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Samstag, 11. Dezember 2010, 15:25

In den Minen

Isago nahm neben dem Zwerg platz. Sie befanden sich in einer Art Lore, die umgebaut worden war.
Gezogen wurde das Gefährt von einem großen reptilienähnlichen Wesen. Der kurze gedrungene Körper
war mit dicken Schuppen übersät. Diese Wesen werden im Allgemeinen Tunnelechsen genannt.
Die Zwerge haben sie gezähmt und benutzen sie für die Grabungen. Doch nicht nur als Tunnelgräber
eignen sie sich ideal, auch als Zugtiere waren diese Geschöpfe ideal

Kaum hatte sich auch der Halbelf in die Lore gezwängt, schoss das Reptil los. Einige Zeit ging es über die Ebenen,
welche Isago und Draugur am Vortag überquert hatten, dann aber bog es in eine Richtung ab und verschwand
mit der Lore im Schlepptau in einem Erdloch. Völlige Dunkelheit umgab die drei, doch schien die Echse auch ganz
gut ohne Licht auszukommen. Bei jedem Richtungswechsel wurden die beiden Insassen in ihrer Lore kräftig durchgeschüttelt
und hin und her geschleudert. Langsam gewöhnten sich Isagos Augen an die Dunkelheit. Zwar war es noch immer zappenduster,
doch konnte er nun die schemenhaften Umrisse der Wände sehen. Der Gang war viel schmaler, als er vor wenigen Minuten
noch gedacht hätte. Nur wenige Zentimeter trennten sie von den Tunnelwänden. Auch nach oben hin blieb nicht viel Platz.

Aufrichten konnte sich Isago nicht, ohne sich dabei den Kopf zu stoßen. Nach einer gefühlten halben Stunde Fahrt,
wurde der Weg breiter, vereinzelt säumten nun Fackeln die Durchgänge. Die Tunnelechse schien den Weg genau zu kennen,
denn nie zögerte es auch nur einen Augenblick, wenn der Weg sich gabelte. Isago versuchte sich den Weg zu merken
Links, links, rechts, Mitte. Dann wieder rechts, nein.. Das Vieh lief so schnell, dass Isago keine Ahnung hatte,
wie oft sie nun schon abgebogen waren, aber vielleicht war das ja auch nicht weiter wichtig
Endlich erreichten sie einen großen Zwischenraum. Ein Mann schien dort bereits auf sie zu warten.

Es war ein kleiner weißbärtiger Zwerg, an dessen Helm eine Kerze befestigt war. Die Echse verlangsamte das Tempo
und blieb schließlich direkt vor dem kleinen Mann stehen. Doch kaum hatte dieser dem Reptil das Geschirr abgelegt,
schoss es schon wieder los und war hinter der nächsten Ecke verschwunden
Draugur.. Es ist also war, du bist zurückgekehrt. Wie lange ist es her das du das letzte Mal hier warst?

Viel zu lange, vielen Dank, dass du zugestimmt hast, mich und meinen Freund rumzuführen
Darf ich euch einander vorstellen. Isago, das ist Baldun, ich habe als Kind oft hier unten gespielt,
Baldun hatte immer für mich Zeit, er war damals der coolste Erwachsene für mich
Damals? Du brichst mir das Herz
Baldun, das ist Isago, er und ich sind zusammen gereist, ich muss dir später unbedingt alles erzählen


Ein Elf der unsere Mienen sehen will, seit wann interessiert sich denn das Waldvolk für die Erde,
und da denkt man, man hätte bereits alles gesehen
, lachte der Weißbärtige
Klar interessiert sich Isago für die Erde, er hat ein besonderes Talent, dass dir bestimmt gefallen wird,
das heißt, wenn er sie einsetzen will. Isago, würdest du uns eine Kostprobe deines Talents zeigen?

Isago kam sich etwas seltsam vor, wie ihn sein Freund jedem zeigen wollte. Klar, einen Halbelfen hat man hier noch nie gesehen,
schon gar nicht einen, der des Zwergen liebstes Element beherrschte. Doch wie konnte er Draugurs Bitte abschlagen,
wo er ihm bereits so viel schuldete. Die Zwerge hatten ihn so freundlich in ihren Reihen aufgenommen,
wo es doch eigentlich immer hieß, dass Elfen und Zwerge nicht besonders gut miteinander auskommen könnten

Der Elf trat einen Schritt vor, schloss die Augen und legte die Handflächen auf die Mienenwand.
Er versuchte einige Stücke aus dem Schacht zu lösen, doch stellte er fest, dass die Brocken sehr hart und schwer waren,
sich nur äußerst schwer bewegen lassen würden. Er ging ein Stück weiter und prüfte die Wand erneut. Auch hier dasselbe Ergebnis,
doch befanden sich zwischen den massiven Felsbrocken, tief im Inneren des Erdreichs, ein paar kleinere, Leichtere Stücke,
die sich in Form und Beschaffenheit sehr von den Übrigen unterschieden

Mit einem Ruck durchbrachen die stücke die Wand der Mine und gaben ihr Aussehen preis. Nicht nur Isago war überrascht,
da er dachte, es wären einfach kleiner Felsstücke, doch dem war nicht so. Große Edelsteine, bunt schillernde Kristalle
traten ans Tageslicht und kreisten um Draugur, Baldun und Isago.
Bei meinem Bart, ein echter Felsenmagier, dass ich das noch erleben darf.
Ein Diamantenschnüffler. Bei den Göttern, Draugur, wo hast du denn den gefunden?

Der alte Zwerg war so erstaunt, dass er kaum noch wusste, wo er hinsehen sollte. Zu Draugur, zu den schwebenden Edelsteinen
oder zu dem Elfen, der sie gefördert hatte. Draugur hatte sich genau diese Reaktion erhofft.
Wusste, dass dir das gefällt; Danke Isago, du musst wissen, der gute alte Baldun hatte mir immer die Geschichte vom ersten
Minenarbeiter erzählt Alle ham immer gesagt, es is nur´n Märchen, aber er hat darauf bestanden, dass es wahr ist…

Ich verstehe nicht ganz…
Baldun hatte sich allmählich wieder gesammelt und setzte sich auf einen Geröllhaufen, die Kerze
auf seinem Helm flackerte unentwegt. Langsam erhob der kleine Mann seine Stimme

Kein Wunder, hast ja auch nie die Geschichte gehört, aber du warst bestimmt schon im Thronsaal. Und hast dort die Statue
mit der Schlange gesehen? Nun, der Legende nach, war diese Schlange ein Erddämon, der sich durch das Erdreich wühlte
und nur ans Tageslicht trat, um Oberflächenbewohner in ihre dunklen Löcher zu ziehen um sie dort zu verspeisen.
Ein Vorfahr der Zwerge, damals waren wir Zwerge noch etwas größer, machte sich auf den Weg, um das Untier aufzuhalten.
Also durchschritt er den Fluss zur Unterwelt, da er hoffte, so in das Reich des Untiers zu gelangen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Isago ma Kaze« (11. Dezember 2010, 15:43)


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Samstag, 11. Dezember 2010, 15:42

Doch hauste in den Tiefen nicht die Schlange, sondern ein uralter Gott hatte sich dorthin zurückgezogen, weil er der Welt überdrüssig war.
Erzürnt, über die Störung, hetzte er seinen Wolf, den Wächter des Totenreichs auf den Eindringling. Doch nach einem langen Kampf
unterlag die Bestie, und der Zwerg sicherte sich die Bewunderung des Gottes. So erfüllte er ihm einen Wunsch.
Der Zwerg überlegte nicht lange, und berichtete ihm von der Schlange, welche seine Heimat tyrannisierte.
Er wollte perfekt gewappnet sein für den Kampf gegen das Scheusal. Der Gott lachte und erfüllte ihm den Wunsch

Das Erdreich, das für die Zwerge damals noch fremd war, sollte für ihn wie eine zweite Heimat werden.
Er gab dem Mann die kurze gedrungene Gestalt, die seit jenem Tag für uns Zwerge typisch ist, rüstete ihn mit Augen aus,
die selbst in dunklen Höhlen noch die kleinste Unebenheit erkennen konnten
Als sich der Beschenkte bedanken wollte, lachte der Gott erneut, und sagte, er müsse sich bedanken,
wo er doch endlich einen Gegner gefunden hat, der seiner würdig war. Und vor den Augen des Überraschten
verwandelte sich Totengott in eine gewaltige weiße Schlange mit glühend roten Augen.
Eben die, die seit Jahren das Reich bedrohte und immer wieder Opfer forderte.
Der Kampf dauerte angeblich mehrere Jahre, in anderen Erzählungen nur wenige Tage,
in einer Version kämpfen sie noch heute, aber die ist in meinen Augen Unsinn


Denn irgendwann besiegte der Zwerg dank seiner neuen Kräfte den Feind. Er machte sich dessen Heim zu dem seinen
und wurde der neue Gott der Unterwelt. Doch bevor in den Rang eines Gottes aufstieg, kehrte er noch ein letztes Mal
in seine Heimat zurück, und nutzte seine Kraft, um die ersten Minen zu schaffen. Er zeigte seinen ehemaligen Kameraden die Schätze,
die in der Erde verborgen waren, und trug ihnen auf, sie zu sammeln, denn sie sollen der ganze Stolz dieses Volkes sein.
Weder Elfen, Dämonen, Magier oder sonstige Geschöpfe waren in der Lage, Bodenschätze besser abzubauen wie diese Rasse,
darum graben Zwerge seit jeher in die Tiefe. Verstehst du, die Schlange war der erste Magier, und der Schöpfer der Zwerge,
so wie wir sie heute kennen.

Immer wieder schön die Geschichte zu hören, wobei dies nur die Kurzfassung war. Meistens erzählte er den ganzen Abend
jede Einzelheit dieser Legende vor dem Zubettgehen. Gleich als ich deine Fähigkeiten zum Ersten Mal gesehen hatte,
erinnerte es mich an diese Geschichte. Du bist wie die Schlange, nur halt auf der Seite der Guten. Du bist der Beweis,
dass es nicht unmöglich ist, die Erde durch Magie zu ändern. du wärst der geborene Minenarbeiter
Die Erde mag zwar mein Element sein, doch ohne Tageslicht würde ich es nicht sehr lange aushalten.
Der Elf in mir liebt noch immer die saftigen Grünen Wälder, ein Leben unter der Erde ist für mich leider undenkbar.

Kein Wunder, du bist ja auch ein Elf, wenn du gerne in Minen wühlen würdest, wärst du ja ein Zwerg,
ein schmächtiger, bartloser, Riesenzwerg. Doch nun lasst uns die Führung zu Ende bringen, denn die Luft wird hier langsam stickig,
drei Leute verbrauchen eben dreimal so viel Sauerstoff als ein einzelner Zwerg.

Doch gerade als der Zwerg seinen Satz zu Ende gesprochen hatte, lies ein gewaltiges Tosen den Schacht erzittern.
Der Boden begann zu beben und Felsen bröckelten von der Decke

Oh oh, gar nicht gut, scheint, als ob die Steine, die du entfernt hast, zur Stabilisierung des Tunnels beigetragen hatten,
und der Minenschacht ohne diese Stützen kollabieren würde. Auch wenn ich nicht gerade ein Freund der sportlichen Betätigung bin,
so würde ich sagen… ..Lauft so schnell euch eure Beine tragen, und zwar sofort!!!

Hastig spurtete der alte Zwerg vorraus, Isago und Draugur waren ihm dicht auf den Fersen. Zwar hätte Isago schneller laufen können,
als die beiden Kurzen, doch würde er sich in dem Gängewirrwarr heillos verlaufen. Außerdem war es seine Schuld,
dass sie nun um ihr Leben laufen mussten. Zielstrebig sprintete Baldur keuchend durch die Gänge,
doch blieb er an einer Sackgasse stehen, die Beiden anderen hielten hinter ihm. Was´n los, wieso geht’s nicht weiter?

Es geht nicht weiter, weil´s nicht mehr weiter geht, der Gang ist eingestürzt, und bis zum Ausgang ist es noch ein ziemliches Stück,
soll heißen, wir sind Mus, noch bevor wir uns da durch gebuddelt haben. Könnte Isago den Weg nicht einfach Freiräumen?
Um Himmels Willen, Nein!! Die Steine, die den Weg blockieren, sind womöglich die einzige Stütze,
die diesen Gang aufrecht hält, er soll seine Kraft nur noch im Notfall einsetzen, solange wir hier unten sind..


