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Samstag, 10. Juni 2017, 11:13

DAS DAUERT ALLES VIEL ZU LANGE! voller Wut hallte die Stimme Uray-Hans durch die Gänge des Dungeon. Die wenigen verbliebenen Lakaien verkrochen sich in Ecken und hofften, er würde seiner Wut keine Luft machen wollen. Tatsächlich stand ihr Meister mit zornigem Ausdruck auf dem Gesicht in der großen, grottenartigen Haupthöhle und kochte vor Wut. Doch er hatte nichts, an dem er diese auslassen konnte. ZU NICHTS SEID IHR ZU GEBRAUCHEN... ICH BIN VON IDIOTEN UMGEBEN...WIE LANGE SOLL ICH NOCH WARTEN? Er fluchte vor sich her, seine Augen glühten rot und doch gab es nichts, was ihn hätte beruhigen können. Bis es plötzlich klopfte.

Tock...tock....tock. Stille. Dann wieder tock....tock....tock. Nun hörte man auch Schritte.
Wer wird denn da gleich die Fassung verlieren? Aus dem Dunkel der Gänge trat ein Hühne. Ein schmaler, großgewachsener Mann in einem bodenlangen, mitternachtsblauem Mantel. Auf seinen Schultern lagen zwei große Wolfsfelle. Seine schmalen, schwarzen Augen fixierten Uray-Han. In seiner rechten hielt er einen gedrehten Holzstab, den er bei jedem Schritt auf den Boden aufschlug. Als wolle er sämtliche Aufmerksamkeit, die er von seiner Umgebung bekommen konnte. Mordok entwich es Uray-Han flüsternd. Er brauchte einen Moment, um seine Fassung wiederzuerlangen. Dann war er ganz der alte. Endlich. ENDLICH! Fast euphorisch schritt er zu dem großen Eichentisch, rückte einen Stuhl zurecht Setz dich, setz dich! Schon schritt er weiter, an einen kleinen Tisch, auf dem eine Karaffe mit Blutwein stand. Er schnappte sich zwei Gläser und schenkte ein. Das Lächeln auf dem Gesicht des Gastes war ehrlich und breit. Er ließ sich nicht zweimal bitten und setzte sich. Den Stab ließ er dabei nicht aus der Hand. Alter Freund, ich hörte von deinem Missgeschick. Doch sag, wie kann ausgerechnet ich dir dabei helfen?

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Sonntag, 11. Juni 2017, 16:41

Trinke erst etwas mit mir, Mordok! Trinke! Uray-Han stellte den gefüllten Becher überschwänglich auf den Tisch vor seinen Besucher. Dann ließ er sich auf einen der freien Stühle fallen, musterte seinen Freund und prostete ihm zu, indem er den Becher etwas hob. Gierig trank er von seinem Blutwein. Mordok hingegen nahm zwar ebenfalls den Becher und erwiderte den Gruß, doch trank er langsam und genussvoll. Insgesamt wirkte der große, menschliche Mann mit seinem rasierten Kopf und haarfreiem Gesicht sehr besonnen. Einzig seine grauen Augen wirkten offen und verrieten seinen aufgeweckten Geist. Ruhig stellte er den Becher zurück auf den Tisch. Uray, mein alter Freund. Mir ist zu Ohren gekommen du hättest einen Weg gefunden, diesen Ort zu verlassen und auf der Oberfläche zu wandeln. Doch du sitzt immer noch hier fest. Was ist geschehen? Erzähle mir davon.

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Freitag, 16. Juni 2017, 08:29

