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  • »Luzifer« ist männlich
  • »Luzifer« ist der Autor dieses Themas

inGame Name & Server: Luzifer

Wohnort: in der Hölle

Beruf: rechte Hand des Teufels

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261

Samstag, 19. Mai 2018, 02:04

Abermals verfiel ich in den monotonen Trott wie den von vorhin. Doch diesmal kam ich wesentlich schneller voran Dank des gleichmäßigen Trabes den ich angestimmt hatte, dabei immer ein Auge auf die Karte haltend.

Ich wagte es mehr Hoffnung zu haben, als ich noch an die zweihundert Meter von dem angezeigten Lift entfernt war. Diese Hoffnung war allerdings sehr fragil da der Gedanke, dass die alte Apparatur nicht funktionieren könnte, sehr stark an meinen Hinterkopf nagte.

Als ich noch einige Meter weit gelaufen war, entschied ich mich ein Mana-Elixier zu trinken um ein Magierlicht zu erschaffen, das sogleich einige Schritte weit vor mir über den Boden schwebte und die Umgebung erhellte und unerwartet stark von den Wänden reflektiert wurde.
Ob des gleißenden Lichtes, musste ich mir die Hände vor die Augen halten damit sie sich langsam an die neue Lichtquelle gewöhnen konnten und als sie nicht mehr schmerzten, blickte ich mich genauer um.
Mit einer tiefen Falte zwischen den Augenbrauen betrachtete ich die abermals üppigen Reliefs zu meiner Linken.
Sachte berührte ich ein Bildnis des Götterpaares.
Das Gefühl war kalt und glatt und durch die Art der Reflexion wusste ich, dass es sich hierbei tatsächlich um poliertes Metall handelte und nicht nur um polierten Marmor.

Muss wohl Gold sein.

, murmelte ich in den Gang und wandte mich wieder dem Weg zu nachdem ich abermals die Geschichte vor mir abgebildet einen Moment lang anschaute.
Keine zehn Meter weiter, wurde abermals Licht reflektiert und ich beeilte mich zu dem Gebilde zu kommen das sich vor mir auftürmte.

Bei allem was heilig ist,...!

, gab ich von mir und betrachtete die Apparatur mit aufgerissenen Augen.
Die Schritte waren schon längst im Gang verhallt und ich war noch immer dabei mich umzuschauen.
Zwei massive Flügel eines Gittertores waren an den Wänden angelehnt und luden zu einer Plattform ein in dessen Mitte ein Hebel war. im Magierlicht konnte ich sehen, dass das Metall eine gold-rostige Farbe aufwies, aber wohl kein Rost war, da es,-wie auch die Reliefs von vorhin-, das Licht perfekt spiegelte.
Unfassbar schüttelte ich mein Haupt.

Dieses Metall,... das ist Zwergenmetall!

Vor tausenden von Jahren beheimateten verschiedenste Arten von Zwerge alle damals bekannten Ecken der Welt, zu Land wie auch zu Wasser, und waren bekannterweise von magischen Wesen und Menschen gleicherweise hoch geschätzt. Doch nach den stärksten Wendungen der Ären, wurden es immer weniger. Zuerst verschwanden sie aus den großen Städten, später von den Siedlungen und anschließend ganz,... soweit man weiß.
Während die Menschheit einfach so getan hat, als ob es Zwerge nie gab (und deren Erfindungen die sie nach wie vor benutzen als ihre eigenen ausgaben), wussten die magischen Wesen es besser.
Ich konnte mich noch gut an die Worte meiner Tante erinnern, als diese mir erzählte, dass die Zwerge nicht einfach "verschwanden", sondern ausstarben.
Unter den Hexen und Magiern vermutete man, dass es mit den Elysia-Adern zu tun hatte die erloschen, als das alte Götterpaar verschwand, was das Ende der 5. Ära einläutete und den Beginn der 6. Ära kennzeichnete. Aber auch das hatten die Menschen längst vergessen.

Okay,...

