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Montag, 24. Januar 2011, 18:42

Als der Flüchtling aus sicherer Entfernung auf die brennende Stadt zurückblickte, und sich sicher war,
dass ihm keiner folgte, machte er sich daran, dass Schiff unter die Lupe zu nehmen. Es war ein kleines
Segelboot, dass die besten Jahre bereits hinter sich hatte, da es Fallen zum Fangen von Krustentieren
an Bord hatte, gehörte es vermutlich Flachwasserfischern, demnach würde dieser Kahn wohl kaum
Hochseetauglich sein. Ein einfaches Rahsegel, welches an einigen Stellen bereits notdürftig geflickt
worden war, diente als einziger Antrieb. Am Anfang war es ziemlich schwierig für den Halbelf,
das Boot alleine zu bedienen, waren doch dafür im Normalfall eine Besatzung von mindestens vier
Fischern erforderlich. Doch stand der Wind günstig, daher fuhr es nach einiger Zeit wie von selbst.

Eine Woche war bereits vergangen, seit der junge Halbelf die brennende Stadt hinter sich gelassen hatte.
Wirklich geschlafen hat er seit dem noch nicht. Zu viel ging ihm durch den Kopf. Die Bilder der brennenden Stadt,
die Worte die Kean in den Verliesen gesagt hatte. Wer oder was war das Orakel, wenn es tatsächlich allwissend
sein sollte, vielleicht könnte es auch ihm weiterhelfen, endlich seine Bestimmung zu finden
Ich weiß zwar WAS ich suche, aber ich weiß nicht WO ich es suchen soll, und da ich nicht einmal weiß,
wie das was ich suche aussieht, könnte ich direkt davor stehen, ohne zu wissen, dass ich bereits am Ziel bin
Ich gehe wohl besser mal an Land und höre mich um, vielleicht weiß ja jemand etwas über das Orakel

Er steuerte das Schiff ans Ufer, doch war das Gewässer seichter als gedacht, Es schrammte mit einem unangenehmen
Geräusch an den Rändern des Kanals und lief schließlich auf Grund. Isago hüpfte an Land und begutachtete den Schaden.
Der Rumpf war hin. Er musste seine Reise wohl oder übel an Land fortsetzen. Mürrisch blickte er auf die Karte,
welche er vor ein paar Tagen an Bord gefunden hatte. Glücklicherweise war nicht allzu fern ein kleines Dorf.

Allerdings musste Isago feststellen, dass die Karte nicht gerade genau war, denn auch nach stundenlangem Fußmarsch
war noch kein Dorf zu sehen. Wenn ich den Zeichner der Karte erwische, dann wir er, nachdem ich mit ihm fertig bin,
nie wieder einen Pinsel anrühren

Endlich, nach weiteren drei Stunden konnte er am Horizont eine kleine Siedlung ausmachen. In der Hoffnung,
endlich wieder etwas Schmackhaftes zwischen die Zähne zu bekommen, beschleunigte der Halbelf seine Schritte.
Je näher er kam, desto deutlicher konnte er es erkennen. Es waren keine Häuser, die dort in Reih und Glied standen,
zumindest keine im herkömmlichen Sinn. Kleine Hütten, die sich in den Wipfeln der Bäume eines kleinen Waldes befanden.
Jedoch schienen sie nicht gebaut worden zu sein, sondern, so seltsam das auch klingen mag, es sah so aus, als wären die
Häuser natürlich gewachsen. Als wären sie Eins mit dem Baum. Außerhalb des kleinen Haines steckte ein Schild im Boden,
auf die in seltsamen Runen etwas geschrieben stand. Auch wenn es ein fieser Dialekt war, so konnte Isago es deutlich
als Elfenschrift erkennen. Hier wohnen also Elfen, das sind ja mal erfreuliche Nachrichten. dachte er sich
Endlich mal keine Monster, Diebe oder sonstige Freaks, die mir ans Leder wollen

Vorsichtig blickte sich der Reisende im Hain um, doch niemand war zu sehen. Hallo? Ist jemand hier?
Ein Rascheln in den Baumkronen. Ein Schatten huschte von einem Ast zu einem Anderen.
Habt keine Angst, ich bin kein Feind, ich bin nur ein Reisender, der müde und hungrig ist,
ich habe einen langen Weg hinter mir

das wissen wir
Isago wirbelte herum. Lautlos hatte sich von hinten ein großgewachsener Elf angeschlichen.
Er hatte lange schwarze Haare und ein makelloses Äußeres. Seine Stimme war angenehm wohlklingend.

Es ist uns eine Freude, Euch hier zu begrüßen, von Euch geht keine Gefahr aus.
Der Mann wandte sich von Isago ab und richtete seinen Blick in die Baumkronen.
Habt keine Angst meine Brüder und Schwestern, er ist ein Elf, einer von uns,
und auch wenn er nicht von reinem Geblüt ist, so könnt ihr sicher sein,
dass wir nichts von ihm zu befürchten haben. SIE hat es mir persönlich gesagt.

Auch Isagos Blick wanderte hinauf, zwischen den Ästen, hoch oben Wipfeln des kleinen Haines zeichneten sich
nun immer mehr Lebewesen ab. Sie waren perfekt getarnt, denn sie trugen Kleidung, die ihre Konturen nahezu
verschwinden ließen. Die Farben waren in Braun und Grüntönen, was ebenfalls dazu beitrug, dass sie sich fast
unsichtbar zwischen den Baumhäusern bewegen konnten. Behände sprangen sie von Ast zu Ast, kletterten an
den Stämmen runter oder ließen sich elegant auf niedriger gelegene Äste fallen.

Inzwischen hatte sich bereits eine Traube von ca. 15 neugierigen Elfen um den Neuankömmling bebildet.
Einige weniger Mutige beobachteten den Fremden aus sicherer Entfernung von den niedrigeren Ästen aus.

