Wochen, wenn du ein bisschen übst, könnten wir dich hier gut gebrauchen..
War nur ein Scherz, ich weiß, dass du nicht hierbleiben möchtest, Ein Elf unter der Erde? Das passt einfach nicht.
Aber ich hab eine gute Vorstellung wie ich dein Schwert anfertigen könnte

Du bist leichtfüßiger, aber auch schwächer als ein Zwerg, darum sollte deine Waffe leicht sein. Sie soll scharf und natürlich einhändig zu führen sein.
Denn eine Hand benötigst du ja für deine Magie. Die Klinge wird aus einem speziellen Metall sein, das selbst Steine spalten kann
und auch bei Drachenatem nicht schmilzt. Denn Griff wollte ich eigentlich auch aus Metall fertigen, aber nach deiner Vorführung
denke ich am einen massiven Steinknauf, dann kannst du die Klinge ähnlich dem Felsen vorhin auch auf Entfernung manövrieren.
So, die Ideen sind gesammelt, während ich mir noch eine Form ausdenke, könnt ihr euch gerne umsehen.
Das Schwert wird so in drei Wochen fertig sein

Drei Wochen?
Wenn du ein Meisterschwert haben willst, sind drei Wochen das Mindeste. Ich werde dir eine Klinge schmieden, die eines Liedes würdig sein wird.
Glaub mir, wenn du sie erstmal in Händen hältst, wirst du froh sein, dass du drei Wochen gewartet hast. Dann kannst du den Spieß da wegwerfen
.

Lachend deutete er auf das Gauklerschwert, welchen Isago immer bei sich trug

Du bekommst ein wahres Meisterwerk, ich kenne dieses Funkeln in seinen Augen. Er wird sich selbst übertreffen
und dir ein Schwert schmieden, das vielleicht noch prächtiger sein wird, wie meine Axt.
Könige würden glatt ihr Reich eintauschen, um nun an deiner Stelle sein zu dürfen.
Aber nun lass uns wieder nach oben gehen, ich brauche frische Luft

Isago verabschiedete sich von Kirgon und folgte seinem Freund nach oben,

Wenn du möchtest, kann ich dir auch noch unsere Minen zeigen,
sie sind nach den Schmieden unser größter Stolz, die wertvollste
Einnahmequelle und wohlbehütetstes Geheimnis.

Es wäre mir eine Freude und Ehre,
..und danke, ich stehe in deiner Schuld.

Wegen dem Schwert? Das ist doch gar nicht der Rede wert. Kirgon liebt solch herausforderungen,
tagein tagaus Waffen schmieden ist auf Dauer auch langweilig. Sie sind zwar alle von hervorragender Qualität,
aber allesamt nichts wirklich Außergewöhnliches. Ich glaube, dieses Schwert zu schmieden, ist die schönste Arbeit,
die er seit langem hatte… Ah, unsere Mitfahrgelegenheit ist da

Isago lächelte, nicht nur wegen dem Schwert war er dankbar. Bevor er Draugur kennen lernen durfte, war er immer allein unterwegs,
hat sich selbst stets als Monster betrachtet, dass für den Tod seiner Familie verantwortlich war. Er traute niemanden,
und wollte auch nicht, dass ihm jemand traute. Doch Draugurs Freundschaft, die Abenteuer, die sie zusammen erlebt hatten,
kein Schwert der Welt, auch wenn es noch so einzigartig war, konnte diesen Wert übertreffen. Doch ihre gemeinsame Reise würde bald enden,
denn Isago wusste, dass Draugur diese Stadt nicht mehr verlassen würde, und er konnte nicht hier bleiben.

19

Montag, 6. Dezember 2010, 15:36

Ach ja, natürlich dürfen hier Leser dazwischen posten (solange nicht allzuviel gespamt wird),
ich freue mich über jede Kritik und natürlich auch über Lob (Danke Alva :blush )

Da ich inzwischen schon ein paar mal gehört habe, dass es zu viel zum Lesen ist, werde ich nun,
nur noch jede Woche ein oder zwei Kapitel reinstellen (wir sind noch nicht mal bei der Hälfte ^^)

Sayurica

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Samstag, 11. Dezember 2010, 12:22

Boar Isaaaaaaaaa!!!!!
Das ist fantastisch!!!!! :thumbsup:

Das ist echt eine spannende Gescichte und auch sehr sehr gut geschrieben :rolleyes:
Ich bin gespannt wie es weiter geht
(Das mit jedem jede Woche ein neues Kapitel posten,
ist vlt ganz sinnvoll, ist wirklich ne Menge Lesestoff auf einmal) ^^

*meinen Respekt bekunde* :girl_kiss

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