, sprach ich immer wieder vor mich hin während ich von einem Bein auf das andere wechselte und zögerte, auch nur einen Fuß auf die Plattform zu geben. Auch schaute ich mir die Karte immer wieder an in der Hoffnung, eine Information dort zu erblicken die ich vorhin übersehen hatte und die nicht in der alten Sprache geschrieben stand, doch natürlich war dort nichts.
Nach geraumer Zeit schüttelte ich den Kopf, gab die Karte in meine Tasche und atmete noch einmal tief durch. Mit einem zaghaften Schritt, trat ich in den Lift und wartete darauf ob etwas anderes zu hören war als das Hallen meiner Schuhsohle auf dem Metall. Fast schon erwartete ich, dass die gesamte Anlage in sich zusammen brechen würde aufgrund dessen, doch ich machte mich nur wieder einmal unnötig wahnsinnig.
Mit etwas mehr Selbstvertrauen, trat ich vollends in den Lift hinein und schaute mir die Wände im Inneren an.
Zu allen drei Seiten, waren die Wände aus dem Zwergenmetall gefertigt die verschiedenste Muster geschmiedet hatten, doch diesmal ohne prachtvolle Bilder, die die Götter, Opfergaben oder Verehrer zeigten. Zumindest auf den ersten Blick.
Gegenüber des Gittertores, an der hinteren Wand, war das Abbild eines riesigen Palastes ins Metall eingearbeitet, der meine Aufmerksamkeit auf sich zog. Durch alte Illustrationen aus uralten Büchern und Nachbildungen von gekonnten Künstlern, wusste ich, dass dieses Gebäude, der Hauptsitz des Götterpaares war.
Nur mit einiger Anstrengung, konnte ich mich von dem Anblick weg reißen und mir wieder bewusst werden, wo ich überhaupt war und mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend, drehte ich mich zu dem Hebel um der wie in der Zeit eingefroren aus dem Boden ragte.
Langsam legte ich meine beiden Hände um den Griff und noch langsamer betätigte ich den Hebel, den man zum Griff heran ziehen musste um den Bolzen zu heben der dann das Zahnrad und die damit verbundene Motorik darunter in Gang setzen würde, und legte diesen mit einiger Mühe um.

Ein lautes mechanisches Kreischen war zu hören und ein starkes Ruckeln ließ mich in mich zusammen fahren und aufschreien und als ich es wagte meine Augen wieder zu öffnen, sah ich, dass das Gittertor sich geschlossen hatte und vier blaue Lichter in den Ecken des Fahrstuhles zu leuchten begannen.
Das Geräusch von Dampf, das durch Ventile entwich, war zu hören und keine Sekunde danach, begann sich die Plattform quietschend nach oben zu bewegen.

  • »Fenrirswolf« ist weiblich

inGame Name & Server: Fenrirswolf

Wohnort: Eispalast

Beruf: verrückt sein, das ist Arbeit genug.

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262

Donnerstag, 31. Mai 2018, 12:09

Zurück auf der Hauptstraße, muss ich abermals einen der anderen Passanten fragen wo die Bank dieser Stadt steht und nach einer kurzen Erklärung bedanke ich mich bei der Person und führe Mahorka, die nach wie vor einige Schwierigkeiten hatte ihr Gesicht nicht zu verziehen und die Tränen zurück zu halten, durch eine breite Gasse zu einer Parallelstraße.

Aus der Gasse hinaus wenden wir uns zur Rechten und sehen weiter hinten die üppige Fassade der Bank, deren Namen über den offen stehenden Glastüren über einem Vordach im Sonnenlicht leuchten.

Im Inneren herrscht reger Betrieb.
Nachdem ich auf die große Uhr über den Schaltern geblickt habe, wundert es mich nicht mehr da es fast viertel vor Zwölf war und die Leute noch ihre Geschäfte rechtzeitig über die Bühne zu bringen versuchen ehe die Bank wohl schließen würde.

Wir waren länger im Haus als beabsichtigt. Was für ein Glück dass Petrikov oder sein Dienstmädchen nicht gekommen ist.

Ohne etwas zu sagen, gehe ich und die alte Hexe zu einer kurzen Reihe und stellen uns hinten an.
Während ich geduldig darauf warte bis der Nächste fertig ist, nutze ich die Zeit und schaue mich ein wenig um.
Der Baustil ist recht modern, zumindest moderner als ich es erwartet hätte nach all der Zeit und hatte sehr starke Ähnlichkeit mit der Beaux-Arts-Architektur die Moderne mit Würde und Eleganz kombiniert und dabei dennoch die alte Stärke repräsentiert. Der weiße Marmor an den Böden und den Wänden, die massiven Säulen mit großzügigen Gold-Ornamenten und die Kronleuchter die die große Halle mit ihrem warmen Licht fluten,... ich lasse alles auf mich wirken und sauge alle Details in mich auf, zumindest so lange bis Mahorka mich am Ärmel zieht und mich somit aus meiner Träumerei reißt.

Ich wollte sie zurecht weißen, realisiere allerdings, dass wir bereits einige Schritte hinter den zwei Leuten vor mir stehen weshalb ich aufschließe.