Neugierig musterte der Schwarzhaarige den Halbelfen. Etwas grob, das Schwert,
dass ihr da habt, ich nehme an, es wurde nicht von Elfen geschmiedet
Ein Zwerg, ein meisterhafter Schmied. Wieso, stört es Euch?
Mein bester Freund ist ein Zwerg, also überlegt euch Eure Antwort gut
Isago störte der Unterton, hielt sich dieser Elf für was besseres? Was war mit den anderen?
Denn kaum hatte Isago die Worte Zwerge und Freund erwähnt, war ein tuscheln durch die Runde gegangen

Ein halber Elf, dessen bester Freund ein Zwerg ist?
Wieso hat die Herrin bloß so an einem wie Euch interessiert?
Kurze Zeit fürchtete Isago, dass er, kaum als er dem „Meister“ entkommen war, nun auf die nächste Größenwahnsinnige treffen würde

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Montag, 24. Januar 2011, 18:45

Wer ist Eure Meisterin? Antwortet, sonst…
Man merkt, dass Ihr den Umgang zu Zwergen pflegt, versteht uns nicht falsch,
wir haben nichts gegen diese ruppigen Gesellen, sie sind uns gleichgültig,

ebenso wie Menschen, Orks, oder andere Kreaturen. Die Herrin, ist jene Person,
nach der Ihr im Moment sucht. Sie stammt aus eben diesem Dorf, daher steht
dieses Dorf auch unter ihrem persönlichen Schutz. Die Herrin, der übrigen Welt
eher als das Orakel bekannt, sah Euer kommen vorraus, Isago ma Kaze,
sie gab mir den Befehl, Euch im Dorf aufzunehmen, Euch zu versorgen
und Euch morgen zu Ihr zu bringen. Ich weiß allerdings nicht warum.
Sie hasst Besucher, selbst jene, die jeder Gefahr trotzen, nur um sie zu finden.
Noch nie hat sie jemanden zu sich gebeten, geschweige denn geholfen,
den richtigen Weg zu ihr zu finden Warum sie gerade bei dir eine Ausnahme macht,

sollte sie dir vielleicht persönlich sagen,

Doch zuerst
er gab zwei jungen Elfenfrauen ein Zeichen. Ihr, zeigt unserem schmutzigen Gast
den Weg zum Badeteich, er soll sich reinigen. Danach soll er in richtige Elfengewänder
gekleidet werden, diese Lumpen sind nicht nur eine grobe Beleidigung für Elfenaugen.
Die neue Kleidung soll aber auch für seine bevorstehenden Abenteuer praktisch sein.
Dann rief er einen blonden Elf zu sich, ein junger Mann, mit kurzem Haar von hoher Statur.
Großgewachsen war er, wie alle in diesem Dorf.
Er wird seine Waffe nicht abgeben, aber besorg ihm einen feinen Dolch,
oder einen Bogen, damit er immerhin eine Elfenwaffe bei sich trägt.
Er sah nun wieder zu Isago Wir machen aus dir schon wieder einen richtigen Elfen,

Der Halbelf überlegte kurz zu widersprechen, ließ es jedoch bleiben und folgte den jungen Damen zum Badeteich,
bestand jedoch darauf, dass sie wieder verschwanden
Is doch wahr.. ich kann mich alleine waschen… das fehlte noch, dass mir dabei jemand zusieht..

Das Wasser war herrlich, zwar hatte er sich während der Schiffsreise im Fluss gewaschen, doch war dies
kein Vergleich. Der Teich war angenehm warm, das Wasser schien seine Elfenhaut nicht nur zu reinigen,
sondern auch mit neuer Kraft zu versorgen. Nach der Wüste war es wirklich angenehm, sich dem nassen
Element hinzugeben. Immer wieder tauchte er zum Grund des Teiches, und genoss jede Sekunde des Bades.
Als er das Wasser verlassen wollte, merkte er, dass seine Kleidung verschwunden war. Stattdessen lag dort
ordentlich zusammengelegt ein neues Gewand. Er begutachtete den grünen Stoff und legte ihn auch gleich an.
Er fühlte sich angenehm weich an. Diese Kleidung war leicht, was ihm eine bessere Bewegungsfreiheit ermöglichte.
Isago grinste Vielleicht kann ich jetzt ja auch von Ast zu Ast hüpfen, so wie die

Ein Glucksen ließ ihn umwirbeln. Eine blonde schwarzhaarige Elfenfrau saß auf einem Ast.
Hey, was soll das? Schon mal was von Privatsspäre gehört? Wie lange bist du schon da?

Stell dich nicht so an, ich bin Schneiderin,

meinetwegen brauchst du nicht verlegen sein
kircherte sie Ich hab dir die Kleidung da hingelegt,
es ist die Kleidung, die auch unsere Späher tragen.

Darin kann man sich gut bewegen, sie bietet aber auch Schutz,
ich meine, einen direkten Schwerthieb hält sie sicher nicht ab,
aber besser als deine alten Fetzen sind die allemal.
Du bist schon ein schräger Elf, wenn du nicht in den Bäumen zuhause bist, wo dann?


Ich hoffe, das Orakel kennt die Antwort, momentan bin ich ja auf Reisen,
Oh, äh, und danke für die Klamotten, die werden mir bestimmt helfen,

Ein Schwert von Zwergen, Kleidung von Waldelfen, du bist echt ein Tausendsassa,

kicherte die Frau, wenn du fertig bist, komm zurück ins Dorf, es gibt ein Fest,
und viele wollen wissen, was du so erlebt hast. Nicht alle sind so verbohrt,
wie unser Bürgermeister, aber du musst ihn verstehen. Viele zwielichtige

Gestalten treibt es auf der Suche nach dem Orakel in dieses Dorf,
meist Menschen, die nach Macht streben,
oder Zwerge die nach Gold gieren,
deshalb misstraut er jedem, der nicht von Elfenblut ist.

Er macht sich eigentlich aber bloß Sorgen ums Dorf
Mit einer eleganten Bewegung schwang sie sich vom Ast und lief leichtfüßig hüpfend voraus zum Wäldchen.

Wieder erzählte von seiner langen Reise und von den Gefahren, die er zu überwinden hatte, doch
anders als im Zwergenreich, lauschten alle stillschweigend, niemand wagte, dazwischenzureden.
Im Anschluss sangen noch und erzählten auch noch andere Elfen von Abenteuern aus längst
vergangenen Zeiten, und ließen den Halbelf allmählich in die Welt der Träume übergleiten.