Isago lenkte einige Trümmer, die noch immer von der Decke regneten, so ab, dass sie die Gefangenen knapp verfehlten.
Doch je mehr er seine Kräfte benutzte, desto mehr spürte er, wie sehr er diese Macht genoss, sollte er sich zu sehr verausgaben,
so würde die dämonische Seite in ihm wieder die Kontrolle an sich reißen. So konnte er Baldur nur zustimmen.

Obwohl, du musst die Steine nicht wegmachen, sondern einfach noch mehr erschaffen Wie meinst du das?
Na, so wie du mich damals von den Flammen geschützt hast, du weißt schon, als wir gegen diese Zirkusspinner
gekämpft haben, erinnerst du dich?
Ja, doch, das könnte klappen

Isago formte einen Steinwall, der sich um die Drei zog, und sich kuppelförmig über ihnen schloss. Still saßen sie nun im Dunkeln,
und warteten, bis der Einsturz vorbei war. Noch lange stürzten Felsen auf die dicke Kuppeln, was zwar keinen Schaden anrichtete,
jedoch im Inneren unerträglich laut war. Schließlich verebbte das Beben, und es wurde wieder ruhig. Draugur war der Erste,
der die nun wieder herrschende Stille unterbrach
Ich weiß nicht was passiert wäre, wenn wir dich und deine Kuppel nicht gehabt hätten
Ohne mich wärt ihr gar nicht in dieser Situation gewesen, ich habe den Einsturz verschuldet
Papperlapapp, darum geht es gar nicht, ein Einsturz kann immer und jeder Zeit geschehen und wenn da der Ausgang verschüttet wird,
dann sind die Bergarbeiter der Erde schutzlos ausgeliefert. Darum wird es mein erstes Gesetz sein, die ich verabschieden werde,
sobald ich Regent bin, dass Schutzbunker in regelmäßigen Abständen errichtet werden. Natürlich größer und stabiler wie dieser,
schließlich muss ein Zwerg einen Elf stets übertrumpfen, wenn du verstehst..


Baldur, der bisher ungewöhnlich still gewesen war, lachte wieder, auch wenn es ein wenig gekünstelt wirkte. Kein Wunder, waren diese Minen
sein zweites Zuhause gewesen. Können wir dann vielleicht die Kuppel verlassen, ich möchte sehen, wie verheerend der Einsturz war?
Mit einem nicken öffnete der Halbelf die Kuppel einen spaltbreit, worauf der Alte seinen Kopf nach draußen steckte
Bei meinem Bart… Kommt, seht euch das an
Neugierig reckten auch die beiden Freunde ihre Köpfe aus dem sicheren Versteck. Ein Fels hatte den Geröllhaufen,

welcher den Gang versperrt hatte, getroffen und somit eine Kettenreaktion ausgelöst. Denn genau wie Draugur es vermutet hatte,
war nun die gesamte Decke herunter geregnet, doch war dies nicht durchwegs negativ.
Denn durch diesen Einsturz wurden Bodenschätze freigelegt, die die Minenarbeiter vermutlich noch jahrelang vergeblich gesucht hätten.
Zwischen den Trümmern blitzen zahlreiche edle Steine auf. Sie funkelten heller als jeder Edelstein,
der die unzähligen Reliefs im Palast schmückte.

Das ist ein Wunder, diese Mine wurde schon als leer/erloschen/aufgebraucht (wie beschreibt man das?) abgeschrieben,
abgebaut wurde nur noch in den zahlreichen anderen Minen. Doch nun seht euch an, was noch verborgen war,
in dieser ältesten aller Zwergenminen. Kristalle, von solch Größe und Reinheit, dass sich jeder Juwelier
die Finger danach lecken würde

Schnell lief der alte Zwerg hüpfend von Geröllhaufen zu Geröllhaufen und sammelte singend die einzelnen Steine ein,
die einfach so in der Gegend rumlagen. Mann, so hab ich den ja noch nie gesehen, am besten, wir lassen
ihn nun mit seinen Schätzen alleine, komm, ich zeige dir eine Taverne, die dir bestimmt gefallen wird.

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Dienstag, 14. Dezember 2010, 16:20

Abschied von einem Zwerg

Die drei Wochen vergingen schneller, als Isago gedacht hatte. Inzwischen kannte er sich nicht nur im Schloss aus,
sondern fand sich der Halbelf inzwischen auch in den Irrgängen und Tunneln des gesamten Bergsystems zurecht.
Sein Lieblingsort außerhalb des Schlosses waren der Bazar und die alte Taverne am Fuße des Berges,
die ihm sein Freund gezeigt hatte. Wenn immer Draugur keine Zeit für ihn hatte, da er mit seinem Vater unterwegs war,
oder sonstige Dinge in seiner Heimat erledigen wollte, die er alleine machen musste, besuchte Isago diese beiden Orte.

Denn obwohl die Taverne nicht mehr war, als nur ein kleines Erdloch, in dem ein paar Tische und einfach gebaute Hocker
Platz fanden, war es stets ein fröhlicher und belebter Ort. Oftmals kamen Reisende hier her, um ihren Proviant aufzustocken.
Oftmals Nordmänner, aber auch Eiselfen, die in den nördlichen Nadelwäldern lebten. Einem Ort, wo das ganze Jahr über eisige
Winde wehten, und das einzige Grün die abgehärteten Eistannen spendeten. Die Haut dieser Eiselfen war sogar noch blasser,
als die der normalen Elfen, das Haar schneeweiß und die Lippen wirken fast bläulich. Sie hatten etwas majestätisches.
Zumindest verglichen mit den ruppigen Nordmännern, Vertreter des Volkes der Menschen. Meist hatten sie blondes
oder rotes Haar und einen krausen Bart. Muskulöse Kerle, jedoch nur rohe Kraft, ohne Sinn für Kultur,
so machten sie keinen Hehl aus den Geschichten und Erzählungen der Elfen.
Isago verstand sich mit beiden Gruppen prächtig, er war fasziniert von den Lehren der Elfen, doch konnte er
auch über den derben Humor der Menschen lachen. Gerade wollte der Halbelf wieder die Taverne aufsuchen,
da fing ihn ein Zwerg ab und berichtete ihn, dass sein Schwert fertig sei, und Kirgon es ihm persönlich überreichen wollte.

Da Isago den Weg schon kannte, lief er sogleich los, er hatte kein Problem zu den Schmieden zu gelangen,
wo Kirgon bereits auf ihn wartete
Da bist du ja, komm ich will es dir gleich zeigen, es ist ein echtes Meisterwerk geworden.
Behalte es für dich, aber diese Klinge ist meine beste Arbeit bi jetzt und übertrifft sogar die Axt des Prinzen.
Folge mir
wieder schritten sie in die feurigen Tiefen des Berges, dort mitten auf einer Insel im Lavasee sah er es bereits.

Auf einem Podest lag ein filigran gearbeitetes Schwert.
Der Schaft war aus dunklem Stein, die Klinge aus hellem Stahl, auf der etwas eingraviert war.
Sie hatte einen Wellenschliff und war etwas gebogen.
Na los, heb sie auf.. Nur vom Ansehen wirst du sicherlich nicht herausfinden, ob sie mit dir harmoniert.
Probier ruhig alles aus, dass Schwert ist unzerstörbar, selbst wenn du es in den Lavasee schmeißt,
würde die Klinge keinerlei Schaden davontragen. Du kannst sogar Granit spalten, wenn du genügend Kraft aufwendest;
Aber am besten, du findest selbst heraus, wie du die Waffe nutzt

Isago nickte stumm.
Er hob das Schwert, sein neues Schwert auf, und schwang es durch die Luft. Es war unglaublich leicht.
Obwohl die Gauklerklinge nur halb so breit war, wog es fast doppelt so viel. Selbst das rostige Kurzschwert
war um einiges Schwerer als die neue Waffe.
Sei vorsichtig, es ist das schärfste Schwert, das ich jemals geschmiedet habe, und auch in tausend Jahren
wird es nicht abstumpfen. Es ist ein Meisterstück, ohne Frage.
Der Zwerg klopfte sich selbst auf die Schulter

Isago war das Schwert ein paar Mal in die Luft, doch da der den steinernen Schaft zu kontrollieren vermochte,
fand das Schwert stets zurück in seine Hand. Es war wirklich eine meisterhafte Arbeit, die der Schmied geleistet hatte.
Nun konnte der Meister, wer oder was immer er auch war, ihm jede Kreatur auf den Hals hetzen, alle würden dieser Klinge zum Opfer fallen.
Vielen Dank, ich weiß nicht, wie ich mich für dieses Geschenk bedanken soll, ich meine…
Der Schmied unterbrach den Halbelfen und lachte. Es ist Dank genug, wenn du auf deinem Abenteuer dieses Schwert benutzt
und es weise im Kampf einsetzt. Es soll ein Teil deiner Geschichte werden, und wer weiß, vielleicht höre ich in ferner Zukunft
eine Legende von einem Erdmagier mit einem Meisterschwert, wie diese Klinge allerlei Monster zur Strecke gebracht hatte.
Ein Schwert, das in Liedern und Legenden unsterblich wird. Das wäre das größte Geschenk, das du mir machen könntest.
..Würde auch kräftig das Geschäft ankurbeln, wenn du verstehst was ich meine Erneut lachte der Zwerg und klopfte
Isago auf die Schulter.

Dann riet er ihm, Draugur aufzusuchen, und auch ihm das Schwert zu zeigen. Vielleicht sogar sich zu verabschieden,
falls er nun, da er wieder gut bewaffnet war, wieder aufbrechen würde.

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Dienstag, 14. Dezember 2010, 16:33

Es dauerte nicht lange, bis er seinen Freund fand. Oder besser gesagt, bis er von seinem Freund gefunden wurde.
Denn Draugur schien ebenfalls auf der Suche nach dem Halbelfen gewesen zu sein.

Da.. bist du… ja endlich schnaufte der Zwerg, nachdem er zu Isago gespurtet war.
Ich habe gerade mit den Weisen gesprochen, ich habe ihnen von.. Hey, ist das ein neues Schwert, sieht ja schick aus…
egal, zeig es mir später, das ist wichtig, denn ich habe ihnen von dem, Wiehießernochmal- Fluch erzählt,
und sie haben lange gesucht, und du ahnst ja nicht, wie viele Flüche es gibt, die auf meine Beschreibung zutreffen könnten,
doch einer hat das hier in der Bibliothek gefunden.
Er reichte Isago eine Seite, die allem Anschein nach,
aus einem alten Buch herausgerissen wurde

Schnell überflog er das Blatt, tatsächlich beschrieb es einen Fluch, der zumindest zum Teil an die Sage des Argusriesen
angelehnt war. Ein tausendäugiger Riese, der von den Göttern als Wächter genutzt wurde, da immer ein Teil der Augen
wach war, während die übrigen schliefen. Doch wurde er überlistet und von den Göttern getötet, so viel zur bekannten Sage
Isago übersprang den weiteren Text, der über Herleitung und Genauigkeit des Ursprungs der Sage handelte
aha, da geht’s weiter murmelte er ...
Auch heute gibt es einen Fluch, der sein Opfer mit tausend magischen Augen belastet, jedoch um eine solch
Vielzahl von Sehorganen kontrollieren zu können, verliert der Verfluchte die Hälfte seiner Sinne.
Die Augen können auch übertragen werden…..
Das ist alles? Ich meine, da steht nicht sonderlich viel über den Fluch. Auch wurde nicht erklärt, wie er uns finden konnte,
da steht auch nicht, wie man den Fluch aufheben kann. Da steht eigentlich gar nichts, dass uns weiterhelfen kann

Draugur blickte enttäuscht zu Boden
Tschuldigung, dachte nur, du willst es sehen, immerhin haben wir jetzt überhaupt mal eine Ahnung, was dieser Fluch kann..
dachte, du freust dich, dass ich was gefunden habe

Hey, so war das doch nicht gemeint, natürlich freue ich mich, dass du fündig geworden bist, du bist ein echter Freund,
selbst jetzt, wo du in deiner Heimat angekommen bist, hilfst du mir, mich auf meine Weiterreise vorzubereiten,
dass ich nicht sofort in eine Falle tappe
Ohne es zu wollen, hatte Isago nun ausgesprochen, was er eigentlich nicht so direkt sagen wollte
Es stimmt also, du willst wirklich schon wieder weiterziehen; Schade, aber Reisende soll man ja nicht aufhalten

Komm, bitte fang jetzt nicht so an, wir wussten Beide, dass wir nur ein Stück zusammen reisen würden,
auch wenn es uns Spaß gemacht hat, so wussten wir doch immer, dass ich nicht hier im Norden bleiben würde.
Ich bin immer noch auf der Suche nach Antworten..