Wie willst du es eigentlich anstellen Professor Petrikovs Buch zu bekommen?

Mahorkas Frage lässt mich etwas fassungslos.
Obwohl ich weiß wo er das Buch hingebracht hat und obwohl ich persönliche Daten von ihm weiß, könnte es dennoch sein, dass man einen Schlüssel oder eine Art der Verifizierung von uns verlangt.
Noch ehe ich die Gelegenheit habe mir Ausreden einfallen zu lassen, zieht mich die Hexe zum Schalter bei dem ein höflich lächelnder Mann steht.
Abermals aus den Gedanken gerissen mustere ich den Angestellten vor uns.
Er hatte Kastanienbraunes Haar, grüne Augen und war glatt rasiert was ihm den Anschein gab, nicht älter als zwanzig Jahre zu sein.

Guten Tag die Dame, der Herr. Was kann ich für Sie tun?

Ich setze mein nettestes Lächeln auf und räuspere mich.
Guten Tag. Wir sind hier wegen eines Schließfaches das auf den Namen "Petrikov, Simon" läuft.

Ahhh! Sie müssen wohl Herr Mertens sein.

Mertens,..., tief in meinem Gedächtnis dringt eine schwache Erinnerung hoch. Gunter hatte vor gut zwei Jahrzehnten einen Mann namens Finn Mertens beobachtet der mit Petrikov sehr gut befreundet zu sein schien. Mertens war wohl die einzige Person die Simon vollends vertraute.
Um meine Überraschung zu verhüllen, atme ich tief ein und mein Lächeln wird breiter.

Genau. Ich bin Finn Mertens., ich wende mein Augenmerk kurz auf Mahorka die versucht mir keine missfallenen Blicke zu zuwerfen.

Herr Petrikov hat uns informiert, dass Sie vorbei kommen würden wegen dem Schließfach.

Ah,... gut dass es geschwätziges Personal gibt das sich nicht um so etwas wie Datenschutz kümmert., denke ich zufrieden bei mir.
Während der junge Mann weiter von Petrikov und von diesem Mertens redet, öffnet er ein Kabinett hinter ihm und zieht einen Schlüssel heraus den er auf die Theke legt mitsamt einem Dokument und einem Stift.

Sie brauchen nur noch hier zu unterschreiben, dass sie das Schließfach besucht haben. Die Schließfächer finden Sie dort hinten in einem gesonderten Raum.

Als auch das erledigt war, nehme ich den Schlüssel und bedanke mich ehe wir zu der massiven Metalltür gehen, auf die der Angestellte deutet.
Zu beiden Seiten stehen zwei Wachen die uns genau anschauen während wir ins Innere des Safes gehen.

Ich drehe den kleinen goldenen Schlüssel in meiner Hand und schaue nach der Nummer darauf. "Z100" steht eingestanzt auf eine der flachen Seiten und ich mache mich auf der Suche nach dem Fach, das ich hinter der schweren Tür, als Letztes finde.
Mit einem ernsten Gesichtsausdruck schiebe ich den Schlüssel in das Schloss und drehe diesen nach links. Das Schloss war gut geschmiert und lässt sich mit einem dumpfen "Klick" geschmeidig öffnen. Erwartungsvoll öffne ich die schmale Tür und beuge mich nach unten um hinein zu sehen.
Das Licht in diesem Raum reichte allerdings nicht um diese Reihe voll zu erleuchten, weshalb ich mir mit einem kleinen Magierlicht half und noch einmal nachschaue.
Ein dunkles Lächeln breitet sich auf meinem Gesicht aus und ich ziehe das abgegriffene Buch heraus wobei noch etwas heraus gezogen wird und zu Boden fällt. Überrascht schaue ich nach unten und sehe ein Kuvert, das mit einem roten Wachssiegel verschlossen wurde.
Als ich den Brief aufgehoben habe, verschließe ich das Fach und gehe zu dem Tisch der im Inneren steht wo ich das Buch lege.
Ein "Hm,..." kommt zwischen meinen Lippen hervor und auch Mahorka betrachtet das weiße Papier mit einem fragenden Blick.
Ohne einen weiteren Moment zu verschwenden, breche ich das Siegel mit meinem Finger und ziehe das gefaltete Dokument heraus und lese die Zeilen die in einer krakeligen Schrift geschrieben wurden.



Mein Blick geht zum Datum.

Den Brief hat er gestern geschrieben. Ich frage mich ob er vor hat für einige Tage unterzutauchen,...