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Samstag, 29. Januar 2011, 11:56

Der Morgen war noch nicht gegraut, die Sonne hatte noch keine ihrer Strahlen über spitz emporragenden
Berggipfel am östlichen Horizont geschickt, als Isago unsanft vom Dorfvorsteher geweckt wurde.
Wasislos…? Knurrte der Elf im Halbschlaf. Kann das nicht warten, ich bin müde…
Doch schien dies dem Schwarzhaarigen ziemlich egal zu sein, denn er dachte nicht daran,

Isago auch nur eine Minute weiterschlafen zu lassen.
Mein Befehl lautete Euch heute zu unserer Herrin zu bringen,

und ich gedenke diesen Befehl nun auszuführen, also steht nun auf und kommt..
Ja ja, ist ja gut, murmelte Isago, wo lebt das Orakel denn?
Dass werdet Ihr schon früh genug sehen, aber der Weg ist weit, zum Glück..

wer weiß, wie viele Spinner sich sonst hier rumtreiben würden.
Folgt mir und versucht Schritt zu halten.

Bevor Isago antworten konnte, machte das Dorfoberhaupt kehrt, und lief leichtfüßig los. Isago hinterher,
Am Anfang war es noch leicht, ihm zu folgen, doch der Schwarzhaarige zeigte auch nach Stunden pausenlosen Laufens
keinerlei Ermüdungserscheinungen. Leichtfüßig wie beim ersten Schritt sprang er grazil über Wurzeln und Steine.
Isago, der immer noch hundemüde war, hechelte hinterher. Bis ihm schließlich der Kragen platzte.
Keuchend ging er in die Knie und schlug mit der Faust auf den Boden, worauf dieser kurz zu Beben begann

Ich.. brauch.. keuch .. eine Pause
Seit Stunden.. laufen wir schon..
Und ich weiß noch immer nicht wohin
Woher weiß ich.. dass Ihr mich nicht..
In die Irre führt

Verzeiht, wenn Ihr eine Pause machen möchtet, dann hättet Ihr

das ruhig sagen können. Ich dachte, Ihr könntet schritthalten,
doch war ich wohl im Irrglauben. Nach Allem seid ihr wohl dennoch
nur ein Halbelf, darauf hätte ich Rücksicht nehmen sollen...
Aber nun ist das nebensächlich, denn wir sind da

Der Elf zeigte auf ein Tal, dass über und über mit merkwürdig anmutenden Pflanzen bedeckt war,
die in einem seltsamen Glanz erstrahlten. Die Bäume wirkten wie aus einem komischen Traum entflohen,
Pflanzen wie diese, hatte Isago noch nirgendwo gesehen, ja noch nicht einmal aus Büchern oder Erzählungen
kannte er sie. Inmitten des Tals befand sich eine kleine Lichtung
So wie Isago es aus dieser Entfernung sehen konnte, entsprang in der Lichtung eine kleine Quelle, deren Flüssigkeit
in einem dunklen Violett vor sich hin brodelte, jedoch bei einfallendem Licht in sämtlichen Farben schimmerte.
Kleine Bläschen stiegen von ihr auf und platzen wieder, sobald sie auf höher der Baumkronen waren.

Geh runter, die Herrin wartet bereits auf dich.
Mit ist der Zutritt den geweihten Wäldern nicht gestattet.
Ich werde hier auf weitere Befehle warten, bis bald Halbelf,

und passt auf Euch auf. Unterschätzt die Herrin nicht

Der Halbelf atmete tief durch, sammelte sich kurz. War das Orakel tatsächlich so mächtig,
wie es ihm nachgesagt wurde, dann Wollte er ihm keinesfalls keuchend und japsend
unter die Augen treten. Mit gemischten Gefühlen stieg Isago den Abhang hinab,
schritt langsam zwischen den komischen Pflanzen durch.
Ob dieser Quelle dies mit den Bäumen gemacht hat? Egal, es gibt jetzt wichtigeres
Orakel, äh.. weise Herrin, seid Ihr hier irgendwo

Da sah er sie, die blonde Elfenfrau saß auf dem Felsen, aus dem die Quelle entsprang.
Ihr langes Haar fiel in Locken über ihre Schultern. Ihr Gesicht wirkte so unschuldig und rein.
Sie musste hunderte von Jahren alt sein, doch sie sah keinen Tag älter aus als Isago,
der selbst in Menschenjahren gerechnet noch ein junger Mann war

Nicht einmal in Gedanken sollte man das Alter einer Frau schätzen, junger Isago,
es freut mich, dass du doch noch den Weg hier her gefunden hast

Rasch verbeugte sich der Halbelf, konnte sie etwa seine Gedanken lesen?
Er wagte es nicht, dieser Frau in die Augen zu sehen, er starrte auf den Boden, sagte jedoch höflich
Ihr wünschtet mich zu sehen, Herrin, hier bin ich, was kann ich für Euch tun?

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Samstag, 29. Januar 2011, 12:07

Seit wann so förmlich, meine Ordensschwester
hatte dich als aufbrausend und ungestüm beschrieben.

Wer?
Wo sie dich doch großgezogen und dich in die Geheimnisse der Elfenmagie
eingewiesen hat, du wirst doch noch nicht vergessen haben,
wer dich damals zu sich geholt hat

Schlagartig wurde Isago klar, von wem die Rede war, doch hatte niemals die Herkunft der Alten hinterfragt.
Dass sie Mitglied eines Ordens war, hatte sie niemals erwähnt. Auch von einem Orakel. oder sonstigen Bekannten
hatte sie nie gesprochen. Für ihn war sie immer nur die alte Hexe oder seine Großmutter

Nana, sie war zwar alt, aber sie gleich
eine alte Hexe zu nennen, was bin dann ich?

lachte die Frau düster. Isago schluckte. Er blickte etwas verwirrt auf, und betrachtete die Elfe.
Kein Vergleich zu der Alten, das makellose Gesicht, rein und unergründlich, das goldene Haar,
lang und seidig, der Körper einer jungen Schönheit, eine kalte, aber strahlende Aura umgab die Elfenhexe
Zögernd antwortete Isago auf ihre Frage.. Ihr? Ihr seid nicht alt, ihr seid jung und wunderschön

Alter Schmeichler, auch davor hat mich die „alte Hexe“ gewarnt.
Aber genug geplaudert. Ich habe aus einem bestimmten Grund
nach dir geschickt. Ich habe gesehen, dass du deiner Dämonenseite
nachgegeben hast, sie nicht mehr unter Kontrolle hattest.
Scheint so, als wäre der Zauber nicht so vollkommen gewesen,
wie meine Ordensschwester gehofft hatte.