Antworten auf Fragen, die du nicht einmal kennst, ..aber schon gut, du hast ja Recht, wir wollen nicht mit schlechten oder gar
traurigen Gedanken Abschied nehmen. Denken wir an die lustige und spannende Zeit, die uns die lange Reise beschert hat,
und feiern wir unseren letzten gemeinsamen Abend in guter alter Zwergenmanier, auf dass uns noch lange der Schädel brummt
und wir gezwungen sind, uns immer daran zu erinnern.
Ich brauche weder Met noch Fleisch, um mich an den sturen mürrischen Zwerg zu erinnern, der mir stets beigestanden hat,
der mein Bester Freund wurde; doch gebe ich dir recht, lass uns heute noch ein letztes Mal so richtig Spaß haben.

Der Morgen des darauffolgenden Tages graute bereits, doch von einem Ende der großen Feier war noch keine Spur.
Zwar war es bereits ruhiger, als zu Beginn, doch noch immer schien das halbe Zwergenvolk auf den Beinen zu sein.
Sturzbetrunkene Nordmänner lümmelten bei den Tischen und schliefen ihren Rausch aus, und auch die sonst eher
ruhigen Eiselfen erzählten Geschichten wie alte Klatschweiber. Noch nie hatte sich der Halbelf so willkommen gefühlt,
wie an diesem Abend.

Der König versicherte ihm, dass er stets ein gerngesehener Gast sein würde, und jederzeit widerkehren dürfte.
Nachdem er dies zu dem Halbelfen gesagt hatte, verschwand er wieder zu den übrigen Feiernden.
Denn obwohl der Regent, hatte auch er seinen Spaß und war mindestens so betrunken wie seine Untertanen.
Sie schunkelten und tanzten, sie lachten und sangen, sie feierten bis auch den letzten die Müdigkeit übermannte
und an Ort und Stelle einschlief.

Als Isago die Augen öffnete, lag er im Bett der Taverne, er hatte keine Ahnung, wer ihn dort hingebracht hatte,
doch hatte er im Moment andere Sorgen. Sein Schädel brummte, als hätte jemand mit dem Hammer darauf eingeschlagen.
Stöhnend wankte er nach unten in den Schankraum, wo er sich auf einen Hocker plumpsen ließ und sich den Schädel hielt

Moin begrüßte ihn der Wirt fröhlich ´wohl ne lange Nacht, ha? Ihr Elfen vertragt aber auch gar nix.
Er lachte, was in Isagos Ohren jedoch wie ein dröhnendes Röhren klang, dass seine Schläfen zum Pochen brachte.
Ach ja, der Prinz ist heut e Morgen aufgebrochen, keine Ahnung wohin, doch trug er mir auf, dir Proviant für die Reise zu packen.
Seid wohl echt dicke Freunde, du und der Prinz, wa´?

Er ist ein unersetzlicher Kamerad, der beste Freund den ich jemals hatte. Doch genau dies ist ein Grund mehr,
warum ich diesen Argustypen finden muss, und verhindere, dass solch Psychopaten in diese Stadt kommen,
vielen Dank für alles, ich werde sogleich aufbrechen

Isago sprang auf, jedoch taumelte er und ließ sich zurück in den Stuhl sinken
Das heißt, sobald sich nicht mehr alles dreht

Der Wirt lachte laut auf, Isago zuckte erneut zusammen, was den Zwerg nur noch mehr zu belustigen schien.
Ich hab zwar keine Ahnung, wovon du sprichst, doch solltest du besser etwas klarer im Kopf werden,
bevor du überhaupt ans Reisen denkst. Ich bring dir etwas Zwergenschnaps, der hilft bestimmt


Nein bitte, alles nur keinen Alkohol jammerte der verkaterte Elf. Lachend brachte der Wirt etwas warmen Tee
und ein zünftiges Frühstück. Danach ruhte er sich etwas aus, und als es ihm endlich wieder etwas besser ging,
verabschiedete er sich vom Wirt, und setzte seine Reise fort. Er ließ zuerst die Taverne, dann die Bergstadt
und schließlich das Reich der Zwerge hinter sich…

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Donnerstag, 16. Dezember 2010, 11:56

Die Augen des Meisters

Vor wenigen Tagen hatte der Reisende die westliche Grenze überschritten. Es war irgendwie trostlos, nach dieser langen Zeit
wieder alleine reisen zu müssen. Auch wenn sie öfters gestritten, ja selbst wenn sie gar nicht miteinander gesprochen hatten,
so waren die doch immer gemeinsam unterwegs gewesen. Aber immerhin streifte er nicht ziellos umher, wie er es vor dem Treffen
mit seinem Freund getan hatte, sein Ziel waren die Augen des Meisters. Nur wenn diese „erblindeten“,
konnte der Elf wieder gefahrlos seiner Wege gehen

Isago wanderte einen alten Feldweg entlang, nun, da er wusste, womit er es zu tun hatte, musste er nur noch den Mann mit dem Fluch finden.
Erst wenn er tot ist, kann Isago sicher sein, nicht länger verfolgt zu werden. Er suchte also nach einer Person oder einer Kreatur, die im Gegenzug
für das Augenlicht des tausendäugigen Riesen, einen, oder mehrere andere Sinne verkauft hat.

Und irgendetwas sagte ihm, dass er näher war, als angenommen. Er fühlte sich beobachtet, schon seit er die Bibliothek verlassen hatte.
Lag das nur daran, dass er jetzt wusste, was ihm auf den Fersen war, oder wurde er wirklich verfolgt? Isago ging weiter, als ob nichts wäre.
Doch urplötzlich drehte er sich um. Doch weit und breit war niemand zu sehen. Wohl doch nur Einbildung…

Er nahm erneut den Weg auf, doch da entdeckte er am Wegrand einen Aussätzigen, der um eine milde Gabe bettelte.
Sein Körper war in einen zerschlissenen schwarzen Stoff gehüllt, dessen Kapuze, den Großteil des Kopfes bedeckte.
Bandagen verbargen seine Hände und sein Gesicht, zumindest der Teil, der zu sehen war; Auch schien ihm die Krankheit
das Augenlicht geraubt zu haben, denn auch wenn im Schatten der Kapuze versteckt, so konnte Isago deutlich erkennen,
dass die Verbände auch Nase und Augen verdeckten. Von ihm ging ein unangenehmer Geruch von verfaultem Fleisch aus.

Der Halbelf hielt an und kramte in seinem Beutel
Hier, du vom Schicksal gepeinigte Kreatur, ob Mensch, Elf oder Zwerg, kein Lebewesen hat ein solch trauriges Los verdient.

Mit zittriger Stimme antwortete der Vermummte
Zu Gütig, doch habe ich gelernt, mein Schicksal zu akzeptieren und das Beste daraus zu machen,
doch wie sieht es mit Euch aus, seid auch Ihr bereit, Euch eurem Schicksal zu ergeben

Wie meinst du daAAaaaaa…
Nur knapp entging der Halbelf dem Anschlag, der Aussätzige hatte unter seinem schwarzen Stoffumhang einen kleinen Dolch versteckt,
mit dem er nun auf den Reisenden losging.
Was soll das? Was habe ich dir getan, ich kann nichts dafür,
dass dir das Leben so grausam mitgespielt hat


Dessen bin ich mir bewusst, doch gehört mein Leben nicht mir, sondern meinem Meister, und wenn er Euren Tod wünscht,
dann werde ich dies mit Freude für ihn erledigen.
Dann gehörst du also auch zur selben Bande wie der Puppenspieler
und das Knochengerüst. Moment, du bist ein Aussätziger, aufgrund deiner Krankheit kannst du nichts fühlen,
auch den Geschmackssinn hast du verloren. Du bist mit Sicherheit der mit dem Argusfluch…

Diese Schwachköpfe haben wohl mehr geplaudert als ich vermutet hatte, ich hab gleich gewusst, dass es ein Fehler war,
den reimenden Idiot ein weiteres Mal auf Euch anzusetzen. Wer einmal versagt, versagt immer wieder. Aber ich muss gestehen,

Ihr habt recht, genau der bin ich, ich bin die Augen des Meisters. Er hat mir diese Kraft geschenkt, meinem Leben wieder einen Sinn gegeben, mein Leben ist nun das seine.

Isago zog sein neues Schwert, er hatte nicht gedacht, es so schnell benutzen zu müssen.Ich werde deinem Leid nun ein Ende bereiten
und dich von diesem Fluch den du als Geschenk erachtest befreien.
Schnell sprang der Elf auf sein Gegenüber zu und ließ seine Klinge hinabsausen

Doch ging der Schlag ins Leere. Da wo eben noch der Kranke stand, war nun nichts mehr.
Was zum… Isago blickte sich suchend um, doch zu spät merkte er, wo sein Feind abgeblieben war.
Obwohl er blitzschnell reagierte, verletzte ihn der Bastard leicht an der Seite.

Na warte du… Doch schon wieder war der Mann verschwunden. Isago taumelte ein paar Schritte zurück. Seine Blick wanderte durch die weiten
Ebenen der Graslandschaft, doch nirgends war etwas zu entdecken. Plötzlich hörte er ein leises sirren. Mit einer schnellen Bewegung drehte
sich der Halbelf um 180 Grad und parierte gerade noch rechtzeitig den erneuten Angriff mit dem Messer. Von nun an würde er den Bastard
bestimmt nicht mehr aus den Augen verlieren. Doch kaum war der Gedanke vollendet, löste sich der Angreifer vor seinen Augen in Luft auf.
Du.. Du kannst dich teleportieren?
Immer wieder erstaunlich, wie scharfsinnig manche Wesen sein können, tönte es aus dem Nichts, bevor zwei glänzende Wurfmesser
auf den Halbelfen zugeschossen kamen. Doch dieses Mal war Isago gefasst, aus dem Boden schob sich eine Wand aus trockener Erde nach oben.
Die Messer blieben in dem Schutzwall stecken, der Angriff wurde abgewehrt.

Nicht schlecht, aber wenn Ihr zwei Offiziere des Meisters besiegen konntet, müsst Ihr ja was drauf haben, auch wenn die Beiden eher ein Witz waren.
Dieses Mal tauchte der Aussätzige knapp hinter Isago auf und warf die Messer aus nächster Nähe. Isago hechtete zur Seite,
um auch diesem Angriff zu entgehen. Doch wieder streiften die Messer die Haut des Ausweichenden und hinterließen zwei dünne Schnitte.
Isago landete bäuchlings im Gras. Langsam schritt der Mann auf den am Boden liegenden zu und sagte lachend
Dann beenden wir das ganze Mal, einverstanden?

Isago grinste Ganz deiner Meinung...
in Sekundenschnelle Schossen Dornen, geformt aus Lehm aus dem Erdreich. Nur durch ein blitzartiges Verschwinden
konnte der Teleportierende dem Angriff ausweichen
Ihr könnt mich selbst dann noch angreifen, wenn Ihr bereits am Boden liegt? Bemerkenswert

Doch umso schöner wird mein Sieg sein. Ihr müsst wissen, es ist das erste Mal seit sehr langer Zeit, dass ich kämpfen darf. Immer nur Spionageaufträge zu machen,
wird auf die Dauer auch langweilig. Doch als die Augen des Meisters ist es mein einziger Lebenszweck, Dinge zu sehen, die seinen Augen verborgen bleiben

Isago sprang auf und warf sein Schwert auf den Sprechenden, doch dieser löste sich wieder in Luft auf, bevor ihm die Waffe zu nahe kam,
und materialisierte sich an einem völlig anderen Ort erneut [/i][/size]Welch stumpfsinniger Angriff, ein letzter Verzweiflungsakt? Ihr enttäuscht mich, Herr Elf.
Ich kann es noch immer nicht verstehen, welch Interesse mein Meister an Euch hat, Eure Fähigkeit mag zwar selten sein, doch seid Ihr dennoch nichts besonderes,
nichts für Ungut

Isago stand dem Verfluchten nun direkt gegenüber. Es war unmöglich den Typ zu treffen, immer wenn er angriff,
löste sich dieser Bastard
einfach in Luft auf, um dann ganz wo anders einen Gegenangriff zu starten. Er keuchte

Ich verstehs ja selbst nicht, was er gegen mich hat, ich habe keine Ahnung wer oder was er ist, was er vorhat weiß ich schon gar nicht.