In meinem Kopf rattern die Zahnräder da ich nicht weiß, was ich als nächstes angehen soll.
Mahorka ist auch keine Hilfe. Sie steht nur schweigend neben mir und betrachtet das Buch und den Brief, den ich daneben hingelegt habe.
Ich stütze mich mit beiden Händen auf den Tisch ab und atme tief durch.

Okay. Wir sollten einen Brief schreiben, der Petrikov wissen lässt, dass das Buch bei seinem Freund ist. Auch sollte 'Hermaeus Mora' ein paar Zeilen schreiben und sich bei der Hilfe des Professors bedanken.

Heißt das, dass wir heute noch aus der Stadt verschwinden?, die alte Hexe blickt mich mit weiten Augen an, hoffend dass dem nicht so ist und ich hebe etwas genervt eine Augenbraue.

Nein. Wir werden zum Hotel zurück gehen. Ich werde einige Zeit brauchen um mich durch die gesamten Aufzeichnungen durchgearbeitet zu haben. Außerdem können wir uns im Hotel entspannen.

Noch während ich erkläre was heute ansteht, habe ich einen Kugelschreiber und ein Blatt Papier aus den bereit gestellten Fächern genommen und beginne rasch einige Zeilen zu schreiben. Dabei achte ich sauber zu schreiben, obgleich ich nicht weiß was für eine Handschrift Petrikovs Freund hat.

Simon, ich... bedauere es... e-ben-so,... dass wir uns nicht... unter po-si-ti-veren... Umständen.... schreiben,... freue... mich... allerdings,... dass du dein Ver-trauuu-en in... mich... steckst.... Ich werde... es... nicht... brechen.... Hochachtungsvoll,... Finn.

Ich stecke den Stift zurück in das Kristallglas und falte das Papier in der Hälfte zusammen, gehe anschließend zurück zum Schließfach öffne dieses um den Brief hinein zu geben und schließe es abermals damit ich den Schlüssel beim Schalter abgeben kann.
Als ich den Brief von Petrikov in das Buch gegeben habe, gehe ich mit Mahorka aus dem Safe hinaus, geradewegs zu dem jungen Mann von vorhin.

Haben Sie alles erledigt weshalb Sie gekommen sind?, sein Blick fällt auf das Buch das ich an meine Brust gedrückt halte.

Ja, haben wir. Simon hatte sich einen Roman vor Jahren ausgeliehen, haha., für dieses Lachen hätte ich mir am liebsten Selber die Kehle raus gerissen.

Der Angestellte nickt nur mit einem verständlichen Lächeln und nimmt den Schlüssel den ich vor ihm baumeln lasse.

Mit einem erleichterten Seufzen gehe ich aus der Bank und bin Froh diese Freundlichkeit nicht mehr vorzugaukeln und mache mich mit schnellen Schritten auf den Weg zurück zum Hotel.
Eine geifernde Vorfreude macht sich in mir breit und mit jedem Meter den ich gehe wird es immer schwieriger, nicht sofort in dem abgegriffenen Buch zu blättern und nach Informationen zu den Standorten meiner Gegenstände zu suchen.


...."Die Ewigkeit steht etwas unter Zeitdruck"....

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263

Mittwoch, 13. Juni 2018, 18:35

Es war mir nicht klar, wie lange ich mich bereits nach oben bewegte. Mit jedem Meter den ich überwandte, begann mein Herz immer mehr zu klopfen und noch mehr Schweißperlen bildeten sich auf meine Stirn.
Jedes Mal, wenn der Fahrstuhl stärker rüttelte, schrie ich auf und drückte mich mit aller Kraft in eine Ecke wo ich mit Tränen in den Augen zu Boden glitt und zu den Geistern betete, dass dieser Fahrstuhl nicht zusammen brechen oder herab stürzen würde.

Nach einer halben Ewigkeit, so wie es den Anschein hatte, wurde das Gequietsche wieder lauter und der Metallkubus bewegte sich langsamer.
Als der Lift zum stehen kam, setzte mein Herz einen Schlag aus.
Mit dem selben Quietschen wie zu Anfang, öffnete sich die Tür und beide Flügel lehnten sich an die Wände.
Ohne eine Sekunde zu warten, lief ich aus dem Aufzug und lief in den Gang der sich mir auftat.
Nachdem ich mich wieder beruhigt hatte, drehte ich mich noch einmal zum uralten Fahrstuhl um und mit zittrigen Händen, öffnete ich meine Tasche, schnappte mir einen Mana-Trank und auch die Karte die nach wie vor das sanft pulsierende Licht von sich gab.