Ja, ich habe es satt, dieses Ding in mir zu haben, könnt Ihr es nicht entfernen, mich zu einem normalen Elfen machen?

Du hast eine vollkommen falsche Vorstellung von dem Dämon in dir.
Das war unglücklich formuliert, denn es ist nicht etwas, dass in
deinem Körper eingenistet ist, und so einfach entfernt werden kann.

Hmm, wie erkläre ich dir das am besten?
Du bist der Dämon. Du und er, Ihr seid Beide ein und dasselbe Wesen.
Du bist ein Kind einer Elfenfrau und eines Dämons.
Ein Elf, dem eine dunkle Macht in die Wiege gelegt wurde.
Doch gibt es einen Teil in dir, der diese böse Macht nutzen will,
und einen Teil, der sich dagegen wehrt, das heißt aber nicht,
dass es sich um zwei verschieden Individuen handelt.
Zumindest war dies nicht so bis dich meine Ordensschwester aufgenommen hat.
Erst seit diesem Tag kann man von zwei Teilen sprechen, davor warst du
einfach ein einzelnes Halbwesen. In einem langwierigen Prozess schaffte sie es,
deine dämonische Erblast zu extrahieren und mit einem Bann zu versiegeln,
womit die gute Seite die Überhand gewinnen, und du normal aufwachsen konntest.

Doch dieser Vollidiot von Puppenspieler hat deine gute Seite aus dem Körper gerissen.
Wenn auch nur für kurze Zeit, hatte die dunkle Seite dadurch
die alleinige Herrschaft über deinen Körper.
Auch nach der Rückkehr der guten Seite, konnte sich das Siegel
nicht wieder vollständig aufbauen
Aber.. Aber Ihr könnt das doch wieder richten, oder?

Tut mir leid, ich fürchte, dafür reicht meine Magie nicht aus,
du musst verstehen, ich bin das Orakel, meine Kräfte liegen
im Bereich der Hellsicht, der Klarsicht und der Geistkontrolle

Dafür wurde ich vor 3000 Jahren als neues Orakel erwählt,
nachdem das Alte von einem Verrückten getötet wurde,
nachdem sie ihm eine Antwort offenbart hatte, die ihm nicht gefiel.
Nur ein sehr mächtiges und abgrundtief böses Wesen ist in der Lage
Ein Orakel zu töten, doch genug davon, du bist aus einem bestimmten
Grund hier, nicht wahr?

Bevor du deine Fragen stellst, muss ich dich über die Regeln aufklären,
du darfst drei Fragen stellen, sofern sie nicht schon früher gestellt wurden,
also die Frage, „wann werde ich sterben?“ Kannst du dir getrost sparen,
das wäre eine verschwendete Frage, also überlege weise, bevor du sprichst.

Hmm, also kann ich die Frage nach meinem Schicksal wohl auch vergessen

Ich fürchte ja, selbst wenn du der erste wärst,
der mit Hilfe des Orakelspruchs sein Schicksal finden möchte,
so würde ich dir wahrscheinlich keine zufriedenstellende Antwort geben können,
da es dein Schicksal ist, die Antwort auf deine Frage selbst zu ergründen.
Dein Schicksal ist es, dein Schicksal selbst zu bestimmen.

Isago überlegte lange, was er denn fragen könnte, ihm mussten drei gute Fragen einfallen, nicht jeden Tag
bietet sich einem eine solche Gelegenheit. Wer weiß, wenn er wieder ein Orakel aufsuchen könnte.
Dabei kam ihm wieder der Meister in den Sinn, der ihm immer wieder seine Gefolgsleute auf den Hals hetzte,
ihm keine Ruhe gönnte, ohne dass Isago den Grund kannte. Der angebliche Gott, der von Allen nur Meister genannt wurde.

Wer ist mein Feind?

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Freitag, 4. Februar 2011, 10:32

Des Meisters Fluch

Wer ist momentan mein größter Feind?

Das Orakel lächelte sanft, und wies den jungen Halbelfen an, neben ihr Platz zu nehmen.
Sie tauchte ihre Hand in die Quelle, worauf die Flüssigkeit hell zu strahlen begann.

Das ist eine weise Frage, und wohl durchdacht, es ist immer gut zu wissen,
wer Einem Übel gesonnen ist. Ein Wunder, das noch niemand diese Frage gestellt hat…
Nun denn, mal sehen, was die Quelle der Weissagung für eine Antwort parat hält.

Isago beuge sich über das Gewässer, das zunächst nur sein Spiegelbild preisgab, jedoch sah er dann
noch weiterw Bilder. Langsam tauchte er ein, in eine fremdartige Welt, unzählige verschwommene Bilder
rasten an ihm vorbei, bis sich schließlich eines herauskristallisierte.
Ein Junge, kaum älter als dreizehn, gehüllt in Indigofarbene Gewänder. Schneeweißes Haar und eine Haut
so blass wie Kalkstein. Langsam wurde auch die Umgebung, in der sich der Junge befand klarer.

Ein magischer Ort, ein Schloss aus dunklem Fels, dessen hoher Turm bis in den Himmel zu ragen schien.
Dieser war jedoch nicht zu sehen, denn gewaltige Gewitterwolken tauchten die Gegend in Dunkelheit.
Isago konnte nicht erkennen, ob gerade Nacht herrschte, oder ob es einfach nur düster war.
Neben dem Jungen standen in einer Reihe ein paar kleinere Kinder. Vermutlich acht Jahre alt, maximal zehn.
Stumm und diszipliniert standen sie da wie gedrillte Soldaten.