Doch egal was es ist, ich werde mich nicht einmischen, wenn er mich doch endlich in Ruhe meiner Wege gehen lassen würde.
Richte deinem Meister aus, dass er mir egal ist. Ich will einfach nur in Ruhe gelassen werden. Wenns nach mir ginge,
hätte ich weder den Puppenspieler noch den Gaukler bekämpft, doch ihr lasst mich ja nicht in Ruhe

[i]Selbst wenn ich Euch glauben würde, was ich sogar tue, so ändert das überhaupt nichts. Denn er wünscht Euren Tod, und aus diesem Grund werdet Ihr sterben,
und wenn Ihr durch meine Hand sterbt, wird vielleicht sogar meine Schuld beglichen

26

Donnerstag, 16. Dezember 2010, 12:11

Von welcher Schuld sprichst du, was ist es, das dich an den Meister bindet?

Ich wüsste nicht, warum ich Euch das erzählen sollte, allerdings fällt mir auch kein Grund ein, wieso Ihr es nicht erfahren dürftet.
Bevor meine Krankheit, welche mein wahrer Fluch ist, ausgebrochen ist, war ich ein junger Magier, zumindest versuchte ich mich
in den magischen Künsten. Schon immer hatte ich ein Talent zum teleportieren, selbst weite Distanzen waren nie ein Problem für mich,
sofern sie noch in meinem Blickfeld lagen. Doch dann brach die Krankheit aus, und selbst jene, die sich die Weisen schimpften, taten so,
als könnte selbst Blickkontakt zur Ansteckung führen. Niemand sprach mit mir, wagte es, sich in meiner Nähe aufzuhalten.
Mir war es untersagt, noch weiter am Unterricht teilzunehmen. Aus allen Städten, die ich besuchte, wurde ich verjagt.
Dass ich noch lebe, verdanke ich meinem Talent der Teleportion, denn viele wollten meinen Tod, aus Angst,
ich könnte eine Seuche verbreiten.

Ich verdammte mein Leben, und war kurz davor, es zu beenden. Was hatte ich noch zu verlieren. Ich vegetierte vor mich hin,
während mir das Fleisch von den Knochen faulte. Mein Blick wurde trüber, und das Essen zur Höllenqual. Ich fühlte weder Hitze noch Kälte,
obwohl sie schweren Schaden an meinem Körper verursachten. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, durch welche Hölle ich gehen musste

Doch dann trat der Meister in mein Leben, er berichtete mir von einer Gabe, die er vor hunderten von Jahren entdeckt hatte.
Eine Gabe, die wie geschaffen für mich und mein Leid war. Ich musste auf meine irdischen Augen verzichten, sowie auf zwei meiner Sinne,
um dieses göttliche Geschenk zu empfangen. Für einen Blinden, der weder fühlt noch schmeckt, war dies keine schwere Entscheidung.
Dafür konnte ich nun den Argusfluch mein eigen nennen.

So ganz hab ich das mit diesem Fluch noch nicht verstanden
warf der Halbelf ein

Ihr wollt wissen wie dieses Geschenk der Götter genau funktioniert? Nun das kann ich Euch leicht erklären.
Ich habe tausend Augen zur Verfügung, ich brauche nur ein Lebewesen oder einen Gegenstand berühren, und übertrage in gewisser Weise
eines dieser Augen auf dieses Objekt. Ob Baum, Vogel oder Mensch ist dabei einerlei; stirbt dieses Objekt, so kehrt das Auge wieder zu mir zurück.
Das Beste kommt jedoch noch. Denn ich kann mich ja nur dorthin teleportieren, wo ich auch hinsehen kann. Durch dieses Geschenk kann ich also Sachen sehen,
die sich außerhalb meines Horizonts befinden. So kann ich in einem Wimpernschlag beim Meister, hier oder in der Wüstenstadt sein, wie Ihr seht,
ist dieser Fluch für mich kein Fluch, doch genug geplaudert, ich werde Euch nun rasch beseitigen und dem Meister Bericht erstatten


Isago setzte sich ins Gras und legte die Hände in den Schoß, mit etwas trauriger Stimme sagte er
Du bist eigentlich sehr sympathisch,
schade, dass dir das Schicksal so übel mitgespielt hat
schade, dass du dein Leben und deine Freiheit verkauft hast
schade, dass wir uns als Gegner kennenlernen mussten
schade, dass ich dich hab umbringen müssen


Was redet Ihr da? Ich habe Euch entwaffnet, ich sah jeden Eurer Schritte voraus, bin allen Schlägen ausgewichen.
Mein Blick war stets auf Euch fixiert, Ihr habt den Kampf verloren, nicht ich


Das ist die traurige Ironie in dieser Geschichte, du hast so viele Augen, doch waren sie alle auf mich gerichtet, so hast du,
wo du dich als die Augen des Meisters bezeichnest, nicht gesehen, was hinter dir geschah. Und aufgrund von Krankheit und Fluch
hast du auch nicht bemerkt, wie meine Klinge, deine Organe durchbohrt hat.


Entsetzt blickte der Mann nach unten und griff sich an den Bauch. Blut klebte an seinen Verbänden. Der Verletzte stand in einer Pfütze
aus seinem eigenen Blut, und hatte es nicht einmal gemerkt Nein, das ist unmöglich, wann und wie habt ihr das gemacht, ich habe euch stets beobachtet,
das Schwert lag unerreichbar dort hinten im Gras.


Dein magisches Auge verfolgte mich durch einen Vogel, nehme ich an... nur konnte mir Dieser nicht in den Berg der Zwerge folgen.
Somit blieb deinem Auge verborgen, dass eine andere Waffe bei mir trage, eine, die ich benutzen kann, ohne es direkt zu berühren.
Während du mit deiner Geschichte beschäftigt warst, und alle deine Augen auf mich gerichtet hast, kontrollierte ich den Steinernen Schaft
des Schwertes und damit die Flugbahn des Schwertes und die Klinge bohrte sich langsam in deinen Körper.


Das war aber sehr heimtückisch von Euch, dann war der Angriff vorhin kein Verzweiflungsakt,
sondern hattet ihr diesen ehrlosen Angriff von hinten von Anbeginn geplant

Ehrlos oder nicht, ich lebe und du stirbst, darauf kommt es mir an, auch wenn ich wünschte, wir könnten Beide leben,
doch solange du lebst, werden immer wieder neue Freaks kommen, um mir nach dem Leben zu trachten.


Der Kranke hat inzwischen so viel Blut verloren, dass seine Beine nicht länger in der Lage waren, ihn aufrecht zu halten,
er stürzte zu Boden. Vermutlich brachen dabei einige Knochen, doch spürte er es nicht.
Nun sterbe ich also doch noch, ich hatte nie Angst vor dem Tod, Zeit meines Lebens freue ich mich auf den Tag, an dem ich ihn begegne,
einzig mein Dienst dem Meister gegenüber band mich an diese Welt, nun habe ich ihn enttäuscht und kann meine Schuld niemals begleichen,
doch verstehe ich Eure Beweggründe, solltet Ihr dennoch jemals auf meinen Meister treffen, wobei ich es Euch wünsche, dass Ihr ihm nie begegnet,
so sagt Ihm bitte, dass es mir Leid tut. Ich habe ihn entäuscht


Isago antwortete nicht, er blieb jedoch bei dem Sterbenden und unterhielt sich mit ihm über verschiedenste Dinge, bis dieser seinen letzten Atemzug tat.
Danach nutzte er seine Kraft und hob ein Grab aus, wo er den Toten beisetzte. Nach nur einer Stunde erinnerte bloß noch ein kleiner Grabhügel
an die traurige Geschichte eines verfluchten Mannes und dessen Ableben.

Der Elf machte sich jedoch wieder auf den Weg nach Süden, dort wo es wärmer war, der Karte nach, musste er bald auf eine Wüste stoßen,
vielleicht war das ganz angenehm für ihn, wo er doch die Gene eines Wüstendämons in sich trug.

Was zum, wieso ist das Auge des Argus erloschen? Wo steckt dieser Kerl???
Weit entfernt von dem Geschehen auf den Ebenen hatte der Meister einen Beraterstab einberufen, denn der Tag war gekommen,
an dem er den nächsten Schritt seines Masterplans in die Wege leiten wollte. Wütend schlug er mit der Faust auf den Tisch.
Meister, soll ich ihn suchen?
Ihn suchen? Wozu? Wenn das Mal erloschen ist, dann kann das nur Eins bedeuten, zu schade,
er war ein wirklich nützlicher Diener, vielleicht sogar ein wertvollerer als jeder einzelne von Euch.
Die Aktion darf nicht gefährdet werden, ich werde persönlich dafür sorgen, dass der nächste Schritt von Erfolg gekrönt wird;

Zum ersten Mal seit langer Zeit, wird der Meister selbst nun in das Geschehen eingreifen

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Isago ma Kaze« (16. Dezember 2010, 12:21)


27

Samstag, 18. Dezember 2010, 22:00

Die Geschichte ist echt ziemlich lang...

Zum da Aufhollen brauche ich noch ein wenig...

Wann kommst du eig. zu dem TEil wo sich Isago und Sakura treffen ^^


Meine Geschichte begann im Turm...

28

Sonntag, 19. Dezember 2010, 00:28

Den kann man eigentlich immer und überall einbauen,
schließlich liegen zwischen den einzelnen Kapiteln oft mehrere Tage, manchmal Wochen,
da könnte man ganz einfach noch ein paar Zwischensequenzen einbauen

da wir uns ja nur mal treffen, uns aber wieder verabschieden, ohne allzu lange Kontakt gehabt zu haben
(sonst wären wir ja nicht erst in Gondal draufgekommen, dass wir Geschwister sind, oder?)
ist das sogar noch weniger problematisch
Wenn du eine Idee hast, was wir zusammen erleben könnten, ich bin offen für Vorschläge ^^

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Isago ma Kaze« (19. Dezember 2010, 02:11)


29

Sonntag, 19. Dezember 2010, 02:44

Tagelang war der Reisende nun bereits auf dem Weg durch das unwirtliche Land. Der Sand war so heiß,
dass Isago ihn selbst durch seine Stiefel hindurch noch genau fühlen konnte. Obwohl er nach einem frischen Lüftchen ächzte,
wusste er, dass mit dem Wind auch neue Wogen von Sand kommen würden, die ihm die Sicht rauben würden. Nicht dass es etwas
interessanten zu sehen gegeben hätte, seit Tagen nichts als Dünen, Felsen und vielleicht ab und an ein Dornbusch,
der den wiedrigen Bedingungen trotzte. Isago hasste den dämonischen Teil in sich mehr denn je.

Wenn ich schon zur Hälfte ein Sandgeist sein muss, warum ist es nur so heiß, Außerdem tun mir die Füße weh und ich hab Durst.
Eigentlich sollte ich mich hier am wohlsten fühlen, so als Wüstendämon. Aber ich bin wohl überall nur ein halbes Wesen,
dass sich nirgends wirklich wohlfühlen kann. Vielleicht sollte ich einfach..

Noch bevor der Halbelf seinen Gedanken vollenden konnte, erbebte unter ihm die Erde. Er verlor das Gleichgewicht und landete im Sand.
So ein Dreck, verdammter Sand.. Doch da merkte er, dass der Grund, wieso er gestürzt war, Bewegung im sandigen Boden als Ursache hatte
Nur wenige Meter vor ihm schob sich ein gewaltiger Sandwurm aus dem Untergrund. Das Monstrum war gut zwölf Meter lang und hatte an der
Vorderseite ein Maul, welches rundum mit nadelartigen zähnen bewehrt war. Augen hatte der Koloss keine, doch schien er auch keine zu benötigen,
um sich zurechtzufinden. Es fühlte die Schritte seiner Opfer. Jedes Mal, wenn ein Fuß den Boden berührte, sendete dies Wellen aus,
die der Wurm spürte, so wusste es immer, wo sich das Gegenüber befand, auch wenn es diesen nicht sehen konnte.

Du hast mir gerade noch gefehlt, glaube nicht, dass ich mich so einfach fressen lassen werde.
Du wirst es noch bereuen, hier aufgetaucht zu sein, denn ich habe tierisch schlechte Laune
.
Blitzschnell schossen zwei Sandfontänen in die Höhe. Zeitgleich zog der Halbelf sein Schwert, dass ihm sein Zwergenfreund geschenkt hatte.
Der Wurm, irritiert von den plötztich aufgetauchten Sandsäulen, taucht wieder in Erdreich. Lauernd wartete Isago an der Stelle,
an der da Ungetüm verschwunden war. Dieser Kampf würde sein Ende finden, sobald es wieder autauchen würde.
Doch da kam wieder Bewegung in das sonst so stille Erdreich. Die meterhohen Dünen schwappten, wie Wellen im Meer.
Isao hatte alle Mühe, sich auf den Beinen zu halten. Immer noch das Schwert fest umklammert versuchte er verzweifelt,
den Standpunkt des Biestes herauszufinden. Wenn er doch nur ebenfalls die Bewegungen spüren könnte,
dann wäre dieser Kampf um ein Vielfaches leichter. Aber wieso sollte er es nicht können? Einen Versuch wäre es immerhin wert.
Er legte seine Handfläche auf den sandigen Untergrund und versuchte die Bewegungen in ihm zu spüren.