Während ich das Elixier trank, betrachtete ich den Punkt und die Linien um diesen herum.
Verwirrt betrachte ich den Grundriss des riesigen Gebäudes und versuche meine Hexentürme zu finden die nach einem Moment sofort in einem gelblichen Licht zu Leuchten begannen.
Ich reiße meine Augen auf.
Wo bin ich?!
, rufe ich laut und noch ehe die Worte im Gang verhallt waren, formten sich Symbole und Schriftzeichen über meinem Standort.
Ein Symbol, das ich vage zu erkennen glaubte, ließ mich vermuten, dass das hier tatsächlich ein Palast war der für das Götterpaar gebaut wurde.
Ein kalter Schauer läuft meinem Rücken hinab. Anfänglich dachte ich, dass es wegen meiner Ehrfurcht sei, doch als es ein weiteres Mal passiert, drehe ich mich zum Dunkel des Ganges und lausche sorgfältig. Es war unverkennbar ein Luftstrom der unter einer Tür hindurch wehte.
Sofort faltete ich mir die Karte wieder zurecht und erschuf ein Magierlicht, das den Gang sehr gut erleuchtete und bevor ich meinen neuen Weg erkundete, drehte ich mich noch einmal um zu der Zwergen-Apparatur dessen Lichter langsam erloschen.

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264

Sonntag, 22. Juli 2018, 05:26

Mahorka hat massive Schwierigkeiten mit mir Schritt zu halten, da ich bei der Sicht des Hotel-Eingangs anfange zu laufen. Die Hexe zieht an meinem Arm in dem sie sich eingehängt hatte und deutet mir mit einem Blick mich wieder einzukriegen, da die übrigen Leute in der Straße mir komische Blicke zu werfen.

Anscheinend ist ihr klar geworden, dass wir im selben Bot sitzen., geht es mir durch den Kopf.
Ich schließe meine Augen und atme einmal tief durch um wieder runter zu kommen bevor ich die alte Frau mit der jugendlichen Maske mit einem herablassenden Blick anschaue.
Erst nach mehreren Momenten gehe ich gezwungen langsam durch die offenen Flügeltüren hindurch und zum Fahrstuhl, der uns in unsere Etage bringt.
Jede Faser meines Körpers ist wie elektrisiert und es fühlt sich so an, als ob ich jeden Moment vor Neugierde platze als ich die paar Meter den Gang zu unserer Suite entlang gehe und bei der Tür stehen bleibe!
Meine Zähne fest aufeinander gepresst, ziehe ich den Schlüssel aus meiner Hosentasche und versuche ihn in das Schlüsselloch zu führen, doch meine Hand zittert so stark, dass ich dieses immer wieder verfehle und immer aggressiver werde bis Mahorka schlussendlich meine Hand mit ihren Beiden umhüllt und mir das Objekt aus der Hand nimmt um die Tür aufzuschließen. Schweißperlen treten auf meine Stirn und alles fühlt sich so an als ob es sich durch eine zähe Masse so unglaublich langsam bewegt!
Die Tür schwingt auf und ich laufe hinein.
Sofort, als die Hexe die Tür hinter uns wieder verschlossen hat, errichte ich die Schutzbarriere und nehme die optische Täuschung von uns ab.

Mit einem erleichterten Stöhnen, so als ob ich nach Tagen der Verzweiflung ENDLICH sexuelle Erlösung erhalten habe, werfe ich das Buch auf das Sofa und ziehe mir meinen Mantel aus, ehe ich mich in einen der Sessel werfe und mit meinen Händen über mein Gesicht streiche.
Die Hexe indes, steht wie versteinert bei der Tür und studiert jede meiner Bewegungen.

Nachdem das Schweigen abermals unangenehm wurde, räuspert sie sich und geht steif hinter das Sofa auf dessen Rückenlehne sie ihre Hände zaghaft ablegt.
Ihr Blick geht von dem dicken Buch zu mir.
Wolltest du nicht einen Brief an den Professor schreiben?
Die Welle der Erleichterung auf die ich noch reite, vergeht so schnell wie sie kam und in meinen Augen entfacht wieder der Funken der Abneigung gegenüber dieser notgedrungenen Notwendigkeit namens Mahorka.
Ohne ein Wort zu sagen, drücke ich mich vom Sofa hoch und gehe zum Schreibtisch der in der Ecke steht und schaue in den Schubladen nach, ob es Briefpapier und Schreibmaterial gibt.
Schnell werde ich fündig und ziehe ein Blatt aus dem sauber geschichteten Stapel sowie einen der Kugelschreiber der ebenfalls daneben liegt.