Plötzlich tauchte ein seltsamer Nebel auf. Rauch, so schwarz, dass selbst der dunkelste Nachthimmel
dagegen erstrahlte. Langsam nahmen die Schwaden Form an. Ein großgewachsener Mann erschien,
seine Kleidung ebenso düster wie der Nebel aus dem er gerade erschienen war

Meine Schüler…
Seine Stimme war tief und furchteinflößend. Der Boden schien zu Beben, sobald der Mann den Mund öffnete.
Ihr tragt den Namen Turamath, ihr seid die Erben des wohl mächtigsten und edelsten aller Magierstämme.
Drei Jahre wurdet ihr nun in den Grundtechniken der Magie unterrichtet und seid somit berechtigt,
zu meiner Prüfung anzutreten. Sie wird entscheiden, auf welche Art der Magie ihr euch von nun an spezialisieren werdet.
Ihr seid ein Teil der Elite, Herren des Schicksals, eben Turamath.
Darum erwarte ich von euch, dass ihr meine Prüfung ohne Schwierigkeiten schafft

Eines der Kinder kicherte,
wir schaffen es bestimmt, aber bei Argon der Lusche wär ich mir nicht sicher,
der kann ja nicht einmal eine Kerze anzünden, ohne dabei in Flammen aufzugehen

Der blasse Junge blickte zu Boden, sagte jedoch nichts. Mit abschätzigem Blick trat der Magiermeister
vor den Jungen, dessen Name anscheinend Argon lautete.

Der Zwerg hat dich beleidigt, lässt du dir das wirklich gefallen, du bist drei Jahre älter, bist schon doppelt
solange hier als er, wieso forderst du ihn nicht heraus? Zwingst ihn, sich bei dir zu entschuldigen?
Wo ist dein Stolz, der dich als einen Turamath auszeichnet

Sag, Argon Haranye, ist das war? Bist du wirklich eine solch Schande für deine Familie, wie die Leute munkeln?
Es gibt einen einfachen Weg, dies herauszufinden, was willst du versuchen, Lichtmagie, Schattenmagie oder
doch lieber die dämonische Elementarmagie?

Ich.. Ich versuchs mit Elementarmagie, darin bin ich bisher am Besten
Argon schloss die Augen, murmelte ein paar Worte und formte vor seinem Körper einen winzigen Feuerball,
kaum größer als die Flamme einer abgebrannten Kerze. Als er das Gelächter seiner Mitschüler hörte,
strengte er sich nochmal besonders an. Er streckte seine Arme aus und hielt sie in einem geringen Abstand
über die kleine Feuerkugel

Langsam vergrößerte sich der Radius etwas, doch schien der junge Magier es nicht länger unter Kontrolle zu haben.
Wild flackerte das Licht, züngelte immer wieder unkontrolliert nach oben. Schließlich schaffte es eine der Flammen,
die Hand des Jungen zu verbrennen. Wimmernd zog er die Hand weg und taumelte ein paar Schritte rückwärts.
Dabei stolperte er und die Feuerkugel schoss unkontroliert auf den Lehrmeister zu,
der den versehentlichen Angriff jedoch abwehrte, ohne auch nur einen einzigen Muskel zu bewegen.

Entäuschend… Wirklich entäuschend, ist das Alles das du draufhast. Ich dachte wirklich,
dass ich dich nicht noch mehr verachten könnte, als ich es ohnehin schon tue.
Doch du hast mich eben eines Besseren belehrt.
A... Aber ich hab doch ne Flammenkugel geschaffen, sogar eine größere als letzes Mal…

Das du dich traust, überhaupt etwas zu sagen . . .
Die Stimme wirkte nun noch bedrohlicher. Es schien so, als würde allein seine Stimme ein Gewitter auslösen.
Du bist ein Versager, unwürdig dich Turamath zu nennen, nach all den Jahren beherrscht du noch
nicht einmal die Grundtechniken. Diese Prüfung war deine letzte Chance und du hast sie vertan

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Isago ma Kaze« (4. Februar 2011, 11:11)


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Freitag, 4. Februar 2011, 11:08

Die Ältesten haben beschlossen, dass du nicht länger den Namen der Turamath beschmutzen sollst
Von nun an wirst du unter Menschen leben, dir ist es untersagt, Magie anzuwenden, ich werde dir
dein

Familiensiegel nehmen, damit verlierst du den Status und das Recht, dich als einer von uns zu bezeichnen.

Das.. Das könnt ihr nicht machen, ich bin einer von euch, meine Eltern

Deine Eltern sind froh, wenn sie dich los sind, sie haben Alldem bereits zugestimmt. Die eigene Mutter verleugnet ihr Kind,
doch wer kann es ihr verübeln, Es gab sogar schon Gerüchte, sie hätte mit einem Troll verkehrt, nur so könne man sich ein
solch missratenen Nachwuchs erklären.

Tränen zeichneten sich an den blassen Wangen des Kindes ab, zum Teil begründet durch die Trauer,
mit der bitteren Wahrheit konfrontiert zu sein, teils aufgrund der Enttäuschung, erneut versagt zu haben,
und Zorn, verraten, verleugnet und verbannt. Erniedrigt vor Menschen, die ihn schon immer mit verächtlichen
Blicken gestraft hatten.

Ich.. ich weiß, dass ich nicht stark bin, aber ich werde lernen,
und irgendwann werde ich der größte Magier der Geschichte sein



Schallendes Gelächter. Von den Mischülern, aber auch vom Magiermeister
Mach dich nicht lächerlich, selbst wenn du hundert Jahre trainierst, wirst du noch
immer ein Schwächling sein, du bist und bleibst ein wertloser Abschaum,

Nun zeichnete sich nur noch Wut im tränenüberströmten Gesicht ab und Argon schrie laut
Wenn hundert Jahre nicht reichen, dann trainiere ich eben tausend.
sobald ich das Ritual der unsterblichkeit vollzogen habe,
bin ich unbesiegbar und ich werde es euch Allen zeigen



Noch immer lachten die anderen Kinder den Verlierer aus, der Lehrmeister war jedoch verstummt.
Seine Augen waren geweitet, mit einer schnellen Bewegung schlug er das Kind zu Boden und drückte
dessen Kehle zu. Schlagartig verstummte das Gelächter.