Er konnte Felsbrocken bewegen, wieso also nicht Bewegungen im Sand spüren. Isago konzentrierte sich. Er fühlte die Wärme der Sandkörner,
ihre Oberfläche. Er spürte, wie die einzelnen Körnchen aneinander rieben, sobald sie sich berührten. Isago wurde ganz still,
er konzentrierte sich so stark, dass er nichts in seiner Umgebung wahrnahm außer die Verbindung, die er mit dem Boden einegangen war.
Da.. er fühlte wie sich unter ihm etwas bewegte. Aber das war nicht alles. Vor seinem inneren Auge formten sich Bilder. Von Karawanen,
die die Wüste durchquert hattem, von Tieren, die sich hier nachts auf der Suche nach Nahrung tummelte und von den Wanderungen der Dünen.
Er.. Er konnte die Vergangenheit der Wüste fühlen. Er und der Untergrund waren eins geworden, so konnte er auch dessen Erinnerungen abrufen.
Dies gelang ihm aber auch nur, weil sein Vater selbst eine Wüste, ein Sandgeist war, darum auch Isago, zumindest eine Hälfte von ihm
Jetzt wusste er wo sich der Wurm befand, er würde in Kürze hinter dem Halbelfen auftauche. Fest umklammerte er den Griff seines Schwertes,
um es im richtigen Moment einsetzen zu können. Genau wie vorausberechnet schoss das Ungetüm wenige Meter hinter der vermeintlichen Beute
aus dem Boden. Blitzschnell wirbelte der Reisende herum und wollte dem Geschöpf den Gar ausmachen.

Da sauste nur wenige Zentimeter über seinem Kopf ein Pfeil über ihn hinweg. Sekunden später erschütterte eine gewaltige Explosion das Gebiet.
Die Druckwelle war so heftig, dass es dem Halbelfen unmöglich war, sich auf den Beinen zu halten. Von dem Sandwurm blieben nichts als Stücken übrig.
Noch bevor sich der aufgewirbelte Sand gelegt hatte, sprang der Überraschte auf, um festzustellen, ob sich ein Verbündeter oder ein neuer Gegner
in das Kampfgeschehen eingemischt hatte. Dieses Mal ging es bereits viel schneller, die Bilder waren viel genauer. Ein paar hundert Meter entfernt
stand dein Bogenschütze, das konnte er an der Haltung seiner Beine erkennen. Etwas abseits war ein Tier, dessen krallen nur geringfügig im Sand versanken.
Dahinter noch ein paar Menschen.. und noch mehr Tiere. Zweifelsfrei handelte es sich um eine Karawane.

Was wollt ihr? Wenn ihr im Sinn hattet mich zu überfallen, so muss ich euch enttäuschen Ich besitze nur das, was ich bei mir trage,
und für dies bin ich bereit bis zum Tod zu kämpfen. So oder so, ein Überfall wird sich für euch nicht lohnen

30

Sonntag, 19. Dezember 2010, 03:03

Ganz ruhig, bleib locker. Wieso denn gleich so feindseelig? Immerhin haben wir dir gerade das Leben gerettet.
Dankt man das so bei euch Elfen, oder bist du einfach nur unhöflich?
Ich hätte das auch alleine geschafft, aber trotzdem.. danke
Langsam lösten sich die Wolken aus Sand auf und gaben Isagos Gesprächspartner preis. Es war ein großgewachsener Mann mit dunkler Hautfarbe,
er war in weites Gewand gekleidet, die ihn vor der sengenden Wüstensonne schützen sollte. Auf seiner linken Gesichtshälfte prangte eine Tätowierung.
Auch die Gefährten des Mannes waren nun deutlich zu erkennen. Der Bogenschütze war ein sehr junger Mann. Vermutlich kaum älter als zwanzig Jahre.
Bei dem Tier hinter ihm handelte es sich um eine Verwandte Spezies des Geröllechse. Doch war es eine Unterart, die sich perfekt an das raue Klima
dieser Gegend angepasst hatte. Abseits der Sandfarbenen Echse stand der Rest der Gruppe. Eine bunte Mischung aus Menschen aller Länder.
Ihre Reittiere waren Kamele, Wüstenschleicher und kleinere reptilienartige Wesen.
uf einmal begann der Dunkelhäutige laut schallend zu lachen. `türlich hättest du das auch alleine geschafft,
schließlich hast du ja gewusst, wo sich dein Gegner befindet, habe ich Recht? War das irgendeine Art von Elfenmagie,
von der ich nichts weiß, oder wie oder was. Jemanden wie dich könnten wir gut in unserer Gruppe gebrauchen..
Wie sieht´s aus, haste Lust?
Da meldete sich eine Frau aus den hinteren Reihen zu Wort. Ihr Gesicht war bis auf einen schmalen Schlitz für die Augen,
von einem Tuch verhüllt. Typisch für Nomaden. Denkst du wirklich, dass wir ihm vertrauen können.
Wir kennen ihn doch gar nicht. Ich bin dafür, dass wir ihn in der Wüste zurücklassen.
Der Bogenschütze hatte inzwischen seine Waffe weggepackt und es sich auf einem Felsblock in der Nähe gemütlich gemacht.
Ach Sheera, mach dir nicht gleich ins Hemd. Warum fällt es dir so schwer Menschen zu vertrauen.
Die Sandsäulen, die wir vorhin am Horizont gesehen haben.. So etwas kann kein Wurm, auch keiner von dieser Größe.
Dieser Mann hat Fähigkeiten, die wir gut gebrauchen könnten. Ich sage er kommt mit,
wenn er doch Dummheiten anstellt, können wir uns gut selbst verteidigen. Also ich hab keine Angst vor ihm..
Von Angst hab ich ja nie gesprochen, du aufgeblasener..
Ruhe jetzt, alle Beide, ob er nun mitkommt oder nicht, liegt allein in seiner Entscheidung,
und in meiner, also zerbrecht ihr euch mal nicht den Kopf.
Kurz zögerte der Halbelf, er wusste nicht, ob es ratsam wäre, sich den Fremden anzuschließen, jedoch wäre es einfacher,
die Wüste in einer Gruppe zu durchqueren. Also willigte er ein

Einige Tage reiste der Halbelf nun schon mit der Gruppe durch die Wüste. Rhuul, der Anführer, schien einer bestimmten Route zu folgen.
Tagsüber orientierten sie sich an der Sonne, nachts an den Sternen. Da es kaum Niederschlag gab, war der Himmel stets wolkenlos,
was die Navigation einfach machte. Während Rhuul ein schweigsamer Zeitgenosse war, der nur sprach, wenn es unbedingt nötig war,
entsprach Kean, der Bogenschütze, dem absoluten Gegenteil. Er war vorlaut und überaus neugierig.
Er fragte Isago wieso er denn braune Haare hätte, da dies für Elfen, sogar für Halbelfen sehr ungewöhnlich wäre.
Außerdem nervte er die anderen mit seiner ständig guten Laune.
Isago versuchte so wenig wie möglich über sich preiszugeben, und dennoch so viel wie möglich über die anderen herauszufinden.
Kean war ein junger Magier, der seine Pfeile mit Flüchen belegte, wodurch diese zu überaus gefährlichen Waffen wurden.
Außerdem trug er ein kleines schmales Schwert mit sich, welches er aber noch nie benutzt hatte.

Die Frau, Sheera, war noch immer etwas misstrauisch. Auch sie war eine Magierin, sie stritt sich ständig mit Kean.
Wenn sie jedoch mal nicht mit streiten beschäftigt war, brütete sie über alten Schriften und Aufzeichnung,
die in einer Sprache geschrieben waren, die außer ihr niemand verstand. Auch der Rest der Gruppe war bewaffnet,
jedoch waren sie nur mittelmäßige Kämpfer ohne herausragende Fähigkeiten. Vermutlich waren sie keine Handelskarawane
und auch kein Nomadenstamm. Isago vermutete, dass er sich einer Gruppe von Söldnern angeschlossen hatte, die auf dem Weg
ins nächste Königreich waren. Schon bald sollte er merken, dass er mit seiner Vermutung richtig, und doch so falsch lag.

31

Dienstag, 21. Dezember 2010, 17:33

der Putschversuch

Nach acht Tagen quer durch die Wüste, in denen sie kaum Rast gemacht hatten, tat sich vor ihnen eine gewaltige Stadt auf.
Es war eine prächtige Wüstenstadt, deren Mauern viele Meter hoch und aus massivem sandfarbenden Fels waren.
Der Grundriss war ringförmig aufgebaut, wobei der riesige Palast das Zentrum bildete, vom dem strahlenförmig alle Straßen
in die verschiedenen Viertel führten. Das Tavernenviertel und der Bazar im Osten, Industrie und Schmiedehandwerk im Süden,
nahtlos schloss sich das Wohnviertel der Bürgerschaft im Westen an. Die obere Stadt, welche das Wohngebiet der wohlhabenden
Bevölkerung bildete, wurde durch einen Zaun und einige steinerne Stufen, die sich quer durch die gesamte Stadt zogen vom
Tavernenviertel und der Arbeiterklasse getrennt. Am nördlichsten Ende der Stadt befand sich ein riesiger Turm,
der viele hundert Meter in den Himmel zu ragen schien. Laut Sheera handelte es sich dabei um einen Magierturm,
der hier vor Urzeiten für astronomische Forschungen errichtet wurde

Die Reisegruppe betrat die Stadt durch das östliche Tor, somit befanden sie sich auf dem Bazar.
Unzählige Händler aus aller Herren Länder hatten sich hier versammelt um ihre Waren anzupreisen.
Viele tropische Pflanzen säumten die Straßen und ließen einem die Wüste, welche außerhalb der Stadt lag,
schnell vergessen. Orientalische Düfte stiegen in die Nasen und verführten die Sinne der Kunden. Aber auch Waffen,
exotische Tiere, Schmuck und sogar Sklaven standen hier zum Verkauf.

Eine hübsche Tänzerin hatte die Aufmerksamkeit von Kean erregt. Doch noch bevor er auf das verführerische Angebot
der Sklavin eingehen konnte, wurde die Frau von Rhuul unsanft auf ihren Platz zurückgestoßen.
Hat dir dein Ausbildner nicht beigebracht, dass du dich einem Fremden nicht ohne
dessen Einwilligung nähern darfst. Und was dich betrifft…
Sagte er, sich an Kean wendend fügte er hinzu Und du vergiss nicht, dass wir nicht
zum Vergnügen hier sind. Also bleib gefälligst konzentriert.

Sheera schien es sichtlich zu genießen, dass Kean von ihrem Anführer zurechtgestutzt wurde, hochnäsig stolzierte sie an ihm vorbei
und widerholte zischend den letzten Satz, Spöttisch äffte sie der Zurechtgewiesene nach Bleib gefälligst konzentriert,
jedoch gehorchte er, und wendete sich von der Tänzerin ab.

Gemeinsam durchquerten sie zahlreiche Straßen, und allmählich erkannte Isago, was ihr Ziel sein könnte.
Wir marschieren direkt auf den Palast zu, darf ich fragen, was wir dort wollen? Bitte versteht mich nicht falsch,
aber ihr seht nicht gerade adelig aus, wie gedenkt ihr also, da hineinzukommen?
Adelig? Nein, wir sind bestimmt nicht adelig.. Wär ja noch schöner…
Und das, mein spitzohriger Freund, sind unsere Eintrittskarten

Grinsend schob der Mann seinen Mantel ein Stück zur Seite und zeigte auf die Klinge, die er darunter verborgen hielt.
Dieses Land leidet, wir sind die, die sie von diesem Leid befreien werden, dafür wurden wir angeheuert.
Wie du mit Sicherheit bereits vermutet hast, sind wir Söldner

Unruhig platzte Sheera dazwischen Meinst du echt, dass du ihm nicht zu viel verrätst?
Ich meine, was, wenn er uns verpfeift, dann sind wir alle dran.
Um ehrlich zu sein, hatte Isago wirklich mit dem Gedanken gespielt, sich von der Gruppe zu entfernen,
und den hiesigen Herrscher eine Warnung zukommen zu lassen. Einen König zu töten, war nicht gerade dass,
was er zu tun noch vor hatte. Außerdem wirkte das Volk ziemlich glücklich, er konnte sich nicht vorstellen,
dass man es von irgendjemandem befreien müsste. Doch wollte er nicht vorschnell ein Urteil fällen,
so entschied er sich, vorerst bei der Gruppe zu bleiben, austeigen könnte er auch später noch.
Dachte er zumindest…

32

Dienstag, 21. Dezember 2010, 17:34

Ehe sich der Elf versah, waren sie am Palastgelände angekommen. Plötzlich ging alles sehr schnell.
Rhuul zog ein langes Breitschwert, welches an seinem Rücken befestigt war, und erledigte die Wache
mit ein paar schnellen Hieben. Zeitgleich hatte Kean, auf dem Rücken seiner Riesenechse, die Mauer erklommen,
von wo aus er mit seinen Pfeilen die restlichen Wachposten lahmlegte.