Der Meister wirkte verärgert, als er von seinem Fauxpas erzählte und davon, dass seine Lakaien nicht in der Lage waren, die Frau zu beschaffen, damit der Rest ihres Blutes seine gesamte Kraft zurück brachte. Und das Schlimmste, Mordok, ist - ich kann sie nicht sehen. Sie müssen etwas mit ihren Gedanken gemacht haben. Wahrscheinlich dieser Elb, der bei ihr war. Verachtenswürdiges Volk. Mordok schmunzelte und unterbrach ihn ruhig Aber faszinierend, mein Freund, aber faszinierend! Er prostete Uray-Han zu und nahm einen Schluck Blutwein. Was du an all den Völkern da oben findest, habe ich noch nie verstanden. Die meisten leben doch nur in einer Hülle, nichts ahnend von ihren Fähigkeiten und wozu sie fähig wären, wenn sie sich nur auf die richtige Führung einließen! Du meinst, auf dich. Mordok lachte mit seiner tiefen Stimme auf. Es ist doch die Vielfältigkeit, welche die Welt da oben ausmacht, Uray. Was wäre die Welt, wenn du sie zu einer zweiten Hölle machen würdest? Wenn nur Streit und Zwietracht herrschen würden. Nur Hass und Neid. Die Vielfältigkeit ist es, welche die Welt erstrahlen lässt. Den letzten Satz sagte er bedächtig und zwinkerte Uray-Han zu, während er sich ein Stück vorbeugt. Aber deshalb bin ich nicht hier. Du weiß, ich mische mich nicht ein. Ich bin ein Beobachter. Ein Geschichtensammler. Ein Wanderer. Schmunzelnd lehnte er sich zurück und ließ den Stab zweimal auf den Boden schlagen, so dass zwei dumpfe Klopfgeräusche zu hören waren. Kurze Zeit später schleppten vier der Diener Uray-Hans zwei junge, verängstige Frauen herein. Und - ich mache Geschenke. Grinsend nahm Mordok erneut einen tiefen Schluck aus dem Becher mit dem Blutwein.

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Dienstag, 25. Juli 2017, 16:56

Uray-Han verstand nicht ganz. Irritiert schaute er von den zwei Frauen zu seinem Besucher. Was soll ich mit denen? fragte er verwundert. Alter Freund antwortete Mordok und erhob sich leicht stöhnen. Dabei rieb er sich kurz den unteren Rücken. Ach das liebe Alter. Der Wanderer stützte sich auf seinen Stab und ging lächelnd auf die Frauen zu. Diese wichen etwas zurück, trauten sich aber nicht näher an die kleinen Dämonen heran, weshalb sie das kleinere Übel wählten und dem normal aussehenden Mann standhielten. Mordok griff nach der Rothaarigen. Sie war, wie ihre Mitgefangene auch, an den Händen durch einen Lederriemen gefesselt. An diesem wurde sie zu dem Siegelplatz gezogen. Der hochgewachsene Besucher hatte mehr Kraft, als man ihm auf den ersten Blick ansah. Er hielt abrupt an und riss sie herum, so dass Uray-Han die Frau ansehen konnte. Verstehst du denn nicht? seine Stimme war kräftiger, fordernder als zuvor. Eine zum Reinigen, eine zum Öffnen. Mit einer plötzlichen Bewegung zog er einen Dolch unter seinem Mantel hervor und führte ihn gekonnt an der Kehle der jungen Frau vorbei. Sofort schoss das heiße Blut hervor. Er stieß sie auf das Siegel, auf dem sie röchelnd zusammenbrach. Bringt sie weg! befahl er Urays Lakaien mit einem genervten Gesichtsausdruck. Denn die zweite Gefangene schrie wie am Spieß und ihre Stimme hallte von den Wänden wider. Mordok setzte sich wieder an den Tisch, nahm den Becher und prostete Uray-Han grinsend zu. Etwas zu Essen wäre nicht schlecht, mein Freund. Ich hatte eine lange Reise.

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Donnerstag, 7. September 2017, 09:10

Es war einige Zeit vergangen. Uray-Han war seinen Qualitäten als Gastgeber nachgekommen und Mordok hatte sich stärken können. Sein kleines Geschenk blutete fröhlich vor sich hin und als die Quelle versiegt war, ließ er den leblosen Körper entfernen. Erzähl es mir nochmal. bat der Ur-Böse. Mordok lachte auf. Mein Freund. Eine zum Reinigen. Das Siegel verlangt Blut. Du hast diese Faith nicht anständig ausbluten lassen. Das Siegel hat sich wieder geschlossen. Du weißt, ist es erst angefüttert, benötigt es immer dasselbe Blut um sich ganz zu öffnen. Wie es scheint hat sie Freunde, die sie schützen. Also geben wir dem Siegel neues Blut. Viel neues Blut. Damit schließt du, was du angefangen hast. Die andere.. er schnippste mit den Fingern und einer der Diener des Uray-Han eilte hinaus ..wird den Kreis neu beginnen. Mordok lehnte sich etwas vor. Nur dieses mal wird das Siegel bekommen, wonach es verlangt. Und zwar bis zum letzten Tropfen. Lachend lehnte er sich auf seinem Stuhl zurück. Uray-Han hingegen stand ein diabolisches Grinsen auf dem Gesicht. Nicht mehr lange und er konnte wieder frei wandeln. Sein Sieg war zum Greifen nah.