Ich weiß nicht von wem du von diesem Ritual erfahren hast, doch lasse dir gesagt sein,
doch du vergisst besser alles, was mit diesem Märchen in Verbindung steht, es wäre besser für dich.
Und nun geh mir aus den Augen, lebe bei den Menschen, vielleicht schaffst du es ja,

dir in dieser niederen Spezies dir einen Namen zu machen.
Ich werde zurückkommen und mein Siegel wieder an mich nehmen,
ihr werdet noch bereuen, wie ihr mich behandelt habt


Die letzten Worte des Jungen mit den weißen Haaren schienen im Nichts zu verhallen.
Die Bilder verschwommen erneut und Isago hatte das Gefühl, in eine andere Zeit gezogen zu werden,

dieses Mal war die Reise jedoch nur sehr kurz. Argon war nun schon einige Jahre älter, jedoch schien
er noch immer kein besonders guter Magier zu sein, zumindest fehlte sein Siegel noch immer.
Fast schon hatte Isago Mitleid mit dem Jungen. Er konnte sich nicht vorstellen,
dass dies sein schlimmster Feind sein soll

Isago folgte dem Ungeschickten durch ein zerklüftetes Ödland. Eine weitere Person war noch bei ihm.
Eine junge Frau, wenn Isagos Augen ihn nicht täuschten, war es eine Elfe, diese wurde von einem
Drachen begleitet. Er folgte den dreien in eine Höhle. Argon schien als einziger zu wissen, wo es lang ging,
er folgte dem Labyrinthsystem zielstrebig. Die Elfenfrau schien wohl eine Art Begleitschutz darzustellen,
denn sie rettete den Magier immer, wenn dieser mal wieder unbeholfen eine Falle auslöste.
Und Fallen gab es dort unzählige. Doch nach stundenlangem wandern schienen alle Fallen umgangen zu sein,
denn sie hielten vor einem gewaltigen Steintor. Die Elfenfrau schien ohnehin schon genervt zu sein,
doch als sich auch nach dem zehnten misslungen Zauberspruch die Tür keinen Millimeter bewegte,
platzte ihr der Kragen, und ihre gewaltige Flugbestie sprengte den Eingang mit seinem Drachenatem frei.

Als sich der Staub gelegt hatte, durchschritten die Drei den Durchgang. Dahinter lag ein monströser Raum.
Wobei Raum nicht ganz richtig war, es ähnelte viel mehr einer Höhle, welche durch Magie etwas verändert wurde.
Da hinten ist es, ich wusste, dass es existiert, rief der Turamath und zeigte auf ein schimmerndes Objekt am anderen
Ende des Raumes. Das ist das Amulett Das schmucklose Stück Metall lag auf einer Steinplatte,
die zwischen zwei gewaltigen Statuen ruhte. Die Statuen stellten zwei riesige Ungeheuer dar,
ein vierbeiniges, Mit scharfen Fangzähnen und monströsen Pranken, und ein zweibeiniges,
dass an einen Oger erinnerte, welcher drohend eine Keule schwang. Da Argon tatenlos stehen blieb,
beschloss die Elfenkriegerin sich die Sache aus der Nähe zu betrachten.

Doch kaum hatte sie sich den Statuen genähert, kam plötzlich Leben in diese. Da zeigte sich die
verräterische Seite des Magiers. Er schien gewusst zu haben, dass es auch in diesem Raum eine Falle gab.
Mächtige Wächter, als finale Barriere um dieses Amulett zu schützen, und er hatte die ahnungslose Elfe
rücksichtslos in die Falle laufen lassen. Während sie und ihr geschuppter Begleiter alle Hände voll zu tun hatten,
die Steinkolosse auf Abstand zu halten, schlich sich die weißhaarige Ratte unbemerkt an den Kämpfenden vorbei
und ehe die Wächter es merkten, hielt Argon das Amulett in seinen Händen. Ein lautes Lachen erschallte im Raum.
Doch wirkte dieses lachen dumpf, und weit entfernt. Isago wusste inzwischen, was dies bedeutete

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Freitag, 4. Februar 2011, 11:20

..Aufbruch nach Gondal

Erneut wechselte der Halbelf die Zeit in der Geschichte von Argons Leben, dem Leben seines Feindes.
Nun befanden sie sich wieder bei dem Schloss, wo Argon einst verbannt wurde, Er war nun ein Mann,
vielleicht etwas älter als der Halbelf. Die weißen Haare waren nun schulterlang und zu einem Zopf gebunden.
Das Gesicht noch immer blass, jedoch kantiger als das letzte Mal, als ihn Isago gesehen hatte.
Von der Elfe, die ihn begleitet hatte, war nun nirgendwo etwas zu entdecken..

Vor ihm saß ein alter Mann mit ergrauten Haaren. Würde er nicht den pechschwarzen Umhang des
ehemaligen Lehrmeisters tragen, so hätte ihn Isago niemals als diesen erkannt. Erst jetzt sah der Halbelf,
dass der Mann blutete. Der rechte Arm war stark verletzt und in der Magengegend klaffte eine große Wunde,
welche sich der Alte mit der linken bedeckte. Er keuchte

Du… Du Bastard, wie hast du das nur geschafft?

Mit einem bösen Grinsen zog Argon das Amulett der Absorption aus dem indigofarbenen Umhang.
Manchmal werden Märchen wahr, und entpuppen sich als Alpträume für diejenigen, die nicht an sie glauben.
Doch du wusstest von dem Amulett und hast mir nur weißmachen wollen, dass es nur in Ammenmärchen existiert.
Damals konnte ich noch keine Gedanken lesen, somit war es einfach für dich, doch nun sieht die Sache anders aus



Nun lachte auch der Lehrmeister etwas, jedoch schien das die Schmerzen zu verschlimmern,
da er sofort wieder aufhörte und sich auf die Wunde drückte

Du elender Bastard hast also das erste Artefakt gefunden, doch bringt es dir gar nichts außer dem Fluch,
den du dir nun aufgehalst hast. Ewiges Leben zu dem Preis? – Nein danke, ich verzichte...
Doch wirst du eine Ewigkeit vergeblich nach den restlichen Teilen suchen, selbst die weisesten
der Turamath kannten nur drei der Artefakte. Der Aufenthalt von ihnen ist streng geheim.
Ich persönlich habe die Nummer zwei versteckt, selbst wenn du den Ort herausfindest,
bleibt es dennoch unerreichbar für dich.