Einige Momente überlege ich, was genau ich schreiben könnte und beuge mich anschließend über das Stück Papier um die ersten Zeilen nieder zu schreiben.
Keine fünf Minuten später, bin ich fertig und lege den Stift bei Seite um mir noch einmal die Zeilen durch zu lesen.



"Sehr geehrter Herr Professor Petrikov! Ich und meine Gattin möchten uns für Ihre Zeit und Geduld bedanken, die Ihr so gutwillig bereit gestellt habt. Da Ihr jedoch etwas zaghaft wart, darüber zu sprechen, muss ich leider annehmen, dass Ihr nicht mehr wisst, als das was Ihr uns erzählt habt. Unser Weg führt demnach weiter und wir wünschen Ihnen und Ihrer Hausdame alles Gute für die Zukunft. Mit besten Grüßen, Hermaeus & Elsa Mora".
Ich senke den Brief und drehe mich zu Mahorka die das Buch in den Händen haltet.
Na? Was denkst du? Kann man doch so lassen?
Es war mehr eine Bestätigung als eine ernsthafte Frage und noch ehe die Hexe geantwortet hat, falte ich das Papier und schiebe es in ein Kuvert, dass ich ebenso in einer Schublade finde.
Während ich das obere Dreieck in die Öffnung schiebe, stehe ich auf und gehe um den Stuhl herum zu der Hexe der ich den Brief hin halte.

Gehe zu Petrikov und werfe den Brief in den Post-Schlitz.
Äußerst verwirrt, schaut sie mich an und nimmt das Kuvert zaghaft aus meiner Hand, dabei erschaffe ich wieder die Illusion einer jungen Frau. Als sie komplett begriffen hat, dass ich es ernst meine sie alleine gehen zu lassen, wird ihre Verwunderung zu Misstrauen und sie steht auf.
Was ist wenn ich nicht mehr zurück komme?
Ich spanne meine Kiefermuskulatur an und lege den Kopf genervt schräg.
Du hast 10 Minuten wieder hier zu sein! Und sprich mit keinem!
Mahorka schnauft nur verachtend mit einem hochgezogenen Mundwinkel ehe sie zur Tür geht und aus dem Raum verschwindet.
So unglaublich ungern ich sie auch alleine gehen lasse, würde ich es noch mehr hassen, abermals aus der Suite gehen zu müssen und das Buch mit mir herum zu schleppen oder gar Mahorka mit dem Buch alleine zu lassen! Die alte Vettel würde das Schloss mit einem simplen Veränderungszauber knacken können und den Inhalt manipulieren wie es ihr beliebt!

Meine Gier auf das Wissen dort drinnen enthalten lässt sich jetzt schon kaum eindämmen und etwas zitternd, mit feuchten Handflächen, hebe ich das Buch vom Kaffeetisch wo es die Hexe hingelegt hat um den Brief zu nehmen.
Ich atme durch meine Nase ein und halte die Luft an als ich die Zahlen am Zahlenschloss auf der Seite in die korrekte Kombination drehe und das Buch anschließend, nach einem "klack" des Schlosses, öffne.


...."Die Ewigkeit steht etwas unter Zeitdruck"....

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Fenrirswolf« (23. Juli 2018, 07:34)


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265

Donnerstag, 23. August 2018, 00:22

Aus dem Raum mit dem Aufzug hinaus, eröffnete sich mir ein Gang der beinahe genau so ausschaute wie der unter der Erde.
Wenn ich mich nicht wissen die Geister wie lange aufwärts bewegt hätte, hätte ich schwören können, dass ich nach wie vor unter der Erde war, doch der kalte Luftstrom der hier konstant hindurch zog, ließ mir meine Hoffnung sehr bald den Himmel zu sehen nicht nehmen.
Um schneller voran zu kommen, verfiel ich wieder in einen konstanten Laufrhythmus. Hin und wieder blieb ich stehen um mir die künstlerischen Werke anzusehen die in etwa die gleichen Bilder darstellten wie im Gang hunderte Meter unter mir.