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Mittwoch, 7. Februar 2018, 09:35

Die Schreie der jungen Frau hallten durch die Gänge, doch kein Anwesender würde auch nur ein Fünkchen Mitleid mit ihr haben oder gar Erbarmen zeigen.
Uray-Han und Morok saßen an dem wuchtigen Eichentisch und genossen ihren Kelch Blutwein. Sie beobachteten genau, wie das dürre Ding von der Dienerschaft Urays auf das Siegel gestoßen wurde. Dort blieb sie wimmernd liegen, den Blick auf ihre tote Freundin gerichtet. Sie wagte es nicht, aufzusehen.
Mordok nickte Uray auffordernd zu. Dieser erhob sich, ging voller Vorfreude zu seiner Gefangenen - einen Dolch in der rechten Hand tragend. Ihn durchströmte ein solches Glücksgefühl, dass es ihn hin und wieder ganz leicht von innen zum Erzittern brachte. Gierigen Blickes beäugte er die junge Frau, die so zerbrechlich vor seinen Füßen lag. Das lange, blaue Gewand reichte ihr bis zu den Knöcheln. Einen der ledernen, braunen Schuhe hatte sie verloren und so war ihr linker Fuß entblößt. An den Unterarmen waren blutige Kratzer zu sehen, die Hände zierte dunkle Erde. Sie musste in ihrer Verzweiflung angefangen haben ein Loch zu graben, um zu entkommen. Lachend ließ sich der Meister auf die Knie fallen. Das Mädchen schloss die Augen, presste sie ganz fest zu. Es ist nur ein Traum...nur ein Traum... flüsterte sie ganz leise immer wieder vor sich her. Uray-Han beugte sich vor. Sein Blick war ernst geworden, seine Gesichtszüge wie versteinert. Er griff ihr in die langen Haare und riss den Kopf nach hinten. Mag sein. flüsterte er dicht an ihrem Ohr. Aber einer, aus dem du niemals erwachsen wirst. Das Messer setzte er an ihren Hals an und nach getaner Arbeit ließ er ihren leblosen Körper einfach auf dem Siegel liegen. Laut lachend erhob er sich. Seine diabolische Stimme erklang in dem ganzen Dungeon. Überall erstarrten die kleinen Dämonen, hielten inne und stimmten dann mit einem hyänenartigen Kichern in das triumphale Siegeslachen ihres Meisters ein...

...Mordok beobachtete alles still von seinem Platz aus. Er nippte ab und an am Wein und zum Schluss war es ein schräges Grinsen, das ganz leicht an seinen Mundwinkeln zu erkennen war.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Uray-Han« (1. Juni 2018, 02:17)


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Freitag, 1. Juni 2018, 02:26

Fast ehrfürchtig und doch mit einer schier unendlich kindlichen Neugier schritt Uray-Han durch die Halle. Den Blick voran auf die Tunnel gerichtet, die ihn in die Freiheit lassen würden. Keine Barriere mehr, kein Siegel, kein Gefängnis. Nur er und die...

Du solltest nicht vergessen..
die Stimme des Wanderers unterbrach abrupt die Schritte des Meisters.
..dass du noch geschwächt bist. Mordok besah sich die Finger seiner rechten Hand und rieb an ihnen, so als wären sie schmutzig und er wolle sie halbherzig reinigen.
Deine Kraft wirst du so schnell nicht zurück erlangen und mit einem merkwürdigen Unterton fügte er hinzu alter Freund.

Uray-Han blickte ihn eine Weile an. Sein Gast schien mehr mit seiner Hand als mit ihm beschäftigt. Wie unhöflich.
Eine Handbewegung später war es der Wanderer, der auf dem Boden lag und um sein Leben kämpfte. Seine Kehle war zugeschnürt, als hätte eine unsichtbare Kraft seinen Hals zugedrückt. Er zappelte herum, wie ein Käfer auf dem Rücken. Wenn es für dich reicht, reicht es für die Meisten da oben auch. antwortete der Dämonenfürst und ließ dann von Mordok ab. Sein Blick richtete sich wieder den Tunneln zu. Stell dich mir in den Weg und du wirst sehen, wie viel meiner Kraft noch da ist! die Drohung war mehr geknurrt als gesprochen und doch war sie ohne Zweifel an den Wanderer gerichtet.

Und dann gab es kein Halten mehr. Uray-Han war frei. Und er wusste genau, wohin er nun gehen musste.