Argon setzte sich vor dem alten Magier auf den Boden.
Ich werde dir beim Sterben Gesellschaft leisten, schließlich sind wir beiden die Letzten unserer Art.

Hast du etwa… keuchte der Mann.....sogar deine eigenen Eltern?
Ich habe dir bereits gesagt, meine Rache bezog sich auf alle Turamath, wieso also sollte ich gerade die verschonen,
die mich verstoßen haben, die, die mich niemals als ihren Sohn betrachtet haben. Ich habe alle getötet, bis auf dich.
Und mit jedem, den ich töte, wächst meine Macht noch weiter an



Er drehte und wendete das Amulett zwischen seinen Fingern, betrachtete es von allen Seiten

Du bist schon alt, durch dich gewinne ich höchstens zwei Jahre, wenn überhaupt.
Jedoch hast du während deines Lebens viel Weisheit angehäuft. Wäre doch jammerschade,
wenn all das Wissen mit deinem Tod verschwinden würde. Darum musst auch du durch meine
Hand sterben, nur so wird die Kraft dieses wunderschönen Amuletts freigesetzt.
So konnte ich binnen kürzester Zeit stärker werden als alle Turamath vor mir
und ich werde noch viel viel mächtiger werden..


Auch wenn die Bilder wieder verschwommen, und Isago nicht mehr sah, was geschah,
so konnte er es sich denken. Er musste die Augen zusammenkeifen. Das grelle Licht blendete ihn.
Der Halbelf befand sich wieder in der Gegenwart. Noch bevor Isago etwas sagen konnte,
ergriff das Orakel das Wort

Du wirst es vermutlich bereits herausgefunden haben.
Der Junge aus der Vergangenheit, Argon, lebt auch heute noch
und wird von seinen Untergebenen nun jedoch als Meister bezeichnet.
Durch das Amulett der Absorption wandelt er nun schon seit unzähligen

Jahrtausenden auf der Erde, doch lebt er nicht wirklich.

Denn das Amulett, das ihn vor dem Tode schützt, fordert einen hohen Tribut.
Ständig muss er töten, ein Opfer für die unstillbare Gier des Artefakts finden,

sonst erleidet er ein Schicksal, weit schlimmer als den Tod.
Darum versucht er das Ritual der Unsterblichkeit zu vollziehen
Doch das musst du verhindern
.

Dazu muss ich aber erst wissen, was dieses Ritual ist, und wo es stattfindet, was mich vermutlich
meine zweite Frage kosten wird, aber wenn Ihr sagt, dass es mein Schicksal sein könnte,
mich diesem Wahnsinnigen in den Weg zu stellen, dann bleibt mir keine andere Wahl.
Also schießt los, was ist das Ritual der Unsterblichkeit?

Allzu viel weiß ich leider nicht darüber, und es gibt wahrlich wenig,
dass dem Orakel verborgen bleibt. Es wurde noch nie durchgeführt,
aber es heißt, die Götter verwenden es, wenn sie einen Sterblichen
in ihre Reihen aufnehmen wollen. Dafür brauchen sie sieben Artefakte,
wobei nicht alle aus materiellen Dingen bestehen, wie das Amulett,
das bereits im Besitz des Turamath ist.

Ein weiteres ist ein bestimmter Komet, der sich nur ein einziges Mal
pro Millennium unserem Planeten nähert. Nur einmal alle zehn Millennien,
also bloß einmal in 10 000 Jahren, verläuft seine Bahn zwischen Erde und Mond.
Trifft nun das Mondlicht auf diesen kristallinen Asteroiden, wird es gebrochen
und aufgespalten. Und nur wenn das Licht des Regenbogenmondes auf den
Wüstentempel, der ein weiteres der sieben Artefakte darstellt, trifft,
während auch die restlichen Teile versammelt sind,
kann das Ritual vollzogen werden.

Der Wüstentempel.. ist das vielleicht der Turm in..
Ja, der Astronomieturm ist nun ebenfalls im Besitz des Meisters,
das bedeutet,
er benötigt also nur noch fünf Teile, falls er sie nicht schon besitzt.
Doch leider ist er ein weitaus älteres Wesen als ich, darum ist er in der Lage,
sich meiner Macht zu entziehen, meine Sicht auf sein Handeln zu verschleiern.

Kein Problem, ich muss ja nur ein einziges Artefakt finden und zerstören.

Wenn auch nur eines fehlt, kann das Ritual nicht stattfinden,
wenn ich das richtig verstanden habe. Demnach ist meine dritte Frage,

wo ich denn diese Teile finden könnte, und wie ich sie vernichten kann.

48

Freitag, 4. Februar 2011, 11:23

Verzeih mir, junger Reisender, doch kann ich dir diese Frage
nicht beantworten, zumindest nur zum Teil, da bereits vor
tausenden von Jahren ein Magier das alte Orakel, meine Vorgängerin
die Frage nach dem Aufenthaltsort gestellt hatte, doch schien ihm
die Antwort auf seine Frage nicht ausreichend genug zu sein,
denn nach seiner dritten Frage, hat er sie kaltblütig ermordet,
wie du vielleicht bereits vermuten wirst, war dieser Magier
niemand anderes als der, dessen Geschichte du gerade vernommen hast,
der letzte Turamath, Argon Haranye.

Auch wie man die Artefakte zerstören kann, kann ich dir nicht sagen,
da ich es nicht weiß, es handelt sich dabei um uralte magische Dinge,
die mit Sicherheit nicht so einfach zerstört werden können,
da sie ja schon seit Urzeiten existieren und der Sage nach von
den Göttern selbst geschaffen wurden.
Du hast deine drei Fragen nun gestellt, Isago.
Was planst du als nächstes?