Nach einiger Zeit, kam ich zu einem riesigen Tor dessen beiden Flügel aus massivem Metall waren.
Ich ging zu einem der Flügel und schaute mir die Figuren an im Licht reflektiert wurden. Diese Tür war genau so wie jene die ich am Fuße der Wendeltreppe entdeckte, doch keine Zeit hatte sie mir genauer anzuschauen da ich sonst von Steinblöcken zerquetscht hätte werden können.
Als ich daran denke, ist es so als ob jemand einen Schalter umgelegt hat und das Geräusch einer hellen Glocke zu hören war.
Diese Ruine brach zusammen nachdem mir die zwei Geister die Karte zeigten und ich sie hoch nahm woraufhin diese verschwanden.
Mein Mund wurde etwas trocken.
Was ist wenn diese Ruine auch zusammen stürzt?

, ging es mir durch den Kopf und ich spüre wie sich Panik beginnt in mir auszubreiten.
Etwas verzweifelnd, ließ ich die Karte sinken und starre auf das Götterpaar.
Ich gab mich diesen Gedanken gut fünf Minuten hin bis ich den Kopf schüttelte um mich wieder zu beruhigen.

Wenn diese Ruine ebenfalls mit dieser alten Magie besetzt worden wäre, dann wäre sie auch schon längst erloschen und ich wäre erst gar nicht so weit gekommen wie ich es bin!

Die Worte hallten noch einen Moment lang in meinem Kopf umher und ich wurde mir langsam bewusst, wie einsam ich eigentlich war seit die gespaltene Seele... verschwand.
Mit hängenden Schultern ging ich zu dem massiven Tor und begann meinen Körper gegen eine der Flügel zu stemmen.
Quietschend gab das Metall langsam nach und ich schlüpfte durch den Spalt. Auf der anderen Seite erblickte ich eine Treppe die gewendelt nach unten führte.
Abermals etwas zögernd, stand ich vor der ersten Stufe und versuchte mir den nötigen Mut anzueignen weiter zu gehen. Meine Beine waren noch immer etwas zittrig nach dem letzten Ereignis mit Stufen, doch auch hier, gab ich eine Hand an die kalte Steinwand und ließ diese darüber streichen während ich immer tiefer hinab ging und den oberen Teil hinter mir ließ.
Nichts außer dem Hall meiner Schuhe auf Stein und dem Wind war zu hören, was mich wieder etwas entspannter werden ließ. Mit jedem weiteren Schritt, wurde ich immer sicherer, dass diese Ruine nicht in sich zusammen stürzen würde.
Ich begann auch dies als eine einmalige Chance zu erkennen mehr über dieses Reich zu erfahren bevor es zu Marekay, dem Sumpf, wurde.
Als ich eine weitere Umrundung gemacht habe, sehe ich wie die letzte Stufe zu einer Fläche führt.
Meinen Fuß auf den neuen Boden gesetzt, sah ich, dass dies ein neuer Gang war. Mein Blick geht nach vorne wo die Stufen weiter nach unten führten und ich zögerte etwas weiter zu gehen. Im Kopf ging ich den Inhalt meiner Tasche durch und realisierte, dass ich mit den vorbereiteten Tränken noch eine Zeit lang durch kommen könnte bevor ich etwas echtes zu Essen und Wasser benötigen würde.
Auf meiner Stirn bildeten sich einige Falten und auch eine tiefe Furche war zwischen meinen Augenbrauen zu sehen.
Noch einmal schaute ich zu der Treppe und ging anschließend in den neuen Gang hinein der offener war.