Zwei Männer aus der Gruppe, die sich bis zu diesem Zeitpunkt im Hintergrund gehalten hatten, knackten die Schlösser
des Haupttores binnen weniger Minuten. Noch bevor Isago alles realisieren konnte, wurde er mit dem Rest der Gruppe
in die Vorhalle gedrängt, wo sie auf Kean warteten, der einen Umweg über die Palastmauern genommen hatte,
um auch sicher jede Wache auszuschalten.

Die Halle war hoch und prunkvoll, wenn auch bei Weitem nicht annähernd so groß und prachtvoll wie die Zwergenhallen
in Draugurs Heimat. An den Wänden waren in groben Linien alte Runen gemeißelt worden, welche Sheera augenblicklich
zu untersuchen begann. Hämisch grinsend meldete sich Kean, der gerade durch das Tor ritt.
Liebe Sheela, vergiss nicht, dass wir nicht zu unserem Vergnügen hier sind.
Wir haben eine Mission, also bleib gefälligst konzentriert.

Während zwischen den Beiden ein heftiger Streit über die Wichtigkeit der alten Schriften im Zusammenhang mit ihrem Auftrag entfachte,
untersuchte Rhuul argwöhnisch den Raum. ..Irgendetwas stimmt hier nicht. Wieso sind hier keinerlei Anzeichen von…
Doch sowohl er, als auch die beiden Zankenden wurden durch das plötzliche Auftauchen von königlichen Soldaten unterbrochen.
Nicht nur ein paar, sondern dutzende schoben sich durch die Türen die in die verschiedenen Teile des Gebäudes führten.
Auf dem Balkon positionierten sich Bogenschützen und Fluchwerfer. Mist., ein Hinterhalt, aber wie…

Da ertönte ein schallendes Gelächter. Zwischen den Soldaten trat ein alter Mann
in prächtigen Gewändern hervor. Vermutlich der König höchstpersönlich.
Ja, meine widerwärtigen Eindringlinge. Ihr seid in eine Falle gelaufen, denn ich war auf euer Auftauchen vorbereitet.
Schon vor Jahren erfuhr ich von dem Attentat, dass ihr auf mich plantet. Wie ihr seht, war ich euch einen Schritt voraus.
Wachen, in die Kerker mit ihnen. Schon Morgen sollen sie hingerichtet werden, auf das Alle, die mit dem Gedanken spielen,
sich gegen mich erheben zu können, eine herbe Enttäuschung hinnehmen müssen.

Wieder begann der Regent lauthals zu lachen. Isago wusste, dass es kaum Sinn hatte, seine Unschuld zu beteuern.
Jede Art von Widerstand könnte die Wachen zum Angriff motivieren, und auch wenn Isago es mit so vielen Menschen
aufnehmen hätte können, so wollte er nicht seine Sandgeistkräfte dafür benutzen, um das Blut Unschuldiger vergießen,
nur weil sie ihren Beruf ausübten.

So landete er, wie der gesamte Rest der Gruppe im Kerker. Trotz des Wüstenklimas war es dort unten immer feucht,
und es roch modrig. Die Wände waren aus dunklem Stein, und neben einigen Fackeln, war die einzige Lichtquelle ein
schmales Gitterfenster, außerhalb ihrer Zelle.

33

Dienstag, 21. Dezember 2010, 17:36

Fassungslos über die schnelle Gefangennahme saß Rhuul in einer Ecke und hielt den Kopf
auf seine Hände gestützt. Aus der Ferne sah es ein bisschen so aus, als würde er weinen
Wie konnte das passieren, wer hat uns verraten, und das schon vor Jahren.
Wir selbst haben diesen Auftrag doch erst vor ein paar Wochen erhalten.
Irgendetwas stimmt hier ganz und gar nicht…
Doch.. hier stimmt absolut Alles, denn ist genau so verlaufen, wie der Meister es vorhergesagt hatte

Isago wandte sich um, diese Stimme kam von Kean, doch klang sie nun ganz anders, als in den Tagen zuvor
und seine Bewegungen ähnelten auch nicht mehr seinem typischem Muster. Auch Rhuul war die Veränderung
seines Kameraden aufgefallen, er sprang auf, und ging schnellen Schrittes zu ihm rüber. Er packte ihn am Kragen
und hob in die Luft.Du?!? Was hast du gesagt, wie meinst du das? Und wer zur Hölle bist du eigentlich?

Mit einer schnellen Handbewegung befreite sich der Magier und schleuderte den Angreifer zurück in seine Ecke.
Du bist nicht länger mein Anführer. Der Auftrag ist beendet, daher muss ich mir nichts mehr von dir sagen lassen
und kann diese nervige Maskerade endlich aufgeben. Doch habt ihr durchaus einen wertvollen Beitrag geleistet.
Darum werde ich euch nun einweihen
Mein Meister hatte es schon seit Langem geplant, dieses Reich zu übernehmen, da es sich perfekt für seine
weiteren Vorhaben eignet. Doch ist dieser König mächtig und zugleich feige. Ständig hatte er Angst,
jemand könnte ihm seine Macht rauben. Darum hatte er vor geraumer Zeit das Orakel aufgesucht.
Dieses prophezeite ihm, dass er heute, bei einem Angriff von Eindringlingen ums Leben kommen würde,
und sein Reich in die Hände eines Anderen fallen würde. und zwar genau heute...
Orakel?

Da meldete sich Sheera zu Wort Angeblich soll es in diesen Breiten irgendwo eine Seherin geben, ein Orakel,
dass auf jede Frage eine Antwort kennt; Doch das ist nur ein Märchen, denn ihre Existenz wird in keiner
ernstzunehmenden Schrift bestätigt.

Und doch existiert es, und der König hat es gefunden und seinen Schicksalstag herausgefunden
Er hat Vorbereitungen getroffen, um für diesen Tag gewappnet zu sein. Außer ihm wusste niemand,
was er vom Orakel erfahren hatte. Dachte er zumindest, denn er hat nicht damit gerechnet,
dass sein Feind der Meister, ein Unsterblicher war. Er wusste von den Vorbereitungen.
Darum habe ich mich auf seinen Befehl hin vor ein paar Jahren euch Söldnern angeschlossen,
und im richtigen Moment bekamen wir diesen Auftrag. Die finale Phase seines Plans wurde eingeleitet
und ihr wurdet geschickt, um den König anzugreifen und in seine Falle zu tappen. Der König denkt nun,
er habe die Gefahr abgewandt, und sei dem Tod entgangen, doch da irrt er.

Versteht ihr? Unser Putschversuch diente nur als Ablenkung, und während sich der König in Sicherheit wiegt,
versammelt sich vor den Mauern der Stadt das Heer des Meisters für den tatsächlichen Angriff,
der schon bald beginnen soll. Mehr noch, Gerüchten zu Folge befindet sich der Meister persönlich unter ihnen.
Da irgendein Halbelf und ein Zwerg es gewagt haben, drei seiner Offiziere auszuschalten, wollte er kein Risiko
mehr eingehen. Versteht ihr nun, warum ich sage, dass alles geklappt hat?

Isago zuckte unmerklich zusammen, doch war er froh, denn Kean, falls dies wirklich
sein Name war, schien nicht zu wissen, dass er besagter Halbelf war
Wir.. wir waren also nur ein kleines Puzzleteil im Plan deines… Meisters. Aber wieso wurde uns nicht gesagt,
dass wir nur eine Ablenkung sein sollen, dann wären wir anders vorgegangen..
Eben darum, da ihr einen echten Putschversuch starten wolltet, habt ihr eure Rolle perfekt gespielt.
Da… seht... Es hat begonnen.

Begeistert sah Kean aus dem kleinen Fenster, die anderen taten es ihm gleich. Zuerst konnte Isago nichts erkennen,
nur die Umrisse der Stadt, welche im Abendrot versank. Doch plötzlich fiel ihm auf, dass dieses Fenster nicht Richtung
Westen ausgerichtet war. Das war kein Abendrot, es war Feuer.

Die Stadt brannte.

34

Montag, 27. Dezember 2010, 18:33

Der Untergang einer Stadt

Plötzlich, ein lautes Tosen, und die äußeren Kerkermauern zerbarsten mit einem Knall. Felsen und lose Ziegel
regneten auf die Gefangenen hinab, auch ein Teil der Zelle, in der sich Isago befand, stürzte ein.
Wieder einmal kamen dem Halbelfen seine Kräfte mehr als gelegen. Für das normale Auge sah es so aus,
als würden ihn die Brocken nur zufällig verfehlen, doch wer Isagos Fähigkeiten kannte, wusste, da war Magie im Spiel.
Als die letzten Mauerstücke abgebröckelt waren, und der aufgewirbelte staub wieder etwas gelegt hatte,
konnte man die Ursache für dies Geschehen erkennen. Durch die Öffnung, welche gewaltsam in Kerkermauer
gerissen wurde, trat ein Mann. Er trug einen langen schwarzen Mantel mit Kapuze, welche einen Teil seines
Gesichtes bedeckte. Der Teil den man sehen konnte, war mit vielen Narben gespickt, teils große, teils klein.
Manche waren frischer, manche schon ziemlich alt. Er hatte wohl schon viele Kämpfe bestritten, dachte sich Isago,
und wartete ab, was als nächstes geschehen würde.

Ein pfauchen und zischen drang hinter dem Mann hervor. Es Stammte von seinem Reittier, einer Flugbestie, die Isago
noch nie von so nahem gesehen hatte. Es war ein Raubflügler, wie es sie nur jenseits der Grenze zu Gondal gab.
Auch dieses Wesen war mit Schrammen und Narben bedeckt. Er konnte sich nicht vorstellen, wer oder was ein
solches Monster so verletzen konnte. Da begann der Eindringling zu sprechen. Seine Stimme war tief und angenehm.
Es schien, als würde sie nicht ins Ohr, sondern direkt ins Herz der Zuhörer dringen.


Meine lieben Freunde, ob Menschen, Orks, Elfen, Zwerge oder Magier.
Es betrübt mich zu sehen, unter welch widrigen Umständen ihr hier gefangen gehalten werdet.
Egal wie schlimm euer Verbrechen aus gewesen sein mag, niemand hat es verdient,
so behandelt zu werden. Ihr seit hier, weil der König dieses Landes blind ist, er hat keine Visionen,
er fürchtet euch. Doch dieser König wird noch vor Sonnenuntergang einem neuen Regenten Platz machen.
Einem, der eure individuellen Fähigkeiten durchaus zu schätzen weiß. Schließt ihr euch ihm an,
und schwört dem Meister eure Treue, so sollt ihr frei sein, mehr noch, ihr werdet belohnt werden.
Doch wisset, wer den Meister hintergeht, den erwartet ein Schicksal, weit grausamer als der Tod.
Ich will euch zu nichts zwingen, ihr habt die freie Wahl. Unterwerft euch dem neuen König,
kämpft für ihn und ihr werdet frei sein und könnt plündern so viel ihr wollt.
Oder aber ihr erweist dem Hund die Treue, der euch hier verrotten lassen wollte,
und bleibt bis zu eurem Tode hier gefangen.
Wer für den Meister ist, möge nun niederknien,


auf dass ich die Spreu vom Weizen trennen kann.

