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Montag, 7. Februar 2011, 20:42

Erinnerungen

Erinnerungen

Sie steht auf dem Hügel, es schneit. Die Temperaturen lagen
knapp unter dem Gefrierpunkt. Wenn aber der Wind auffrischte, kam es einem kälter vor.
Dick eingepackt stand sie da, schaute nach unten. Ein Fuß im Schnee, den anderen
Schon fest in der Verankerung des Snowboards.
Als sie dann neben sich blickte, da stand er normalerweise, aber Heute war der Platz
neben Ihr leer. Eine Träne rollte die Wange hinab. Sie vermisste Ihn, denn er war immer
bei Ihr, in schlechten sowie in guten Zeiten, stand er neben Ihr.
Beide liebten das Snowboarden, beide hatten immer Spaß dabei, einfach lachend den Hügel
hinunter zu fahren.
Aber Heute, am 1. Weihnachtsfeiertag stand sie alleine auf Ihrem Hügel, ohne Ihn und musste
Nun immer, nur mit Ihm in Gedanken hinunter fahren.
Lange stand sie da, bis sie sich dazu durch gerungen hatte auch den zweiten Fuß zu verankern. Zog dann den Helm über den Kopf, die
Handschuhe an und atmete tief durch.
Langsam kippte sie dann den Oberkörper nach vorn und setzte sich in Bewegung.
Der linke Fuß vorn, fuhr sie nach unten. Zog dann den rechten Fuß nach vorn, so dass
sie mitten auf dem Abhang stehen blieb.
Hinter Ihr die Skifahrer und Snowboarder fluchten, weil so abrupt bremste. Deutlich waren einige Schimpfwörter zu hören, aber sie
erwiderte nichts.
Normalerweise fuhr er immer links neben Ihr, versuchte Sie immer zu ärgern, aber da war niemand. Mit Tränen in den Augen, die sie sich ab
und an wegwischte setzte Sie sich wieder
Mit dem linken Fuß nach vorn in Bewegung.
Wie selbstverständlich schaute Sie immer wieder nach links.
Sie sah Ihn und sein lachen hörte Sie im Ohr.
Ein lächeln huschte Ihr über das Gesicht und verdrängte die Tränen für kurze Zeit.
Als sie endlich, es kam Ihr wie eine Ewigkeit vor, unten angekommen war, bremste Sie scharf und sank auf die Knie. Die Hände in das
Gesicht vergraben, schluchzte Sie.
Die Frage nach dem Warum, brannte wieder in Ihrem Kopf. Wie sie so im Schnee hockte kam jemand auf sie zugefahren, auch auf einem Snowboard
und einem auffälligen Orangefarbenen Outfit.
Als er Ihr die hand auf die Schulter legte und dann noch sagte:
*Ich wusste, dass du Deiner Tradition treu bleibst,* schreckte sie zusammen.
Die Stimme kannte Sie, es war Ihr Ex- Freund, der Sie vor zwei Jahren verlassen hatte.
Sie sind aber Freunde geblieben, hatten telefonischen Kontakt und schrieben sich oft
E-Mails.

Die Frage: *Was machst Du hier?* konnte sie sich sparen, denn seine Eltern wohnten in dem Wintersport Ort und er verbrachte jedes
Weihnachten hier.
*Natürlich, wie jedes Jahr,* antwortete Sie kurz, stand auf
und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht.
*Das mit Micha tut mir leid, ich weiß wie viel er Dir bedeutet hat,* sagte er leise zu Ihr
und nahm Sie in den Arm.
Beide lösten die Bindung an den Boards und Sie gingen zu Fuß wieder hinauf auf den Hügel.
Sie redeten viel über die Geschehnisse und Ihr tat es gut, mit jemandem zu reden, der Micha
auch kannte.
Als sie wieder auf dem Hügel oben standen, lächelte er Sie an.
*wer zuletzt unten ist, gibt den nächsten Kakao aus?* fragte
er grinsend, obwohl er wusste, dass er so eine Wette verlieren würde.
*OK,* antwortete Sie mit einem kleinen lächeln auf den Lippen.

Beide rasteten Ihre Füße im Board ein und stellten sich
nebeneinander auf.
Ein Kopfnicken von Ihm und er schoss den Hügel hinab. Mit einem kleinen Sprung um vorwärts zu kommen, jagte Sie Ihm hinterher.
Es dauerte nicht lange und sie waren gleich auf.
Er stand wie immer unsicher auf seinem Brett und bremste
viel. Sie beugte das linke Knie noch ein wenig und zog an Ihm vorbei. Als Sie
unten war, bremste Sie scharf und ließ sich in den Schnee sinken. Nach einiger Verzögerung kam auch
Ihr Freund und grinste.
*Wie jedes Jahr, die Selbe Niederlage,* sagte er sanft und drückte Sie.

Ein paar mal sind sie an diesem Nachmittag hoch gelaufen und hinunter gefahren.
Aber der Winter wäre kein Winter, wenn es nicht schon nachmittags dunkel werden würde.


*Willst Du noch mit zu uns kommen? Meine Eltern würden sich sicher freuen, dich wieder zu sehen,* fragte er leise, als Sie in der Hütte am
Fuße des Hügels den Kakao tranken.
Sie wusste, dass das stimmte, aber Sie war noch nicht bereit für Feierlichkeiten.

*Nein, danke. Das ist sehr lieb, aber ich bin noch nicht
soweit. Richte Ihnen aber Grüße aus. Ich werde noch einmal fahren und dann werde ich den
Heimweg antreten.*
entgegnete Sie Ihm ruhig und bedankte sich für den Kakao.

Verabschiedete sich dann von Ihm und dankte Ihm auch für den
Nachmittag. Ging dann wieder den Hügel hinauf, das letzte Mal an diesem
Nachmittag. Schnallte sich das Brett unter die Füße und schaut in den Himmel.

*Du fehlst mir sehr,* sagte Sie leise und fuhr in einem
gemütlichen Tempo, mit Tränen in den Augen hinunter.
Verwirrt, weil Sie nicht weiß, was genau sie nun tun soll,
schnallt sie sich unten das Brett von den Füßen und geht zum Auto. Gedanken, an
die Zukunft machen sich breit und lassen Sie erschaudern.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Jerry« (7. Februar 2011, 21:03)


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