Dank des Magierlichts konnte ich keine zehn Meter weiter bereits die erste Tür erkennen bei deren Höhe ich stehen blieb und sie mir anschaute.
Mit neu gewonnener Neugier ging ich zu dieser und öffnete sie mit etwas Aufwand.
Der Geruch von Fäulnis umgab mich als ein Windstoß den darin befindlichen Staub aufwirbelte. Ich hustete und zog mein Hemd über meine Nase ehe ich vollends hinein trat.
Fasziniert betrachtete ich die alten Möbel von denen die Meisten der Zeit erlagen. Einige wenige jedoch, waren noch intakt, ganz dem Verfall zu Trotze. Unter dem modrigen Holz waren Bücher, Stoffe, Glassplitter und andere Dinge zu erkennen. Als ich mich genauer umschaute, konnte ich mir zusammen reimen, dass dies hier ein Lagerraum gewesen sein musste. Es gab nirgendwo ein Bett, keine geschlossenen Kästen die man hätte aufmachen können um nachzuschauen ob Kleidung darin war, oder gar ein Fenster.
Der Kronleuchter der einst den Raum erhellte, lag schon lange auf dem Boden, das Metall von Rost zerfressen und die Kerzen mit einer dicken Staubschicht umhüllt die unnachgiebig am Wachs haftete. Auch als ich versuchte eine aus der Fassung zu ziehen und zu reinigen, resultierte nur darin, dass beide meiner Hände nun klebten. Ich verziehe mein Gesicht und versuche den Rückstand an meinem Kleid abzuwischen was nur minder half.
Ich ging wieder aus diesem Raum und weiter den Gang hinein der von einem hohen Türbogen unterbrochen wurde.
Hinter diesem, war eine größere Halle in der Teppiche (oder zumindest das was davon übrig war) am Boden ausgebreitet und dazumal sogar welche an den Wänden hatte da man hie und da noch die großen Stangen mit einigen der Faserresten sehen konnte.
Auch hier waren Möbel zu sehen die noch gut intakt zu sein schienen. Ich ging zu eine der Bänke die neben einem Tisch stand und betrachtete diese. Beide waren aus Gestein gefertigt das nun von Flechten und Pilzen umgeben war. Abermals verzog ich mein Gesicht. Das konnte nicht gesund sein hier herum zu laufen.
Es ist wohl besser wenn ich schnell wieder hier raus bin.
, ging es durch meinen Kopf.
In dieser Halle gab es drei weitere Torbögen die in andere Bereiche des Gebäudes liefen.
Ich entschied mich für einen davon und folgte dem neuen Gang.
In diesem war nirgendwo eine Tür zu erkennen und erst nach mehreren Momenten, kam ich zu einer Wand die eine hatte.
Unter der Tür kam ein Wind hindurch der am Saum meines Kleides zog. Voller Vorfreude, was mich dahinter erwartet, versuchte ich die Tür mit mehr Mühe als bei der anderen zu öffnen. Das Holz war verform und komplett aus dem Rahmen gerissen, doch irgendwie hielt sie noch stand und machte mir das Leben schwer.

Na komm schon,...!
, mit egal wie viel Kraft ich dagegen drückte, sie gab keinen Millimeter nach.
Du blödes Ding!
, schrie ich in den Gang und wuchtete noch einmal mein volles Gewicht dagegen.
Ich und die Tür ächzten als sie endlich nachgab und mit einem Schwung aus dem Türrahmen sprang. Überrascht darüber landete ich auf den Boden im Inneren des Raumes und rappelte mich auf. Dank des aufgewirbelten Staubes, begann ich zu husten und klopfte mir diesen von meiner Kleidung während ich mich im Inneren umsah.
Ich fror in meiner Bewegung als ich ein gewaltiges Schlafzimmer erblickte, dass von kaltem Licht durchflutet war.
Gegenüber der Tür war ein riesiges Bett dass auf mehreren steinernen Plattformen ruhte. Zu beiden Seiten davon, waren Türbögen die anscheinend auf eine Terrasse führten. Mit Begeisterung drehte ich mich um meine eigene Achse als ich weiter hinein ging um mir alles anschauen zu können.
Unter meinen Füßen konnte ich das zerbrechen von Glas hören und ich blickte unweigerlich nach unten. Erst jetzt erkannte ich, dass im Raum verteilt Glassplitter lagen die im Mondlicht glitzerten.
Als ich mir diese genauer anschaute, erkannte ich, dass diese einst von Türen kamen. Höchstwahrscheinlich von den Terrassentüren.
Meine Vorfreude wuchs als ich mich eine der Türen näherte.
Im Türrahmen blieb ich stehen und konnte meinen Augen kaum glauben. Als sich diese dem natürlichen Licht angepasst hatten konnte ich sehen wie hoch ich eigentlich war. Meine Vorsicht fallen gelassen, ging ich auf die Terrasse zur Brüstung auf der ich meine Hände ablegte.
Mein Kiefer viel nach unten und ich hauchte in die Nacht hinein.

Bei den Geistern,...

Der Anblick der sich mir bot war überwältigend. Ein Meer aus Bäumen hinter dem Sumpf war zu erblicken in dessen Tümpeln das Licht des Mondes reflektiert wurde.
Es war eine äußerst klare Nacht. Im ganzen Sumpf gab es keine Nebelschwaden was die Aussicht nur noch spektakulärer machte.

Nachdem mein Staunen etwas abgeklungen war, begann ich die Umgebung etwas genauer anzuschauen.
Ich hob die Karte wieder und klappte diese auseinander. Als ich an meinen Hexenturm dachte, begann ein Lichtfaden zu leuchten der von meinem aktuellen Standpunkt aus in einer geraden Linie zu einem neuen Punkt, der leicht pulsierte, verlief. Ich hob meinen Kopf von dem Papier und blickte in die Richtung die mir gedeutet wurde.