Die meisten fielen ohne zu zögern auf ihre Knie undbeugten ihr Haupt, vor dem Redner. Einige zögerten etwas, da sie dem Angebot nicht trauten,
oder es ihnen widerstrebte, ins Freihe zu gehen, um dort auf dme Schlachtfeld zu sterben. Isago rührte sich keinen Millimeter.
Niemand aus seiner Zelle bewegte sich. Kean begann laut zu raunen. Wer bist du, dass ich mein Haupt vor dir beuge, du bist ein Witz.
Ich beuge mich nur dem Meister persönlich, und sonst niemanden. Und jetzt lass mich hier raus, ich habe eine Stadt zu erobern.
Das Narbengesicht schritt langsam auf die Zelle des Unruhestifters zu, zog ein paar Blatt Pergament aus seiner Tasche und blätterte sie durch
Ah hier ist es ja.. du musst Kean sein, der mit der großen Klappe…
Ich weiß wer du bist, du bist ganz gut, das gebe ich zu, aber gegen mich bist DU der Witz, aber ich habe leider den direkten Befehl,
dich und deine Kameraden unverzüglich zu befreien. Also halte für eine Sekunde die Futterluke, dann lass ich dich raus,
und wir können uns wieder aus dem Weg gehen. Einverstanden?
Nichts lieber als das, dort drüben sind die Schlüssel
Doch der Mann machte keinerlei Anstalten, die Schlüssel zu holen. Er umschloss eine der Gitterstangen mit seiner Hand
und verharrte regungslos. Da begannen seltsame Zeichen auf seinem Metallhandschuh aufzuleuchten und Sekunden später
riss der das massive Gittertor aus der Verankerung, als würde es kaum etwas wiegen. Mit einer einfachen Handbewegung
schleuderte er es durch den gesamten Raum, wo es unter enormen Lärm auf den Steinboden krachte.

Dann widmete er sich wieder den anderen Gefangenen, während Kean,
die Söldnertruppe und Isago den Kerker durch das Loch in der Wand verließen
Was bildet sich dieser hässliche Bastard überhaupt ein. Eigentlich hätte ich ihm direkt vor Ort die Luft raus lassen müssen,
aber wir dürfen nicht noch mehr Offiziere verlieren. Befehl des Meisters
..Ach, und ihr.. Tut mir Leid, das Ganze, wollte euch nicht in Gefahr bringen, aber nun seid ihr ja frei, nichts für ungut
Während die Söldnertruppe sich mit Kean darüber austauschte, was denn nun genau passiert war, und wie es
nun für sie weitergehen würde, beschloss der Halbelf, diese Zeit für ein unerkanntes Verschwinden zu nutzen.
Unauffällig bog er in eine Seitengasse ab und machte sich auf Richtung Tavernenviertel.

Überall auf den Straßen herrschten Tumult und Chaos. Einheimische flohen blindlings, verfolgt von Dieben und Plünderern.
Viele Häuser brannten bereits, Bäume waren umgestürzt und Rauchschwaden stiegen fern und Nah gen Himmel.
Nichts erinnerte mehr an die freundlichen Bazar, die tratschenden Menschen und das friedliche Idyll,
das hier noch vor wenigen Stunden herrschte.

35

Montag, 27. Dezember 2010, 18:34

Inzwischen waren auch die Soldaten des Königs angerückt, Der Halbelf konnte es genau in ihren Gesichtern sehen.
Dieses Entsetzen, plötzlich mit einer Situation konfrontiert zu sein, mit der man niemals gerechnet hätte.
Die Soldaten waren gut bewaffnet und jeder einzelne von ihnen ein trainierter Kämpfer, doch die Armee des Meisters
waren sie machtlos. Viele von ihnen hatten einzigartige Fähigkeiten. Verglichen mit denen waren der Spaßmacher und
der Puppenspieler nur unfähige Stümper. Kaum schweiften die Gedanken des Halbelfen an seinen alten Widersacher,
stieß er auf alte Bekannte. Auf einem der flachen Dächer der Stadt, standen die Gaukler, die dem Spaßmacher
unterstellt waren, als dieser noch einer der Offiziere war.

Der Feuerspucker war gerade damit beschäftigt, eine kleine Herberge in Brand zu stecken. Als die, die drinnen Schutz gesucht hatten,
panisch das Haus verließen, johlte der Mann vor Freude. Der Koloss stemmte ein abgebröckeltes Gebäudeteil in die Luft und warf es
auf die Fliehenden. Doch kurz bevor das Mauerstück die Unschuldigen unter sich begrub, machte es in der Luft kehrt und raste
in das Haus auf dem die Angreifer standen. Es stürzte wie ein Kartenhaus in sich zusammen und die auf dem Dach Stehenden verloren
den Boden unter den füßen und stürzten hinab. Prustend befreiten die Gaukler aus dem Schutt des eingestürzten Hauses. Was war das.
Deine Kraft ist zwar nach wie vor äußerst beeindruckend, doch gibt dir das noch lange nicht
das Recht wehrlose Menschen anzugreifen. Komm du Riesenbaby, ich bin nun dein Gegner

Isago wollte zwar unerkannt entkommen, doch konnte er nicht mit ansehen, wie wehrlose Menschen zu Schaden kamen,
obwohl er hätte helfen können. Inzwischen hatte sich der Gigant wieder aufgerappelt, er hob einen abgerissenen Stützbalken,
welcher zwischen den Trümmern lag auf, und schwang ihn prüfend wie eine Keule

Dich kenne ich, du bist der Elf, der uns vor geraumer Zeit entwischt ist, doch dieses Mal nicht.
Dieses Mal hast du nicht so viel Glück.
Der Kraftprotz stürmte auf den Elfen zu, mit seiner Waffe
blind um sich schlagend.

Mit einer ruckartigen Handbewegung brachte der Angegriffene einzelne Ziegesteine der brennenden Ruinen dazu,
auf seinen Gegner niederzuregnen. Doch schien ihm das nichts auszumachen, immer weiter rannte der Berserker
auf sein Ziel zu, bis ihm nur noch wenige Meter trennten Du hast einen Fehler gemacht…
Wendig duckte er sich unter dem Keulenhieb weg, und streifte mit seiner Hand nur ganz leicht über den Boden,
doch reichte diese Geste aus, um etwas Sand aufzuwirbeln. Dieser schoss dem Angreifer zielsicher in die Augen
und nahm ihm die Sicht. Blind schlug der Koloss nun um sich, riss alles nieder, was sich in Reichweite befand.

Es war unmöglich die Absichten des Kolosses vorauszusehen, doch brauchte Isago dies auch nicht zu können
Denn wie bereits in der Wüste im Kampf gegen den Wurm, konzentrierte sich der Elf nun nicht mehr auf seine Augen,
sondern erfühlte die Bewegungen des Gegenübers. So war es ihm ein leichtes, den Hieben des Rasenden auszuweichen.
Als er in der richtigen Position war, zog der Halbelf sein Schwert aus den Schmieden des Zwergenvolkes und stach zu.
… du dachtest, es wäre gleich wie bei unserem letzten Kampf

Mit einem Ruck zog der Halbelf seine Klinge aus dem Körper des sterbenden heraus. Nichts war wie beim letzten Kampf.
Er war stärker geworden, verstand nun seine Kräfte besser, außerdem besaß er nun ein scharfes Schwert.
Auch dass sie nun in der Wüste waren, und nicht mehr im Wald änderte die Kampfbedingungen. Dies hatte der Berserker
außer Acht gelassen, deshalb hat er auch verloren

Nachdem der Kolos am Boden lag, streifte der Elf sein Schwert an ihm ab, um es vom Blut des Kampfes zu reinigen,
dann zeigte er mit der Spitze der Klinge auf den Feuerspucker Einer weniger, du als nächstes.
Denkst du wirklich, ich bin so blöde, nur weil mein unterbelichteter Kamerad dich angegriffen hat,
muss ich das nicht auch machen. Ich sehe ja, was es ihm gebracht hat. Du bist der, der auch den
Puppenspieler und den Schattenläufer auf dem Gewissen hat, du hast also zwei Offiziere und den Boten
des Meisters erledigt. Nein, ich werde mit Sicherheit nicht gegen dich kämpfen, das überlass ich Jemanden,
der bereit ist, für den Meister zu sterben. Ich bin nur hier weil ich auf Chaos und Zerstörung aus bin, die Pläne
vom Boss sind mir egal. Aber in einer brennenden Stadt gibt’s ohnehin nichts mehr, dass man anzünden könnte,
ich werde ab jetzt also nur noch zusehen und genießen.

Um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, warf er sein Messer auf den Boden, machte er es sich auf einem Geröllhaufen bequem
und blickte verträumt zum rauchenden Palast, um den einige Raubflügler kreisten. Psychopath, dachte sich Isago.
Doch wollte er nicht gegen jemanden Kämpfen, der keine Gegenwehr leistete, sonst wäre er keinen Deut besser, als jene,
die die Bürger angegriffen haben. Also machte er sich wieder auf den Weg. Er bog in eine Seitengasse ab, dann wieder
und näherte sich im Schatten der Gebäuderuinen immer weiter der äußeren Stadtmauer.

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Montag, 27. Dezember 2010, 18:35

Doch als er in eine weitere Seitengasse abbog, machte er eine grausige Entdeckung. Überall lagen leblose Körper.
Faltig und verschrumpelt. Als hätten hier dutzende Greise das Zeitliche gesegnet, doch das merkwürdigste war…
Sie trugen alle die Kleidung der Stadtwache, einige sogar die Zeichen der hiesigen Magiergilde. Meister ihres Fachs,
starke Zauberer allesamt. Doch wieso waren sie alle so alt? Schickte der König jetzt schon pensionierte Soldaten in den Krieg?

Nein, hier wollte er nicht lang, es war ihm einfach zu unheimlich. Er überlegte, ob es noch andere Wege gäbe,
die nicht zu auffällig waren. Sheera hatte ihm auf dem Herweg so viel über diese Stadt erzählt.
Der größte Astronomieturm der Welt war hier, der ganze Stolz der Magier, die sich auf die Erforschung
des Außerweltlichem verschrieben hatten. Außerdem gab es vor hunderten von Jahren…

Was war das noch, mann, hätte ich bloß besser zugehört, ich bin mir sicher, dass genau diese Information wichtig gewesen wäre,
warte, was war das noch mal…
Egal wie sehr er sich auch anstrengte, ihm fiel die Lösung nicht ein, daher beschloss er zumindest
dem Magierturm einen Besuch abzustatten, vielleicht könnte er von dort aus sehen, welcher Fluchtweg der sicherste war.
Also marschierte er Richtung Norden, eine breite Spur der Verwüstung erstreckte sich vor ihm und egal wo er hinkam,
überall fanden sich die verstorbenen Überreste von vergreisten Männern und Frauen. Trotz des Chaos, das in der
ganzen Stadt herrschte, war es ein Leichtes, den Turm zu finden, da er weit über alle Flammen hinausragte.

Als er endlich am Vorplatz des Astronomieturms angekommen war, musste er feststellen, dass ausgerechnet vor dem Eingang
einige feindliche Soldaten herumlungerten. Leider sah der Halbelf keinen anderen Weg der hineinführte, also ging er einfach
auf die Fremden zu. Selbstsicher sprach er Hey ihr, aus dem Weg. Lasst mich in den Turm, ich soll da etwas überprüfen.
Die Bande, die teils aus Orks und anderem Abschaum bestand, musterte den Ankömmling argwöhnisch.
Ein breitschultriger Halbork, bewaffnet mit einer schweren Lanze erhob sich
Ich glaube dir nicht. Der Meister selbst war bereits vor Kurzem hier.
Warum sollte er also jemanden schicken, wo er doch schon alles persönlich inspiziert hat?
Ich sage, du bist ein Lügner, und darum werde ich dir nun dein kleines Elfenbäuchlein aufschlitzen

Isago war nervös, doch ließ er es sich nicht anmerken und zeigte sich unbeeindruckt.
Er trat an den Hässlichen heran, bis sie nur noch wenige Schritte voneinander trennten, dann sagte er ruhig.

Ich wurde von ihm herbeordert, weil ich Jahre damit verbracht habe, mich auf genau diesen Tag vorzubereiten.
Wenn ich nun also nicht machen kann, wofür er mich hier hergeschickt hat, dann gehe ich halt wieder.
Aber dies musst dann du verantworten, denn es wäre allein deine Schuld, und ich glaube du weißt,
wie er dann reagieren würde. Er wäre keinesfalls amüsiert Also sag deinem stinkenden Haufen, er soll mich durchlassen

Ohne ein weiteres Wort trat die Gruppe beiseite und machte dem Halbelfen Platz. Isago schritt an ihnen vorbei und betrat den Turm.
Kaum hatte sich die Türe hinter ihm geschlossen atmete er erleichtert aus. Er hatte es geschafft, er hatte sie reingelegt. Er war froh,
dass er einen Kampf vermeiden konnte. Zwar hatte er im Kampf gegen den Koloss vorhin kaum Energie verbraucht, aber er wusste nicht,
was noch auf ihn zukommen würde. Sollte er wirklich auf den Meister treffen, brauchte er jedes bisschen Energie. Doch wollte er ein
Aufeinandertreffen möglichst vermeiden. Seine letzte Mahlzeit lag einige Zeit zurück, somit war er nicht in Topform, was jedoch
unumgänglich ist, wenn man gegen einen unsterblichen Gott antreten will

37

Dienstag, 4. Januar 2011, 22:37

Astronomieturm


Im Turm war es sehr kühl, fast schon kalt. Die Wände waren aus glattem Fels, keinerlei
Verzierungen zierten sie. Eine steinerne Wendeltreppe führte in die oberen Stockwerke.
Hastig erklomm Isago die unzähligen Stufen. Auch das zweite Stockwerk machte nicht viel her.
Einige Tische auf denen Pergamentrollen und Messinstrumente lagen. Außerdem noch ein paar Bücher,
doch nahm sich der Halbelf nicht die Zeit diese näher zu untersuchen, da er höher hinauf wollte.