Moment, das soll meine dritte Frage gewesen sein, Ihr habt mir weder gesagt,
wo sie sind, noch wie ich sie zerstören kann, meine Frage wurde nicht beantwortet,
also sollte mir erlaubt sein, eine weitere zu stellen

Nein, das ist die Regel, drei Fragen, drei Antworten.

Ich bin ein Orakel, weitaus länger, als du es dir vorstellen kannst,
alles was in den letzten paar Jahrtausenden geschehen ist,
sah ich durch meine Fähigkeit, ich kenne deine Vergangenheit,
weiß was momentan auf der Welt geschieht, egal wo es geschieht,

und ich kann in die Zukunft eines jeden Lebewesens blicken.
Stelle mich also nicht als Unwissend hin. Dass du eine Frage stellst,

deren Antwort so geheim ist, dass sie selbst den Augen
des Orakels verborgen bleibt, dann ist dies nicht meine Schuld.

Doch bist du der Schützling meiner Ordensschwester,
also gebe ich dir ein Geschenk und einen Rat.
Folge mir junger Halbelf

Noch immer etwas sauer, dass seine dritte Frage so unzureichend beantwortet wurde, folgte Isago stillschweigend.
Fast schon konnte er Argons Handeln verstehen. Wenn man zig tausend Jahre nach etwas sucht, und dann bekommt
man Antworten wie diese, kann man durchaus sauer werden

Sei vorsichtig was du denkst Isago, deine Gedanken bleiben
mir nicht verborgen, vergiss das nicht;
Ein Orakel anzugreifen ist ein Frevel sondergleichen,
eines zu töten, ein noch weit schlimmeres Verbrechen

Sie waren nun bei einem kleinen Hain von seltsam anmutenden Bäumen angekommen.
Das Orakel zog aus einem Astloch ein silbrig glänzendes Amulett. Es hatte dir Form
eines gezackten Blattes. Es wirkte einfach, und doch beruhigte der bloße Anblick Isagos Gemüt.

Trage dieses Amulett stets bei dir, es soll dir helfen,
deine aggressive dämonische Seite im Zaum zu halten.
Solltest du wieder einmal die Kontrolle verlieren,
wie es dir im Kampf gegen den Puppenspieler passiert ist,
berühre es und denke an einen schönen Augenblick.
Du wirst sehen, die Wirkung tritt sofort ein,

und du bleibst dein eigener Herr

Dankend nahm er das Geschenk entgegen, sobald es seine Haut berührte, breitete sich eine Welle des
Glücks in seinem Körper aus. Alle Sorgen und negativen Gedanken, die ihn bis eben noch geplagt hatten,
schienen von ihm abzufallen. Es war dem Halbelfen fast schon unheimlich, darum packte er es vorsorglich weg.

Zum Rat, den ich dir nun geben wollte, du hast noch drei Jahre Zeit,
bevor der Asteroid das nächste Mal das Licht des Regenbogenmondes
erstrahlen lässt. Nutze diese Zeit weise, finde Verbündete,
gewinne an Kraft, nur so kannst du dich dieser Übermacht entgegenstellen,
die das gesamte Gleichgewicht der Welt aus den Fugen geraten lassen könnte.
Gehe nach Gondal, dort leben viele Starke Wesen, von denen du lernen kannst,

und an denen du wachsen wirst. Doch sei auf der Hut.

Nicht jeder dort wird dir wohlgesonnen sein,
Freunde können sich als Feinde entpuppen,
und erbitterte Gegner zu starken Verbündeten werden.


Wieder bedankte sich der Elf.
Sein nächstes Ziel war also das entfernte Land namens Gondal. Vielleicht findet er
ja dort einen Ort, den er seine Heimat nennen kann, Freunde wie den Zwerg,
den er im Norden verabschieden musste. Er wollte keine Zeit verlieren,
darum bedankte er sich erneut für alles, dass er durch das Orakel erfahren hatte,
für das Geschenk und für den guten Rat. Danach verabschiedete er sich von der
Elfenhexe und kehrte zu dem Elfen zurück, der ihn hergebracht hatte

Da seid ihr ja, Halbelf, ich fürchtete schon, ihr kehrt nicht
mehr zurück. Wisst Ihr, ich habe nachgedacht, über all die Dinge,
die ihr gestern erzählt habt. Ich dachte, es war der Zufall,
der Euch immer wieder das Leben rettete, doch all die Entscheidungen,
die Ihr aus dem Bauch heraus trafst, der weg, den ihr zurückgelegt habt,

ohne ein Ziel zu kennen, das sind einige Zufälle zu viel,
wenn ihr mich fragt. Vielleicht werdet ihr ja doch
vom Schicksal geleitet, auch wenn ihr bloß ein Halbelf seid.
Sollte dies so sein, so wäre es mir eine Ehre, wenn ich Euch
bei Eurer Reise unterstützen könnte

Vielen Dank, Ihr habt bereits zu viel für mich getan, doch wenn ihr mir sagen könnt, wie ich dieses Land..
ähm, ich glaube es heißt Gondal, erreichen könnte, dann wäre ich euch zu großem Dank verpflichtet.
Gut, kehren wir zum Dorf zurück, dort sollt Ihr euch ausruhen,

und wir werden Euren weiteren Weg dort planen.
Und nehmt dies, es wird Euer Zwergenschwert leider

nicht ersetzen können, doch seht es als eine Ergänzung.
Er überreichte Isago einen fein gearbeiteten Dolch.
Er ist von Elfenhand geschmiedet, jedoch kein Einzelstück
wie diese Klinge aus dem Norden.

Isago bedankte sich höflich, hängte sich die edle Waffe an seinen Gürtel, und folgte dem Dorfvorstand zurück in sein Dorf.
Dort verweilte er noch fast eine Woche, bevor er in eine westliche Hafenstadt aufbrach, wie es ihm die Elfen angewiesen hatten.
Von dort setzte er Segel, in ein neues Reich, eine neue Ära, sein nächstes Ziel, Gondal….

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