Im dritten Stock war das Archiv. Die Regale waren voll von Büchern über Planeten,
Laufbahnen von Kometen, Sternenkonstellationen und mathematischen Formeln.

Außerdem wurden die Bereiche in verschiedene Sparten unterteilt, je nach Alter und Sprache,
in welcher die Bücher verfasst waren. Einige Exemplare waren viele hundert Jahre alt,
und in einer Sprache geschrieben, die heutzutage niemand mehr kennt.
Auch hier hielt sich Isago nicht lange auf.
Irgendetwas Besonderes muss es hier doch geben, wenn der Meister oder wie
er auch immer heißt, persönlich herkommt, vielleicht ja noch weiter oben.

Nun war der Halbelf im vierten der fünf Stockwerke angekommen. Auf die Wände waren unzählige
Runen gekritzelt, Bannkreise waren auf den Boden gezeichnet. Flaschen und Ampullen mit Flüssigkeiten
verschiedenster Konsistenz waren in den Regalen verstaut. Isago entdeckte ein altes Buch über Magie,
welches auch die alte Frau, die ihn großgezogen hatte, besaß, allerdings war diese Version in einem besseren
Zustand und in einer Sprache geschrieben, die Isago verstand. Neugierig schlug er die erste Seite auf.

Ursprünglich gab es drei Arten von Magie:
Lichtmagie, Schattenmagie und Dämonenmagie, aus diesen drei entwickelten sich unzählige Unterarten.
Lichtmagie unterteilte sich in Tiermagie, Hellsicht, Klarsicht, Heilkunst usw. während sich die Schattenmagie
auf Vernichtung, Beschwörung, Gedanken lesen sowie manipulieren und weiteres spezialisierte.
Die Dämonenmagie wurde später ebenfalls von Magiern erlernt und in die verschiedenen Elemente unterteilt.
Jedoch war diese erlernte Form nicht ganz so mächtig wie das Original.
Die Elemente waren Erde, Wasser und Eis, Feuer, Luft und Wind, Blitz und Botanik

Isago wollte noch weiterlesen, da gab es draußen eine weitere Explosion, die den Boden erzittern ließ.
Schnell klappte er das Buch wieder zu und ließ es in seine Tasche gleiten. Auf dieser Ebene gab es einen Balkon,
von dem aus der die Stadt überblicken konnte. Doch zwang ihn seine Neugierde zuerst noch einen kurzen Blick
in das letzte verbliebene Stockwerk zu werfen.

Keine Treppen führten in das oberste Stockwerk, sondern eine Art Portal. Ein Kreis aus leuchtenden Runen
war auf den Boden gezeichnet, der jeden, der den Kreis betritt in den letzten Raum teleportierte.
So auch den Halbelfen, der das Feld getrieben von Neugier betrat.

Es war, als wäre er an einen anderen Ort teleportiert worden, einzig und allein die Schlachtgeräusche
von außerhalb verrieten ihm, dass er noch immer im Turm war. Denn nichts erinnerte mehr an den alten
und staubigen Turm, dieser Raum war so anders als die, der unteren Stockwerke.
Es war dunkel, sowohl der Boden, wie auch die Decke und die Wand des runden Raumes
waren schwarz, doch funkelten tausende schwache Lichter, für sich alleine kaum erkennbar.

Doch das meiste Licht spendete eine Flammende Kugel, die in der Raummitte schwebte.
Erst bei genauerem betrachten erkannte der Halbelf, dass sie nicht wirklich brannte,
sondern dass es sich bloß um ein Modell der Sonne handelte. Die schwach glühenden Punkte
an der Mauer stellten die Sterne dar, die sich unzählige Kilometer entfernt ihm All befanden.
Erstaunt durchschritt der Halbelf das Zimmer, es war ein seltsames Gefühl, wenn er unter
sich am Boden einen Kometen vorbeirasen sah. Auch wenn er wusste, dass es sich nur um
eine magische Projektion handelte.

Da entdeckte Isago an der Seite des Zimmers einen großen bronzefarbenen Schalter.
Der Neugierige konnte gar nicht anders, als ihn zu betätigen. Kaum war der Schalter umgelegt,
vernahmen die Elfenohren ein lautes summen und Bewegung kam in den Raum.
Zahnräder griffen ineinander und Modelle von verschiedenen Planeten änderten ihre Konstellation,
unter der Sonne gaben einige Letter ein Datum preis.
Ach so, dieser Mechanismus bewegt die Modelle so, wie die Originale
an diesem und jenem Datum in der Realität es ebenfalls tun.
Das ist ja raffiniert, so etwas habe ich noch nie gesehen,
mal sehen, wie die Sterne an meinem Geburtstag standen.

Wieder drückte er den Schalter, und drehte an einigen Hebeln, das machte er noch einige Male.
Er probierte jedes Datum aus, das ihm in den Sinn kam. Doch bei einem blieben die Planeten still.
Die Lichter des Raumes gingen an und Isago sah, wie das Zimmer wirklich aussah

Nur das Modell der Sonne schwebte tatsächlich in der Luft, die anderen befanden sich
auf künstlichen Bahnen aus Metall, die ringförmig um den Fixstern angeordnet waren.
Durch einen Mechanismus wurden verschiedene Zahnräder aktiviert, die ihrerseits
weitere Mechanismen auslösten. Doch bei dem Datum, das er zuletzt ausprobieren wollte,
fehlte ein winziges Zahnrad. Obwohl die Lücke nicht einmal faustgroß war,
wurde dadurch der gesamte Mechanismus unterbrochen

38

Dienstag, 4. Januar 2011, 22:42

Unter dieser Lücke befand sich eine Inschrift, in einer merkwürdigen Sprache, die der Halbelf jedoch nicht kannte,
doch hatte Isago Glück, denn anscheinend hatte jemand, der vor ihm hier war, es geschafft, den Text zu entziffern,
denn in krakeliger Handschrift war eine Übersetzung zwischen den Zeilen geschrieben worden.
Uralte Magie der Vergangenheit, herbeigeschaffen zur rechten Zeit
ein Mechanismus aus der Zukunft, wissend aktiviert zur rechten Zeit
geboren ein Gott in der Gegenwart, herrschend über Raum und Zeit

Vielen Dank für die Übersetzung, doch wirklich schlauer geworden bin ich dadurch jetzt auch nicht

murmelte Isago gedankenversunken, doch hatte er nun wirklich nicht die Zeit, sich über diese unsinnigen Zeilen
den Kopf zu zerbrechen. Eine erneute Explosion außerhalb des Turmes erinnerte den Halbelfen erneut daran,
wie sehr die Zeit im Moment drängte.

Schnell durchquerte er das Portal erneut, welches ihn in diesen Raum gebracht hatte und fand sich sogleich
wieder in der Ebene mit dem Balkon. Er trat auf diesen und verschaffte sich einen Überblick.
Okay, dort drüben ist der Palast, unwichtig, da will ich Moment wirklich nicht hin, dort unten ist das Tavernenviertel,
mein Gott, wie viele sind das denn, selbst wenn ich wollte, gegen so viele Soldaten könnte ich ohnehin nichts ausrichten,
mal sehen, wo… na klar.

Plötzlich fiel es Isago wie Schuppen von den Augen. Jetzt erinnerte er sich wieder, was Sheera im erzählt hatte.
Während er sich auf den Weg machte, hörte er die Stimmer der Frau wieder in seinem Kopf, wie sie ihm von den
atemberaubenden Fakten der Stadt vorschwärmte

Der Astronomieturm ist aber nur ein Wunder, dass diese Stadt so einzigartig macht.
Da sie in der Wüste liegt, gab es hier schon immer große Dürreperioden.
Der Mangel an Wasser ließ eine Seuche nach der Anderen ausbrechen
und die Menschen vergingen vor Elend, doch wusste der damals

regierende König eine Lösung für dieses Problem.
Er ließ ein weites Netzwerk von unterirdischen Kanalsystemen anlegen,

die so tief unter der Erde sind, dass sie sich etwa hüfthoch mit Grundwasser füllten.

Nun war das Problem mit dem Schmutz, der bisher immer auf die Straßen gekippt wurde,
aber erst zum Teil gelöst. Sie brauchten frisches Wasser, und einen Ort,
wo sie das verschmutzte Wasser abgeben konnten
Darum ließ er sein Volk einen künstlichen Fluss, einen Kanal anlegen,

der von der Stadt weg, bis zu einem Nebenarm eines entfernten Flusses führt,
von dort strömt nun ständig frisches Wasser nach. Eine Ebene tiefer,
also im unterirdischen System, wird das Schmutzwasser dann in einen
unterirdischen Kanal geleitet, der unter der Wüste verläuft und direkt
ins Meer mündet.

Hundert Jahre dauerte es, bis die Idee des Königs Realität geworden war.

Leider erlebte er die Fertigstellung nicht mehr, denn er…..
Ab da hatte Isago vollständig ausgeschaltet, es war ihm egal, wer wann wie gestorben ist,
doch dass er mit einem Boot zu einem Fluss gelangte, wenn er ihm nur flussaufwärts folgen würde,
erwies sich als durchaus nützliche Information. Doch viel interessanter war das, was Kean im
Verließ gesagt hatte. Hatte der König den Angriff tatsächlich Voraussagen können, weil er
ein Orakel besucht hatte? Hatte ihm dieses Orakel tatsächlich seinen Todestag vorausberechnet?
Und obwohl der König alles daran gesetzt hat, die Prophezeiung zu verhindern, so scheiterte er
und das Orakel lag richtig.

Ist das Orakel wirklich allwissend? wenn ja, dann könnte es durchaus ratsam sein, es mal aufzusuchen

Inzwischen war der Halbelf so vorsichtig wie möglich bis zu seinem Zielort vorgedrungen. Heimlich schlich Isago
durch den kleinen Hafen, er am Rande des Kanals stationiert war, nun da sie eine Verbindung zu einem Fluss hatten,
gab es auch einige Bewohner, die sich auf den Fischfang spezialisiert hatten. Isago taute eins von den Fischerbooten los
und setzte die Segel. Er hatte ein Neues Ziel. Er würde das Orakel aufsuchen, und endlich seine Bestimmung erfahren.

39

Freitag, 7. Januar 2011, 10:47

Ich wollte eigentlich gerade den nächsten Teil hochstellen, doch hab ich ihn mir zum Glück
vorher noch mal durchgelesen und bin zu dem Schluss gekommen, dass er noch stark
überarbeitungsbedürftig ist, zumindest finde ich, dass er so nicht bleiben kann/darf

Leider fehlt mir momentan einfach die Zeit zum Schreiben, da ich ja in vier Tagen
eine große Prüfung habe, ich bitte also, (sollte es tatsächlich Leute geben, die meine Geschichte mögen)
habt noch etwas Geduld, danke

Ps.: es kommen noch ca. 5 Kapitel, bevor Isago Gondal erreicht ^^

40

Montag, 24. Januar 2011, 18:42

so, da ich die letzten Tage ohnehin durch die Grippe ans Bett gefesselt war, und ich mich nicht immer
nur fürs lernen motivieren konnte, bin ich einfach die letzten 5 Kapitel noch mal durchgegangen,
da ihr ja nicht wissen könnt, wie ich mir was vorstelle, musste ich einiges genauer beschreiben.
So habe ich dann beschlossen die 5 Kapitel auf 7 oder 8 auszudehnen, habe aber noch immer alles
möglicht kurz gehalten - allein zum folgenden Kapitel wären mir noch zig Seiten eingefallen ^^


edit: dieses kapitel hatte ursprünglich nur ein paar zeilen, und war in einem
Anderen integriert, hab dann aber ein eigenes Kapitel draus gemacht..

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Isago ma Kaze« (24. Januar 2011, 18:47)


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